Anschreiben Bewerbung um eine Ausbildungsstelle beim Zoll

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Cilchen
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Anschreiben Bewerbung um eine Ausbildungsstelle beim Zoll

Beitrag von Cilchen » 23.08.2018, 10:29

hallo zusammen,
mein Sohn möchte gerne eine Ausbildung beim Zoll absolvieren. Hier sein Bewerbungsschreiben.
Was kann man besser oder anders schreiben? Vielen Dank im Voraus für eure Tipps

Hauptzollamt xxx
xxstraße x
12345 xxxx



Bewerbung um einen Ausbildungsplatz im gehobenen Zolldienst


Sehr geehrter Herr xxx,

nun stehe auch ich, xxx xxxx, 18 Jahre, vor der Aufgabe eine Bewerbung zu schreiben. Meine Schulzeit auf dem xxxx-Gymnasium wird im Sommer 2019 mit dem Abitur zu Ende sein und dann geht es los. Mit der bilingualen Hochschulreife meine ich ausreichend vorbereitet zu sein, die Ausbildung im gehobenen Zolldienst zum 01.08.2019 beginnen zu können.

Durch viele Reisen mit meinen Eltern in die verschiedensten Länder, bin ich dem Berufsbild des Zollbeamten oft flüchtig begegnet. Den Kindheitswunsch, irgendwann beim Zoll zu arbeiten, habe ich nie abgelegt. Sowohl auf dem Berufsinformationsmarkt in xxx, als auch innerhalb Ihres Internetauftritts habe ich mich über das Berufsbild informiert.

Selbst als Einzelkind bin ich ein Teamplayer, flexibel und habe die Fähigkeit, mich in fremden Situationen und Umgebungen schnell und ohne Einschränkungen anpassen zu können. Ich glaube Ihre Anforderungen erfüllen zu können.

Vor circa einem Jahr habe ich ein Highschool-Jahr in den USA absolviert. Während dieses Aufenthalts habe ich viel über das Land, die Menschen, die Sprache und auch über mich selbst gelernt.

In der englischen Sprache fühle ich mich mittlerweile sehr sicher. Im Umgang mit Menschen jeglicher Persönlichkeit und Kultur bin ich vorbereitet.

Mein Lebenslauf spiegelt prägnant einen Überblick meiner Person wieder, gibt aber nur einen ersten Eindruck von mir. Ich hoffe, ich habe Ihr Interesse geweckt und würde mich über eine Einladung zu einem Einstellungstest sehr freuen.


Mit freundlichen Grüßen



xxx xxx

Anlagen

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TheGuide
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Re: Anschreiben Bewerbung um eine Ausbildungsstelle beim Zol

Beitrag von TheGuide » 23.08.2018, 13:03

Cilchen hat geschrieben:nun stehe auch ich, xxx xxxx, 18 Jahre, vor der Aufgabe eine Bewerbung zu schreiben. Meine Schulzeit auf dem xxxx-Gymnasium wird im Sommer 2019 mit dem Abitur zu Ende sein und dann geht es los.
Das Gute vorneweg: Diese Einleitung ist tatsächlich einigermaßen individuell. Aber sie informiert über Dinge, die bereits dem Briefkopf zu entnehmen sind (Name) und dem Lebenslauf (Alter, Schulzeit). Im Grunde genommen kann der Adressat mit diesen beiden Sätzen nicht wirklich etwas anfangen .
Mit der bilingualen Hochschulreife meine ich ausreichend vorbereitet zu sein, die Ausbildung im gehobenen Zolldienst zum 01.08.2019 beginnen zu können.
Mit den rot markierten Stellen wird der Satz stark aufgeweicht.
Durch viele Reisen mit meinen Eltern in die verschiedensten Länder, bin ich dem Berufsbild des Zollbeamten oft flüchtig begegnet. Den Kindheitswunsch, irgendwann beim Zoll zu arbeiten, habe ich nie abgelegt. Sowohl auf dem Berufsinformationsmarkt in xxx, als auch innerhalb Ihres Internetauftritts habe ich mich über das Berufsbild informiert.
Wo begegnet man denn heute noch bei Reisen dem Zoll? Innerhalb des Schengenraums doch kaum noch. Die rot markierten Kommata sind falsch (z.B. kommt zwischen sowohl x als auch y kein Komma). Flüchtig verkleinert die Aussage. Man erfährt auch nicht wirklich, warum er zum Zoll möchte. Dass man sich über das Berufsbild infomiert, ist eigentlich nicht besonders erwähnenswert, denn schließlich will man ja idealerweise die nächsten etwa 40 Jahre in dem Metier arbeiten.
Selbst als Einzelkind bin ich ein Teamplayer,
Aber warum denn auf dem Einzelkindstatus herumreiten und den dann auch noch als vermeintliche Schwäche präsentieren?
und ohne Einschränkungen
ein negiertes Negativum. Negationen und Negativa haben in Bewerbungen nichts zu suchen. Ausschließlich positiv ausdrücken!
Ich glaube Ihre Anforderungen erfüllen zu können.
Dieselbe Aussagenaufweichung wie oben.
Vor circa einem Jahr habe ich ein Highschool-Jahr in den USA absolviert. Während dieses Aufenthalts habe ich viel über das Land, die Menschen, die Sprache und auch über mich selbst gelernt.
Und die Relevanz für den Zoll?
In der englischen Sprache fühle ich mich mittlerweile sehr sicher.

Markiert Subjektivität. Und nach einem Jahr USA nach einer bilingualen Schullaufbahn kann man wohl von einer annähernden Muttersprachlichkeit ausgehen. Da schwächt fühle ich mich mittlerweile sicher eher ab.
Im Umgang mit Menschen jeglicher Persönlichkeit und Kultur bin ich vorbereitet.
Es wäre "auf den Umgang bin ich vorbereitet". Allerdings halte ich dieses Aussage für sehr vermessen. Und die Vermessenheit wird durch das jeglich noch verstärkt. Wie kommt man darauf, mit allen 8 Milliarden Menschen auf der Welt schnell auf einem guten Fuß stehen zu können?
Mein Lebenslauf spiegelt prägnant einen Überblick meiner Person wieder, gibt aber nur einen ersten Eindruck von mir.
Was soll dem Leser dieser Satz sagen?!?
Das Verb heißt widerspiegeln.

Ich hoffe,
ich habe Ihr Interesse geweckt und würde mich über eine Einladung zu einem Einstellungstest sehr freuen.
Die Bewerbung sollte drei Fragen beantworten (unter Berücksichtigung der Anforderungen in der Ausschreibung, die nicht mit einem Satz á la "ich erfülle alle Anforderungen" abgegolten werden können):

1.) Warum will ich diesen Beruf ergreifen und diesen die kommenden vierzig Jahre ausüben?
2.) Was bringe ich an Vorkenntnissen/Vorerfahrungen mit? (Wann/wo/wie erworben? Bilingualer Unterricht (ggf. auch in welchen Fächern) und USA-Aufenthalt gehören hier unbedingt mit rein, ihr Auftauchen im Anschreiben habe ich ausdrücklich nicht kritisiert.)
3.) Welches sind die persönlichen Charaktereigenschaften, welche ich bei der Arbeit einsetzen kann? (Wann/wo/wie belegt?)

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