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Allgemeinbildung unerwünscht?
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30 Jahre, verheiratet und gebärfähig - Absage? << Zurück :: Weiter >> Mit 47 zu alt oder Erfahrung und Engagement schlägt Alter  
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Tintenstrahl



Anmeldungsdatum: 28.09.2015
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 26.04.2016, 10:14    Titel: Allgemeinbildung unerwünscht?

Hallo, allerseits

Das Thema scheint mir recht gefährlich, weshalb ich mit aller Umsicht ganz behutsam frage, ob jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht hat wie ich. So leicht wird man falsch verstanden oder nicht verstanden, so schnell wirkt man überheblich, wenn man Allgemeinbildung anspricht.

Was ist das, Allgemeinbildung?

Wie ich es verstehe, habe ich in der Mittelschule, in meinem Fall Gymnasium, Typ B, oder Realgymnasium, mit 15 Schulfächern Einblick in verschiedene Richtungen der menschlichen Betätigung erhalten. Biologie, Geografie, Geschichte, Mathematik, Physik, Chemie, Deutsch, Latein, Französisch, Englisch, Werken, Sport, Musik, ich kriege sie nicht mehr alle zusammen. Freifächer waren auch dabei. An der Universität konnte ich mich erst recht austoben, da gibt es ja noch eine juristische Fakultät, eine theologische, meine Güte, Studienfächer wie Philosophie oder Kunstwissenschaft. Nordistik, Ethnologie, Soziologie, Volkskunde, Filmwissenschaft, Molekularbiologie, Medizin, es hat kaum ein Ende.

Nun, ich habe genau einen gesetzlich geschützten Berufsabschluß erworben, den als Polymechaniker, doch ausgerechnet bei der Stellensuche als Mechaniker merke ich, wie man auf der Gegenseite Angst vor einem wie mir hat. Ich brauche es nicht herauszustreichen, die Personaler lesen es im Lebenslauf.

Habt ihr auch schon den Eindruck gehabt, daß breites Allgemeinwissen, so etwa wie es bei Wer wird Millionär nützlich ist, bei Bewerbungen hinderlich ist? Ich meine, daran krankt doch die heutige Arbeitswelt, daß sie voll von Fachidioten ist, wie man so unschön sagt. Kommt da ein Universal-Dilettant, ist Feierabend. Die Generalisten, habe ich schon gelesen, sind unerwünscht, weil sich keiner vorstellen kann, daß sie sich rasch spezialisieren können.

Ist nicht das Umgekehrte der Fall, daß Spezialisten den Überblick nicht finden?
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Bewerber






Verfasst am:     Titel: Empfehlungen



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katerfreitag
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 20.12.2015
Beiträge: 1991

BeitragVerfasst am: 26.04.2016, 13:52    Titel:

Ich könnte mir vorstellen, dass die Personaler Sorge haben, dass sich der Generalist nicht gut in ein Team von Spezialisten einfindet.
Aber ich habe damit keine Erfahrung gemacht. In meinem Bereich (Gastronomie) ist die eierlegende Wollmilchsau ein sehr beliebter AN - eigentlich sogar derjenige, der die besten Chancen hat. Ich glaube, das ist spartenabhängig.
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FRAGEN
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 22.07.2006
Beiträge: 12165

BeitragVerfasst am: 27.04.2016, 20:19    Titel:

Tintenstrahl hat Folgendes geschrieben:
ich habe genau einen gesetzlich geschützten Berufsabschluß erworben, den als Polymechaniker, doch ausgerechnet bei der Stellensuche als Mechaniker merke ich, wie man auf der Gegenseite Angst vor einem wie mir hat.


Wovor denn genau? Und wie kann das überhaupt passieren? Wenn jemand einen Mechaniker sucht... und Du Dich als Mechaniker bewirbst: Wie kann es dann überhaupt zu irgendwelchen anderen Themen kommen?

Tintenstrahl hat Folgendes geschrieben:
Ich brauche es nicht herauszustreichen, die Personaler lesen es im Lebenslauf.


Was steht denn da so Problematisches?

Tintenstrahl hat Folgendes geschrieben:
Habt ihr auch schon den Eindruck gehabt, daß breites Allgemeinwissen, so etwa wie es bei Wer wird Millionär nützlich ist, bei Bewerbungen hinderlich ist?


