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Bewerbung Anlagen: Zeugnisse und Nachweise mitschicken

Eine Bewerbung besteht in den meisten Fällen nicht nur aus einem Anschreiben und einem tabellarischen Lebenslauf, was eine Kurzbewerbung darstellen würde. Die so genannten Anlagen ergänzen und "beweisen" Ihre Angaben aus Anschreiben und Lebenslauf, so dass mit der Integration der Anlagen aus der Kurzbewerbung die oftmals geforderten vollständigen Bewerbungsunterlagen werden.


Die Qual der Wahl: die richtigen Anlagen für eine Bewerbung auswählen

Zu den Anlagen einer Bewerbung gehören vor allem Schulzeugnisse, Ausbildungszeugnisse, Studienzeugnisse, Arbeitszeugnisse jeder Art, sonstige Bildungszeugnisse, Leistungsnachweise über erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten (zum Beispiel Sprach- oder IT-Kurse), Referenzschreiben oder auch Arbeitsproben. Denken Sie daran, Ihre Anlagen nicht als Originale, sondern immer nur als Kopien zu verschicken. Es ist dabei nicht notwendig, beglaubigte Kopien Ihren Bewerbungsunterlagen beizufügen: wenn es zu einer Einstellung kommen sollte, legen Sie dem Arbeitgeber die jeweiligen Originale vor. Ihre Kopien müssen darüber hinaus eine einwandfreie Qualität haben und dürfen nicht den Eindruck erwecken, schon mehrfach verschickt worden zu sein. Wenn Sie über wichtige fremdsprachige Anlagen verfügen, dann müssen Sie diese übersetzen lassen.

Die Aufforderung zu vollständigen Bewerbungsunterlagen bedeutet nicht, dass Sie alle vorhandenen Anlagen - vom Abiturzeugnis von vor 20 Jahren, über dem Nebenjob neben der Elternzeit, bis hin zum Nachweis über einen einwöchigen Sprachaufenthalt - mitschicken müssen. Denn Sie sind der Gestalter Ihrer Bewerbungsunterlagen, indem Sie eine individuelle Auswahl Ihrer Anlagen treffen, die Ihre Eignung für die angestrebte Stelle verdeutlicht. Kein Personalverantwortlicher hat die Zeit, mehr als ein Dutzend verschiedene Anlagen bei jeder einzelnen Bewerbung durchzuarbeiten.

Folgende Kriterien spielen bei der Auswahl der Anlagen für eine konkrete Bewerbung eine große Rolle:

  • Relevanz: Die beigefügten Anlagen müssen eine Aussage über Ihre Leistungsfähigkeit, Ihre Leistungsbereitschaft und Ihr Fachwissen sowie Ihre vorhandenen Schlüsselqualifikationen treffen. So kann zum Beispiel als Ausbildungsplatzsuchender ein Praktikumszeugnis einer Apotheke auch für eine gewünschte Mediengestalter-Ausbildung relevant sein, weil es Aussagen über die Leistungsfähigkeit, die Leistungsbereitschaft und das Verhalten trifft, währenddessen es für eine Einstiegsposition nach einem BWL-Studium irrelevant wäre.
  • Zeitpunkt: Länger zurückliegende Sachverhalte sind unwichtiger als aktuellere Sachverhalte. Wenn Sie beispielsweise schon auf eine sehr lange berufliche Laufbahn in einem Beruf zurückblicken, so dass Sie viele Arbeitszeugnisse besitzen, dann brauchen Sie die Arbeitszeugnisse vom Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn nicht als Anlagen mitschicken. In der Regel sind Arbeitszeugnisse, die älter als zehn Jahre alt sind, nicht mehr sehr aussagekräftig für Ihre heutige Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Wenn Sie allerdings in den letzten Jahren eine berufliche Auszeit eingelegt haben oder "nur" in Nebenjobs gearbeitet haben, dann sind aussagekräftige Arbeitszeugnisse, die älter als zehn Jahre sind, durchaus noch in den Anlagen versendbar.
  • Umfang: Ihre mitgesendeten Zeugnisse und Nachweise sollten über Sachverhalte mit einem gewissen zeitlichen Umfang Auskunft geben. So sind viele Arbeitszeugnisse über Beschäftigungsverhältnisse von ein paar Monaten nicht so aussagekräftig wie ein Arbeitszeugnis über ein einziges mehrjähriges Beschäftigungsverhältnis.

