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Anschreiben einer Bewerbung

Das Anschreiben ist deshalb so wichtig, weil Sie damit präzise darstellen können, welche Fähigkeiten und Kernkompetenzen Sie besitzen.Sie wollen wissen, wie Sie ein Anschreiben zeitgemäß, überzeugend und individuell gestalten können, welche formalen Regeln (DIN 5008) gelten, mit welchen Einleitungssätzen Sie sich von der Masse abheben und wie Sie das Anschreiben als Teil der Bewerbungsunterlagen integrieren?


In diesem Artikel finden Sie die Antworten auf alle wichtigen Fragen zum Thema Anschreiben:

Das muss jeder Bewerber beachten: Tipps für ein überzeugendes und individuelles Anschreiben

Fragen Sie sich bei der Anschreibengestaltung auch oft, welche Fehler Sie nicht machen dürfen und was Sie unbedingt beachten müssen? Leider verlieren sich dabei viele Bewerber in zu viele Details und beschäftigen sich vorrangig mit Nichtigkeiten (millimetergenaue Einstellung der Seitenränder, Farbe der Unterschrift, Lücken und Probleme "verpacken" usw.), anstatt die wirklich wichtigen Elemente bei der Gestaltung des Anschreibens in den Fokus zu rücken. Mit den folgenden Tipps schaffen Sie die Voraussetzungen, typische Fehler zu vermeiden und Ihr Anschreiben inhaltlich und sprachlich auf einem stärkeren Fundament aufzubauen:

  1. Sich in die Lage des Lesers der Bewerbung versetzen: Die Personalverantwortlichen bearbeiten an einem Tag viele Dutzend Bewerbungen hintereinander und müssen eine Auswahl der geeignetsten Bewerber treffen. Für ein besseres Verständnis der Auswahlkriterien versetzen Sie sich vor der Anschreiben-Gestaltung einfach mal in die Lage der Arbeitgeberseite: Worauf würden Sie beim Lesen von Bewerbungen besonders achten, welche Bewerbungen würden Ihnen am besten gefallen und was wären wichtige Ausschlusskriterien? Mit einer ernsthaften Beantwortung solcher und ähnlicher Fragen erhalten Sie schon erste Ansatzpunkte für die Erstellung Ihres eigenen Anschreibens.

    Denn wenn Sie als Personalverantwortlicher zum Beispiel ein Dutzend Mal "Mit großem Interesse…", "Ich bin flexibel, teamfähig und motiviert.", "Ich habe als … gearbeitet, was mir Spaß machte." oder "Ich würde mich über eine Einladung freuen." in den Anschreiben lesen würden, dann fiele Ihnen eine Auswahl der besten Bewerber aufgrund fehlender inhaltlicher Substanz und Unterscheidbarkeit sicherlich schwer. Die naheliegende Schlussfolgerung lautet deshalb: Geben Sie Ihrem Anschreiben diese inhaltliche Substanz und wecken Sie damit das Interesse der Personalverantwortlichen an Ihrem fachlichen Leistungsangebot.
  2. Keine Musterbewerbungen verwenden: Das Angebot an Musterbewerbungen ist zwar verlockend umfangreich, aber Sie sollten dieser Verlockung widerstehen. Denn viele schlechte Musterbewerbungen haben sich weit verbreitet, so dass die Personalverantwortlichen solche Musterbewerbungen, auch wenn ein paar Wörter ausgetauscht wurden, sofort erkennen und dann aussortieren. Dieses Risiko sollten Sie auf keinen Fall eingehen. Denn jeder selbstbewusste Bewerber kann mit seinen eigenen Worten ein überzeugendes und individuelles Anschreiben erstellen.
  3. Erst die Fakten sammeln, dann das Anschreiben schreiben: Wenn das Anschreiben schreiben so lange hinausgeschoben wurde, bis es nicht mehr anders geht, setzen sich viele Bewerber unter Zeitdruck vor ein weißes Dokument und wollen sofort mit der Reinschrift des Anschreibens loslegen - aber ihnen fällt partout nichts ein und das Dokument bleibt einfach weiß. Aber das ist kein Wunder! Zuerst müssen Sie sich als Bewerber überhaupt erst mal ein paar (positive) Gedanken zu Ihrer Person machen: Wer sind Sie beruflich, was können Sie, was haben Sie geleistet und was wollen Sie erreichen? Nur durch solche und ähnliche Fragen gelangen Sie zu den Fakten, mit denen Sie ein Anschreiben inhaltlich ansprechend gestalten können.
  4. Angebliche Makel oder Lebenslauf-Probleme nicht thematisieren: Ein großer Fehler bei Bewerbungen ist es, persönliche Makel oder Lebenslauf-Probleme in mehreren Sätzen zu erklären und zu begründen. Solche Erklärungen sind allerdings oftmals viel zu negativ und nehmen außerdem Platz für diejenigen Sachverhalte weg, die absolut für Sie sprechen. Eine negative Haltung engt Sie bei der Anschreiben-Gestaltung stark ein, vor allem wenn sich die Gedanken nur darum drehen, wie Sie Makel und Probleme "verpacken" können. Denken Sie stattdessen positiv! Sie können etwas, Sie wollen etwas leisten! Nur solche Sachverhalte thematisieren Sie im Anschreiben!
  5. Anschreiben nicht als ausformulierten Lebenslauf schreiben: Im Anschreiben geben Sie nicht noch einmal Ihren Lebenslauf schriftlich ausformuliert wieder. Stattdessen konzentrieren Sie sich nur auf das Wesentliche: auf Ihr Fachwissen, auf Ihre letzte berufliche Station, auf Ihren höchsten Bildungsabschluss, auf Ihre aktuellste Weiterbildung und auf Ihre besten Stärken. Denn während der Lebenslauf einer Bewerbung sich auf die berufliche Vergangenheit eines Bewerbers bezieht, ist das Anschreiben im Gegensatz dazu auf die berufliche Zukunft ausgerichtet. Dementsprechend können Sie Ihr fachliches Leistungsangebot im Anschreiben immer damit verbinden, welche wichtigen Probleme Sie damit für das Unternehmen lösen oder welche Vorteile Ihre Einstellung dem Unternehmen bringt.
  6. Übliche Einleitungsabsätze streichen: Zusammen mit der Form und dem Betreff ist die Einleitung enorm wichtig, denn wenn Sie hierbei nicht den Erwartungen entsprechen, dann wird das Anschreiben vom Personaler nur noch überflogen und inhaltlich kaum wahrgenommen. Daher verzichten Sie in der Einleitung unbedingt auf jedwede Floskel ("mit großem Interesse", "hiermit bewerbe ich mich", "neue Herausforderung" usw.); auch der Fundort der Stelle wird nicht in der Einleitung genannt, sondern nur im Betreff. Wenn Sie die üblichen Floskeln und Allgemeinheiten am Beginn eines Anschreibens streichen, dann haben Sie mehr Platz für Ihre fachlichen Argumente, mit denen Sie dann eine erhöhte positive Aufmerksamkeit erreichen.
  7. Stärkste Argumente zuerst nennen: Sie haben nur etwa eine dreiviertel DIN-A4-Seite Platz auf Ihrem Anschreiben, deshalb erhält Ihr Anschreiben von Lesern die größte Aufmerksamkeit, wenn Sie ohne Umschweife auf den Punkt kommen und sofort die stärksten Argumente präsentieren. Denn dann ist der Leser gleich in den Bann gezogen, bewertet die stärksten Argumente innerlich positiv und liest konzentriert weiter. Ihre stärksten Argumente sind vor allem Ihr Fachwissen, Ihre letzte berufliche Station, Ihr höchster Bildungsabschluss, Ihre aktuellste Weiterbildung und Ihre besten Stärken.
  8. Zu viele Ich-Sätze vermeiden: Mit reinen Ich-Sätzen ("Ich kann", "Ich bin", "Ich habe" usw.) formulieren Sie meistens immer nur kurze Hauptsätze mit einfachen Aussagen, aber Sie argumentieren nicht. Eine bessere Alternative ist die häufigere Verwendung des Possessivpronomens "mein". Somit entstehen sinnvolle Argumentationsketten fast von alleine. Außerdem vermeiden Sie durch einen Verzicht auf zu viele Ich-Sätze die Verwendung von sprachlich wenig aussagekräftigen Modalverben (können, sollen, wollen, müssen, mögen, dürfen) und Hilfsverben (haben, werden, sein). Dementsprechend liest sich Ihr Anschreiben dann viel lebhafter und interessanter.
  9. Vorteile für das Unternehmen herausarbeiten: Ein Unternehmen stellt Mitarbeiter ein, um Aufgaben möglichst effizient, fehlerfrei, selbstständig, dauerhaft und erfolgreich bearbeiten zu lassen. Stellen Sie daher im Anschreiben einen Zusammenhang zwischen Ihrem Können und Ihren Leistungen sowie den positiven Auswirkungen Ihrer Arbeit für das Unternehmen her. Was macht für den Arbeitgeber den Unterschied, wenn Sie den Job bekommen und kein anderer Bewerber?
  10. Auf bloße Aufzählungen verzichten: Die Aufzählung von Eigenschaften und Fähigkeiten im Anschreiben, die als Anforderungen im Stellenangebot genannt werden, ist wenig substantiell. Sie müssen sich auf die wichtigsten Eigenschaften und Fähigkeiten konzentrieren, die Sie wirklich beherrschen. Diese Beherrschung stellen Sie dann am besten anhand von Beispielen dar. So reicht es etwa nicht aus, einfach nur zu schreiben, dass Sie Kenntnisse in MS Word hätten. Dieses Textverarbeitungsprogramm muss heute schließlich jeder sicher beherrschen; interessant ist es für das Unternehmen aber, welche speziellen Aufgaben Sie damit besonders gut durchführen können und worin der Nutzen für das Unternehmen besteht.
  11. Den Leser direkt ansprechen: Vor allem wenn Sie in der Anrede einen konkreten Ansprechpartner nennen, dann sprechen Sie den Ansprechpartner auch im Anschreibentext selbst mit den Anredepronomen "Sie" oder "Ihr" an. Somit bauen Sie eine Verbindung zum Leser auf, welche dem Anschreiben eine persönliche Note verleiht.