Das ist es schon allein deshalb nicht, weil es normalerweise niemand erfährt. Normalerweise bringt man in einer Bewerbung genau die Punkte, um die es geht. Nichts anderes... und dann fragt auch keiner danach.

Tintenstrahl hat Folgendes geschrieben:
Ich meine, daran krankt doch die heutige Arbeitswelt, daß sie voll von Fachidioten ist, wie man so unschön sagt.


Wie sagtest Du eingangs so schön? Dass man schnell überheblich wirkt? In der Tat... so etwas kommt vor... Winken Winken Winken
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Tintenstrahl



Anmeldungsdatum: 28.09.2015
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 28.04.2016, 08:29    Titel:

Tintenstrahl hat Folgendes geschrieben:
Ich brauche es nicht herauszustreichen, die Personaler lesen es im Lebenslauf.


FRAGEN hat Folgendes geschrieben:
Was steht denn da so Problematisches?


Du liest oberflächlich. Da stehen eben mein Matura-Abschluß und Studien an Hochschulen. Offensichtlich muß ich es noch deutlicher ausdrücken: Man will keine Akademiker in der Werkhalle.

Ich habe keinen Lebenslauf, wie ihn die meisten Mechaniker haben, Lehre von 15 bis 19, sondern einen sozusagen verkehrten. Gymnasium von 12 bis 19, Berufslehre nachgeholt von 47 bis 49.
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TheGuide
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 12.07.2013
Beiträge: 9755

BeitragVerfasst am: 28.04.2016, 22:32    Titel:

Ja, das ist so, dass man befürchtet, dass Überqualifizierte sich schnell langweilen und deswegen den Job wechseln. Das ist aber kein Geheimnis und auch kein Skandal.
Dein Problem hast du allerdings ein wenig sperrig beschrieben, ich habe es auch im Eingangsbeitrag nicht verstanden, erst durch den letzten Beitrag.
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killerbine



Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 24.05.2016, 12:47    Titel:

Ich sehe eigentlich kein Problem darin, dass du "zu gebildet" bist oder "zu breit gefächertes Wissen" hast.
Jeder der zur Schule ging hatte all die Fächer, die du aufgezählt hast auch. Das macht dich nicht zum "Allgemeinwisser"...

Im Studium hast du dich aber ausgetobt. Mal hier was theologisches, da etwas Kunst, eine Prise Naturwissenschafft, eine Prise Jura und zum Schluss kommt dabei ein Mechaniker raus. Ich denke hier liegt der Hund begraben.

Ich werde jetzt mal (etwas übertrieben!) so tun, als wäre ich ein Arbeitgeber und schlussfolgere: du wechselst deine Interessen wie Unterhosen und wirst schnell gelangweilt. Dann suchst du dir ein neues "Hobby", das du ebenfalls nach kurzer Zeit wieder hinschmeißt. Zielstrebigkeit? Fehlanzeige. Dich einzuarbeiten ist ein hohes Risiko, da du sicher schon kurz nachdem wir dich eingestellt haben wieder etwas Neues suchen wirst weil du wieder Abwechslung brauchst.

Ich finde schon, dass Firmen "Multitalente" haben wollen. Aber es muss eben trotzdem eine bestimmte klare Linie im Lebenslauf erkennbar sein.

In den wenigen Informationen, die du preisgegeben hast, lässt sich diese klare Linie jedoch nicht finden. Und das würde mir als Arbeitgeber Sorgen machen.
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Tintenstrahl



Anmeldungsdatum: 28.09.2015
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 08.06.2016, 08:51    Titel:

Klar wird es mir nach kurzer Zeit langweilig. Das Berufsgebiet der technischen Mechanik ist so vielseitig, daß ich nicht verstehe, warum gerade in der Schweiz immer noch Arbeitsteilung vorherrscht. Die Bosse versuchen um jeden Preis mit den anderen mitzuhalten, sagen öffentlich, letztlich könne sich die einheimische Branche nur mit bester Qualität behaupten, und sind dabei völlig uninteressiert am Potenzial ihrer Angestellten.

