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Anschreiben Archivar - Bewerbung für Praktikumsstelle
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eStorm



Anmeldungsdatum: 07.01.2013
Beiträge: 52
Wohnort: Hanau

BeitragVerfasst am: 09.01.2013, 10:14    Titel: Anschreiben Archivar - Bewerbung für Praktikumsstelle

Hallo!

Richtig erstaunt bis begeistert habe ich das Forum entdeckt und seit Montag recht fleissig gestöbert.

Ein kurzes Roundup zu meiner Person um den passenden Hintergrund zur Bewerbung zu wissen:

Ich bin 34, m, abgeschlossenes BWL-Studium (Dipl.-Kfm.), zahlreiche Praktika&Jobs gehabt im Bereich IT & kaufmännische Verwaltung verbracht. Danach 2 Selbständigkeiten (DE und Ausland (Polen& Elfenbeinküste), Psy-Behandlung wegen Burn-Out, jetzt ist ein Wiedereinstieg in geregelten Büroalltag (Sachbearbeiter, im Optimum gerne Business Analyst) gesucht. Dafür bin ich in einer Arbeitsamtsmaßnahme "Unterstützte Beschäftigung".

Mir wurde als Einstieg ein Praktikum als Archivar empfohlen - womit ich nicht ganz glücklich bin. Die Bewerbung läßt sich jedoch sicherlich für weitere Stellen anpassen. Ich würde Euch um eine Meinung dazu bitten:

Absender, Empfänger, Ort mit Datum und ein MfG zum Schluss sind vorhanden. Es geht jetzt wirklich um den Inhalt ab Betreffzeile - was haltet ihr davon?

Zitat:


Bewerbung um eine Praktikumsstelle in Ihrem Archiv XXXhausen


Sehr geehrter Frau XYZ,

über Ihre Webseite habe ich von Ihrem Stellenangebot erfahren und mich über Ihr Produktprogramm und das Unternehmen informiert. Gerade Themen wie professionelle und moderne Archivierung, Digitalisierung und die damit verbundenen hohen Standards haben mein Interesse besonders geweckt.

Nach dem Abschluss meines Studiums als Diplom-Kaufmann mit den Schwerpunkten Wirtschaftsinformatik und Internationale-Wirtschaft und meinen bisherigen Tätigkeiten, besitze ich umfangreiche Berufserfahrung im Bereich der Verwaltung, Office-Management und modernes Datenmanagement. Schon früh im Studium war ich in diesem Themenbereich für das Prüfungsamt Wirtschaftswissenschaften der Uni TanteEmmaHausen tätig.

Die lebhafte Zeit in Positionen als Geschäftsführer, Unternehmer und Freiberufler möchte ich beenden und zurück in feste Unternehmensstrukturen. Neuen Herausforderungen gegenüber bin ich aufgeschlossen und lerne mich schnell in neue Aufgaben und Arbeitsgebiete ein. Ich bin mir sicher, aufgrund meiner erfolgsorientierten und analytischen Denkweise und meiner Einsatzbereitschaft Ihr Unternehmen sehr gut ergänzen zu können. Gerne nehme ich bei Bedarf auch an Weiterbildungen teil.

Ihrem Unternehmen biete ich die folgenden besonderen Stärken:

- analytisches Denken - guter Umgang mit Menschen
- selbständige Arbeitsweise - ausführliche EDV-Kenntnisse
- unternehmensorientierte Denkweise -über 10 Jahre Erfahrung

Diese und weitere Fähigkeiten biete ich Ihnen für eine gemeinsame professionelle Zusammenarbeit.

Ich stehe ab sofort zur Verfügung und würde mich über ein persönliches Gespräch mit Ihnen freuen.



Die Spiegelstriche sind natürlich wohlsortiert in einer (unsichtbaren) Tabelle untergebracht.
So....nachdem mir 10 Leute auf die Schulter geklopft haben, dass das Anschreiben gut wäre und ich immer noch unzufrieden bin, bitte ich um schonungslose Kritik.
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Bewerber






Verfasst am:     Titel: Empfehlungen



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Romanum
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 12.09.2008
Beiträge: 8888

BeitragVerfasst am: 09.01.2013, 15:25    Titel:

Ich finde das Anschreiben auch gut.

Aber welche Aufgaben sollen überhaupt während des Praktikums durchführen?

