2 abgebrochene Studiengänge, 2 Kinder, überhaupt Chancen?

Fragen zu Ausbildungs- und Studiengängen, Praktikumsmöglichkeiten, Lerninhalten, Lerntipps etc.
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Mabsi
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2 abgebrochene Studiengänge, 2 Kinder, überhaupt Chancen?

Beitrag von Mabsi » 06.11.2014, 18:24

Hallo,

ich befinde mich gerade am Anfang des Bewerbungsprozesses um eine Ausbildungsstelle, aber zweifel gerade ganz arg ob ich mit meinem bisherigen Werdegang überhaupt eine Ausbildungsstelle finde.

Ich bin fast 27 und habe keinerlei Abschlüsse oder großartig Berufserfahrung vorzuweisen. Habe zwei Studiengänge ohne Abschluss abgebrochen (Wirtschaftswissenschaft, Pädagogik). Wirtschaft hab ich gleich nach dem Abi angefangen zu studieren und hab 6 Jahre eher weniger studiert. Habe zwei Kinder bekommen in der Zeit und war auch ensprechende Zeit zu Hause. Als meine zweite Tochter dann im Kindergarten war, habe ich das Wirtschaftsstudium abgebrochen, weil ich der Meinung war, dass ich bei Pädagogik besser aufgehoben bin. Leider hat sich im Verlauf des Studium herausgestellt, dass es absolut nicht das ist, was ich mir vorgestellt hatte bzw das was ich danach damit machen wollte, nicht umsetzbar gewesen wäre.

Tja und jetzt hab ich für mich hinter Studium einen Haken gesetzt, denn 1. will/muss ich endlich Geld verdienen, 2. liegt mit die Struktur eines Studiums einfach nicht (die Erkenntnis hab ich mittlerweile gewonnen, ich arbeite besser unter "Druck" und unter einer gewissen Kontrolle, kurz gesagt: ich hab einfach nicht die nötige Selbstdisziplin fürs Studium) und 3. möchte ich etwas Praktisches machen und weg von der puren Theorie.

In der Zeit seit meinem Abi habe ich nur etwa ein halbes Jahr in einem Fitnessstudio gearbeitet und sonst keinerlei praktischen Tätigkeiten ausgeführt. War halt Studentin und Hausfrau/Mutter.

Kann man in einer Berwebung auch Sachen aus der Schulzeit aufführen? Da war ich nämlich mehrere Jahre Klassen-/Kurssprecher, habe an diversen Events in der Hauptorganisation mitgewirkt (Organisationsphasen von jeweils 1 Jahr), habe diverse Planspiele/fiktive Unternehmensgründungen mitgemacht und hab über 10 Jahre aktiven Leistungssport betrieben. Bin mir halt unsicher wie und ob ich das in einer Bewerbung verpacken soll, weil schon so viele Jahre her ist und seitdem nicht wirklich was in der Richtung passiert ist...

Könnt ihr mir da vllt. ein paar Tipps geben?

LG Mabsi

dicker Zeh
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Beitrag von dicker Zeh » 06.11.2014, 18:38

hallo mabsi,

bei deiner geschichte gilt evtl. die überlegung "zu viel ehrlichkeit kann schaden"

da wo du kinder erzogen hast, hast du dich um die gekümmert - ein studium "nebenher" musst du ja nicht unbedingt erwähnen.

also geh es mal aus einer anderen sichtweise an.

du hast abi. dann angefangen zu studieren. der kinder wegen hast du dann -wenigstens ein studium- aufgegeben.
jetzt möchtest du lieber in der praxis arbeiten und eine ausbildung machen.

gib mir doch mal die zeiten an. wann abi ? wann studium ? wann wurden deine kinder geboren ? da lässt sich bestimmt eine schlüssige erklärung raus basteln

die frage nach "sachen aus der schulzeit" lass ich mal offen. ich denke das liegt zu weit zurück und bringt da nix mehr.
aber
schreib mal und ich helf dir weiter
gruß
dicker zeh :D :D :D

Mabsi
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Beitrag von Mabsi » 06.11.2014, 19:15

dicker Zeh hat geschrieben:hallo mabsi,

bei deiner geschichte gilt evtl. die überlegung "zu viel ehrlichkeit kann schaden"

da wo du kinder erzogen hast, hast du dich um die gekümmert - ein studium "nebenher" musst du ja nicht unbedingt erwähnen.

