Arbeitszeugnis Buchhandel

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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SaMeHA
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Arbeitszeugnis Buchhandel

Beitrag von SaMeHA » 23.05.2019, 15:07

Hallo zusammen,
ich habe mein letztes Arbeitszeugnis zu einem Zeitpunkt erhalten, als es mir gesundheitlich extrem schlecht ging, weshalb ich mich nicht gleich so richtig damit auseinandersetzen konnte. Da es mir inzwischen besser geht, und ich jetzt angefangen habe, mich zu bewerben, stellt sich mir natürlich die Frage, ob ich dieses Zeugnis so mitschicken kann, oder besser um ein neues bitte. Ich hatte ein Coaching, allerdings war sich der Coach auch nicht ganz sicher, weil das Zeugnis zwar einige Merkwürdigkeiten aufweist, sehr kurz ist etc. Allerdings habe ich halt auch in einer eher kleinen Buchhandlung gearbeitet, dh die Zuständige hat wenig Erfahrung mit dem Formulieren von Arbeitszeugnissen, und es stellt sich die Frage, ob im Buchhandel (was schon eine "spezielle" Branche ist), der Anspruch an Arbeitszeugnisse generell überhaupt derselbe ist wie in anderen Bereichen. Dieser Einwand kommt von einem professionellen Coach (früher Headhunter etc), sauge ich mir also nicht aus den Fingern.
Hier der Text:

Die xy -Buchhandlung GmbH ist eine Buchhandlungskette mit acht kleineren Filialen im... Deutschlands. VornameNachname (xy), geboren am ..., war vom ... bis ... in unseren Filialen in ... als Buchhändlerin in Vollzeit tätig.
Das Aufgabengebiet von xy umfasste:
- Auflistung aller Aufgabengebiete, paßt so auch, da fehlt nichts

xy arbeitete sich schnell in ihre verschiedenen Aufgabengebiete ein. Sie zeigte stets Eigeninitiative, großen Fleiß und Eifer. Sie war äußerst pflichtbewusst, zuverlässig und arbeitete sehr konzentriert und zielgerichtet.
Von Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden wurde xy fachlich und persönlich gleichermaßen geschätzt. Sie war stets ehrlich und verhielt sich jederzeit vorbildlich.
Ihre Leistungen übertrafen die Anforderungen für die Stelle in sehr hohem Maße, so dass wir jederzeit außerordentlich zufrieden waren. xy erfüllte ihre Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
Wir wünschen ihr für ihre berufliche und private Zukunft alles Gute!

Ich war übrigens sechseinhalb Jahre lang dort beschäftigt.

Danke schon mal für die Hilfe!

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TheGuide
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Re: Arbeitszeugnis Buchhandel

Beitrag von TheGuide » 23.05.2019, 17:36

Die Hervorhebung deiner Ehrlichkeit irritiert mich, mal sehen, was Jameson dazu sagt. M.E. ist Ehrlichkeit selbstverständlich und wenn man sie extra erwähnt, heißt das im Umkehrschluss, dass da etwas nicht ganz koscher war. Auf der anderen Seite kann es natürlich sein, dass da im Handel andere Regeln gelten, da hier ja der Griff in die Kasse theoretisch jederzeit möglich wäre, Ehrlickeit sogar hervorgehoben werden muss.
In dem Abschiedswunsch fehlt das weiterhin.

Wie ich Jameson kenne, wird er auch die Kürze des Bewertungsteils bemängeln.

tanda
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Re: Arbeitszeugnis Buchhandel

Beitrag von tanda » 23.05.2019, 21:53

Das Zeugnis ist zwar kurz aber von der Bewertung her gut bis sehr gut. Bei allen Tätigkeiten, die mit Geld zu tun haben, muss Ehrlichkeit im Zeugnis erwähnt werden, weil es sonst bedeutet, dass der Mitarbeiter geklaut hat. Im Buchhandel arbeitet man ja auch an der Kasse, daher ist es korrekt, dass im Zeugnis Ehrlichkeit bescheinigt wird.