"unternehmensorientierte Denkweise -über 10 Jahre Erfahrung" könnte einen AG auch abschrecken, indem er dieses als überqualifziert bewertet.
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Rhodus
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 01.07.2011
Beiträge: 4208

BeitragVerfasst am: 11.01.2013, 15:48    Titel:

Hallo eStorm,

zunächst einmal ein allgemeiner tipp: da es um dich und deine eigene (berufliche) Zufriedenheit geht, solltest Du auch Deine eigenen Interessen in den Vordergrund stellen. Sprich nach den Praktikantenstellen suchen, die Dir zusagen.

Ich selber finde das Anschreiben noch nicht wirklich gut.

Die Einleitung ist relativ nichtssagend. Denn die Fundstelle sollte bereits im Betreff genannt werden. Und das Interesse sollte bei einer Bewerbung eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, da man sich selten auf Positionen bewirbt, die man unintteressant findet.

Auch befürchte ich, dass die Erwähnung des Studiums oder der Tätigkeiten als geschäftsführer oder Unternehmen eher kontraproduktiv sind. Zum einen vermitteln sie eine Überqualifizierung; zum anderen rufen sie unweigerlich die Frage hervor, was wohl mit dem Bewerber nicht stimmen mag, wenn er sich auf eine Praktikantenstelle bewirbt.

Was mir in dem Anschreiben eindeutig fehlt: die Botschaft "Ich habe Lust auf diese Position und die Mitarbeitb in Ihrem Unternehmen!".

Viele Grüße aus Duisburg
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eStorm



Anmeldungsdatum: 07.01.2013
Beiträge: 52
Wohnort: Hanau

BeitragVerfasst am: 14.01.2013, 10:48    Titel:

Vielen Dank für Eure beiden Rückmeldungen. Das ist durchaus sehr hilfreich und ich werde die Tipps einarbeiten. Bevor ich die nächste Version poste:

Ich habe die Situation, dass ich nach meinen Selbständigkeiten (wie beschrieben) unter Burn-Out leide und gewisse Zeit mich arbeitstechnisch komplett runterregeln musste um jetzt mit begrenzter Wochenstundenzahl (25-30h) einsteigen zu können. Nach gewisser Zeit gehe ich davon aus, dass ich wieder die normale Arbeitszeit von 40h/Woche vollbringen kann. Während der Selbständigkeiten waren es regulär 60-80h/Woche, in Extremfällen knapp über 100h.
Ich weiss, dass ich über eine gute Ausbildung und Erfahrungen verfüge und möchte es dementsprechend "verwerten". Ich möchte klein einsteigen - gerne auch mit einem EInkommen von 20-25k Brutto/Jahr, möchte aber auch eine Aufstiegsperspektive bis zu ~50-60k Brutto/Jahr in 5-10 Jahren haben.

Ist das unrealistisch? Wie kann ich diese Situation und diese Wünsche adäquat zum Ausdruck bringen?

Herzliche Grüße
eStorm
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Romanum
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 12.09.2008
Beiträge: 8888

BeitragVerfasst am: 14.01.2013, 19:59    Titel:

Bist du denn jetzt in einer Maßnahme, so dass du dich auf eine Praktikumsstelle bewirbst? Du könntest dich doch auch um Teilzeitstellen bewerben bzw. für andere Bereiche als Archiv, wenn dir dies nicht zusagt.
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eStorm



Anmeldungsdatum: 07.01.2013
Beiträge: 52
Wohnort: Hanau

BeitragVerfasst am: 15.01.2013, 21:51    Titel:

Das Archiv scheint mir zwar "nett" aber langfristig langweilig und perspektivlos. Ich bekomme jetzt dort ein Praktikum, möchte aber dieses für einen Sprung in die Verwaltung des Unternehmens nutzen.

Die aktuelle Maßnahme sieht vor, dass ich mehrere Praktika mache, bis ich irgendwo in einem Job hängenbleibe. Die individuelle Betreuung ist auch recht gut.
Mein persönliches Ziel wäre irgendwo als Sachbearbeiter unterzumommen und mich zum Abteilungsleiter evtl. weiter über die nächsten Jahre vorzuarbeiten. Alternativ auch über einen Weg zum Assistenten der Geschäftsführung oder ähnliches.