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Form des Anschreibens: der Rahmen muss stimmen

Der Form des Anschreibens müssen Sie besonderer Beachtung schenken, weil Sie ein unordentliches Vorgehen im Wettstreit mit den anderen Bewerbern weit nach hinten wirft. Anhand der Form des Anschreibens lässt sich nämlich erkennen, ob Sie konzentriert arbeiten sowie Sachverhalte prägnant formulieren können, ob Sie zu einer übersichtlichen Darstellung der beruflichen Fakten in der Lage sind und ob Sie neben der Beachtung der Formregeln auch einen Sinn für ästhetische Ansprüche haben.

Der erste Eindruck ist immer besonders wichtig, oder? Egal ob es um Menschen, um Produkte, um Unternehmen oder um Bewerbungsunterlagen geht. Wenn der erste Eindruck stimmt, dann ist eine positive Aufmerksamkeit sicher. Der äußere Eindruck der Bewerbungen der besten Bewerber unterscheidet sich allerdings oft nicht stark. Negative Aufmerksamkeit enthält eine Bewerbung dagegen, wenn sie bestimmten formalen Ansprüchen nicht genügt. So nimmt der Empfänger Ihrer Bewerbungsunterlagen zuerst die physische Beschaffenheit der einzelnen Bewerbungselemente in Augenschein. Zu den gängigen Formregeln bei der Gestaltung eines schriftlichen Anschreibens gehören dabei folgende Elemente:

  • Die Länge des Anschreibens beträgt eine DIN-A4-Seite.
  • Das Anschreiben wird nur einseitig beschrieben.
  • Ob Sie dabei Blocksatz oder linksbündigen Flattersatz verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Der Flattersatz ist im Anschreiben allerdings üblicher, weil der Text durch gleichmäßige Wortabstände leichter zu lesen ist.
  • Außerdem ist eine Gliederung des Anschreibens in Absätze vorzunehmen. Dabei fassen Absätze die sinngemäß zusammenhängenden Sätze zusammen.
  • Die Papierqualität muss einwandfrei sein: im DIN-A4-Format, natürlich unliniert und weiß (gegebenenfalls ist in seltenen Fällen auch andersfarbiges Papier möglich). Es ist möglichst kein simples Kopierpapier zu verwenden.
  • Es dürfen selbstverständlich keine Eselsohren auftreten.
  • Das Papier darf keine Flecken aufweisen.
  • Die Druckerschwärze darf nicht verschmiert sein.
  • Darüber hinaus sind der Text sowie weitere Gestaltungsmerkmale in gerader Linie anzuordnen (darauf besonders beim Ausdrucken achten).
  • Die eigenhändige Unterschrift sollte in blauer Farbe erfolgen und leserlich sein.
  • Das Anschreiben wird nicht in eine Klarsichtfolie gesteckt. Auf Klarsichtfolien sollten Sie bei Ihren Bewerbungsunterlagen generell verzichten.
  • Entgegen der oftmals praktizierten falschen Verfahrensweise, das Anschreiben selbst in die Bewerbungsmappe (falls Sie eine verwenden) einzuheften, wird das Anschreiben nur lose auf die eigentliche Bewerbungsmappe gelegt und so zusammen in den Umschlag mit einer verstärkten Rückseite gesteckt. Es besteht darüber hinaus aber keine Pflicht, unbedingt eine Bewerbungsmappe zu verwenden.


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Aufbau eines Anschreibens

Das Anschreiben selbst muss folgendermaßen aufgebaut werden:

  • Absenderangabe mit Kontaktmöglichkeiten (Gegebenenfalls in einer einzeiligen oder zweizeiligen Kopfzeile.)
  • Adressangabe des Arbeitgebers (Gegebenenfalls mit Namen des Ansprechpartners.)
  • Orts- und Datumsangabe
  • Aussagekräftige Betreffzeile (Gegebenenfalls mit Angabe des Fundortes der Stellenanzeige.)
  • Anrede mit Nennung des konkreten Ansprechpartners
  • Anschreibentext
  • Grußformel
  • Eigenhändige Unterschrift (Die Wiederholung des Namens in Computerschrift ist nicht notwendig.)
  • Anlagenvermerk (Diese Angabe kann auch auf einem Deckblatt oder in einem gesonderten Anlagenverzeichnis erfolgen bzw. sogar ganz entfallen.)

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DIN-Norm 5008 – Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung

Das Anschreiben orientiert sich formal an der DIN-Norm 5008, die Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung festlegt. Detaillierte Informationen zur DIN-Norm 5008 finden Sie auch auf den folgenden Internetseiten (Links öffnen sich in einem neuen Browser-Fenster):

  • DIN-5008-Lexikon: Großes DIN-5008-Lexikon mit allen relevanten Stichworten zur fehlerfreien Korrespondenz. Damit bleibt keine Frage mehr unbeantwortet.
  • Die Norm für perfekt aufgebaute Briefe: Alternative Quelle zur DIN-Norm 5008. Anhand vieler Beispiele wird erklärt, welche gestalterischen Regeln bei der Briefgestaltung zu beachten sind.
  • Briefkopf nach DIN-Norm 5008:2005 erstellen: Hier finden Sie Tipps zur DIN-Norm 5008, die die Gestaltung von Briefen regelt: Tipps zu Kopfzeile, Anschriftenzone, Adressbereich, Text, Grußformel, Schriftgröße und Schriftart. Es besteht auch die Möglichkeit, sich Formatvorlagen im PDF- oder XLS-Format herunterzuladen.
  • Regeln und Anwenungsbeispiele: Die wichtigsten Regeln und Anwendungsbeispiele für die DIN-Norm 5008. Viele praxisgerechte Beispiele zum Nachschlagen, um ein formal richtiges Textdokument zu erstellen.