also geh es mal aus einer anderen sichtweise an.

du hast abi. dann angefangen zu studieren. der kinder wegen hast du dann -wenigstens ein studium- aufgegeben.
jetzt möchtest du lieber in der praxis arbeiten und eine ausbildung machen.

gib mir doch mal die zeiten an. wann abi ? wann studium ? wann wurden deine kinder geboren ? da lässt sich bestimmt eine schlüssige erklärung raus basteln

die frage nach "sachen aus der schulzeit" lass ich mal offen. ich denke das liegt zu weit zurück und bringt da nix mehr.
aber
schreib mal und ich helf dir weiter
gruß
dicker zeh :D :D :D
Erstmal lieben Dank für deine Antwort :)

2006 Abi
2006-2012 Studium Wiwi
2012-2014 Studium Pädagogik
1/2009-10/2010 Kind 1
3/2011-3/2012 Kind 2

Die Frage nach den Sachen aus der Schulzeit hab ich halt gestellt, weil es zeigen könnte, dass ich mich auch außerhalb der Schule für Sachen engagiert bzw Sachen organisiert habe. Die Projekte liefen zum Teil über 1 Jahr mit Events am Ende und haben halt wirklich alles umfasst von der Gestaltung und Leitung von Projektwochen/Wochenendveranstaltungen über Sponsorenwerbung, Finanzverwaltung und Nachbereitung. Zu den Projekten kamen ja dann auch noch mein Leistungssport über 10 Jahre. War erfolgreich bis hin zu Deutschen Meisterschaften.
Sowas zeigt ja auch, dass ich teamfähig bin, organisieren kann, belastbar bin, ehrgeizig bin, mit Menschen umgehen und sie anleiten kann usw...

Ist halt so bissl mein Rettungsanker, weil ich nicht viel anderes vorzuweisen hab...

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 06.11.2014, 19:25

Du solltest dich mal bei der regional zuständigen Industrie- und Handels- bzw. Handwerkskammer melden. Die haben Programme für Studienabbrecher, weil die sich sagen, auch Studienabbrecher haben was gelernt, was humankapitalistisch zu verwerten ist.

Mabsi
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Beitrag von Mabsi » 06.11.2014, 19:41

TheGuide hat geschrieben:Du solltest dich mal bei der regional zuständigen Industrie- und Handels- bzw. Handwerkskammer melden. Die haben Programme für Studienabbrecher, weil die sich sagen, auch Studienabbrecher haben was gelernt, was humankapitalistisch zu verwerten ist.
Danke für den Tipp :) Da schau ich gleich mal :)

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Beitrag von FRAGEN » 08.11.2014, 16:11

Von was für einer Ausbildung reden wir hier denn eigentlich? Was interessiert Dich daran und was weisst Du / hast Du / kannst Du schon dafür?

Mabsi
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Beitrag von Mabsi » 04.12.2014, 17:51

FRAGEN hat geschrieben:Von was für einer Ausbildung reden wir hier denn eigentlich? Was interessiert Dich daran und was weisst Du / hast Du / kannst Du schon dafür?
Ich möchte in der Bereich Büromanagment/Verwaltung. Dort interessiert mich verstärkt der Bereich der Personalverwaltung. Ich mag den Kontakt zu Menschen und organisiere gern. Auch habe ich eine ganz gute Menschenkenntnis und das ist ja im Bereich Personal (Stichwort Einstellungen/Bewerbungsprozesse) auch nicht von Nachteil. Auch der ganze Papiekrieg der im Zusammenhang damit steht schreckt mich nicht ab.
Ich könnte mir gut vorstellen in einer größeren Firma in der Personalabteilung zu arbeiten, aber auch in Behörden (Richtung Elterngeld/Sozialleistungen) oder beim Arbeitsamt.