Ich suche ein mittleres bis großes Unternehmen oder eine möglichst große staatliche Einrichtung.

Als Minimum bei staatslichen Einrichtungen sehe ich örtliche Stadtwerke (da habe ich am Montagt eine Initiativbewerbung hingeschickt), probiere aber mein Glück auch bei den ganz großen Institutionen (Bundesbank, Europäisches Personalamt sind auch bereits angeschrieben - die EZB ist demnächst dran).
Bei Unternehmen nehme ich gerne den Mittelstand, gehe aber auch in gerne in größere Gefielde (ich denke ab Siemens, Evonik, Deutsche Bahn, ....).

Ich habe grundsätzlich nichts dagegen über Praktika in Unternehmen zu kommen...aber diese sollen keine Zeitverschwendung sondern zum Austesten und Beweisen meiner Fähigkeiten dienen.
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FRAGEN
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 22.07.2006
Beiträge: 12168

BeitragVerfasst am: 16.01.2013, 21:42    Titel:

eStorm hat Folgendes geschrieben:
Ich habe die Situation, dass ich nach meinen Selbständigkeiten (wie beschrieben) unter Burn-Out leide und gewisse Zeit mich arbeitstechnisch komplett runterregeln musste um jetzt mit begrenzter Wochenstundenzahl (25-30h) einsteigen zu können. Nach gewisser Zeit gehe ich davon aus, dass ich wieder die normale Arbeitszeit von 40h/Woche vollbringen kann. Während der Selbständigkeiten waren es regulär 60-80h/Woche, in Extremfällen knapp über 100h.
Ich weiss, dass ich über eine gute Ausbildung und Erfahrungen verfüge und möchte es dementsprechend "verwerten". Ich möchte klein einsteigen - gerne auch mit einem EInkommen von 20-25k Brutto/Jahr, möchte aber auch eine Aufstiegsperspektive bis zu ~50-60k Brutto/Jahr in 5-10 Jahren haben.


Ob das "unrealistisch" ist, weiss ich nicht... aber ich finde diese rein numerische Betrachtungsweise einer reinen Arbeitsstunden-/ Gehaltsrelation doch auffallend... hmmm... technisch. Ganz ehrliche Frage: Glaubst Du, dass die Welt und das Leben so funktioniert? Dass Deine Belastbarkeit now and then sich derart klar quantifizieren und auf Verdienstmöglichkeiten hochrechnen lässt?

Und glaubst Du selbst, dass die Tätigkeit als Archivar Deinen natürlichen Denkmustern entspricht? Und sei es auch nur im kleinsten Ansatz? Meine persönliche Theorie ist ja, dass Dein Betreuer diese Idee ausschliesslich deshalb propagiert, weil er gerade solch eine Stelle an der Hand hat...

Kann es nicht sein, dass kaufmännische Analysethemen nach wie vor Dein Ding wären... und auch eine normale Arbeitszeit vollkommen im Rahmen wäre, wenn der Zuschnitt der Stelle Dich einfach von persönlicher Verantwortung befreien würde? Mein Eindruck beim Lesen war, dass Du eigentlich so etwas wie eine Stabsstelle haben müsstet... einen Job, wo Du einer einzelnen, ziemlich hochrangigen, Person sehr qualifizierte Dinge zuarbeiten müsstest. Auf klare Anweisungen hin (das schon) - aber halt unter echtem intellektuellen Anspruch...

Ich komme u. a. darauf, weil auch mir Dein momentanes Schreiben so ganz und gar nicht überzeugend vorkommt. Das ist leider kein Problem von Formulierungen, sondern eins des zu formulierenden Sachverhalts. Vor dem Hintergrund dessen, was Du da von Deinem Vorleben erzählst, wirkt die ganze Idee eines Praktikums (!) in einem Archiv (!) einfach unglaublich hanebüchen. Als Adressat des Schreibens würde ich mir denken: "Der Typ verarscht mich..."... Winken

Wenn die "Archivs"-Idee funktionieren kann, dann m. E. nur über die reine Wahrheit. Der eigentliche Punkt ist aber, dass ich die Idee für falsch halte...
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eStorm



Anmeldungsdatum: 07.01.2013
Beiträge: 52
Wohnort: Hanau

BeitragVerfasst am: 17.01.2013, 15:46    Titel:

Hallo FRAGEN,

ich bin gerade von deinem Beitrag (positiv) geschockt, weil ich mich sozusagen "ertappt" fühle. Ähnlich fühlte ich mich letztens bei einer Verhaltenstherapeutin, die mir sagte, ich wäre "intellektuell hochentwickelt", aber emotional teilweise noch im kindlichen Bereich - und sie wüßte nicht wie sie mir weiterhelfen soll, da über Gesprächstherapien man ei mir wenig bis gar nichts erreichen könnte.