Ich werde heute, 2016, immer noch wie ein Arbeitsesel angesehen. Man verlangt den gesetzlich geschützten Berufsabschluß, hat für Bewerber jedoch nur Dreckjobs parat. Ich kenne keinen Mechaniker, der sein Wissen und Können ausleben kann. Wozu denn die Ausbildung?!

Theologie und Juristerei waren im Studium nicht dabei. Bei mir kreist alles um die Film-Mechanik. Ich habe eine Erfindung gemacht, die ich gerne verwirklichen würde. Es scheint kein erfindungsfeindlicheres Land als die Schweiz zu geben, das sage ich aus bitteren Erfahrungen. Ich habe mein Projekt einer Erfindungsverwertung-Firma vorgestellt, deren Plan hätte mich sogleich minorisiert. Überall, wo man sich hinwendet, wird versucht, dir die Sache aus der Hand zu reißen. Von den ungeheuren Kosten für Übersetzungen, Patente, Prozesse und Anwälte ganz zu schweigen

Ist es in Deutschland auch so? Ich meine, daß Fachleute kaum besser gestellt sind als Ungelernte von der Straße? Wo steuert die Wirtschaft hin? Wieder Krieg?
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schattenmann
~


Anmeldungsdatum: 02.06.2008
Beiträge: 658
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 08.06.2016, 22:50    Titel:

Hoi Tintenstrahl

Wegen den Erfindungen:
nie zu so einer "Verwertungsdings" gehen!!

Wenn du ein Muster deiner Erfindung hast, melde es beim Patentamt für den "Musterschutz" an, so das Patent unfinanzierbar ist; bei einer blossen Idee lass die Idee schützen (heisst dann ähnlich).

Und danach dann jeweils bei den 2big2fails anfragen, die unterstützen Erfinder mit Ideen (resp. haben dies vor 8 Jahren noch) - und hast du einen "amtlichen Schutz" drauf, hast du was in der Hand - und wirst nicht ausgebootet...

Btw - das mit den Erfindungen gilt auf dem ganzen Kontinent; in den USA gehts einfacher, dort musst du nur genügend Risikokapital aufbringen, um allfällige Gerichtsverfahren (verlohrene) bezahlen zu können... :-/

Zum Rest mit der Allgemeinbildung:

willkommen im Fachkräftemangel, indem die Bosse jenste Zusatzqualifikationen einfordern die's eigentlich nicht braucht, auf "stete Weiterbildung" setzen, was einem dann schlussendlich nur den Job kostet, weil man plötzlich "Überqualifiziert" ist...

Und wehe du hast keine klare Linie im Lebenslauf, bsp. dich ursprünglich für eine Karriere entschieden die nicht deine war, oder mal was Neues probieren wollen das dir echt zugesagt hat...

Wir sind "Human Resources", menschlicher Rohstoff, aber keine Mitarbeiter (=Menschen) mehr...

@TheGuide

das Argument mit dem Langweilen im Job - na das passiert JEDEM, je monotoner der Job, desto langweiliger ist jener; das hat mit der Ausbildung jetzt überhaupt nichts zu tun.

Der Grund, warum "genau passend Ausgebildete" sich nicht öffentlich zur Langeweile äussern: jene wissen wenn sie das tun, gibts bald Bewerbungskosten-Rückerstattung vom Amt...

Und mit dem Argument "och der wird sich langweilen" redet man sich nur raus; die gleiche Art "Pseudosolidarität" mit dem Bewerber wie beim AGG/fehlenden Absagebegründungen und dem damit verbundenen "eben die Anforderungen klarer inserieren" (siehe den anderen Thread); man tut so, als würde man dem Bewerber nen Gefallen tun; und fühlt sich unglaublich gut dabei, denn "man hat einem Menschen geholfen"... Dabei hat man genau das Gegenteil gemacht...

(da gabs vor Jahren mal eine Reportage eines ehemaligen Herz-Chirurgen, der mit seinem Job unzufrieden war und auf LKW-Fahrer umsattelte. Da wurde eindrücklich dieses "Langweilen"-Thema besprochen: keiner wollte ihn - wegen der Überqualifikation - einstellen. Der musste sich selbstständig machen!)
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TheGuide
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 12.07.2013
Beiträge: 9755

BeitragVerfasst am: 09.06.2016, 06:24    Titel:

schattenmann hat Folgendes geschrieben:

das Argument mit dem Langweilen im Job - na das passiert JEDEM, je monotoner der Job, desto langweiliger ist jener; das hat mit der Ausbildung jetzt überhaupt nichts zu tun.