Jameson
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Re: Arbeitszeugnis Buchhandel

Beitrag von Jameson » 24.05.2019, 12:13

Hallo SaMeHA,
SaMeHA hat geschrieben:
23.05.2019, 15:07
Hallo zusammen,
ich habe mein letztes Arbeitszeugnis zu einem Zeitpunkt erhalten, als es mir gesundheitlich extrem schlecht ging, weshalb ich mich nicht gleich so richtig damit auseinandersetzen konnte. Da es mir inzwischen besser geht, und ich jetzt angefangen habe, mich zu bewerben, stellt sich mir natürlich die Frage, ob ich dieses Zeugnis so mitschicken kann, oder besser um ein neues bitte. Ich hatte ein Coaching, allerdings war sich der Coach auch nicht ganz sicher, weil das Zeugnis zwar einige Merkwürdigkeiten aufweist, sehr kurz ist etc. Allerdings habe ich halt auch in einer eher kleinen Buchhandlung gearbeitet, dh die Zuständige hat wenig Erfahrung mit dem Formulieren von Arbeitszeugnissen, und es stellt sich die Frage, ob im Buchhandel (was schon eine "spezielle" Branche ist), der Anspruch an Arbeitszeugnisse generell überhaupt derselbe ist wie in anderen Bereichen. Dieser Einwand kommt von einem professionellen Coach (früher Headhunter etc), sauge ich mir also nicht aus den Fingern.
Hier der Text:
dann saugt sich das eben dieser professionelle Coach aus den Fingern. :wink:
SaMeHA hat geschrieben:
23.05.2019, 15:07
Die xy -Buchhandlung GmbH ist eine Buchhandlungskette mit acht kleineren Filialen im... Deutschlands. VornameNachname (xy), geboren am ..., war vom ... bis ... in unseren Filialen in ... als Buchhändlerin in Vollzeit tätig.
Die Reihenfolge der Benennung ist unüblich was ggf. als Herabsetzung verstanden werden kann, ansonsten OK.
SaMeHA hat geschrieben:
23.05.2019, 15:07
Das Aufgabengebiet von xy umfasste:
- Auflistung aller Aufgabengebiete, paßt so auch, da fehlt nichts
Trotzdem wäre es sinnvoll gewesen diese Auflistung anzugeben, auch sie enthält i.a.R. Wertungen
SaMeHA hat geschrieben:
23.05.2019, 15:07
xy arbeitete sich schnell in ihre verschiedenen Aufgabengebiete ein. Sie zeigte stets Eigeninitiative, großen Fleiß und Eifer. Sie war äußerst pflichtbewusst, zuverlässig und arbeitete sehr konzentriert und zielgerichtet.
Von Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden wurde xy fachlich und persönlich gleichermaßen geschätzt. Sie war stets ehrlich und verhielt sich jederzeit vorbildlich.
Ihre Leistungen übertrafen die Anforderungen für die Stelle in sehr hohem Maße, so dass wir jederzeit außerordentlich zufrieden waren. xy erfüllte ihre Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
Gemessen am zu würdigenden Zeitraum extrem knapp, kein individuelles Wort das sich auf konkret dich bezieht, die Reihenfolge wirr und inhaltlich widersprüchlich, dein Verhalten wurde als wenig positiv wahrgenommen, über Fachkenntnisse verfügst du nicht.
Ob hier die Würdigung von Ehrlichkeit aufgrund einer Kassiertätigkeit zu erwähnen ist wissen wir aufgrund der Auslassung nicht, falls dem jedoch so ist wurde hier eine nicht eindeutig positive Formulierung gewählt. Eindeutig positiv wäre zum Beispiel die Würdigung von Ehrlichkeit mit dem Zusatz "der Vollständigkeit halber".
SaMeHA hat geschrieben:
23.05.2019, 15:07
Wir wünschen ihr für ihre berufliche und private Zukunft alles Gute!
Achtung, hier haben wir eine Verbotene Hervorhebung. Es ist untersagt ein "!" zu verwenden. Konkret hier verstehe ich es so, dass es mehr über dich zu sagen gäbe, was der Verfasser aber nicht im Text unterzubringen vermag.