Ja, ich bin sehr numerisch geprägt und habe Freude daran.

Nein, ein Archivar entspricht nicht meinen Denkmuster bzw. ist eine starke Unterforderung. Die Grundidee vom Archivar mag richtig sein, aber auf wesentlich komplexerer Ebene würde ich dies suchen.

Zitat:

Und glaubst Du selbst, dass die Tätigkeit als Archivar Deinen natürlichen Denkmustern entspricht? Und sei es auch nur im kleinsten Ansatz? Meine persönliche Theorie ist ja, dass Dein Betreuer diese Idee ausschliesslich deshalb propagiert, weil er gerade solch eine Stelle an der Hand hat...

Ja, davon gehe ich auch sehr stark aus....


Zitat:

Kann es nicht sein, dass kaufmännische Analysethemen nach wie vor Dein Ding wären... und auch eine normale Arbeitszeit vollkommen im Rahmen wäre, wenn der Zuschnitt der Stelle Dich einfach von persönlicher Verantwortung befreien würde? Mein Eindruck beim Lesen war, dass Du eigentlich so etwas wie eine Stabsstelle haben müsstet... einen Job, wo Du einer einzelnen, ziemlich hochrangigen, Person sehr qualifizierte Dinge zuarbeiten müsstest. Auf klare Anweisungen hin (das schon) - aber halt unter echtem intellektuellen Anspruch...

100% getroffen.... nur in welchem Job wäre ich richtig? Geschäftsführerungsassistenz? Du beschreibst auf jeden Fall 100% meinen Traumjob...

Inzwischen habe ich zwar fürs Archivpraktikum eine Zusage erhalten....ich gehe auch hin, weil ich nach langer Zeit der Tatenlosigkeit irgendwas schon bereit bin zu tun....aber glücklich macht mich diese Vorstellung aufgrund der o.g. Gründe absolut nicht....

Ich habe halt auf der Negativliste auch beizutragen, dass ich ein sehr schwaches Selbstbewußtsein habe, was sich z.B. in Form meiner Telefonieangst äußert... dass ich nach so vielen Niederlagen (v.a. beide Selbständigkeiten) mich etwas "gebrochen" fühle und mich auch erst für den beschriebenen Traumjob aufbauen möchte...
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FRAGEN
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 22.07.2006
Beiträge: 12168

BeitragVerfasst am: 17.01.2013, 22:37    Titel:

eStorm hat Folgendes geschrieben:
ich wäre "intellektuell hochentwickelt", aber emotional teilweise noch im kindlichen Bereich


Ich keine eine ganze Reihe solcher Leute... und halte die (natürlich längst nicht in allen, aber doch erstaunlich vielen Funktionen) für extrem wertvolle Mitarbeiter... wesentlich wertvoller als seichte Schaumschläger, von denen - wenn man die lockeren Sprüche abzieht - nichts als Standardnummern aus den Schubladen sämtlicher Lebensbereiche bleiben... wobei es auch für die z. T. sinnvolle Einsatzmöglichkeiten gibt... Winken

eStorm hat Folgendes geschrieben:
und sie wüßte nicht wie sie mir weiterhelfen soll, da über Gesprächstherapien man ei mir wenig bis gar nichts erreichen könnte


Ich sag's direkt: Ich bin kein Therapeut und habe da auch keine Ahnung von... aber ich glaube, die beste Therapie für Dich ist eine Arbeit, bei der Du so kindlich und numerisch sein darfst, wie Du bist... Winken

eStorm hat Folgendes geschrieben:
100% getroffen.... nur in welchem Job wäre ich richtig? Geschäftsführerungsassistenz?