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Inhalt des Anschreibens: Die beste Werbung für sich sind Fakten

Ein Anschreiben kann durchaus auch als Werbung in schriftlicher Form angesehen werden, die dem "Verkaufen" der eigenen Qualifikationen, Stärken und Berufserfahrungen dient. Der Bewerber ist dabei der Anbieter der Leistung bzw. des Produktes. Obwohl ein Produkt viele positive Eigenschaften haben kann, werden in der Werbung natürlich nur die stärksten Argumente hervorgehoben, und meistens mit einem Nutzen für den Käufer dargestellt. Die Nachteile oder Schwächen werden in der Werbung dagegen nie thematisiert. Denn es soll das Interesse geweckt werden, sich mit dem Produkt näher auseinanderzusetzen. Ihr Produkt ist Ihr Leistungsangebot aus Fachwissen, praktischen Erfahrungen, Qualifikationen und Stärken. Diese machen Sie dem Arbeitgeber so schmackhaft wie möglich, damit Ihre Bewerbung positiv aus der Masse der Bewerber hervorsticht.

Als besonders erfolgreich hat es sich dabei in der Bewerbungsphase erwiesen, nicht gleich mit dem Schreiben der Anschreiben und der Gestaltung der Bewerbungsunterlagen zu beginnen, sondern eine gewissenhafte Vorbereitung zu betreiben. Zur Vorbereitung auf die eigentliche Bewerbungs-Erstellung gehört unter anderem das Nachdenken über folgende vier Punkte:

  1. der berufliche Werdegang mit den erworbenen Fähigkeiten und Kenntnissen
  2. die persönlichen und fachlichen Stärken
  3. die gegenwärtige allgemeine und persönliche Situation auf dem Arbeitsmarkt
  4. die beruflichen Wünsche und Ziele

Zu diesen übergeordneten Punkten gehören dann einzelne Fragen wie beispielsweise:

  • Ist mein bisheriger beruflicher Werdegang eher nach Plan oder eher nach Zufall verlaufen? Möchte ich daran etwas ändern?
  • Welche beruflichen Erfolge habe ich bisher erreicht?
  • Welche beruflichen Ziele konnte ich bisher noch nicht erreichen?
  • Welche beruflichen Misserfolge haben meinen bisherigen Werdegang geprägt?
  • Warum möchte ich gegenwärtig den Job wechseln, mit welchen Dingen bin ich unzufrieden?
  • Mit welchen Dingen bin ich zufrieden, welche Dinge sollten auch in zukünftigen Jobs eine wichtige Rolle spielen?
  • Was muss alles erfüllt sein, damit ich mich beruflich wohlfühle?
  • Welche beruflichen Ziele strebe ich in den nächsten drei, fünf oder zehn Jahren an?
  • Welche besonderen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten zeichnen mich besonders aus?
  • Worin liegen meine persönlichen und fachlichen Stärken und Schwächen?
  • Welche fachlichen Defizite möchte ich kurz-, mittel- und langfristig ausgleichen?
  • Komme ich gut mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden aus? Welche Veränderungen im persönlichen Kontakt könnte ich anstreben?
  • Mit welchen beruflichen Schwierigkeiten rechne ich zukünftig in meiner Branche?
  • Möchte ich eine längere Berufspause einlegen oder sogar den Beruf wechseln oder andere einschneidende berufliche Änderungen anstreben?

Als reflektierter Bewerber denken Sie über solche und ähnliche Fragen im Rahmen des Bewerbungsprozesses nach. Die gewonnenen Antworten helfen Ihnen dabei, das Anschreiben zielgerichteter und individueller zu gestalten. Im Folgenden finden Sie ausführliche Anleitungen, mit denen Sie strukturiert Fragen über Ihre Persönlichkeit bearbeiten können (Links öffnen sich in einem neuen Browser-Fenster):

  • Wertvorstellungen finden und entwickeln: Zur Zielformulierung und Zielerreichung ist es enorm wichtig, die eigenen Wertvorstellungen zu kennen. Denn erst dann, wenn Sie wissen, welche Werte Ihnen wichtig sind, können Sie auch Entscheidungen treffen. In dieser Übung können Sie sich mit den eigenen Wertvorstellungen auseinandersetzen.
  • Analyse der eigenen Stärken und Kompetenzen: Mit einer Stärkenanalyse erhalten Sie einen Überblick über Ihre Stärken, Fähigkeiten und Kompetenzen. So räumen Sie Selbstzweifel und irrationale Ängste aus und kommen zu einer realistischen Selbsteinschätzung, die Sie selbstbewusst und zielorientierter macht.
  • Wer bin ich und was will ich?: Eine Standortanalyse ist Voraussetzung, um den eigenen Kompass auszurichten und beruflich und persönliche bekannte und neue Wege zu bestreiten. In dieser Anleitung beschäftigen Sie sich mit Ihren Bedürfnissen, Ihrer Persönlichkeit und Ihren Zielen.
  • Wie Sie mit einer Selbstanalyse wichtige Ziele für die Zukunft finden: Auch dieser Artikel beschäftigt sich mit Ansätzen, wie Sie über sich selbst nachdenken können. Über eine Ist-Analyse "Wo stehe ich gerade?" geht es zur Zukunftsfrage "Wo geht's hin?" Viele Anregungen, wie Sie sich konstruktiv mit sich selbst auseinandersetzen.
  • Zehn Tipps für die erfolgreiche Gestaltung Ihres (Arbeits-)Alltags: Hier finden Sie zehn Tipps, mit denen Sie Ihr Zeitmanagement im Alltag sinnvoll organisieren und Störquellen beseitigen, um Ihre beruflichen und privaten Ziele und Wünsche konsequent zu erreichen.
  • Probleme analysieren, Entscheidungen treffen: Mit der SWOT-Analyse aus dem Managementbereich haben Sie ein Werkzeug zur Situationsanalyse und Entscheidungsfindung von jeglicher Art von Problemstellungen in der Hand. Hier finden Sie eine Anleitung, wie Sie Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken analysieren.

Beim Durchlesen des Anschreibens muss für den Personalverantwortlichen letztendlich sofort klar sein, Sie unbedingt zum Vorstellungsgespräch, Einstellungstest bzw. Assessment-Center einladen zu wollen, um Sie näher kennenzulernen. Dafür reicht es allerdings nicht aus, nur Ihre Gedanken schnell niederzuschreiben und das Anschreiben nach kurzer Korrektur sofort zu verschicken. Vielmehr müssen Sie sich vor dem Verschriftlichen erst mal über Ihre Persönlichkeit Gedanken machen. Und das Erarbeiten des Anschreibens selbst sollte ein tagelanger Prozess sein, bei dem Sie Formulierungen immer wieder miteinander abwägen, die Prägnanz Ihrer Aussagen überprüfen und andere Meinungen zu Ihrem Anschreiben einholen.


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Ein kurzer und knackiger Betreff erzeugt Aufmerksamkeit

Der Betreff gehört zu den gängigen Formalien eines Anschreibens. Besonders wenn der Arbeitgeber mehrere Stellen ausgeschrieben hat, dient der Betreff dem Personalverantwortlichen auch dazu, die Bewerbungsunterlagen schnell und unkompliziert richtig zuzuordnen. Dementsprechend enthält der Betreff meistens die Stellen- oder Berufsbezeichnung und gegebenenfalls den Stellenfundort bzw. eine Bezugnahme (zum Beispiel den Bezug zu einem vorherigen Telefonat oder zu einem Erstkontakt auf einer Jobmesse) oder auch die zugehörige Kennziffer des Stellenangebots.

Der Betreff erfolgt dabei mit zwei Leerzeilen Abstand über der Anrede und wird in Fettdruck formatiert. Die Betreffzeile wird nicht mit "Betreff:" oder "Betr." begonnen, sondern die jeweiligen Informationen des Betreffs werden gleich mit dem Zeilenbeginn aufgeschrieben. Die Angabe des Betreffs kann einzeilig oder auch zweizeilig erfolgen.

