Anschreiben zum Berufswechsel (Gehörloser Bewerber)

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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bluebull
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Anschreiben zum Berufswechsel (Gehörloser Bewerber)

Beitrag von bluebull » 17.09.2015, 07:40

Hallo liebe Bewerbungshelfer/innen.

Ich stecke schon in der Klemme. Ich hoffe, hier kann man mich in weitere Schritten vorne schieben.

Also erstmal zu mir: ich beherrsche kein gutes Deutsch wegen meiner Gehörlosigkeit. Ich habe oft Probleme, wenn ich wichtige Dokumenten sowie Anschreiben für Bewerbung schreiben möchte, habe ich dann keinen Kopf mehr, wie und was genau ich da rein schreiben sollte. Und da genau stecke ich fest, weil mein befristeter Arbeitsvertrag bald zu Ende geht und ich dringend neues Job dafür ein anderes Beruf finden muss aber wegen mein schlechtes Deutsch kann ich nicht die Anschreiben beginnen zum schreiben kann. Ich bin mir sicher, dass einige von euch denkt, dass ich vielleicht die Unterstützung von meiner Eltern bekommen könnte. Natürlich kann meine Eltern mich unterstützen, aber nicht wenn ich ein anderes Beruf nehmen bzw. umsteigen möchte. Meine Eltern verstand und gefällt bis jetzt nie, wenn ich ein anderes Beruf nehmen möchte. Da weil meine Eltern mir es so behaupten, dass ich sonst meine Ausbildung zur Offsetdrucker umsonst gemacht hatte. Deswegen bin ich ja hier und versuche und hoffe, dass ich alleine zu machen kann.

Es wäre eine große Hilfe für mich und ziemlich dankbar von euch, wenn ihr mich helfen könnt.


Also hier ist mein aktuelles Lebenslauf und ich weiß nicht, wie ich es so formulieren kann, dass ich einen Berufswechsel möchte:
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Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie suchen einen zuverlässigen und einsatzbereiten Offsetdrucker. Ich bin der Überzeugung, dass ich die Voraussetzungen für diese Aufgabe erfülle.
Zu meiner Person: ich bin 28 Jahre alt ledig und nicht ortsgebunden. Auf Grund meiner Gehörlosigkeit wurde mir im Alter von 6 Jahren an der Medizinischen Hochschule Hannover ein Cochlear Implantat implantiert, was mir ein Hören ermöglicht. Dadurch bin ich in der Lage ganz normal mit meinen Mitmenschen zu kommunizieren, wobei mir allerdings Telefonate enorme Schwierigkeiten bereiten, da ich deren Inhalte nur schwer erfassen kann.

Im September 2005 begann ich meine Ausbildung zum Offsetdrucker am Berufsbildungswerk in München. Während dieser Zeit absolvierte ich ein Praktikum im Vogel-Verlag Würzburg. Die Arbeit machte mir sehr viel Spaß und ich konnte wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Heidelberger Druckmaschinen SM (Speedmaster) 102 + GTO Z 52 sowie bei der Druckplattenherstellung mit Agfa Azura sammeln.
Am 17. Juli 2008 habe ich meine Abschlussprüfung zum Drucker erfolgreich bestanden.
Ich durfte auch schon in 2 Firmen meine Fähigkeiten als Drucker unter Beweis stellen.

Aufgrund meiner hohen Lernbereitschaft, bin ich in der Lage, mich schnell in neue Tätigkeitsgebiete einzuarbeiten und nach kurzer Zeit eigenverantwortlich und selbstständig zu arbeiten. Sie können von mir großes Engagement, Verantwortungsbewusstsein, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit erwarten.
Ich freue mich, wenn Sie eine zukünftige erfolgreiche Zusammenarbeit positiv einschätzen und eine Einsatzmöglichkeit für mich in Ihrem Unternehmen sehen. Für ein weiterführendes persönliches Gespräch wäre ich Ihnen sehr dankbar.


Mit freundlichen Grüßen

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 17.09.2015, 08:04

Hallo,

so ganz verstehe ich jetzt dein Anschreiben nicht. Du hast die Ausbildung zum Offsetdrucker gemacht und bewirbst dich auch als Offsetdrucker (OSD) - oder nicht? Denn wenn ich deine Bewerbung lese, denke ich, da bewirbt sich ein OSD und wenn ich deine Einleitung lese, dann verstehe ich dich so, dass du genau das gerade NICHT willst.

Verstehst du mein Problem?
ich bin 28 Jahre altKOMMA ledig und nicht ortsgebunden. Auf Grund meiner Gehörlosigkeit wurde mir im Alter von 6 Jahren an der Medizinischen Hochschule Hannover ein Cochlear Implantat implantiert, [...]
Ich durfte auch schon in 2 Firmen meine Fähigkeiten als Drucker unter Beweis stellen.
Schreib die Zahlen aus, also die 28 kannst du lassen, aber die sechs und die zwei solltest du ausschreiben! Das wirkt sonst faul. Auch sonst wäre noch einiges zu sagen, aber es lohnt sich nicht, so lange unklar ist, was du eigentlich willst.

bluebull
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Beitrag von bluebull » 17.09.2015, 08:54

Hallo TheGuide, ich habe mich auf Deine schnelle Antwort gefreut.