Das wäre für mich schonmal 10 x näher dran. "Analyse", "Research", "Szenarien" fallen mir als spontane Stichworte ein. Vielleicht auch "Presse"- oder "Öffentlichkeitsarbeit", wenn es die irgendwo ohne persönliche Auftritte gibt...

eStorm hat Folgendes geschrieben:
dass ich nach so vielen Niederlagen (v.a. beide Selbständigkeiten) mich etwas "gebrochen" fühle und mich auch erst für den beschriebenen Traumjob aufbauen möchte...


Verstehe ich absolut. Ich bin mir nur nicht sicher, ob das rein logisch funktioniert... ich meine... sich über eine Arbeit, die einem nicht liegt, für eine aufzubauen, die einem liegt. Wer weiss, ob Du Dich für eine, die Dir liegt, überhaupt "aufbauen" müsstest? Vielleicht wäre Dein kindlich-numerisches Ich ja aus dem Stand zufrieden, wenn es jetzt, hier und heute eine schön komplexe Knobelaufgabe hätte?

Ich komme zum Teil auch darauf, weil ich vor Kurzem ziemlich lange krank war. Es war in diesem Fall zwar nichts Psychisches... aber halt schon eine Sache, die mich über Monate im Krankenhaus gehalten hat. Als ich dann rauskam, meinte jeder (wirklich JEDER, die Ärzte ganz vorneweg), dass ich gaaaaaanz ruhig wieder anfangen müsste... maximal halbe Stundenzahl, besser weniger.

Und was passierte? Ich hatte am ersten Tag ein Thema auf dem Tisch, was interessanter war als alles, womit ich in den letzten zwei Jahren zu tun hatte. Rangesetzt... und der Tag war rum. Am nächten Tag dasselbe. Am übernächsten auch. Das hörte gar nicht auf... bis heute (d. h. drei Monate später).

Womit ich nicht sagen will, wie toll ich wäre... sondern nur, wie schlecht sich Prognosen dieser Art ohne Betrachtung des Einzelfalls stellen lassen. Wer weiss, was passiert hätte, wenn man mir zum Einstieg im besten Willen irgendein vermeintlich wenig belastendes "Schon-Thema" gegeben hätte? Gut möglich, dass ich vor lauter Langeweile tatsächlich mittags schon erledigt gewesen wäre und mich mit gefühlt letzter Kraft nach Hause geschleppt hätte... und jeder (einschliesslich mir selbst) wäre sich sicher gewesen, dass das an Krankheitsresten gelegen hätte... Winken

In einem Archiv würde es mir vermutlich so gehen. Ich spüre die Augenlider schon schwer werden, wenn ich nur das Wort tippe... und gerade eben war ich noch wach... Winken
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eStorm



Anmeldungsdatum: 07.01.2013
Beiträge: 52
Wohnort: Hanau

BeitragVerfasst am: 23.01.2013, 13:00    Titel:

Hallo FRAGEN,

danke für die Antwort und entschuldige bitte die späte Rückantwort von mir.

Wieder einmal gehe ich direkt auf einzelne Passagen von Dir ein - generell fühle ich mich ehr geschmeichelt von deiner Antwort Smilie

Zitat:
Ich sag's direkt: Ich bin kein Therapeut und habe da auch keine Ahnung von... aber ich glaube, die beste Therapie für Dich ist eine Arbeit, bei der Du so kindlich und numerisch sein darfst, wie Du bist...

Davon gehe ich auch aus...

Zitat:
Das wäre für mich schonmal 10 x näher dran. "Analyse", "Research", "Szenarien" fallen mir als spontane Stichworte ein. Vielleicht auch "Presse"- oder "Öffentlichkeitsarbeit", wenn es die irgendwo ohne persönliche Auftritte gibt...

