Absagen, offene Gespräche und Hartz 4

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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freakzzz
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Absagen, offene Gespräche und Hartz 4

Beitrag von freakzzz » 21.03.2012, 17:56

Hallo erstmal an das super Forum hier,

was mich immer wieder motiviert und zeigt, daß es nicht nur mir so geht. Ich weiß nicht, ob ich hier so richtig im Bereich Absagen geht, bei meinem Beitrag handelt es sich um eine Mischung aus "warten, Absagen, Zusagen, warten, warten und wie damit umgehen":

Es ist mittlerweile März, es ist der 21. und ich hatte heute das "Glück" auf einer Informationsveranstaltung zum Thema Hartz 4 zu sein.

Mein Arbeitslosengeld 1 läuft Anfang Mai aus, Stand der Dinge ist, daß ich im Moment noch 2 Vorstellungsgespräche offen habe, wo ich "angeblich" in der 2. Runde bin.

Diese beiden Gespräche sind aber jetzt auch schon vier - sechs, Wochen her, ohne daß ich etwas gehört habe...

Eines ist über eine Zeitarbeitsfirma in Personalvermittlung gewesen, wo mir im Gespräch bereits gesagt wurde, ich wäre weiter. Das andere Gespräch fand über eine persönliche E-Mail-Anfrage des Unternehmensleiters an mich statt, der meine eigene Anzeige, in der ich nach einer neuen Anstellung suche, gelesen hatte.

Nach Nachfrage wollte er mich wieder kontaktieren, um einen Termin zu machen, nur leider war es das, mehr habe ich bis jetzt nicht gehört.

So, jetzt habe ich noch diverse andere Gespräche vorher gehabt, ich schätze so. 8 - 9 Stück seit Januar und werde echt verrückt, weil nichts klappt.

Jeder sagt, sei froh, daß Du Gespräche hast, dann klappts ja auch bald mit ner Stelle.

Der nächste Gesprächstermin ist am 02.04.

Nur irgendwie habe ich nicht den Eindruck, daß da was klappt.

Gibt es noch irgendwelche Möglichkeiten, die man machen kann, um ich sage jetzt mal "Hartz 4 aufzuhalten"? Außer Bewerbungen zu schreiben? Ich bin ja nicht zimperlich, ich bewerbe mich mittlerweile im Call-Center-Bereich, für 400,- Euro Jobs, etc.

Ich kann auch anpacken und will mich nicht zieren, aber es scheint mir, als ob ich selbst für einfache Sachen zu überqualifiziert bin (2 abgeschlossene Ausbildungen, kaufmännisch und Handwerk, über diverse Fortbildungen im Bereich Qualität auch in der Lage im Qualitätswesen zu suchen, ansonsten eher Assistentin der Geschäftsführung, Projektmanagement...

Bei Zeitarbeitsfirmen bin ich gefühlt bei 20 Stück gemeldet...

Was mir Sorge macht, ist die Tatsache, daß bei Hartz vier, wenn ich überhaupt was bekomme, es noch mehr finanzielle Einschränkungen gibt.

Mein Mann fährt jeden Tag 200 km Hin- und Zurück zur Arbeit, der Sprit ist ja nun auch nicht "spottbillig" im Moment.

Eine ratlose Frau Mitte 30;), ich hatte schon überlegt, Politikerin zu werden, wäre doch eine adäquate Alternative:)

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 21.03.2012, 19:24

Hallo freakzzz,

aus meiner täglichen Erfahrung kann ich Dir nur sagen, dass die Bewerber am erfolgreichsten sind, die beruflich genau wissen, was sie wollen, und sich mit ihren Bewerbungen genau auf diesen Bereich konzentrieren.

Bewerber, die "aus der Not" heraus, sich auf alles mögliche bewerben, hauptsache nicht arbeitslos, ...., versenden regelmäßig Unmassen an Bewerbungen, was ja auch ins Geld geht, bekommen unzählige Absagen, die am Gemüt zehren. Und wenn sie dann Jobs finden, bleiben sie meist aus den verschiedensten Gründen nur kurzzeitig dort und die Bewerbungsmühle" beginnt wieder von vorne.

Wenn ich lese, was du alles schon hinter Dir hast, kann ich zumindest noch keinen roten beruflichen Faden erkennen.
Wenn Du bei EINEN beruflichen Wunsch frei hättst, welchen Beruf möchtest du dann machen?

Viele Grüße aus Duisburg

freakzzz
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Beitrag von freakzzz » 23.03.2012, 10:20

Hallo Andreas,

Danke für das Feedback.

Klar, daß Problem mit dem roten Faden im Lebenslauf ist so eine Sache.

Ich habe die letzten 8 - 9 Jahre schwerpunktmäßig in Mischstellen Qualitätsmanagement und Assistenz der Geschäftsführung gearbeitet. Das sieht man auch in meinen Bewerbungsunterlagen. Es gibt eine Variante A, Assistenz und eine Variante B, QM.

Die Tätigkeiten sind nicht so unähnlich in beiden Positionen, es ist viel Terminverwaltung, Organisation und Nachhaken, was mir persönlich auch liegt und auch dann sich als Erfolgsquote niederschlägt.