Üblicherweise enthält der Betreff also eine Stellenbezeichnung und gegebenenfalls den Stellenfundort bzw. einen Bezug. Drumherum werden ein paar Füllwörter wie "Bewerbung" oder "Stelle" eingesetzt, so dass der Anschreiben-Betreff normalerweise folgendermaßen aussieht:

  • "Bewerbung als Verkäufer - Ihr Stellenangebot in der FAZ vom 07.11"
  • "Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zum Gärtner zum 01.08.2014"

Darüber hinaus besteht aber durchaus die Möglichkeit, den Betreff ein wenig kreativer und auch selbstbewusster zu gestalten. So ist der Stellenfundort in den meisten Fällen nur zur Auswertung des Rekrutierungserfolges verschiedener Medien für den Arbeitgeber interessant. Daher können Sie den Stellenfundort auch weglassen, um einen individuellen Betreff zu formulieren, der gleich ein Statement setzt:

  • "Verstärkung für Ihr Verkaufsteam"
  • "Mein Ziel: Gärtner mit Leidenschaft und Fachwissen werden"

Besonders wichtig ist zudem: Sie brauchen den Inhalt des Betreffs nicht noch einmal in der Einleitung des Anschreibens wiederholen, denn diese Wiederholungen nehmen im Anschreiben Platz für die wirklich wichtigen Fakten zu Ihrem fachlichen Leistungsangebot weg.


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Die Anrede: Sehr geehrte Damen und Herren, bitte geben Sie doch Ihren Namen an

Sie haben es bestimmt schon oft selbst erlebt, wenn in der Stellenanzeige oder auf der Arbeitgeber-Website kein konkreter Ansprechpartner angegeben ist oder nicht schnell genug ausfindig gemacht werden kann? Dann wird in diversen Bewerbungsratgebern - papieren oder online - immer wieder dazu geraten, zum Telefonhörer zu greifen, um eben einen konkreten Ansprechpartner herauszufinden - koste es (an Nerven und Zeit) was es wolle.

Aber wenn eine Stellenanzeige ohne konkreten Ansprechpartner angegeben wird, dann hat dies oftmals einen bestimmten Grund: Denn bei den meisten Arbeitgebern gehen die Bewerbungsunterlagen durch mehrere Hände, so dass Sie mit "Sehr geehrte Herren und Damen" eben alle Leser ansprechen. Wenn der Arbeitgeber besonderen Wert auf die Nennung von konkreten Ansprechpartnern legen würde, dann wäre es für den Arbeitgeber schließlich ein Leichtes, diese auch in der Stellenanzeige zu veröffentlichen. Die Verwendung einer allgemeinen Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren" bedeutet dann keinen Nachteil für Sie.

Sie wollen aber trotzdem unbedingt einen konkreten Ansprechpartner nennen und diesen vorher telefonisch erfragen? Oder Sie schreiben eine Initiativbewerbung und Sie wollen die Anrede individualisieren? Dann ist es allerdings entscheidend, dass Sie beim Arbeitgeber nicht einfach nur anrufen, um einzig und allein nach dem Ansprechpartner zu fragen. Stattdessen sollten Sie sich vorher ausführlich mit dem Arbeitgeber und den Aufgaben der möglichen Stelle beschäftigen, fundierte Fragen herausarbeiten und eine kurze Selbstpräsentation vorbereiten.

Besonders bei einer Initiativbewerbung können Sie mit einem vorherigen Telefonanruf durchaus Pluspunkte sammeln. Seien Sie beim Telefonanruf sehr fokussiert: stellen Sie sich kurz vor, mit Ihrer wichtigsten Qualifikation und Ihren größten Stärken. Legen Sie dar, warum Sie bei diesem Arbeitgeber arbeiten wollen, und fragen Sie dann nach dem Bedarf und dem zuständigen Ansprechpartner. Wenn bei Ihrer vorherigen Recherche oder während des Telefongesprächs Fragen auftreten, dann können Sie zwei oder drei fundierte individuelle Fragen stellen, die Ihr großes Interesse am Arbeitgeber und an der Stelle zeigen.

Mit einem Telefonat bauen Sie also durchaus eine erste Verbindung auf, gewinnen Sympathien und erhalten exklusive Informationen. Den Bezug stellen Sie dann im Anschreiben her. Aber eben nicht nur, indem Sie einen konkreten Ansprechpartner nennen, sondern auch, indem Sie auf die gegebenen Antworten und die damit gewonnenen relevanten Informationen kurz und prägnant eingehen.


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Keine Einleitung ist eine gute Einleitung

Mit einer schlagkräftigen Einleitung wecken Sie sofort das Interesse des Lesers, der dann die gesamten Bewerbungsunterlagen auch aufmerksamer prüft. Lassen Sie sich diese Chance auf keinen Fall entgehen! Aber leider verwenden sehr viele Bewerber eine allgemeine, floskelhafte und damit letztendlich sinnlose Einleitung. Oder die erste Hälfte des Anschreibens besteht sogar nur aus Standardsätzen, die keinerlei wichtige Informationen über den Bewerber und seine Qualifikationen beinhalten. Eine solche schlechte Einleitung sieht beispielsweise folgendermaßen aus:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige auf der Website der Bundesagentur für Arbeit gelesen und möchte mich hiermit um die angebotene Ausbildungsstelle zur Verkäuferin bewerben. Ich habe mich gründlich über das Berufsbild, die Ausbildungsinhalte und die damit an mich gestellten Anforderungen informiert, und bin mir sicher, dass ich diese erfülle. Derzeit besuche ich die 10. Klasse der Goethe-Realschule in Berlin, die ich im Sommer 2015 mit der Mittleren Reife abschließen werde."

Zu dieser schlechten Einleitung ist Folgendes anzumerken:

  • Der erste Satz wird so oder ähnlich wohl von weit über 50% der Bewerber benutzt. Aber wenn kein Interesse an der Stelle bestünde, dann bräuchte der Bewerber auch keine Bewerbung schreiben. Außerdem stehen die Informationen, wo die Stellenanzeige gefunden wurde, am besten im Betreff. Als Faustregel gilt: Alle Informationen, die durch die Bewerbung an sich offensichtlich sind, brauchen im Anschreiben nicht erwähnt werden.
  • Dass Bewerber sich über den Beruf mitsamt den Anforderungen informieren, ist eine weitere Selbstverständlichkeit, die keiner Erwähnung im Anschreiben bedarf.
  • Es wird zwar oft dazu geraten, in der Einleitung sofort den schulischen oder beruflichen Status anzugeben, aber das sollte informativer als im obigen Beispiel erfolgen: durch eine Verknüpfung des derzeitigen Status' mit Argumenten. Verzichten Sie auf Floskeln und beginnen Sie ein Anschreiben mit den stärksten Argumenten. Das sind vor allem das Fachwissen, die besten Stärken, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die letzten praktischen Erfahrungen, die auch zukünftig von hohem Nutzen sein werden. So kann eine Einleitung um eine Verkäuferin-Ausbildung auch folgendermaßen aussehen: "Mit meinem freundlichen Wesen und meiner Leidenschaft für Mode bin ich für Ihre Kunden eine kompetente Ansprechpartnerin, so dass sie tagtäglich mit ihrer Kaufentscheidungen zufrieden sind. Neues Fachwissen eigne ich mir aufgrund meiner Wissbegierde und meiner Leistungsbereitschaft kontinuierlich an, um - wie auf der Berufsfachschule - einen guten Notendurchschnitt zu erzielen."

Überprüfen Sie einmal die Einleitung Ihrer bisherigen Anschreiben auf die typischen Floskeln und Allgemeinheiten, die beim Personaler keine Lust auf das Weiterlesen machen. Solche typischen Floskeln und Allgemeinheiten, die Personaler nicht am Anfang des Anschreibens lesen wollen, sind vor allem:

  • "Hiermit bewerbe ich mich um..."
  • "Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen."
  • "Da Sie eine freie Stelle anbieten, bewerbe ich mich."
  • "Ich verfüge über die Qualifikationen, um die Stelle auszufüllen."
  • "Bezugnehmend auf Ihre Stellenanzeige..."
  • "Ich bin auf Ihre Homepage aufmerksam geworden, welche mir gut gefällt."
  • "Derzeit besuche ich..."
  • "Durch persönliche Recherche..."
  • "Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz..."
  • "Ich habe mich über ... informiert."
  • "Weil ich eine neue Herausforderung suche..."
  • "Da mein Arbeitsverhältnis aus betrieblichen Gründen endet, bewerbe ich mich hiermit bei Ihnen."
  • "Sie suchen..."
  • "Durch die Bundesagentur der Arbeit habe ich erfahren..."
  • "Durch Ihre Internetseite bin ich auf Ihre Stelle gestoßen."