Am liebsten wäre ich ja weiter Consultant, aber betriebsintern...gerne CHef-Berater aber auch mit Freiheit für eigene "Betrieboptimierungs-Projekte" - dabei ist mir fast egal ob ich nur Anweisungen geben soll (z.B. ich bestelle 60x 2GB RAM - IT-Admin, bau die bitte in alle alten WinXP-Rechner ein) oder in vielen Fällen direkt ausführen soll (selber RAM einbauen). Da passe ich mich gerne an.
Nur weiterhin ist mein Problem: wem/wie "biete ich mich" richtig an, bzw. nach welchen Stellenausschreibungen soll ich suchen? Hat vielleicht jemand ausser FRAGEN da noch Ideen/Tipps?
Oder welcher bekannte Beruf kommt dieser Aufgabenbeschreibung am nächsten? Ich ging immer davon aus, dass der "Business Analyst" sehr gut passt - nur das solche Stellen meist nur in sehr großen Unternehmen ausgeschrieben werden. Als Nachbargebiet zum Business Analysten fällt mir das bekannte "Controlling" ein, wobei ich nur bedingt gerne rein die klassischen COntrolling-Rechnereien machen würde. Mir wäre dieser Praxisbezug sehr wichtig.
Noch ein Bereich der zusammenhängend passt wäre die Unternehmensrevision. Ich bin gut darin nicht nur Kosten zu senken, sondern auch Qualität zu steigern. Ich gucke gerne auch auf die Menschen und behandle sie nicht nur wie reine Zahlenfaktoren, sondern blicke gerne auch zu den Talenten und Problemen der Menschen um deren Einsatz zu optimieren. Und ich bin eine gute Schnittstelle zwischen Wirtschaft und IT.
Doch: Wie bringe ichg das gut rüber? Auf welchen Stellen bei (halb-)staatlichen Einrichtungen oder im Mittelstand kann ich mich bewerben?Da so eine Stelle nicht unbedingt eine VOllzeitstelle bei "nicht ganz so großen" Einrichtungen ist, kann ich ja gerne zur Hälfte einen festen, verwandten Job machen, hätte aber auch gerne halbwegs die Freiheiten "frei optimieren" zu können. Soweit das Idealbild....

Zitat:
Wer weiss, ob Du Dich für eine, die Dir liegt, überhaupt "aufbauen" müsstest?

Ich wollte selbst lange nicht einsehen, dass ich "gebrochen" bin und neu aufgebaut werden muss - aber so ist es. Es gibt bis heute vereinzelt Fälle in denen ich wegen Kleinigkeiten völlig aus der Bahn komme und 1-2 Tage kaum für die Umwelt ansprechbar bin. Ich stürze mich gerne in die Arbeit und überdrehe oft total die Geschwindigkeit... ich lerne gerne erst langsam "Entschleunigung" zu beherrschen und damit im Endeffekt glücklicher und gesamteffizienter zu sein. Und ja: Effizient zu sein ist ein Schlüssel zu meinem Glück, wobei zur Effizienz auch dazugehört zur richtigen Zeit Pausen zu machen/Spaß zu haben, abzuschalten....
Kurz zurück zum Aufbau:
Ich denke es ist sinnvoll über eine meinen Talente entsprechende (IT & Kaufmann) etwas vereinfachte Tätigkeit zu einer komplexeren Tätigkeit einzusteigen. Dabei ist auch eine Arbeitszeitanpassung von 25-30h/Woche am Anfang bis (je was später geht evtl. auch Vollzeit und evtl. mehr) wichtig.

@Krankenhaus-Story:
Ich kanns verstehen, ich habs schon ähnlich versucht. Es endete in "ich arbeite 50-80h/Woche und implodiere kurz danach und kann wochenlang nichts tun". Ich glaube in diesem Fall liegts wirklich daran, dass meine Erkrankung psychischer Art ist.

Ja....das Archiv demotiviert mich schon mächtig vorab.... aber ich werde die Zeit einfach auch für weitere Recherchen/Bewerbungen nutzen....
Obwohl das Archiv schon ein paar "coole Features" hat: Archiviert werden auch medizinische Proben (Objekte in "Einmachgläsern", Präperatsträger, zerstückelte Versuchstiere, spezielle gekühlte Gegenstände). Aber leider sind diese netten Features nur die reine Arbeit dahinter wird weiterhin in langweiligen Erfassungen, Excel-Tabellen und Sortierung bestehen.

Viele Wort - kurze zusammenfassende Frage an die Allgemeinheit: Nach welchem Berufsbild/auf welche Stellen sollte ich mich nach den Ausführungen am ehsten bewerben?
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Rhodus
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 01.07.2011
Beiträge: 4208

BeitragVerfasst am: 23.01.2013, 15:32    Titel:

Hallo eStorm,

vielleicht ein ungewöhnlicher Rat:

Lese Dir die Stellenanzeigen durch, lasse dich dabei etwas treiben und achte vor allem auf Dein inneres Gefühl. Fühlt sich eine Stellenanzeige für Dich gut an, solltest Du Dir diese ausdrucken und einmal näher anschauen.