Als kaufmännische Sachbearbeiterin kann ich mich nicht bewerben, da ich dies einfach nicht gemacht habe.

Im letzten Jahr gab es hier im Raum Köln nicht viele Stellenanzeigen in beiden Bereichen + das meine Unterlagen noch nicht optimal waren + daß ich mich auch auf falsche Stellen beworben habe + das ich aus Angst vor Ärger mit dem Amt, mein letztes Arbeitszeugsnis nicht beigelegt hatte (da Auf.vertrag).

Dieses Jahr sind meine Unterlagen nach einem Bewerbungstraining super, ich bin auch geübter in Vorstellungsgesprächen (ich hatte auch ein Jobangebot vorliegen, was allerdings nicht akzeptabel war, die Gründe will ich jetzt auch nicht ausführen).

Aber, es zieht sich halt. Jetzt ist natürlich von Januar bis März noch keine lange Zeit, aber die Erfolgsquote was Gespräche angeht, wesentlich höher als im letzen Jahr.

Allerdings muß ich mich ja auch nach einer Alternative umsehen, wenn ich nichts bekomme, Hartz 4 geht halt überhaupt nicht, schon aus finanziellen Gründen. Wenn ich überhaupt einen Anspruch habe.

Es fällt mir an diesem Punkt sehr schwer, nicht in Panik auszubrechen und die richtigen Schwerpunkte zu setzen.

Es ist mir lieber im Callcenter zu sitzen und zu arbeiten, als Hartz 4 zu beziehen, muß ich mal sagen.

Allerdings, lol, da bin ich wahrscheinlich zu überqualifiziert für;)

freakzzz
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Beitrag von freakzzz » 23.03.2012, 10:29

PS: Wenn ich einen beruflichen Wunsch hätte, würde ich spontan eher als Qualitätsmanagementbeauftragte denn als Assistentin arbeiten wollen, auf längere Sicht gesehen, ist der Assistenzjob besser, da es Tätigkeiten sind, die einem nicht so nachlaufen, wie der QM-Job.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 23.03.2012, 11:00

Hallo freakzzz,

ich kann Deine Situation mehr als nachvollziehen, habe ich einmal selber darin gesteckt. Um dem drohenden Hartz-IV zu entgehen, war ich auch bereit 400-€-Jobs anzunehmen und irgendwo als Helfer zu arbeiten. Allerdings hat man mir damals im Gespräch deutlich gemacht, dass Bewerber sich mit solchen Aktivitäten in Lebenslauf ihre berufliche Zukunft zerstören können. Denn Personalverantwortliche werten so etwas nicht zwingend als Zeichen der Arbeitsmotivation, sondern eher als Zeichen dafür, dass etwas mit dem Bewerber nicht stimmt, wenn er sich so "unter Wert" verkauft.

Sofern Du mir einmal deinen Lebenslauf rübermailst und ich sehe, was Du genau alles gemacht hast, fällt mir vielleicht noch eine passende Alternative ein.

Viele Grüße aus Duisburg

freakzzz
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Beitrag von freakzzz » 25.04.2012, 12:39

Ich wollte mich an dieser Stelle nochmals für das tolle Forum hier und die vielen Tipps und Informationen bedanken. Es hat jetzt endlich geklappt und ich bin ab Mai wieder am arbeiten und das in einer Anstellung, die auch passt:)

Harli
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Beitrag von Harli » 25.04.2012, 12:51

Super!! Herzlichen Glückwunsch.
Es ist doch schön auch mal was von den Leuten zu hören die dann letztendlich eine Stelle erhalten haben.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 25.04.2012, 13:29

Hallo freakzzz,

genau deshalb liebe ich meinen Beruf so sehr. Es gibt nichts schöneres, denn einem Menschen zu unterstützen und zu erleben, wie er seine berufliche Zufriedenheit findet.

Viel Erfolg und noch viel mehr Freude aus Duisburg

Claudia2302
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Absagen

Beitrag von Claudia2302 » 28.04.2012, 20:02

Das kenne ich auch zu gut. Bekomme zur Zeit auch nur Absagen. Aber wenn ich hier höre... man sollte sich nur auf einen Job bewerben den einen Spass macht??? Sag das mal den Jobbcenter. Du mußt dich auf alles bewerben... das hat wohl nichts mit Spass zu tun oder? :(

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 29.04.2012, 08:19

Hallo Claudia2302,

die Problematik Jobcenter ist mehr als bekannt.

In dem fall gibt es folgenden Tipp: zunächst einmal sucht man sich die Stellenanzeigen heraus, auf die man sich bewerben möchte, wo man das Gefühl hat: genau mein Job. In diese Bewerbungen steckt man dann seine ganze Energie.
Anschließend macht man dann noch die Bewerbungen fertig, die man von den Jobcentern bekommen hat, bzw. füllt die verbleibende Pflichtzahl auf, die von den Centern vorgegeben worden sind.

So stellt man sicher, dass die Topp-Bewerbungen genau dorthin gehen, wo sie hinsollen und schafft sich gleichzeitig den unnötigen Ärger mit den Jobcentern vom Hals.

Viele Grüße aus Duisburg

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