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Anschreiben der Bewerbung

Das Anschreiben ist deshalb so wichtig, weil Sie damit präzise darstellen können, welche Fähigkeiten und Kernkompetenzen Sie besitzen.Das Anschreiben ist das wichtigste Element der Bewerbungsunterlagen, denn hier haben Sie die Möglichkeit, den Empfänger von Ihren fachlichen und persönlichen Qualitäten zu überzeugen. Um erfolgreich zu sein und wenigstens zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, gestalten Sie Ihr Anschreiben immer individuell und richten Sie es speziell auf die Anforderungen der Stelle aus.


Dementsprechend sollten Sie auf ein Standardanschreiben, welches überwiegend aus Floskeln besteht und von Ihnen massenhaft wahllos verschickt wird, verzichten. Im Folgenden erhalten Sie Tipps zur Gestaltung eines aussagekräftigen und überzeugenden Anschreibens. Zudem finden Sie hier Hinweise für die Formulierung von passenden Sätzen sowie Muster für Ihr Anschreiben. Da viele Bewerber sich aus den unterschiedlichsten Motiven bewerben (müssen), wird auch auf unterschiedlichste Bewerbungssituationen eingegangen. Aber die grundsätzlichen Anforderungen an das Anschreiben bleiben gleich.

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Form des Anschreibens

Der Form des Anschreibens müssen Sie besonderer Beachtung schenken, da Sie ein unordentliches Vorgehen im Wettstreit mit den anderen Bewerbern weit nach hinten wirft. Anhand der Form des Anschreibens lässt sich nämlich erkennen, ob Sie konzentriert arbeiten sowie Sachverhalte prägnant formulieren können, zu einer übersichtlichen Darstellung der beruflichen Fakten in der Lage sind und neben der Beachtung der Formregeln auch einen Sinn für ästhetische Ansprüche haben.

So nimmt der Empfänger Ihrer Bewerbungsunterlagen zuerst die physische Beschaffenheit der einzelnen Bewerbungselemente in Augenschein. Die Papierqualität (möglichst kein simples Kopierpapier) muss einwandfrei sein, es dürfen selbstverständlich keine Eselsohren auftreten, das Papier darf keine Flecken aufweisen, die Druckerschwärze darf nicht verschmiert sein, alle Bewerbungselemente des Anschreibens müssen in einer nachvollziehbaren Ordnung vorliegen und der Text sowie weitere Gestaltungsmerkmale (Linien im Lebenslauf, Bewerbungsfoto) sind in gerader Linie anzuordnen (darauf besonders beim Ausdrucken achten).

Das Anschreiben orientiert sich formal an der DIN-Norm 5008, die Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung festlegt. Allerdings sollten Sie nicht so viel Energie darauf verwenden, die Seitenabstände auf den Millimeter genau einzustellen, denn kein Personalverantwortlicher wird nachmessen und Ihre Bewerbungsunterlagen bei den kleinsten Abweichungen aussortieren. Allgemeine Informationen zur DIN-Norm 5008 finden Sie auch unter:

Die Länge des Anschreibens darf eine Seite möglichst nicht überschreiten. Ob Sie dabei Blocksatz oder linksbündigen Flattersatz verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Außerdem ist eine Gliederung des Anschreibens in Absätze vorzunehmen. Dabei fassen Absätze die sinngemäß zusammenhängenden Sätze zusammen - so wie in diesem Artikel zum Thema Anschreiben.

Das Anschreiben muss insgesamt folgende Elemente enthalten:

  • Adressangabe mit Namen des Ansprechpartners
  • Absenderangabe mit Kontaktmöglichkeiten
  • Datumsangabe
  • Aussagekräftige Betreffzeile
  • Anrede mit Nennung des konkreten Ansprechpartners
  • Anschreibentext
  • Unterschrift
  • Anlagenvermerk (Kann auch auf einem Deckblatt oder in einem gesonderten Anlagenverzeichnis erfolgen.)