Ansonsten wertet die Schlussformulierung den Zeugnistext im Ganzen ab weil hier ausdrücklich nicht von erbrachten Arbeitserfolgen gesprochen- und die Arbeit im Ganzen als nicht Dankenswert beschrieben wird. Da wundert es kaum nach dass man dein Ausscheiden nicht bedauert.
SaMeHA hat geschrieben:
23.05.2019, 15:07
Ich war übrigens sechseinhalb Jahre lang dort beschäftigt.

Danke schon mal für die Hilfe!
SaMeHA, nun weiß ich natürlich nicht welche Wertung/en du dir verdient und erarbeitet hast... was meinst du selbst denn dazu?

SaMeHA
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Re: Arbeitszeugnis Buchhandel

Beitrag von SaMeHA » 25.05.2019, 20:35

Hallo und vielen Dank erst mal für die Rückmeldungen.
Ich habe die Tätigkeitenliste weggelassen, weil ich nicht damit gerechnet habe, daß man sogar da etwas rauslesen kann, und den Beitrag nicht aufblähen wollte, aber ich merke schon, daß es schon allein aufgrund des Punktes "Ehrlichkeit" sinnvoll ist, zu ergänzen:
- Kundenberatung, Kundenservice und Verkauf
- Warenpräsentation, Lagerpflege und Remission
- Einkauf (Belletristik, fremdsprachige Bücher, Hörbuch, Essen/Trinken)
- Kassenführung (kassieren und Kassenabrechnung)
- Ansprechpartnerin für das Warenwirtschaftssystem [Name des im Unternehmen verwendeten Programms]
- Planung und Durchführung von Veranstaltungen

Ja, daß es für den Zeitraum sehr kurz ist, war mir klar. Mit den individuellen Worten ist es schwierig, weil die Verfasserin des Zeugnisses mich nicht wirklich im Arbeitsalltag erlebt hat, und es keine Filialleitung gibt, bei der sie hätte nachfragen können. Was genau meinst Du mit der Reihenfolge? Also wie sollte sie sein? Und bedeutet "fachlich...geschätzt" nicht, daß ich über Fachkenntnisse verfüge (was ich definitiv tue ;-)) ?

Danke auch besonders für den Hinweis mit dem "!"! Ich will das jetzt nicht schönreden, aber da es ein kleines Unternehmen mit unter 40 MA ist, und die Verfasserin (Geschäftsführerin) studierte Sprachwissenschaftlerin ist, und nicht eigentlich "aus der Wirtschaft kommt", kann es sogar sein, daß sie das nicht absichtlich gemacht hat, sondern ihr einfach die Erfahrung fehlt. Aber das weiß ich natürlich nicht. Mir war das jedenfalls nicht klar. Ich hatte das Zeugnis übrigens auch schon direkt nach Erhalt einer BWLerin und einer Fachanwältin für Arbeitsrecht vorgelegt, die beide (abgesehen von der Kürze) nichts zu beanstanden hatten. Also danke nochmals! Meine eigene Meinung: hätte ich es selbst geschrieben, hätte ich es schon anders gemacht - ausführlicher, Fachkenntnisse mehr hervorgehoben, der Punkt mit dem fehlenden "weiterhin" ist mir auch aufgefallen. Da mir gekündigt wurde (krankheitsbedingt), ist es irgendwie logisch, daß man mein Ausscheiden nicht bedauert.
Kann ich um Korrektur bitten, und dabei konkret folgende Punkte benennen:
- Änderung der Reihenfolge am Anfang
- Zusatz "der Vollständikeit halber" beim Punkt Ehrlichkeit
- Entfernen des "!"
- Dank für die erbrachte Arbeitsleistung (welche Formulierung wäre hier angebracht?) ?