Durch mein abgebrochenes Studium in Wirtschaftswissenschaften, habe ich erste Kenntnisse in BWL/VWL erlangt und weiss was da auf mich zukommt in einer Ausbildung.
Durch den Ausflug in die Pädagogik habe ich für mich festgestellt, dass ich all diese theoretischen Erkenntnisse ja schön und gut sind, aber mit der Praxis bzw mit den "realen" Menschen wenig zu tun haben. Da bringt mich meine Erfahrung und Menschenkenntniss weiter, denn da ist man einfach näher dran an den Leuten. Das war auch ein entscheidenter Grund, wieso ich aufgehört habe.
Und meine Belastbarkeit/Nervenstärke/Einfüllungsvermögen und mein Organisationstalent muss ich Tag für Tag bei meinen zwei Töchtern unter Beweis stellen. Zudem bin ich im Leben angekommen und weiss wohin ich möchte, was ich auch als Vorteil gegenüber deutlich jüngeren Bewerbern sehe. Ich möchte die Ausbildung und danach, im besten Fall, bei dem Unternehmen/der Behörde weiterarbeiten und nicht noch ein Studium machen oder doch in eine größere Stadt o.ä. was ja bei jüngeren Bewerbern durchaus der Fall sein kann.

LG Mabsi

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Beitrag von TheGuide » 04.12.2014, 18:09

Ich muss da noch mal in der Diskussion vor einem Monat einhaken. Wenn ich das richtig sehe, hast du vor dem Greifen des Bologna-Prozesses, also vor der Bachelorisierung studiert. Vielleicht würde dir also ein Studium heute - oder auch eines an der FH, die ja verschulter ist als die Uni - eher liegen.

Aber ich will dich da auch in nichts hineinquatschen.
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Mabsi hat geschrieben: Und meine Belastbarkeit/Nervenstärke/Einfüllungsvermögen und mein Organisationstalent muss ich Tag für Tag bei meinen zwei Töchtern unter Beweis stellen. Zudem bin ich im Leben angekommen und weiss wohin ich möchte, was ich auch als Vorteil gegenüber deutlich jüngeren Bewerbern sehe. Ich möchte die Ausbildung und danach, im besten Fall, bei dem Unternehmen/der Behörde weiterarbeiten und nicht noch ein Studium machen oder doch in eine größere Stadt o.ä. was ja bei jüngeren Bewerbern durchaus der Fall sein kann.
Ich finde, dass hierin durchaus einiges an argumentativem Potential steckt.

Mabsi
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Beitrag von Mabsi » 04.12.2014, 18:59

TheGuide hat geschrieben:Ich muss da noch mal in der Diskussion vor einem Monat einhaken. Wenn ich das richtig sehe, hast du vor dem Greifen des Bologna-Prozesses, also vor der Bachelorisierung studiert. Vielleicht würde dir also ein Studium heute - oder auch eines an der FH, die ja verschulter ist als die Uni - eher liegen.

Aber ich will dich da auch in nichts hineinquatschen.
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Mabsi hat geschrieben: Und meine Belastbarkeit/Nervenstärke/Einfüllungsvermögen und mein Organisationstalent muss ich Tag für Tag bei meinen zwei Töchtern unter Beweis stellen. Zudem bin ich im Leben angekommen und weiss wohin ich möchte, was ich auch als Vorteil gegenüber deutlich jüngeren Bewerbern sehe. Ich möchte die Ausbildung und danach, im besten Fall, bei dem Unternehmen/der Behörde weiterarbeiten und nicht noch ein Studium machen oder doch in eine größere Stadt o.ä. was ja bei jüngeren Bewerbern durchaus der Fall sein kann.
Ich finde, dass hierin durchaus einiges an argumentativem Potential steckt.
Beide Studiengänge waren schon Bachelorsystem.
FH bzw BA standen bei mir auch in engerer Auswahl, aber beides ist leider von der Entfernung her für mich kaum zu bewältigen oder die Studiengänge sind nicht das Wahre. Ich hab halt langsam auch keine Zeit mehr noch ewig zu probieren und mal hier und da was anzufangen. Ich habe für mich jetzt beschlossen eine Ausbildung zu machen und ggf. später (wenn meine Mädels älter sind) eventuell nochmal das Thema Studium anzugehen, eventuell auch berufsbegleitend. Kommt auch auf den Job bzw den Arbeitgeber dann an...

Danke, dass du mir bestätigst, dass in dem im Zitat geschriebenen, Potenzial steckt (was für ein Satz ;). Klar werde ich mich nicht nur darauf beziehen können, aber das hebt mich mit großes Wahrscheinlichkeit von dem Großteil der anderen Bewerber ab.
Habe gerade vorhin entdeckt, dass eine größere Firma bei uns im Dorf Azubis genau in dem Bereich sucht. Da werd ich mich jetzt auf jeden Fall mal bewerben.

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