Doch, doch. Genau das ist der Grund warum manche Unternehmen, häufiger aber Behörden ganz strikte Richtlinien für die Nichteinstellung von Überqualifizierten haben.


schattenmann hat Folgendes geschrieben:

(da gabs vor Jahren mal eine Reportage eines ehemaligen Herz-Chirurgen, der mit seinem Job unzufrieden war und auf LKW-Fahrer umsattelte. Da wurde eindrücklich dieses "Langweilen"-Thema besprochen: keiner wollte ihn - wegen der Überqualifikation - einstellen. Der musste sich selbstständig machen!)

Den hätte ich auch nicht eingestellt, ganz ehrlich. Wegen einer aus einer Midlife Crisis geborenen Schnappsidee einen verzärtelten (ich übertreibe mit diesem Wort bewusst) Filigranarbeiter, der wahrscheinlich nur noch mal ein bisschen Abenteuer will, in einen Job, der genügsame Leute mit Pranken erfordert, einzusetzen, für den es a) geeignetere Leute gibt, die b) vermutlich sehr viel weniger finanzielle Ansprüche haben und deren Berufswahl c) nicht aus einer mutmaßlichen Lebenskrise, die sehr viele arrivierte Männer um 40 erfasst, aber meist nur eine Phase ist, aus der diese nach wenigen Monaten in ihr altes Leben zurückstreben, erwachsen ist, wäre der Person wie auch meiner Firma gegenüber unverantwortlich.
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BlackDiamond
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 12.06.2016
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 13.06.2016, 17:56    Titel:

Tintenstrahl hat Folgendes geschrieben:
Tintenstrahl hat Folgendes geschrieben:
Ich brauche es nicht herauszustreichen, die Personaler lesen es im Lebenslauf.


FRAGEN hat Folgendes geschrieben:
Was steht denn da so Problematisches?


Du liest oberflächlich. Da stehen eben mein Matura-Abschluß und Studien an Hochschulen. Offensichtlich muß ich es noch deutlicher ausdrücken: Man will keine Akademiker in der Werkhalle.

Ich habe keinen Lebenslauf, wie ihn die meisten Mechaniker haben, Lehre von 15 bis 19, sondern einen sozusagen verkehrten. Gymnasium von 12 bis 19, Berufslehre nachgeholt von 47 bis 49.


Das ist doch aber ein ganz anderes Thema als das, was du in deiner Eingangsfrage angesprochen hast. Kannst du denn nicht nachvollziehen, welches Risiko jemand mit deinem Werdegang gegenüber einem klassischen Bewerber aus dem Bereich darstellt? Wenn ein Unternehmen dieses größere Risiko eingehen soll, braucht es dafür gute Gründe. Hast du die?
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Tintenstrahl



Anmeldungsdatum: 28.09.2015
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 15.06.2016, 08:08    Titel:

Nachholen der Berufslehre und akademische Laufbahn hängen bei mir in dieser Logik zusammen. Die Berufsmatur, wie das hier heißt, wurde 1993 eingeführt, da hatte ich meine Hochschulstudien schon einige Jahre hingelegt gehabt.

Aber zur eigentlichen Frage: Das Hauptrisiko, das man eingeht, wenn man mich anstellt, ist, daß man einen guten Mechaniker im Betrieb hat. Bei aller Bescheidenheit, die geboten ist, die bisherigen Erfahrungen bestätigen das. Bei den Langdrehern (Décolletage) habe ich in drei Wochen mehr von der Sache verstanden, als alle Kollegen und Vorgesetzte in dem Betrieb mir hätten erklären können. Es wurden technologische Werte (Schnittgeschwindigkeit, Vorschub, Zustellung) und Werkzeuggeometrien eingesetzt, bei denen mir die Haare zu Berge stehen. Es lief ja auch nicht, alle standen um die Maschine herum, an die ich gestellt worden war, und kratzten sich am Kopf. An einem weniger schönen Tag lief nichts mehr. Meine Tagesleistung war wenigstens 50 Stück, ein Drehteil, das für 100 Franken verkauft wird, wie man mir sagte. Wenn alles gut lief, kam ich auf 70 bis 80 Stück. An einem Tag konnte ich also für zwischen 5000 und 8000 Franken Gegenwert herstellen, mein Monatslohn war mit einer Schicht schon erwirtschaftet.

