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Start ins Berufsleben

Girokonto

Haben Sie bereits ein eigenes Girokonto? Spätestens mit Ausbildungsbeginn brauchen Sie eins. Ihr Ausbildungsbetrieb muss wissen: Kontonummer, Bankleitzahl und Geldinstitut. Dann überweist Ihnen darauf Ihr Arbeitgeber Ihre Ausbildungsvergütung. Wenn Sie noch kein Girokonto haben, sollten Sie sich auf jeden Fall Angebote verschiedener Banken und Sparkassen geben lassen. Die meisten Institute bieten Sonderkonditionen für Auszubildende. Nachfragen lohnt sich also auf jeden Fall.

Lohnsteuerkarte

Mit Beginn Ihrer Ausbildung braucht Ihr Ausbildungsbetrieb eine Lohnsteuerkarte von Ihnen. Die Karte enthält wichtige Daten, nach denen Ihr Arbeitgeber Ihre Steuerbelastung berechnen und für Sie abführen kann. Zum Beispiel Ihr Geburtsdatum, Ihre Steuerklasse, ob Sie Kinder haben, ob Sie Mitglied einer Kirche sind und ob es irgendwelche Freibeträge gibt. Die Steuerkarte müssen Sie beim zuständigen Einwohnermeldeamt beantragen.

Sozialversicherung

Neben der Lohnsteuer fallen Beiträge für die Sozialversicherung an. Dazu gehören die Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Das ist sozusagen Ihre Vorsorge im jeweiligen Bedarfsfall. Arbeitnehmer - von Auszubildenden bis hin zu Angestellten - und Arbeitgeber zahlen dazu Ihren Beitrag und sorgen damit für eine Basisabsicherung. Um beteiligt zu werden, müssen Sie sich anmelden. Dann bekommen Sie eine Versicherungsnummer und einen Ausweis. Was nach Abzug dieser Beiträge übrig bleibt, ist der Nettolohn. Dieser Betrag steht Ihnen monatlich zur Verfügung.

Gesundheitsbescheinigung

Die Arbeitsschutzbestimmungen für Jugendliche in Deutschland sind klar geregelt. Sind Sie unter 18 Jahre alt, dürfen Sie nur beschäftigt werden, wenn Sie für den gewählten Beruf gesundheitlich geeignet sind. Der Ablauf ist ganz einfach: Sie erhalten bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung einen Berechtigungsschein. Damit gehen Sie einfach zu einem Arzt oder einer Ärztin Ihrer Wahl. Dort werden Sie untersucht und erhalten eine ärztliche Bescheinigung. Die Bescheinigung müssen Sie Ihrem Arbeitgeber vorlegen.

Ausbildungsbeihilfe

Ihre Ausbildungsstelle liegt mehr als eine Stunde von Ihrem Wohnort entfernt? Sie überlegen deshalb, dorthin zu ziehen und eine eigene Wohnung zu mieten, wissen aber noch nicht, ob und wie Sie das finanzieren sollen? Dann sollten Sie rechtzeitig darüber nachdenken, Ausbildungsbeihilfe zu beantragen. Sie wird grundsätzlich als Zuschuss gewährt. Die Höhe der Beihilfe ist von Alter, Familienstand und der Unterbringung (also der Miete, die für die neue Wohnung gezahlt werden muss) abhängig. Ihre eigene Ausbildungsvergütung wird angerechnet, das Einkommen Ihrer Eltern, Ihres Ehepartners oder Ihrer Ehepartnerin (falls Sie verheiratet sind), wenn es bestimmte Freibeträge übersteigt. Gezahlt wird die Ausbildungsbeihilfe für die Dauer der Ausbildung. Stellen Sie den Antrag frühzeitig bei der dafür zuständigen Stelle der Agentur für Arbeit. Übrigens: Sollten Sie keinen Anspruch auf Ausbildungsbeihilfe haben, haben Sie vielleicht eine Chance, Wohngeld zu bekommen.

Kindergeld

Sie sind noch keine 18 Jahre alt? Sie haben das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet, sind nicht verheiratet und starten jetzt mit einer Berufsausbildung? Dann haben Ihre Eltern unter Umständen noch Anspruch auf Kindergeld. Es beträgt zurzeit 154 Euro für das 1. bis 3. Kind und 179 Euro ab dem 4. Kind. Es lohnt sich also, zu prüfen, ob Ansprüche bestehen. Für das Kindergeld sind die Familienkassen zuständig. Die Familienkassen sind der Agentur für Arbeit zugeordnet.

Vermögenswirksame Leistungen

Je früher, desto besser. Mit Beginn der Ausbildung haben Sie einen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen. Das sind finanzielle Leistungen, die der Ausbildungsbetrieb zusätzlich zur Ausbildungsvergütung für Sie erbringt. Aktuell sind es mindestens 13,29 Euro im Monat. Manche Arbeitgeber zahlen sogar bis zu 40 Euro im Monat! Voraussetzung für die Gewährung von vermögenswirksamen Leistungen ist, dass die Beträge nach den Vorschriften des Vermögensbildungsgesetzes angelegt werden. Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem Arbeitgeber, Ihrer Bank oder Ihrer Sparkasse. Dort berät man Sie über die verschiedenen Anlagemöglichkeiten. Wichtig ist, dass diese zu Ihren persönlichen Zielen, Wünschen und Bedürfnissen passen.

Krankenversicherung

Im Falle einer Krankheit sind Sie als Azubi nicht mehr über Ihre Eltern versichert. Sie müssen sich also rechtzeitig selbst versichern. Diverse Krankenkassen bieten Ihnen umfangreiche Leistungen. Und mit Ihrer Krankenversicherung genießen Sie automatisch Versicherungsschutz für Rente, Pflege, Arbeitslosigkeit und Unfall. Mit Beginn der Ausbildung benötigt Ihr Arbeitgeber eine Mitgliedsbescheinigung der gewählten Krankenkasse.

Berufsunfähigkeit

Es kann immer was passieren. Krankheit oder Unfall. Trotzdem muss dann das Leben weitergehen. Auch, wenn Sie vielleicht berufsunfähig sein sollten. Erst nach 5 Jahren im Job haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf eine so genannte Erwerbsminderungsrente. Sorgen Sie deshalb vor. Durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die Ihnen im Fall der Fälle eine monatliche Rente zahlt.

Private Haftpflicht

Fragen Sie Ihre Eltern, ob sie privathaftpflichtversichert sind. Wenn ja, sind Sie bis zum Ende Ihrer ersten Ausbildung (oder auch erstem Studium) über sie mitversichert. Wenn nicht, sollten Sie sofort Angebote einholen, vergleichen und sich für eine private Haftpflichtversicherung entscheiden. Denn sie ist eine der wichtigsten Versicherungen. Achtung: Auch wenn Sie bei den Eltern mitversichert sein sollten, gilt: Mit Beginn einer zweiten Ausbildung müssen Sie auf jeden Fall eine eigene Privathaftpflichtversicherung abschließen.

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