Entgegen der oftmals praktizierten falschen Verfahrensweise, das Anschreiben selbst in die Bewerbungsmappe einzuheften, wird das Anschreiben nur lose auf die eigentliche Bewerbungsmappe (falls Sie eine verwenden) gelegt und so zusammen in den Umschlag gesteckt. Das konkrete Vorgehen hängt aber auch ganz speziell von der benutzten Bewerbungsmappe ab. Als Faustregel gilt: Der Empfänger muss das Anschreiben schnell finden und in die Hand nehmen können.

Wenn Sie schon auf den ersten Blick mit der Form des Anschreibens überzeugen, dann können Sie andere Bewerber im Wettstreit um eine Einladung zum Vorstellungsgespräch etwas distanzieren. Aber auch der Inhalt des Anschreibens muss aussagekräftig genug sein, um Ihren Vorsprung zu verteidigen und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Inhalt des Anschreibens

Ein inhaltlich überzeugendes Anschreiben formulieren Sie, indem Sie Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in Verbindung zu den Anforderungen der Stelle argumentativ und akzentuiert darstellen. Als besonders erfolgreich hat es sich erwiesen, nicht gleich mit dem Schreiben des kompletten Anschreibens zu beginnen, sondern eine gewissenhafte Vorbereitung zu betreiben.

So stellen Sie sich zuerst am besten ein paar Fragen hinsichtlich Ihrer beruflichen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ihre Antworten halten Sie schriftlich fest, um sie später zu verfeinern und im Anschreiben zu verwenden. Mit den zu den Fragen gehörenden Antworten können Sie sich erstmal einen Überblick darüber verschaffen, was Sie in beruflicher Hinsicht können und wollen. Folgender Fragenkatalog soll Ihnen eine kleine Anleitung sein:

  • Weshalb bewerben Sie sich? - Hier können Sie beispielsweise auf Ihre gegenwärtige Situation eingehen (Arbeitslosigkeit, Ausbildungsende, Erziehungszeit, Branchenwechsel, Berufswechsel, Umorientierung, Umzug, beruflicher Aufstieg), ohne sie einfach nur zu nennen - auch einer subjektiv sehr negativen Situationen müssen Sie noch etwas Gutes abgewinnen, denn Sie wollen ja für sich werben.
  • Was interessiert Sie an der ausgeschriebenen Stelle? - Stellen Sie Verbindungen zwischen Ihrer Ausbildung und Ihrer Berufserfahrung und den Anforderungen der Stelle her. So zeigen Sie, dass Sie fachlich geeignet sind.
  • Über welche fachlichen Qualifikationen und Fähigkeiten verfügen Sie? - Heben Sie Ihre Stärken deutlich hervor und belegen Sie Ihre Behauptungen mit Fakten. Es reicht also nicht aus, wenn Sie behaupten, dass Sie teamfähig seien, sondern Sie müssen diese Behauptung mit Fakten stützen.
  • Was machen Sie derzeit?
  • Welche beruflichen Erwartungen, Ziele und Wünsche haben Sie?

Nach dem Durchlesen des Anschreibens muss für den Empfänger sofort klar sein, Sie zum Vorstellungsgespräch, Einstellungstest bzw. Assessment-Center einzuladen. Daher reicht es nicht aus, Ihre Gedanken schnell niederzuschreiben, um das Anschreiben nach kurzer Korrektur sofort zu verschicken. Das Erarbeiten des Anschreibens sollte vielmehr ein paar Tage dauernder Prozess sein, bei dem Sie Formulierungen immer wieder miteinander abwägen, die Prägnanz Ihrer Aussagen überprüfen und andere Meinungen zu Ihrem Anschreiben einholen. Falls andere, Ihr Anschreiben kontrollierende Personen der Meinung sind, dass Sie mit Ihrem Anschreiben das Interesse des Lesers wecken, indem Sie zwischen Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten auf der einen Seiten sowie den Anforderungen der Stelle auf der anderen Seite einen individuellen Bezug herstellen, dann ist Ihr Anschreiben gelungen.