Sie konnten kaum annehmen, was ich vorschlug. Sie verstanden nicht, was ich ihnen sagte, daß die Stange (Durchmesser 11 mm) zwischen Spindelspannzange und Führungsbuchse durch den großen Druck, der wegen übermäßiger Zustellung (Schnitttiefe) auf sie ausgeübt wird, in eine Schlangenlinie ausweicht. Nachdem der Gruppenleiter nach meinem mehrfachen Anregen dann anstelle eines drei Schnitte programmierte (ich durfte nicht programmieren, obwohl ich es gelernt habe), standen die Teile fast einen Zehntel weiter vorne. Der rostfreie Stahl (1.4404) federt etwas.

Wie geht es anderen? Man gerät beruflich in eine Lage, in der man entweder sich selbst belügt und gehorcht, oder seine Meinung sagt. Ich bin so einer, der die Wahrheit nicht verbiegt, ich kann das einfach nicht. Wozu habe ich denn die Lehre gemacht? Ich will nur meinen Beruf ausüben.
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BlackDiamond
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 12.06.2016
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 15.06.2016, 08:32    Titel: Re: Allgemeinbildung unerwünscht?

Vielleicht hat es eher etwas damit zu tun, wie Du es sagst, kann das sein?

Mir fällt auf, dass Du hier anfangs ein Thema benennst und es aber eigentlich um was ganz anderes geht. Nennt man auch so schön "hidden agenda" - da fällt mir jetzt kein vergleichbar guter deutscher Begriff ein. Mit anderen Worten: du eröffnest ein Thema, in dem du zur Diskussion stellst, dass ein gewisses (großes) Maß an Allgemeinbildung hinderlich sei, es geht aber eigentlich um was anderes in deiner beruflichen Welt. Das war aber nur durch Nachfragen rauszufinden. Ich hatte auch erst nicht kapiert, um was es dir ging. Klar, kann jetzt an uns liegen, aber mir fiel gleich auf, dass Du auch nicht gerade sehr höflich warst, als es um die Aufklärung darüber ging, was du meintest. Da stellt sich die Frage, warum du das so handhabst und ich kann mir gut vorstellen, dass man mit dieser Vorgehensweise aneckt. Das verursacht bei anderen ein Störgefühl, kannst du das nachvollziehen?

Zu deiner Frage: ich habe schon ähnliche, aber auch ganz andere Erfahrungen gemacht. Ähnliche hauptsächlich dann, wenn ich die Sichtweise und die generelle Grundeinstellung der anderen zu stark vernachlässigt habe. Klar, wer lässt sich schon gerne sagen, dass er falsch liegt und ich persönlich neige auch dazu, Leute mal schnell zu überfahren, wenn ich meine, dass es doch vollkommen klar auf der Hand liegt, dass man etwas so und nicht anders machen müsste. Dann bin ich schon geistig bei der Implementierung, während andere noch beim "ob" sind.

Ich hab ganz viel gelesen über Menschenkenntnis, Du vielleicht auch. Ich kann gerne, wenn es dich interessiert, einen bestimmten Titel raussuchen, der mir gut geholfen hat. Bei wichtigen Themen schaue ich da ab und zu rein, um sicherzustellen, dass ich andere "mitnehme" und nicht unterwegs liegen lasse, wenn ich etwas ändern will. Klappt auch nicht immer, aber immer besser. Interessiert?
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katerfreitag
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 20.12.2015
Beiträge: 1991

BeitragVerfasst am: 15.06.2016, 08:52    Titel:

Ich bin auf jeden Fall interessiert. Und muss ohnehin noch meine Leseliste für den Urlaub zusammenstellen. Bitte Tipps! Winken
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BlackDiamond
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 12.06.2016
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 17.06.2016, 08:29    Titel:

