Selbstsicheres Auftreten im Vorstellungsgespraech

Fragen zum Vorstellungsgespräch: Welche Kleidung ist am besten? Welche Vorbereitung ist nötig? Welche Fangfragen werden gestellt? Wie bekomme ich meine Aufregung in Griff?
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42157
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Selbstsicheres Auftreten im Vorstellungsgespraech

Beitrag von 42157 » 29.09.2018, 07:47

Ich habe Probleme damit, wie ich bei Vorstellungsgesprächen auftrete.

Warum denke ich so?

In meinem Bereich ist ein telefonisches Erstgespräch die Regel. Bei 95% der Telefongesprächen bin ich erfolgreich.

Nach dem persönlichen Meeting krige ich dann aber in der Regel eine Absage mit der Begründung, meine fachlichen Kenntnisse seien zwar super, aber ich komme nicht genug extrovertiert, selbtsicher oder zu zurückhaltend rüber.

Ich bemühe mich immer, extrovertiert und selbstsicher zu wirken (z.B. zu lächeln, viele Fragen zu stellen, darauf, was mein Gegenüber segt, einzugehen), aber scheine, kein Erfolg damit zu haben. Ich glaube in der Tat, dass das Feedback eher damit zu tun hat, wie ich mich verhalte, mit meinem Aussehen, weil das, was ich bei Telefongesprächen sage erfolgreich ist.

Gibt es etwas, was ich vernachlässige, einen Aspekt, den ich noch berücksichtigen sollte? Ich bin Ausländer (aus einem anderen europäischen Land), so dass dass etwas sein kann, was spezifisch deutsch ist.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 29.09.2018, 17:02

Die Telefongespräche sind ja zunächst einmal nichts anderes als Vorabgespräche. Es kann sich um beabsichtigte wie unbeabsichtigte Diskriminierung handeln, weil du Ausländer bist. Es kann aber auch sein, dass man den Eindruck hat - und genau das schilderst du ja - dass du dich verstellst. Also verhalte dich einfach das nächste Mal ganz natürlich.
Im Übrigen bedeutet ein gut gelaufenes VG nicht automatisch die Einstellung. Wenn sich auf eine Stelle hundert Leute bewerben und zehn ins VG eingeladen werden, dann können alle zehn VGe gut gelaufen sein und trotzdem bekommt nur einer die Stelle. Vielleicht ist es der Beste. Oder der Sympathischte. Oder vielleicht auch nur der, der den kürzesten Weg zum Arbeitgeber hat.

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Beitrag von 42157 » 03.10.2018, 12:14

TheGuide hat geschrieben:Die Telefongespräche sind ja zunächst einmal nichts anderes als Vorabgespräche. Es kann sich um beabsichtigte wie unbeabsichtigte Diskriminierung handeln, weil du Ausländer bist. Es kann aber auch sein, dass man den Eindruck hat - und genau das schilderst du ja - dass du dich verstellst. Also verhalte dich einfach das nächste Mal ganz natürlich.
Im Übrigen bedeutet ein gut gelaufenes VG nicht automatisch die Einstellung. Wenn sich auf eine Stelle hundert Leute bewerben und zehn ins VG eingeladen werden, dann können alle zehn VGe gut gelaufen sein und trotzdem bekommt nur einer die Stelle. Vielleicht ist es der Beste. Oder der Sympathischte. Oder vielleicht auch nur der, der den kürzesten Weg zum Arbeitgeber hat.
Das Feedback ist aber ja, dass ich nicht genug extrovertiert bin, nicht dass ich mich verstelle.

Ich bewerbe mich in meiner Stadt, der Weg ist also kurz.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 03.10.2018, 13:06

Als was bewirbst du dich denn und bei wie vielen Vorstellungsgesprächen hat man dich als zu introvertiert kritisiert?

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Beitrag von 42157 » 16.10.2018, 21:13

TheGuide hat geschrieben:Als was bewirbst du dich denn und bei wie vielen Vorstellungsgesprächen hat man dich als zu introvertiert kritisiert?
Stellen, die mit Beratung, Strategie oder Projektmanagement zu tun haben.

Ich verstehe, dass ich nicht jede Stelle bekommen muss, dass das normal ist.

Nach über 15 Vorstellungsgesprächen habe ich aber das Gefühl, dass es nie klappen wird. Als sehr analytische Frau (dieses Feedback habe ich mehrmals erhalten) erfülle ich einfach nicht die Erwartungen. Ich bin nicht "bubbly", eher konkret und präzise. Im Berufsleben war das für mich nie ein Problem, ganz im Gegenteil, ich habe viel positives Feedback bekommen.

Bei VG in DE funktioniert es aber einfach nicht.

Ich überlege überhaupt meinen Beruf zu wechseln, weil ich nicht weiter weiß. Vielleicht wäre es in einem technischen Beruf einfacher.

Ich bereite mich immer vor. Meine Kompetenzen sind auch gut bis sehr gut. Aber nie klappt es.

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Beitrag von TheGuide » 16.10.2018, 23:32

Es ist schon so, dass man es als Frau im gebärfähigen Alter und als Ausländer auf dem deutschen Arbeitsmarkt schwerer hat. Wie gesagt die beabsichtigte oder unbeabsichtigte Ausländerdiskriminierung und die sehr viel bewusstere Diskriminierung als aufräumen, weil du im gebärfähigen Alter jederzeit für längere Zeit ausfallen kannst und den Arbeitgeber Geld kostest ohne am Profit des Arbeitgebers beteiligt zu sein. Wird natürlich niemand offiziell zugeben.

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