Der Empfänger Ihrer Bewerbungsunterlagen ist in den meisten Fällen sehr erfahren, so dass ein normales Anschreiben mit oft verwendeten Floskeln nicht gerade Begeisterungsstürme hervorrufen wird. Zu solchen Floskeln gehören beispielsweise solche Sätze, die vor allem angeben, wie toll Sie bei einer Zusage die Aufgaben der Stelle erledigen würden. Das könnte aber praktisch jeder Bewerber von sich behaupten, aber den Mitarbeitern in der Personalabteilung geht es darum, herauszufinden, welche Aufgaben der Bewerber auch tatsächlich erledigen könnte. Deshalb sind fundierte und überzeugende Formulierungen für das Anschreiben besonders wichtig.

Formulierungen für das Anschreiben

Die passenden Formulierungen zu finden, fällt vielen Bewerbern sehr schwer. Zum einen weil sie sich zu selten mit den eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen auseinandersetzen bzw. diese zu negativ einschätzen. Zum anderen fehlt vielen Bewerbern die notwendige Erfahrung im Schreiben von Texten, vor allem wenn dieses nicht zum eigentlichen Berufsalltag gehört.

Im Anschreiben ist bei der Formulierung der Sätze eine einfache Sprache zu verwenden, die durch die richtige Wortwahl Ihre Aussagen unterstützt. Zudem sollten die Sätze nicht zu lang und hinsichtlich ihrer Struktur verständlich sein. Um die Lesbarkeit zu gewährleisten, achten Sie bitte darauf, einzelne Sätze sprachlich aufeinander abzustimmen.

Was Sie nicht machen sollten:

  • Noch einmal die Daten aus dem Lebenslauf komplett wiedergeben.
  • Eigenschaften und Fähigkeiten einfach nur aufzählen.

Stattdessen sollten Sie Formulierungen folgendermaßen aufbauen:

  • Stellen Sie Ihre Eigenschaften und Fähigkeiten immer in Bezug zu Beispielen bzw. zu einem Nutzen für das angeschriebene Unternehmen.

Beispiel für eine schlechte Formulierung: "Ich bin sehr engagiert, teamfähig und lernbereit. Das wird mir sicherlich auch als Industriekauffrau bei Ihnen nützlich sein."

Ein verbessertes Beispiel: "Meine engagierte Arbeitsweise ermöglichte es mir bisher immer, mich in kürzester Zeit in zusätzliche Aufgabenbereiche schnell und sicher einzuarbeiten. Durch meine ausgesprochen gute Teamfähigkeit bin ich jederzeit in der Lage, Arbeitsergebnisse im Team miteinander abzustimmen und konstruktive Einwände in die eigenen Arbeitsergebnisse einfließen zu lassen."

Das zweite Beispiel ist viel lebendiger und der Leser bekommt abseits von Floskeln einen Einblick in die Arbeitsweise und die Kernkompetenzen des Bewerbers. In dieser Weise können Sie sich schon mit dem Anschreiben von anderen Bewerbern positiv absetzen. Dies wäre mit dem ersten Beispiel nur schwer möglich, da viele Bewerber auf solch allgemeine Aufzählungen zurückgreifen, die für den Empfänger leblos, einfallslos und nicht verifizierbar bleiben.

Viele Bewerber machen außerdem den Fehler, einfach zu viele Eigenschaften in das Anschreiben einzubauen - und dann auch immer dieselben. Wenn zu Ihren herausragendsten Eigenschaften tatsächlich Kommunikationsfähigkeit, Kundenorientierung und Teamfähigkeit zählen, dann sollten Sie diese - wie oben beispielhaft dargelegt - ins Anschreiben einbauen. Ihnen sollte aber bewusst sein, dass sich viele Bewerber als kommunikationsfähig, teamfähig oder kundenorientiert bezeichnen.