Würden Sie bei solchen Formulierungen das Anschreiben konzentriert und komplett durchlesen? Bestimmt nicht! Das Besondere, die Unterscheidungskraft ist einfach nicht gegeben. Wenn Sie also auf solche und ähnliche Floskeln und Allgemeinplätze verzichten, dann können Sie den Platz in der Einleitung des Anschreibens viel, viel besser nutzen: nämlich mit Ihren stärksten Argumenten. Und Ihre stärksten Argumente sind vor allem Ihr Fachwissen, Ihre fachlichen Qualifikationen, Ihre wichtigsten Stärken und Ihre aktuellen Berufserfahrungen. Kommen Sie im Anschreiben gleich inhaltlich zum Punkt, ohne Umwege über Floskeln. Das kann nicht oft genug wiederholt werden!

Sofern Sie dabei noch den Bogen zu den Aufgaben der avisierten Stelle spannen, erzeugen Sie somit eine hohe Aufmerksamkeit beim Leser, weil sich die Einleitung vom Einheitsbrei der Bewerbungen positiv abhebt. Daher stellen Sie in der Einleitung am besten immer eine Verbindung zwischen Ihrer wichtigsten Qualifikation oder Ihren besten Stärken mit einem Nutzen für das Unternehmen her. Der Nutzen kann beispielsweise sein, dass Sie mit Ihrem Können ein bestimmtes wichtiges Problem lösen, Vorteile gegenüber der Konkurrenz erreichen oder zu einem erfolgreicheren Arbeiten beitragen.

Bei der Gestaltung der Einleitung eines Anschreibens sollten Sie darüber hinaus möglichst auf reine Ich-Sätze ("Ich kann", "Ich bin", "Ich habe" usw.) verzichten. Denn mit diesen Ich-Sätzen wirken Ihre Sätze eintönig und ohne wirkliche Aussagekraft. So vermeiden Sie auch die Verwendung von sprachlich wenig aussagekräftigen Modalverben (können, sollen, wollen, müssen, mögen, dürfen) und Hilfsverben (haben, werden, sein). Mit der Verwendung des alternativen Possessivpronomens "mein" dagegen wird Ihre Einleitung lebendiger und interessanter, weil Sie damit sprachlich ohne Umwege den direkten Besitz anzeigen: nämlich von Qualifikationen, Fachwissen, Stärken und Berufserfahrungen. Insgesamt ist es im Anschreiben auch vorteilhaft, den Leser gelegentlich direkt anzusprechen, um damit eine persönliche Verbindung aufzubauen: und zwar mit den Anredepronomen "Sie" und "Ihr".

Beispiele für argumentative Einleitungen:

  • "Mit meiner langjährigen Erfahrung im technischen Support und meiner Kundenorientierung, die ich in Weiterbildungen konsequent schule, werde ich für Ihre Kunden ein zuverlässiger und kompetenter Ansprechpartner sein, der die technischen Probleme zu deren Zufriedenheit löst."
  • "Meine 20-jährige handwerkliche Berufslaufbahn, in der ich mich auch betriebswirtschaftlich konsequent weitergebildet habe, befähigt mich, für Ihre Bauprojekte den notwendigen Umfang von Umbaumaßnahmen richtig einzuschätzen und damit Kosten zu sparen. Durch meine oft gelobten Team- und Kommunikationsfähigkeiten organisiere ich den Einsatz aller Gewerke stets reibungslos."
  • "Seit vielen Jahren interessiere ich mich für die Natur und Umwelt und verbringe gerne Zeit an der frischen Luft. Durch Mitarbeit im elterlichen Garten bringe ich für die Gärtner-Ausbildung wichtige Vorkenntnisse mit. So werde ich Sie mit Ausbildungsbeginn tatkräftig unterstützen und einen Beitrag bei der Erhaltung, Pflege und Verschönerung der Grünflächen in Berlin leisten."

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Bezug zum Unternehmen herstellen - Sympathien gewinnen?

Wie Sie vielleicht schon in Bewerbungsbüchern oder auf Webseiten gelesen haben, gibt es kontroverse Meinungen, ob in einem Anschreiben auch näher auf den Arbeitgeber eingegangen werden soll, warum man sich als Bewerber gerade dort bewirbt. Die Fürsprecher sind der Meinung, dass ein Bewerber damit zeige, sich mit dem Arbeitgeber genauer auseinandergesetzt und die Bewerbung dementsprechend nicht beliebig verschickt zu haben. Somit gewönne der Bewerber dann Sympathiepunkte.

Die Widersacher stehen dagegen auf dem Standpunkt, dass in einem Anschreiben schon zu wenig Platz für die Selbstdarstellung sei und die Informationen über den Arbeitgeber dem Personalverantwortlichen sowieso bekannt wären. Durch den Verzicht auf einen Bezug zum Arbeitgeber bliebe mehr Raum für die fachlichen Fakten; vor allem weil dieser selten wirklich individuell und originell sei.

So unterschiedlich die Bewerber sind, so unterschiedlich sind auch die Personalverantwortlichen: bei dem einen wird ein Bezug zum Unternehmen, zur Behörde oder zur sonstigen Arbeitgeberinstitution gerne gesehen, andere wiederum überlesen ihn. Deshalb kann es auch keinen pauschalen Ratschlag zum Unternehmensbezug geben. Generell ist es aber so, dass je größer und bekannter das Unternehmen ist, desto mehr Informationen sind verfügbar, desto mehr Bewerbungen erhält das Unternehmen und desto bürokratischer erfolgt die Bearbeitung der Bewerbungen. Somit ist es also schwieriger, mit einem individuellen Unternehmensbezug Sympathie aufzubauen. Bei mittleren und kleinen Unternehmen, in denen vielleicht sogar der Chef oder die Chefin die Bewerbung liest, ist das dann schon leichter. Allerdings sollte der Unternehmensbezug dann auch wirklich individuell sein und nicht nur allgemein die Produkte und Dienstleistungen gelobt werden.

Um einen interessanten und nicht zu allgemeinen Unternehmensbezug herstellen zu können, sammeln Sie über das betreffende Unternehmen so viele Informationen wie möglich. Hilfreiche Informationen zu einem Unternehmen finden sich natürlich vorwiegend im Internet; gegebenenfalls können Sie sich auch Informationsmaterial zusenden lassen. Bei großen Unternehmen ist die Informationsrecherche naturgemäß leichter. Bei kleinen Unternehmen bietet es sich zudem an, sich vor allem im Bekannten- und Familienkreis über das Unternehmen umzuhören.

Darüber hinaus ist ein Telefonanruf beim Personalverantwortlichen durchaus nützlich, um zusätzliche Informationen zu erhalten. Vor einem Telefonanruf sollten Sie sich aber ein paar sinnvolle Fragen überlegen, die Ihr wirkliches Interesse zeigen. Einfach nur anzurufen, um angerufen zu haben, bringt keine Vorteile. Die Vorbereitung eines Telefonanrufes ist daher unabdingbar. Dann können Sie auch leichter auf die Antworten reagieren, so dass das Telefongespräch konstruktiv abläuft. Die gegenseitige Sympathie kann dann dazu führen, dass der Personalverantwortliche Informationen preisgibt, die nicht öffentlich auffindbar sind.

Wie schon bemerkt, ist der Unternehmensbezug kein Muss. Ein Unternehmensbezug sollte nur ins Anschreiben eingebaut werden, wenn dieser wirklich individuell ist. Wenn das nicht der Fall ist und Ihnen nur Floskeln einfallen, dann lassen Sie ihn weg. Geeignete Orte für einen Bezug zum Unternehmen sind im Anschreiben nach dem Einleitungssatz bzw. nach dem Einleitungsabsatz bzw. vor dem Schlusssatz. Wenn der Einleitungssatz relativ kurz ist, dann können Einleitungssatz und Unternehmensbezug in einem einzigen Absatz stehen.