Also habe ich da ein Recht drauf? Auf das Streichen des "!" wohl definitiv, wenn ich das richtig verstehe, oder?

SaMeHA
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Re: Arbeitszeugnis Buchhandel

Beitrag von SaMeHA » 25.05.2019, 23:10

Ach ja, noch ein Nachtrag. Ich habe da wirklich über Jahre hinweg sehr gute Arbeit geleistet (und auch sehr gerne!), was sich auch an Zahlen messen ließ, von zufriedenen Kunden, mehr Stammkunden etc ganz abgesehen. Das Ende war nicht gut, aber das hing mit einer langen Krankheitsphase zusammen, einen ähnlichen Fall gab es ein Jahr vorher mit einem Kollegen, der inzwischen auch an seiner Krankheit verstorben ist (was mir übrigens auch hätte passieren können, aber das nur nebenbei). Jedenfalls will ich ein angemessenes Zeugnis. Allerdings glaube ich schon, daß der Coach nicht Unrecht hat. Klar gibt es Unternehmen wie Thalia, aber die allermeisten Buchhandlungen sind kleine inhabergeführte Läden, da gibt es keine Personalabteilung mit Zeugnisprofis, da geht auch viel über den persönlichen Kontakt. Und nein, das ist keine Naivität meinerseits, mit der ich versuche, mir meine Lage und Zukunftsaussichten schönzureden. Ich will ein vernünftiges Zeugnis, einfach weil es mir zusteht und ich mir nichts verbauen lassen will, und natürlich auch für den Fall, daß meine Bewerbung dann doch mal bei Thalia o.ä. landet.

Jameson
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Re: Arbeitszeugnis Buchhandel

Beitrag von Jameson » 27.05.2019, 11:15

Hallo SaMeHA,
SaMeHA hat geschrieben:
25.05.2019, 20:35
Hallo und vielen Dank erst mal für die Rückmeldungen.
Ich habe die Tätigkeitenliste weggelassen, weil ich nicht damit gerechnet habe, daß man sogar da etwas rauslesen kann, und den Beitrag nicht aufblähen wollte, aber ich merke schon, daß es schon allein aufgrund des Punktes "Ehrlichkeit" sinnvoll ist, zu ergänzen:
- Kundenberatung, Kundenservice und Verkauf
- Warenpräsentation, Lagerpflege und Remission
- Einkauf (Belletristik, fremdsprachige Bücher, Hörbuch, Essen/Trinken)
- Kassenführung (kassieren und Kassenabrechnung)
- Ansprechpartnerin für das Warenwirtschaftssystem [Name des im Unternehmen verwendeten Programms]
- Planung und Durchführung von Veranstaltungen
das passt ins Gesamtbild.
SaMeHA hat geschrieben:
25.05.2019, 20:35
Ja, daß es für den Zeitraum sehr kurz ist, war mir klar. Mit den individuellen Worten ist es schwierig, weil die Verfasserin des Zeugnisses mich nicht wirklich im Arbeitsalltag erlebt hat, und es keine Filialleitung gibt, bei der sie hätte nachfragen können. Was genau meinst Du mit der Reihenfolge? Also wie sollte sie sein? Und bedeutet "fachlich...geschätzt" nicht, daß ich über Fachkenntnisse verfüge (was ich definitiv tue ;-)) ?
In dieser Formulierung geht es eigentlich um die Würdigung deines Verhaltens, von deiner fachlichen Qualität sollte an anderer Stelle und anders formuliert gesprochen werden. Jetzt haben wir hier also im Grunde nur eine wenig erfreuliche Bewertung deines Verhaltens.
SaMeHA hat geschrieben:
25.05.2019, 20:35
Danke auch besonders für den Hinweis mit dem "!"! Ich will das jetzt nicht schönreden, aber da es ein kleines Unternehmen mit unter 40 MA ist, und die Verfasserin (Geschäftsführerin) studierte Sprachwissenschaftlerin ist, und nicht eigentlich "aus der Wirtschaft kommt", kann es sogar sein, daß sie das nicht absichtlich gemacht hat, sondern ihr einfach die Erfahrung fehlt. Aber das weiß ich natürlich nicht. Mir war das jedenfalls nicht klar.
Natürlich kann das sein, aber das ist egal. Ausschlaggebend ist doch nicht was der Verfasser sagen wollte, sondern das was beim Leser ankommt.
SaMeHA hat geschrieben:
25.05.2019, 20:35
Ich hatte das Zeugnis übrigens auch schon direkt nach Erhalt einer BWLerin und einer Fachanwältin für Arbeitsrecht vorgelegt, die beide (abgesehen von der Kürze) nichts zu beanstanden hatten. Also danke nochmals!
So viel zur diesbezüglichen "Qualifikation" von Arbeitsrechtlern, solchem Mumpitz begegne ich immer wieder.
SaMeHA hat geschrieben:
25.05.2019, 20:35
Meine eigene Meinung: hätte ich es selbst geschrieben, hätte ich es schon anders gemacht - ausführlicher, Fachkenntnisse mehr hervorgehoben, der Punkt mit dem fehlenden "weiterhin" ist mir auch aufgefallen. Da mir gekündigt wurde (krankheitsbedingt), ist es irgendwie logisch, daß man mein Ausscheiden nicht bedauert.
Kann ich um Korrektur bitten, und dabei konkret folgende Punkte benennen:
- Änderung der Reihenfolge am Anfang
- Zusatz "der Vollständikeit halber" beim Punkt Ehrlichkeit
- Entfernen des "!"
- Dank für die erbrachte Arbeitsleistung (welche Formulierung wäre hier angebracht?) ?