Die Verwendung von Beispielen oder die Fokussierung auf den Nutzen Ihrer Kompetenzen für das Unternehmen setzen voraus, dass Sie sich mit Ihren Eigenschaften und Qualifikationen auch auseinandersetzen und die Bedeutung für Sie herausarbeiten. Wenn Sie darauf achten, dann gewinnt Ihr Anschreiben an Glaubwürdigkeit und Substanz. Diese Vorgehensweise ist im gesamten Anschreiben anzuwenden, aber vor allem auch in der Einleitung des Anschreibens, die die Mehrheit der Bewerber leider zu oft für uninformative Aussagen verschwenden.

Einleitung des Anschreibens

Trotz Platzmangels verwenden sehr viele Bewerber eine uninformative und sinnlose Einleitung. Oder die erste Hälfte des Anschreibens besteht sogar nur aus Standardsätzen, die keinerlei wichtige Informationen über den Bewerber und seine Qualifikationen beinhalten. Ein Beispiel für eine schlechte Einleitung:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige auf der Website der Bundesagentur für Arbeit gelesen und möchte mich hiermit um die angebotene Ausbildungsstelle zur Industriekauffrau bewerben. Ich habe mich gründlich über das Berufsbild, die Ausbildungsinhalte und die damit an mich gestellten Anforderungen informiert und bin mir sicher, dass ich diese erfülle. Derzeit besuche ich die 10. Klasse der Goethe-Realschule in Berlin, die ich im Sommer 2008 mit der Mittleren Reife abschließen werde."

Dazu ist Folgendes anzumerken:

  • Der erste Satz wird so oder ähnlich wohl von weit über 50% der Bewerber benutzt. Aber wenn man kein Interesse an der Stelle hätte, dann bräuchte man auch keine Bewerbung schreiben. Außerdem stehen die Informationen, wo man die Stellenanzeige gefunden und gelesen hat, am besten im Betreff. Ob man wirklich "großes Interesse" beim Lesen empfand, ist unwichtig und für den Empfänger auch unglaubwürdig, wenn das in fast jeder Einleitung steht.
  • Dass man sich über den Beruf mitsamt den Anforderungen informiert, ist eine Selbstverständlichkeit, die keiner Erwähnung im Anschreiben bedarf.
  • Es wird zwar oftmals geraten, anzugeben, was man gerade macht, aber das kann man auch informativer als im obigen Beispiel lösen, indem man einfach angibt, was man ist oder bald wird und was man als herausragende Eigenschaft dem Unternehmen anbieten kann: "Ich bin ein technisch und handwerklich begabter Schüler, der nach dem Erreichen der Mittleren Reife nun eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker anstrebt."

Weitere Tipps für das Anschreiben

  • Finden Sie den konkreten Ansprechpartner im Unternehmen heraus, um den Namen als persönliche Anrede benutzen zu können.
  • Im Anschreiben werben Sie auch immer für Ihre Person, deshalb sollten Sie auf negative Wörter und Aussagen verzichten und stattdessen durch Ihre Wortwahl Aktivität und Stärke demonstrieren.
  • Sie brauchen im Anschreibentext nicht extra auf den Lebenslauf und die Zeugnisse verweisen. Die findet der Personalverantwortliche auch so.
  • Je nach Stelle und Position werden wenige Rechtschreibfehler Ihnen nicht unbedingt gleich das Genick brechen. Aber zu viele Rechtschreibfehler sind nicht nur ein Ausdruck von Rechtschreibproblemen, sondern mangelnder Sorgfalt. Wenn man eine Rechtschreibschwäche hat, dann ist man eben darauf angewiesen, die Rechtschreibprüfung auf dem Computer zu verwenden und ein Wörterbuch zur Hand zu nehmen. Zusätzlich können Sie weitere Personen um ein kontrollierendes und korrigierendes Lesen bitten.
  • Besonders ärgerlich für den Empfänger ist es, wenn im Anschreiben Listenpunkte mit Aufzählungen benutzt werden. Das Anschreiben muss ausformuliert werden.

Weitere Informationen zum Anschreiben


 
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