Je nach Art der Stelle können Sie also die einzelnen Anlagen für Ihre Bewerbung auswählen. Die Reihenfolge der Anlagen kann chronologisch oder thematisch erfolgen, wobei es als Berufspraktiker üblich ist, zuerst die Arbeitszeugnisse, beginnend mit dem aktuellsten Arbeitszeugnis, als Anlagen beizufügen. Danach kommen dann Nachweise über Bildungsabschlüsse bzw. Weiterbildungszertifikate: je relevanter die einzelnen Nachweise dabei sind, desto weiter vorne werden sie einsortiert. Anschließend folgen dann Referenzschreiben, Arbeitsproben und sonstige Nachweise.

So weisen Sie auf die Anlagen in Ihrer Bewerbung hin

Wenn der Arbeitgeber nicht nur eine Kurzbewerbung verlangt, dann ist den Personalverantwortlichen eigentlich klar, dass die Bewerber ihrer Bewerbung auch Anlagen beifügen. Da die Personalverantwortlichen sorgsam mit den Bewerbungsunterlagen umgehen, so dass nichts verloren gehen kann, ist es sehr fraglich, ob ein expliziter einfacher Hinweis auf die Anlagen notwendig ist. Wenn Ihre Anlagen nicht zu umfangreich sind, können Sie den Hinweis auf die Anlagen auch weglassen. Wenn Sie das nicht bevorzugen, dann haben Sie im Grunde folgende Möglichkeiten, einen Hinweis auf die Anlagen in Ihren Bewerbungsunterlagen zu geben:

  • Anschreiben: Nach der Grußformel und Ihrer handschriftlichen Unterschrift kann im Anschreiben sechs Leerzeilen nach der Grußformel ein Hinweis auf die Anlagen erfolgen. Entweder schreiben Sie nur das Wort "Anlagen" am Ende des Anschreibens oder Sie verwenden einen Doppelpunkt und listen nach "Anlagen:" die Anlagen nebeneinander (nicht so üblich) oder untereinander (üblicher) mit einem vorangestellten Listensymbol auf. Allerdings werden Sie schnell merken, dass so ein Anlagenvermerk am Ende des Anschreibens sehr viel Platz verbraucht, so dass Sie weniger Text schreiben können oder Sie an der Schriftgröße oder bei den Seitenrändern Veränderungen vornehmen müssen, wodurch das Anschreiben allerdings nicht mehr schön aussehen wird.
  • Deckblatt: Als Alternative für einen Anlagenvermerk bietet sich das Deckblatt an, falls Sie ein Deckblatt in Ihrer Bewerbung verwenden. Auf einem Deckblatt haben Sie mehr Platz als auf einem Anschreiben, so dass Sie nach der Bezeichnung "Anlagen:" oder "Anlagen" die einzelnen Anlagen untereinander auflisten. Wenn Sie einen ausführlichen Anlagenvermerk auf dem Deckblatt machen, dann ist ein Anlagenvermerk auf dem Anschreiben nicht mehr notwendig, da das Deckblatt direkt auf das Anschreiben folgt.
  • Anlagenverzeichnis: Wenn Sie sehr viele Anlagen in Ihrer Bewerbung mitschicken, dann können Sie unter Umständen ein Anlagenverzeichnis auf einem separaten Blatt erstellen. Dieses Anlagenverzeichnis ordnen Sie dabei hinter der letzten Lebenslaufseite bzw. hinter einer fakultativen Dritten Seite oder einem fakultativem Motivationsschreiben und vor Ihren Anlagen ein. Auch in einem Anlagenverzeichnis werden die einzelnen Anlagen untereinander - entsprechend der richtigen Reihenfolge - beigelegt.

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