Also habe ich da ein Recht drauf? Auf das Streichen des "!" wohl definitiv, wenn ich das richtig verstehe, oder?
Richtig, auf die Änderung dieses Punktes hast du ein Recht. Dazu gibt es entsprechende Urteile auf die man sich berufen kann.
Was nicht nur die sonstigen, von dir genannten Punkte- sondern im Grunde nahezu das komplette Zeugnis angeht... was sich davon durchsetzen lässt hängt sehr von der Vorgehensweise ab.
Meinst du denn dass man einen von dir selbst eingereichten Zeugnistext akzeptieren wird? In dem Fall solltest du einen hierauf spezialisierten, qualifizierten Ghostwriter kontaktieren, damit wärst du auf der sicheren Seite. Ich selbst stehe dafür zwar derzeit nicht zur Verfügung, ich könnte mich aber für dich umhören und einen Kontakt vermitteln. Ich stehe in Kontakt mit einem Netzwerk von Personalern, Ehemaligen und sonstigen Entscheidern, die diese Hilfestellung gelegentlich anbieten. Setze dich bei Interesse unter bewerbungsfragen@hotmail.com gerne mit mir in Verbindung.
SaMeHA hat geschrieben:
25.05.2019, 20:35
Ach ja, noch ein Nachtrag. Ich habe da wirklich über Jahre hinweg sehr gute Arbeit geleistet (und auch sehr gerne!), was sich auch an Zahlen messen ließ, von zufriedenen Kunden, mehr Stammkunden etc ganz abgesehen. Das Ende war nicht gut, aber das hing mit einer langen Krankheitsphase zusammen, einen ähnlichen Fall gab es ein Jahr vorher mit einem Kollegen, der inzwischen auch an seiner Krankheit verstorben ist (was mir übrigens auch hätte passieren können, aber das nur nebenbei).
Ersteres sollte dein Zeugnis widerspiegeln, letzeres hat darin nichts verloren.
SaMeHA hat geschrieben:
25.05.2019, 20:35
Jedenfalls will ich ein angemessenes Zeugnis. Allerdings glaube ich schon, daß der Coach nicht Unrecht hat. Klar gibt es Unternehmen wie Thalia, aber die allermeisten Buchhandlungen sind kleine inhabergeführte Läden, da gibt es keine Personalabteilung mit Zeugnisprofis, da geht auch viel über den persönlichen Kontakt. Und nein, das ist keine Naivität meinerseits, mit der ich versuche, mir meine Lage und Zukunftsaussichten schönzureden.
Natürlich ist die Erwartungshaltung an den Verfasser eines Arbeitszeugnisses geringer wenn klar ist dass er ein Dreimannunternehmen leitet... und das branchenübergreifend. Möchtest du dich denn gerne darauf verlassen dass man dein Zeugnis zukünftig ähnlich nachsichtig betrachtet?
SaMeHA hat geschrieben:
25.05.2019, 20:35
Ich will ein vernünftiges Zeugnis, einfach weil es mir zusteht und ich mir nichts verbauen lassen will, und natürlich auch für den Fall, daß meine Bewerbung dann doch mal bei Thalia o.ä. landet.
Wie ist dein Zeugnis denn im ganzen aufgebaut- Briefkopf, Adressfeld, Firmenstempel, Kontaktangaben, Unterschrift bzw. Kürzel, Faltung, usw.? Auch hier gibt es Nogos und konkrete verbotene Darstellungen die für bestimmte Informationen oder Wertungen verwandt werden... welche natürlich auch wieder versehentlich eingefügt wurden.