Im Detail bedanken Sie sich für das Telefongespräch und beziehen sich dann auf eine individuelle Information (bestimmte Anforderung, Produkte, Bekanntheitsgrad, Erfolge), die Sie beeindruckt oder die Sie eben zu einer Bewerbung bei genau diesem Arbeitgeber veranlasst. Dabei brauchen Sie den Stellenfundort an sich nicht noch einmal wiederholen, denn dieser steht notfalls im Betreff.

Beispiele für einen speziellen Bezug zum Arbeitgeber:

  • "Zudem danke ich für das sehr informative Telefonat mit Ihnen am 24.11., welches mich zu meiner Bewerbung zusätzlich motiviert. Mit Ihren Produkten sind Sie Weltmarktführer in der XYZ-Branche, der seine Umsätze jährlich im zweistelligen Prozentbereich steigert. Dieser Erfolg beeindruckt mich, so dass ich mit meiner internationalen Berufserfahrung gerne für Sie arbeite."
  • "Der lokalen Presse entnahm ich, dass Ihre Gärtner-Auszubildenden wiederholt zu den besten in Bayern gehören. Das zeigt mir, dass ich mit meiner herausragenden Leistungsbereitschaft und meinen vielzähligen praktischen Erfahrungen im Landschaftsbau bei Ihnen die Unterstützung bekomme, um diese betriebliche Tradition fortzusetzen."

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Tipps für gute Formulierungen im Anschreiben

Die passenden Formulierungen für das Anschreiben zu finden, fällt vielen Bewerbern sehr schwer. Zum einen weil sie sich zu selten mit den eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen auseinandersetzen bzw. diese zu negativ einschätzen. Zum anderen fehlt vielen Bewerbern die notwendige Erfahrung im Schreiben von Texten, vor allem wenn dieses nicht zum eigentlichen Berufsalltag gehört.

Im Anschreiben ist bei der Formulierung der Sätze eine einfache Sprache zu verwenden, die durch die richtige Wortwahl die Aussagen unterstützt. Zudem sollten die Sätze hinsichtlich ihrer Struktur verständlich und nicht zu lang sein. Um eine gute Lesbarkeit zu gewährleisten, achten Sie bitte darauf, einzelne Sätze sprachlich aufeinander abzustimmen.

Grundsätzlich sollten Sie die folgenden typischen Fehler bei der Formulierung des Anschreibens vermeiden:

  • Im Anschreiben den Lebenslauf wiederholen: Viele Bewerber neigen dazu, im Anschreiben noch einmal den Lebenslauf wiederzugeben, und zwar in chronologischer Reihenfolge. Charakteristisch für solche langatmigen Wiederholungen ist auch die Darstellung von schulischen und beruflichen Entscheidungswegen und die Verwendung der Vergangenheitsform: "informierte ich mich", "entschied ich mich", "beschloss ich", "besuchte ich", "arbeitete ich" usw. Anstatt einer kompletten Lebenslauf-Wiederholung müssen Sie sich im Anschreiben auf die wichtigsten Fakten Ihres Lebenslaufes konzentrieren: Ihr Fachwissen, Ihre letzten Berufserfahrungen, Ihre größten Stärken und Ihre besten Qualifikationen.
  • Keine Darstellung des Nutzens und der Vorteile für den Arbeitgeber: Ein Arbeitgeber beschäftigt Mitarbeiter, um bestimmte Aufgabenstellungen und Probleme zu lösen. Sie können etwas, also sollten Sie im Anschreiben darstellen, was Sie mit diesem Können für den Arbeitgeber erreichen werden. Stellen Sie daher einen Zusammenhang zwischen Ihrem Können und Ihren Leistungen sowie den positiven Auswirkungen Ihrer Arbeit für den Arbeitgeber her. Was macht für den Arbeitgeber den Unterschied aus, wenn Sie die Anstellung erhalten und kein Mitbewerber?
  • Zu viele Ich-Sätze: Mit reinen Ich-Sätzen ("Ich kann", "Ich bin", "Ich habe" usw.) tätigen Sie immer nur einfache Aussagen, aber Sie argumentieren nicht. Durch die alternative Verwendung des Possessivpronomens "mein" und die Verknüpfung mit weiteren Aussagen zum Nutzen des eigenen Könnens erstellen Sie ein aussagekräftiges Anschreiben. Außerdem vermeiden Sie durch einen Verzicht auf Ich-Sätze die Verwendung von sprachlich wenig aussagekräftigen Modalverben (können, sollen, wollen, müssen, mögen, dürfen) und Hilfsverben (haben, werden, sein). Dementsprechend liest sich Ihr Anschreiben dann viel lebhafter und interessanter.
  • Eigenschaften und Kenntnisse werden nur aufgezählt: Die bloße Aufzählung von Eigenschaften und Fähigkeiten, die als Anforderungen im Stellenangebot genannt werden, ist wenig substantiell. Es reicht beispielsweise nicht aus, einfach nur zu schreiben, dass Sie Kenntnisse in MS Word hätten. Dieses Textverarbeitungsprogramm muss heute schließlich jeder sicher beherrschen; interessant ist es dagegen für den Arbeitgeber, welche Aufgaben Sie damit besonders gut durchführen können und worin der Nutzen für den Arbeitgeber besteht. Stellen Sie daher Ihre Kenntnisse und Stärken immer an konkreten Beispielen der beruflichen Vergangenheit oder in Bezug zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle bzw. zu einem Nutzen für den angeschriebenen Arbeitgeber dar.
  • Keine Fokussierung auf das Wesentliche: Viele Bewerber machen außerdem den Fehler, einfach zu viele Eigenschaften in das Anschreiben einzubauen - und dann auch immer dieselben, wie Kommunikationsfähigkeit, Kundenorientierung und Teamfähigkeit. Ihnen sollte aber bewusst sein, dass sich viele Bewerber als kommunikationsfähig, teamfähig oder kundenorientiert bezeichnen. Wie soll ein Personaler nur entscheiden, wer am besten diese Eigenschaften mit Leben ausfüllt? Die Verwendung von Beispielen oder die Fokussierung auf den Nutzen Ihrer Kompetenzen für den Arbeitgeber setzen voraus, dass Sie sich mit Ihren tatsächlich vorhandenen Eigenschaften und Qualifikationen auch auseinandersetzen und die Bedeutung für Sie herausarbeiten. Wenn Sie darauf achten, dann gewinnt Ihr Anschreiben an Glaubwürdigkeit und Substanz. Diese Vorgehensweise ist im gesamten Anschreiben anzuwenden.
  • Keine direkte Ansprache vom Leser: Vor allem wenn Sie in der Anrede einen konkreten Ansprechpartner nennen, dann sprechen Sie den Ansprechpartner auch im Anschreibentext selbst mit den Anredepronomen "Sie" bzw. "Ihr" an. Somit bauen Sie eine Verbindung zum Leser auf und wecken eher Sympathie für Sie.
  • Viele Rechtschreibfehler: Je nach Stelle und Position werden wenige Rechtschreibfehler Ihnen nicht unbedingt gleich das Genick brechen. Aber zu viele Rechtschreibfehler sind nicht nur ein Ausdruck von Rechtschreibproblemen, sondern von mangelnder Sorgfalt. Wenn Sie eine Rechtschreibschwäche haben, dann sind Sie eben darauf angewiesen, die Rechtschreibprüfung auf dem Computer zu verwenden und ein Wörterbuch zur Hand zu nehmen. Zusätzlich können Sie weitere Personen um ein kontrollierendes und korrigierendes Lesen bitten.