So findest du am ehesten die Berufsbilder und Stellen, die Du möchtest.

Viele Grüße aus Duisburg
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eStorm



Anmeldungsdatum: 07.01.2013
Beiträge: 52
Wohnort: Hanau

BeitragVerfasst am: 23.01.2013, 16:00    Titel:

Hallo Andreas!

Der Tipp ist gar nicht so ungewöhnlich und ich habe es bereits mehrfach versucht. Die Ergebnisse sind unterschiedlich. An Tagen in denen mein Selbstvertrauen da ist, lese ich fasziniert (wie vorhin) Anzeigen der Deutschen Bahn zu Strategie/Organisation und fühle mich in einer Anforderungsübersicht wie
Zitat:
sehr gutes Zahlenverständnis, ausgeprägtes wirtschaftliches Denken und Handeln, eigenverantwortliches, zielorientiertes und analytisches Arbeiten ist für Sie selbstverständlich durch ein hohes Engagement, einen hohen Grad an Selbstständigkeit sowie Durchsetzungsvermögen, Teamfähigkeit und Flexibilität aus Eigeninitiative, Organisationsgeschick und Kundenorientierung

fast perfekt getroffen (abgesehen vom Durchsetzungsvermögenin Konfliktfällen).

Dann kommen die Tage der Selbstzweifel und es gibt Tage an denen ich mich inner fast schon zur reinen Schreibkraft degradieren würde, allerhöchstens mir aber eine beliebige Sachbearbeitung zutraue.

Ich glaube schon, dass ich an einer Aufgabe wachsen kann, fürchte aber immer wieder die Rückschläge/Einknicker der Vergangenheit. Oft überlege ich, ob ich mich bei Bewerbungen nicht "resetten" soll undmich für eine Trainee Stelle nach dem Studium bewerben soll. So hat mir z.B. eine Referendariats-Stelle in der Bundesbank (eigentlich für Absolventen) so zugesagt, dass ich daraufhin eine Bewerbung geschickt habe.

Viele Grüße aus Hanau NACH Duisburg Smilie
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Rhodus
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 01.07.2011
Beiträge: 4208

BeitragVerfasst am: 23.01.2013, 17:20    Titel:

Hallo eStorm,

ich glaube, was du momentan brauchst, ist ein berufliches Coaching, Unterstützung dabei, dich aufzurichten, damit du dich von Deinen Erfahrungen aus der Vergangenheit "verabschieden" kannst.

Viele Grüße aus Duisburg
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Romanum
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 12.09.2008
Beiträge: 8888

BeitragVerfasst am: 23.01.2013, 21:23    Titel:

eStorm hat Folgendes geschrieben:
Das Archiv scheint mir zwar "nett" aber langfristig langweilig und perspektivlos. Ich bekomme jetzt dort ein Praktikum, möchte aber dieses für einen Sprung in die Verwaltung des Unternehmens nutzen.

Es gibt in größeren Unternehmen / Behörden durchaus auch Archivstellen auf Management-Ebene, z.B. im Archivmanagement, Informationsmanagement oder Wissensmanagement, denn in einer Organisation entstehen viele Informationen und viel Wissen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort sein müssen.

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eStorm



Anmeldungsdatum: 07.01.2013
Beiträge: 52
Wohnort: Hanau

BeitragVerfasst am: 25.01.2013, 10:06    Titel:

@Andreas:
Berufliches Coaching klingt nach einer guten Idee. Ich stehe nur gerade auf dem Schlauch wo ich sowas (bezahlbar) finden kann - unter welchen Stichworten könnte ich dazu im Internet oder ausserhalb des Internets dazu suchen?

@Romanum:
Guter Hinweis, wenn auch das Informationsmanagement nicht mein primäres Ziel ist, aber auch keines dem ich abgeneigt wäre. Nur sind mir bei Stellenbeschreibungen bislang nur Stellen für ausgebildete IT'ler und keine Kaufleute aufgefallen. Ich hatte zwar den Schwerpunkt "Informationsmanagement" im Studium und fand diesen auch sehr interessant, doch in der Praxis habe ich selten in Stellenanzeigen die Suche nach Kaufleuten wie mir gesehen (bislang nur als Business Analyst - da geht es aber um Geschäftsprozesse und weniger um Informationsmanagement).
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