SaMeHA
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Re: Arbeitszeugnis Buchhandel

Beitrag von SaMeHA » 28.05.2019, 15:41

Hallo Jameson,
also erst mal vielen Dank für die Anmerkungen und Tips!
Ich schätze mal, der Kommentar "passt ins Gesamtbild" bezieht sich darauf, daß es eine reine Auflistung ist, und man sich nicht die Mühe gemacht hat, die Tätigkeiten im Fließtext zu benennen und zu beschreiben, oder?
Richtig, klar, ich habe mit dem Hinweis auf die Unternehmensgröße etc auch bloß ausdrücken wollen, daß ich mir nicht sicher bin, ob hier sozusagen Böswilligkeit seitens meiner Ex-Chefin vorliegt. Vorstellbar, aber nicht nachprüfbar, und klar, letzten Endes egal. Im Buchhandel ist es in der Regel nicht so, daß hundert Bewerber um einen Arbeitsplatz konkurrieren, und die Firma eine große Personalabteilung hat, aber selbstverständlich weiß ich nie, auf wessen Schreibtisch das Zeugnis landet, und will meine Chancen nicht dadurch minimieren, daß ich ein - weshalb auch immer - unangemessenes Zeugnis vorlege. Das vermittelt nicht das richtige Bild von mir und meiner Arbeitsweise und beißt sich nebenbei bemerkt auch mit meinen anderen Zeugnissen. Ob ein von mir eingereichtes Zeugnis akzeptiert würde, weiß ich nicht, denkbar wäre es schon, und ich würde es zumindest gerne versuchen. Daher wäre ich dankbar für die Vermittlung entsprechender Kontakte wie von Dir vorgeschlagen. Zwar habe ich tatsächlich heute eine Zusage bekommen - sogar in einem größeren Unternehmen mit eigener Personalabteilung - aber das heißt ja nicht, daß das letzte Zeugnis nie mehr relevant bzw im schlimmsten Fall hinderlich sein wird.
Zum Aufbau: Verwendung des firmeneigenen Briefpapiers - links oben meine damalige Anschrift rechts oben Firmenlogo, darunter "Zentrale: [Adresse]", darunter "Filialen: [Auflistung inklusive Adressen]", wie gesagt, das ist das übliche Briefpapier. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob tatsächlich alle acht Filialen (in zweien davon habe ich gearbeitet) aufgezählt werden müssen, oder ob man einfach das Blatt vollkriegen wollte...
Als Überschrift "Zeugnis" (unterstrichen), danach eben der Text, unten dann Ortsangabe (der Zentrale), Datum, darunter Name der Firma, darunter die handschriftliche Unterschrift, darunter wieder maschinell Vorname Nachname, darunter "Geschäftsführung".
Keine Faltung, das Zeugnis wurde ungefaltet im A4-Umschlag verschickt. Weißes Papier, die Unterschrift ist so, wie die Chefin üblicherweise unterschreibt.