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Leistungen und Erfolge beschreiben - Eintönigkeit und Austauschbarkeit vermeiden

Nachdem Sie nun schon Ihren Einleitungsabsatz individuell und überzeugend gestaltet haben, verfallen Sie natürlich auch im weiteren Verlauf des Anschreibens nicht wieder in Eintönigkeit und Austauschbarkeit. Fatalerweise wird Schülern in Schulen und Teilnehmern von Bewerbungsseminaren flächendeckend aber ein weiterer eintöniger und austauschbarer Verlauf des Anschreibens empfohlen: im 2. Absatz müsse man als Bewerber schreiben, was man gerade macht! Diese Empfehlung führt dann zu floskelhaften Formulierungen, die bürokratisch und wenig lebhaft klingen:

  • "Derzeit befinde ich mich auf der Suche nach einem lehrreichen und anspruchsvollen Arbeitsumfeld für ein Praktikum und bin dabei auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden."
  • "Wie Sie aus meinem Lebenslauf entnehmen können, befand ich mich bis zum 30.09.2014 in einer Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, die ich leider nicht fortsetzten konnte, da dies nicht zu mir passte."
  • "Aktuell bin ich bei XYZ als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung beschäftigt. Da ich mich beruflich und persönlich gern weiterentwickeln möchte, stelle ich mich Ihnen vor."
  • "Im Juni dieses Jahres habe ich meine Ausbildung zur Hotelkauffrau im Hotel XYZ erfolgreich beendet. Danach wurde ich als feste Mitarbeiterin im Team der Rezeption übernommen."
  • "Derzeit besuche ich die Max-Mustermann-Schule in XYZ, die ich im Juli 2015 wahrscheinlich mit dem Realschulabschluss beenden werde."
  • "Da ich zurzeit arbeitslos bin, suche ich eine neue Herausforderung."

Wie schon bemerkt, sind diese Beispiel eintönig und austauschbar. Was Sie derzeit machen oder nicht machen, kann der Leser schnell und leicht Ihrem Lebenslauf entnehmen. Das Anschreiben sollte ausschließlich für individuelle Argumente verwendet werden. Sie gehen daher auf praktische Leistungen und Erfolge ein und stellen Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in einen Zusammenhang mit dem jeweiligen Nutzen für den Arbeitgeber. Im Anschreiben haben Sie die Möglichkeit, eine Auswahl Ihrer wichtigsten Lebensdaten und Lebensfakten vorzustellen, die Ihre aktuelle Eignung für die avisierte Stelle zeigt. Das Anschreiben der Bewerbung ist das Angebot Ihrer Leistung. Deshalb verzichten Sie auf Allgemeinplätze, Floskeln und Aussagen, die Ihre fachliche Eignung nicht darstellen bzw. die durch die Bewerbung nicht beweisbar sind.

Wenn Sie über Ihren Werdegang berichten, dann interessiert im Anschreiben also nicht der Prozess, sondern das Ergebnis. Viele Bewerber machen nämlich den Fehler, ausgiebig über den Prozess zu berichten, zum Beispiel wie sie sich für einen Bildungsweg entschieden haben oder wie oft und wann sie die Arbeitgeber wechselten. Aber den Prozess des Werdeganges erkennen die Personaler am Lebenslauf. Im Anschreiben ist Platz für das Ergebnis Ihres Werdeganges: welche Leistungen und Erfolge haben Sie vorzuweisen, welches Fachwissen und welche Berufserfahrungen können Sie einbringen. Lassen Sie dabei am besten Zeitangaben im Anschreiben weg, denn die Chronologie kann der Personaler bei Bedarf im Lebenslauf erkennen. Konzentrieren Sie sich auf das Konkrete und das Individuelle.

Beispiele für aussagekräftige Beschreibungen des eigenen Könnens:

  • "Mit meiner langjährigen Berufserfahrung in den Bereichen Buchhaltung, Einkauf und Vertrieb bin ich für Ihre Kunden und Lieferanten vom ersten Tag an ein kompetenter Ansprechpartner, für den selbstständiges Arbeiten genauso wie Teamarbeit selbstverständlich ist. Neben der modernen Bürokommunikation beherrsche ich vor allem Excel besonders gut. Damit erstelle ich aussagekräftige und übersichtlichen Tabellen und Grafiken, die Ihnen als betriebswirtschaftliche Entscheidungsgrundlage dienen."
  • "Durch meine lehrreichen drei Praktika im Garten- und Landschaftsbau besitze ich solide Vorkenntnisse, um pflegerische Maßnahmen bei Ihren Aufträgen qualifiziert und eigenständig durchzuführen. Meine sehr guten Schulleistungen in Biologie sind die Basis dafür, um mir während der Gärtner-Ausbildung neues Fachwissen schnell anzueignen und fachgerecht umzusetzen."
  • "Mit Leidenschaft und Kreativität nehme ich immer wieder erfolgreich an regionalen und bundesweiten Friseur-Wettbewerben und -Weiterbildungen teil. Die dabei gewonnenen Trends und Techniken setze ich gerne für Ihre Kunden ein, um sie immer wieder aufs Neue zu begeistern und an Ihr Friseurgeschäft zu binden."

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Stärken nicht nur aufzählen, sondern an Beispielen darstellen

Viele Bewerber scheinen recht ähnliche Stärken zu besitzen: wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit oder Leistungsbereitschaft. Natürlich werden solche Eigenschaften in den Stellenanzeigen der Arbeitgeber immer wieder gefordert, und sie sind im Berufsleben auch enorm wichtig. Aber dennoch heißt das nicht, dass Sie als Bewerber im Anschreiben nur die Anforderungen aus der Stellenanzeige zu wiederholen brauchen, damit Ihnen die Stärken auch zugesprochen werden. Denn ein typisches Beispiel für eine schlechte Formulierung der Stärken sieht oft folgendermaßen aus: "Ich bin sehr engagiert, teamfähig und lernbereit. Das wird mir sicherlich auch als Industriekauffrau bei Ihnen nützlich sein."

Eine reine Aufzählung von Eigenschaften ist nicht überzeugend. Viel überzeugender können Sie Ihr Anschreiben gestalten, wenn Sie Ihre beruflichen und persönlichen Stärken tatsächlich auch kennen. Dafür ist eine entsprechende Stärken-Analyse notwendig, wie sie Ihnen in der Rubrik "Inhalt des Anschreibens: Die beste Werbung für sich sind Fakten" vorgestellt wurde.

Selbstverständlich kann es sein, dass Sie sehr viele Stärken besitzen, die Sie auch unbedingt im Anschreiben angeben wollen. Aber Sie müssen sich in den Leser Ihrer Bewerbungsunterlagen versetzen: kein Personaler kann sich fünf, sechs oder mehr Stärken merken sowie dem Bewerber später zuordnen und kein Personaler kann die Richtigkeit der genannten Stärken überprüfen, weil sie erst mal nur Behauptungen sind. Konzentrieren Sie sich auf eine Stärken oder zwei Stärken, die Sie auch wirklich besitzen und die Ihnen bei der Aufgabenbewältigung vom Nutzen sein werden. Sie argumentieren überzeugend, indem Sie Ihre individuellen Stärken an Beispielen der beruflichen Vergangenheit oder in Bezug zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle bzw. zu einem Nutzen für den angeschriebenen Arbeitgeber darstellen. Diese Vorgehensweise ist wesentlich glaubhafter als eine Aufzählung aller im Stellenangebot genannten Eigenschaften.

Wenn Sie auf eine reine Aufzählung verzichten, dann kann ein verbessertes Beispiel folgendermaßen lauten: "Meine engagierte Arbeitsweise ermöglichte es mir bisher immer, mich in kürzester Zeit in zusätzliche kaufmännische Aufgabenbereiche schnell und sicher einzuarbeiten. Durch meine ausgesprochen gute Teamfähigkeit bin ich als Ihre zukünftige Projektassistentin jederzeit in der Lage, Arbeitsergebnisse im Team miteinander abzustimmen und konstruktive Einwände in die eigenen Arbeitsergebnisse einfließen zu lassen."