@Katerfreitag: So, hab erst noch den genauen Titel nachschauen müssen, hier ist der Link zu Amazon, da kannst du gleich ein paar Rezensionen lesen. Gibts gebraucht ab 6,50 inkl. Versandkosten:

amazon.de/professionelle-Erfolgsfaktor-Menschenkenntnis-Cornelsen-Scriptor/dp/3411864745/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1466148241&sr=8-1&keywords=erfolgsfaktor+menschenkenntnis

Wie gesagt, ich kenne viel zum Thema, das würde ich empfehlen, weil es auch Tipps gibt, wie man mit den unterschiedlichen "Typen" umgeht und vor allem: wie andere den jeweiligen Typus sehen. Man selbst findet sich ja immer ziemlich richtig so, wie man ist, nur die anderen sind ja die Doofen Sehr glücklich

@Tintenstrahl: bist du noch da? Würde mich über eine Rückmeldung freuen.
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Tintenstrahl



Anmeldungsdatum: 28.09.2015
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 17.06.2016, 14:41    Titel:

Ja, bin noch da, bin krank. Antworte trotzdem

Es geht mir immer noch um Allgemeinbildung in der Industrie. Mit meinem persönlichen Kram gleite ich leicht ab, das gebe ich zu.

Allgemeinbildung ist Anlage eines Überblicks. Man kann nicht Medizin oder Maschinenbau studieren ohne je einen Blick über den Tellerrand gemacht zu haben. Das Gemeinsame an unterschiedlichen Dingen erkennen, auch die Verschiedenheit benennen können, das ist Schulung des Geistes, wie sie die Akademie ausmacht. In der Industrie gibt es, so erfahre ich es eben, eigentlich keine andere abstrakte geistige Leistung als das Rechnen und räumliche Vorstellung. Mal schnell etwas Betriebswirtschaftliches oder etwas Arbeitsagogisches mit dem Vorgesetzten besprechen geht nicht. Der hat nämlich auch Vorgesetzte oder neben ihm Wurschtelnde (Lean Management) und die drücken auch ihr Ding durch.

Mit dem Überblick über die Fertigungsverfahren in meinem Beruf, den ich selbständig erweitern kann, ecke ich schon an. Es macht den Maschinen- oder Industriemechanikern Angst, wenn ein Kollege blitzschnell erfaßt, was läuft. Man muß in einem Strom mitschwimmen, den man nicht verlassen kann. Ergo scheint der Neuling ein überheblicher Typ zu sein. Auf dem Papier, ich meine den Lebenslauf, sieht man eine Sammlung nicht zueinander passender Geschichten. Man hat mich auch schon nach dem roten Faden in meinem Leben gefragt ( ! ) und meine Antwort war ganz ehrlich, daß bei mir alles um die Filmtechnik kreist. Weil man sich darunter aber nicht viel vorstellen kann, steht man gleich wieder an. Bei den Personalern ist der Ofen meist schon früher aus, weil sie in der faschistischen Tradition denken, mit für jede/n geltenden Werten, wie Beständigkeit, Teamfähigkeit und dergleichen Allgemeinplätzen. Daß ich seit mehr als 30 Jahren mein filmtechnisches Wissen ausbaue und auch die Praxis nicht vernachlässige, geht ihnen nicht auf. Ob ich es hinschreibe oder nicht, spielt keine Rolle, plötzlich erkennen Sie meine geistige Selbständigkeit. Diesen Vorgang habe ich nun in fast jedem Vorstellungsgespräch beobachtet. Wie die guten Mienen jeweils zerfallen, ist schwer zu beschreiben. Die industrielle Organisation hat keinen Platz für Allgemeinbildung.

Ich bitte um Nachsicht, wenn mein Schreibstil überheblich oder irgendwie unnachgiebig im Ausdruck wirkt. Konzise Formulierung habe ich als wertvoll beigebracht bekommen. Unter Juristen ist der treffende Ausdruck doch das Übliche, nicht? Allgemeinbildung mit Chemie, Biologie, Geschichte, Physik, Sprachen, Musik, Geometrie u. a. m., was soll das schaden? Was ist das für ein Menschenbild, das jemanden mit Matura/Abitur als gefährlich oder auch subversiv erscheinen läßt? Ich habe Volkes Stimme noch im Ohr, als über die 68er geschimpft wurde, als Intellektuelle automatisch Kommunisten waren.
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