Genau, also ich möchte nicht mehr als Offsetdrucker arbeiten und deswegen brauche ich eure Hilfe meine Bewerbung bzw. Anschreiben um zu formulieren, dass ich doch ein gelernter Offsetdrucker bin, aber zum Beispiel Bürokaufmann werden möchte. Da ist der Punkt, wie und was ich meine Anschreiben umändern muss. Oder Muster- oder Vorschläge für Anschreiben wäre super.

Und zweitens: nochmal vielen Dank für Verbesserung.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 17.09.2015, 13:45

Also, es gab hier schon einige Bewerbungen von gehörlosen Bewerbern. Vielleicht findest du über die Forensuche spezielle Formulierungen.

Als Bürokaufmann ist es aber doch sehr wahrscheinlich, dass man auch in diesem Job telefonieren muss. Unabhängig von deiner Gehörlosigkeit ist es doch zudem fraglich, ob ein AG jemanden ohne Büro-Ausbildung einstellen wird. Aber versuchen kannst du es natürlich.

Aus deinen Erklärungen geht bisher nicht hervor, warum du diesen Berufswechsel anstrebst. Gibt es dafür Gründe?

bluebull
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Beitrag von bluebull » 17.09.2015, 22:52

Hallo Romanum.

Bürokaufmann war nur ein Beispiel. Die Gründe wären ganz viele, aber ich liste nur zwei Beispiele auf: Ich möchte als Offsetdrucker nicht mehr arbeiten und dort habe ich mit viel Chemikalen bzw. Druckfarben zu tun.

Ich möchte halt was neues Beruf ausprobieren.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 18.09.2015, 12:53

Die genannten Gründe sind Gründe, warum du den alten Beruf nicht mehr ausüben willst.

Du brauchst aber positive Gründe, die für den neuen Beruf sprechen! Wenn du diese nicht hast, dann gibt es große Probleme.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 18.09.2015, 15:41

Ich stimme Romanum zu. Wie willst du dich bewerben, wenn du nicht weißt, was du willst? Du solltest dir erst Gedanken darüber machen, was du machen willst und dann kannst du anfangen Bewerbungen zu schreiben.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 18.09.2015, 22:53

TheGuide hat geschrieben:Du solltest dir erst Gedanken darüber machen, was du machen willst UND KANNST und dann kannst du anfangen Bewerbungen zu schreiben.
Ich weiss jetzt nicht wie gross Dein Problem mit den Chemikalien in der Druckbranche ist (ob Du z. B. Allergien hast und wie die sich ggf. praktisch auswirken)... aber ganz grundsätzlich hätte ich vermutet, dass der Beruf einem Gehörlosen erst einmal deutlich stärker entgegen kommt als der kaufmännische Bereich.

TheGuide hat das Problem des Telefonierens ja schon angesprochen... aber das ist ja leider noch nicht alles. Du bist Dir selbst ja darüber im Klaren, dass diese Behinderung auch Dein Schriftdeutsch deutlich einschränkt. Im Grunde wirst Du mit allem Schwierigkeiten haben, was im weitesten Sinne auf Kommunikation basiert. Von daher sollte die Arbeit mit Maschinen (egal, welchen) Dir auf jeden Fall eher liegen als die mit Menschen. Diesen Aspekt würde ich an Deiner Stelle bei jeder beruflichen Entscheidung in den Mittelpunkt stellen!

Was nun die Chemikalien angeht, gehe ich eigentlich davon aus, dass die Zeit für Dich arbeitet: Die Vorschriften für Umweltschutz und Arbeitssicherheit werden gerade hierzulande doch kontinuierlich strenger und umfassender. Ganz platt gesagt... müsstest Du diesbezüglich eigentlich schon aus dem Gröbsten raus sein. Vermutlich werden die Arbeitsbedindungen jetzt jedes Jahr besser.

Von daher würde ich mich tendenziell (vorausgesetzt, Du hast keine wirklich akuten Gesundheitsprobleme durch die Chemie) Deinen Eltern anschliessen. Gerade für Jemanden, der das Pech hat, mit einer Behinderung durch's Leben zu gehen, ist Kontinuität im Lebenslauf nämlich ganz besonders wertvoll. Die würde ich nicht für irgendeinen spontanen Schnellschuss aus der Hüfte aufgeben...

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 18.09.2015, 23:18

FRAGEN hat geschrieben:TheGuide hat das Problem des Telefonierens ja schon angesprochen...
Nee, die Ehre kann ich nicht für mich beanspruchen ;) Es war Romanum.

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