Das zweite Beispiel ist viel lebendiger und der Leser bekommt abseits von Floskeln einen Einblick in die Arbeitsweise und die Kernkompetenzen der Bewerberin. Auf diese Weise können Sie sich schon mit dem Anschreiben von anderen Bewerbern positiv absetzen. Dies wäre mit dem ersten Beispiel nur schwer möglich, da viele Bewerber auf solch allgemeine Aufzählungen zurückgreifen, die für den Empfänger leblos, einfallslos und nicht verifizierbar bleiben. Bei der Darstellung von den wichtigsten Stärken ist es dementsprechend wichtig, nicht nur einfach anzugeben, welche Stärken Sie besitzen, sondern was Sie mit diesen Stärken erreicht haben bzw. erreichen werden. Stellen Sie Ihre besonderen Stärken in einen Kontext, dann überzeugen Sie den Arbeitgeber!

Weitere Beispiele für die Integration von besonderen Stärken ins Anschreiben:

  • "In meiner analytischen Arbeitsweise sehe ich meine größte Stärke, so dass ich für Sie kaufmännische Lösungen finde, die auf dem vorhandenen Zahlenmaterial basieren. Mit der grundlegenden Analyse von kaufmännischen Sachverhalten kann ich viel bewirken und zum gemeinsamen Erfolg beitragen."
  • "Als Kraftsportler bin ich besonders kräftig und vital, was ich für den Beruf als Gärtner als sehr wichtig erachte. Der körperlichen Arbeit bin ich daher mehr als gewachsen; sie macht mir große Freude - ich setze sie gerne zum Wohle Ihres Betriebes ein."
  • "Meine größten Stärken sind meine Begeisterungsfähigkeit und meine Leidenschaft, die beide sehr ansteckend sind. Mich interessieren auch die technischen, ästhetischen und funktionalen Details von Produkten. Diese Identifikation mit den Produkten vermittle ich authentisch den Kunden, so dass in ihnen auch diese Begeisterungsfähigkeit und Leidenschaft geweckt wird."

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Mit dem Schlusssatz zu Aktivität auffordern

"Ich würde mich freuen, wenn Sie mich zu einem Vorstellungsgespräch einladen würden." - So, oder so ähnlich, enden viele Anschreiben. Aber weil so viele Anschreiben so floskelhaft enden, gibt es keine Unterscheidungskraft zwischen den verschiedenen Anschreiben. Sie wollen als Bewerber allerdings in Erinnerung bleiben und das Interesse des Personalers wecken. Daher ist es ratsam, das Anschreiben mit einer direkten Aufforderung an den Personaler zu beenden, ohne Verwendung des Konjunktivs.

Am besten fassen Sie im Schlusssatz noch einmal kurz zusammen, was Sie leisten können und was Sie wollen. Das kann durchaus auch in Form einer Frage geschehen. Darauffolgend schreiben Sie dann die Aufforderung, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen bzw. Sie zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen. Auf Konjunktive dagegen verzichten Sie sowohl im Schlussteil des Anschreibens als auch im gesamten Rest des Anschreibens.

Beispiele für überzeugende Schlusssätze im Anschreiben:

  • "Wenn Sie Ihr Verkaufsteam um eine begeisterungsfähige und fachlich starke Persönlichkeit erweitern wollen, die gerne mit Menschen zusammenarbeitet und Kunden und Kollegen kontaktfreudig und freundlich begegnet, dann laden Sie mich zu einem Vorstellungsgespräch ein."
  • "Sind Sie an der Mitarbeit eines naturverbundenen und zuverlässigen Auszubildenden zum Gärtner interessiert? Dann freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme."
  • "Mit meinen Fremdsprachkenntnissen und meiner internationalen Berufserfahrung werde ich schnell ein kompetenter Ansprechpartner für Ihre Kunden sein. Laden Sie mich zum Vorstellungsgespräch ein, und ich überzeuge Sie - gerne auch auf Englisch - von meinen Kompetenzen."
  • "Gerne stelle ich mich in einem persönlichen Gespräch als motivierte und engagierte Auszubildende vor und freue mich sehr über Ihre Einladung. Selbstverständlich absolviere ich im Vorfeld gerne ein Praktikum."

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Bewerbungsumstände, Lücken und Probleme erklären?

Viele Bewerber können nicht den lückenlosen beruflichen Werdegang vorweisen, bei dem Ausbildung, Studium, Weiterbildungen und Beschäftigungsverhältnisse nahtlos ineinander übergehen und konsequent aufeinander aufbauen. Dazu gesellen sich dann häufig vergangene und aktuelle Probleme mit dem Werdegang, die die Bewerber möglichst positiv darstellen wollen. Zu solchen angeblichen und wirklichen Lebenslaufproblemen gehören zum Beispiel:

  • Schlechte Schulnoten
  • Ausbildung- und Studienabbruch
  • Schlechte Ausbildungs- und Studiennoten
  • Arbeitslosigkeit
  • Vergangener oder angestrebter Berufs- und/ oder Branchenwechsel
  • Kinderbetreuung und Familienzeit
  • (längere) Krankheitszeiten
  • Schwerbehinderung
  • Bewerbung in einem hohen Alter
  • Schlechte Arbeitszeugnisse
  • (eigene und arbeitgeberseitige) Kündigungen
  • Mobbing bei früheren Beschäftigungsverhältnissen

So sehr der Wunsch nach vorformulierten Sätzen, die die Probleme im Anschreiben kaschieren und positiv darstellen sollen, einerseits verständlich ist, ist dieser Wunsch andererseits für ein überzeugendes Anschreiben nicht sinnvoll. Denn bei der Begegnung mit Menschen geht es immer auch um Sympathie. Wenn Sie jemanden neu kennenlernen, dann wollen Sie auch nicht zuerst das Negative aus dem Leben hören - das bringt Sie schließlich selbst in eine negative Stimmung. Und mit so einer negativen Stimmung kann kein Personalverantwortlicher Sympathie für den Bewerber aufbauen. Aber bedauerlicherweise gehen viele Bewerber bei einer Bewerbung, welche auch ein Erstkontakt ist, so vor: sie berichten im Anschreiben über Misserfolge und private sowie berufliche Probleme.

Personalverantwortliche interessieren sich aber in erster Linie für die Fakten, die die fachliche Eignung herausstellen. Trotz möglicherweise nicht immer geradlinigen Lebenswegen sind private Angelegenheiten eben keine sinnvollen Themen für ein Anschreiben mit einem professionell-beruflichen Bezug. Bewerber, die sich auf das Erklären von Bewerbungsumständen konzentrieren, leiden oftmals an mangelndem Selbstbewusstsein, die den objektiven Blick auf das fachliche Können und die beruflichen Stärken verstellen, oder sie sind tatsächlich fachlich nicht geeignet, so dass sie dies mit Phrasen überdecken wollen.


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Checkliste für ein überzeugendes Anschreiben

Wenn Sie die folgenden Fragen mit "Ja" beantworten können, dann besitzen Sie ein überzeugendes Anschreiben:

  • Das Anschreiben wurde von Ihnen individuell angefertigt, ohne Verwendung von Musterbewerbungen und Sätzen aus dem Internet und Bewerbungsbüchern, die sich "gut anhören"?
  • Haben Sie auf die übliche einfältige Einleitung, in der beispielsweise der Betreff wiederholt oder das Interesse bekundet wird, verzichtet?
  • Stehen Ihre stärksten Argumente für Ihre individuelle fachliche Eignung im 1. Absatz des Anschreibens?
  • Sie fokussieren sich in Ihrem Anschreiben vorrangig auf das Belegbare und Konkrete, weniger auf pauschale Aussagen und Allgemeinplätze?
  • Ihre Berufserfahrungen nennen Sie inhaltlich so konkret wie möglich?
  • Sie geben Ihre wichtigsten (aktuellen) Qualifikationen an und untermauern damit Ihre Eignung?
  • Sie stellen im Laufe des Anschreibens die Vorteile und den Nutzen heraus, den eine Einstellung von Ihnen für den Arbeitgeber hätte?
  • Auf langatmige Erklärungen der Bewerbungsumstände verzichten Sie?
  • Sie haben einen Schlusssatz, der Lust darauf macht, sie persönlich kennenzulernen?
  • Im Anschreiben beachten Sie alle wichtigen Formalien?

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Weitere Informationen zum Anschreiben


 
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