Jameson
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Re: Arbeitszeugnis Buchhandel

Beitrag von Jameson » 29.05.2019, 11:48

Hallo SaMeHA,
SaMeHA hat geschrieben:
28.05.2019, 15:41
Hallo Jameson,
also erst mal vielen Dank für die Anmerkungen und Tips!
Ich schätze mal, der Kommentar "passt ins Gesamtbild" bezieht sich darauf, daß es eine reine Auflistung ist, und man sich nicht die Mühe gemacht hat, die Tätigkeiten im Fließtext zu benennen und zu beschreiben, oder?
nein, die Form der Darstellung ist völlig OK, ich meinte nur den Umfang.
SaMeHA hat geschrieben:
28.05.2019, 15:41
Richtig, klar, ich habe mit dem Hinweis auf die Unternehmensgröße etc auch bloß ausdrücken wollen, daß ich mir nicht sicher bin, ob hier sozusagen Böswilligkeit seitens meiner Ex-Chefin vorliegt. Vorstellbar, aber nicht nachprüfbar, und klar, letzten Endes egal. Im Buchhandel ist es in der Regel nicht so, daß hundert Bewerber um einen Arbeitsplatz konkurrieren, und die Firma eine große Personalabteilung hat, aber selbstverständlich weiß ich nie, auf wessen Schreibtisch das Zeugnis landet, und will meine Chancen nicht dadurch minimieren, daß ich ein - weshalb auch immer - unangemessenes Zeugnis vorlege. Das vermittelt nicht das richtige Bild von mir und meiner Arbeitsweise und beißt sich nebenbei bemerkt auch mit meinen anderen Zeugnissen. Ob ein von mir eingereichtes Zeugnis akzeptiert würde, weiß ich nicht, denkbar wäre es schon, und ich würde es zumindest gerne versuchen. Daher wäre ich dankbar für die Vermittlung entsprechender Kontakte wie von Dir vorgeschlagen. Zwar habe ich tatsächlich heute eine Zusage bekommen - sogar in einem größeren Unternehmen mit eigener Personalabteilung - aber das heißt ja nicht, daß das letzte Zeugnis nie mehr relevant bzw im schlimmsten Fall hinderlich sein wird.
Das ist sehr Vernünftig, ein Arbeitszeugnis begleitet dich für den Rest deines Berufslebens.
SaMeHA hat geschrieben:
28.05.2019, 15:41
Zum Aufbau: Verwendung des firmeneigenen Briefpapiers - links oben meine damalige Anschrift
STOPP! Auch das ist verboten, entsprechende Gerichtsurteile wurden bereits gefällt.
SaMeHA hat geschrieben:
28.05.2019, 15:41
rechts oben Firmenlogo, darunter "Zentrale: [Adresse]", darunter "Filialen: [Auflistung inklusive Adressen]", wie gesagt, das ist das übliche Briefpapier. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob tatsächlich alle acht Filialen (in zweien davon habe ich gearbeitet) aufgezählt werden müssen, oder ob man einfach das Blatt vollkriegen wollte...
Als Überschrift "Zeugnis" (unterstrichen), danach eben der Text, unten dann Ortsangabe (der Zentrale), Datum, darunter Name der Firma, darunter die handschriftliche Unterschrift, darunter wieder maschinell Vorname Nachname, darunter "Geschäftsführung".
Keine Faltung, das Zeugnis wurde ungefaltet im A4-Umschlag verschickt. Weißes Papier, die Unterschrift ist so, wie die Chefin üblicherweise unterschreibt.
OK, ich habe dir eben eine E-Mail mit der Addy eines wirklich qualifizierten Ghostwriters geschickt, sende ihm unbedingt auch einen Scan des Originalzeugnisses zu.

Gruß
Jameson

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