Arbeitszeugnis Medizinische Fachangestellte bewerten

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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memyself&i
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Arbeitszeugnis Medizinische Fachangestellte bewerten

Beitrag von memyself&i » 17.12.2018, 14:02

Ich bitte um Bewertung des Arbeitszeugnisses, welches mir von meiner ehemaligen Arbeitgeberin ausgestellt wurde. Ich bin mir irgendwie nicht sicher, welcher Note das nun entspricht und ob es nun eher in eine gute oder schlechte Richtung geht.







Zeugnis


Frau ***, geb. am *** war vom TT.MM.JJJJ bis TT.MM.JJJJ als Auszubildende zur Medizinischen Fachangestellten in meiner Frauenarztpraxis beschäftigt.

Frau *** hat aus persönlichen Gründen die Ausbildung abgebrochen, um ihr Abitur nachzuholen. Sie bat mich um ein Zeugnis für die Zeit ihrer Ausbildung in meiner Praxis.

Unsere Frauenarztpraxis ist eine überdurchschnittlich große Praxis in *** mit einem Schwerpunkt in der Ultraschalldiagnostik (Stufe DEGUM II). Die Praxis wird durch Dr. ***, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, unterstützt. Es werden alle gängigen gynäkologischen Untersuchungen einschließlich invasiver Pränataldiagnostik und minimalinvasiver Mamma-Diagnostik durchgeführt. Die Praxis weist eine hohe Anzahl von Schwangerschaftsbetreuungen auf. Eine Hebamme ist freiberuflich im Rahmen einer eigenen Sprechstunde im Team tätig.

Frau *** hat in dem ersten Jahr ihrer Ausbildung einen guten Einblick in die Aufgabengebiete einer Medizinischen Fachangestellte in einer gynäkologischen Praxis bekommen können. Sie hat die Zimmervorbereitung , die Patientenaufnahmen sowie die in der Praxis vorhandenen EDV (Medistar und View Point) kennengelernt und sich darin schnell und gut eingearbeitet.

Dabei erlernte sie das Blutdruckmessen, die Bestimmung des BMI sowie die kleine Labordiagnostik der gynäkologischen Praxis (z.B. Schwangerschaftsnachweis im Urin, U-Stix, Auswertung des Haemoccult und immunologischen Stuhltests, den NMP22-BladderCheck sowie die Blutzucker-Bestimmung und Durchführung von oralen Blutzuckerbelatungstesten).

Frau *** wurde in dieser Zeit vor allem in der Assistenz im Behandlungszimmer eingesetzt. Dabei assistierte sie bei kleineren operativen Eingriffen, Spiraleinlagen und half bei den Ultraschalluntersuchungen in der Dokumentation.
Sie wirkte dabei aufmerksam und patientenzugewandt.

Sie wurde in die hygienischen Maßnahmen einer Praxis geschult und hat unter Aufsicht an der Instrumentenaufbereitung von Medizinprodukten mitgewirkt.

Insbesondere der Umgang mit schwangeren Patientinnen bereitete Frau *** viel Freude. Sie war schnell sicher in der Anlage eines Cardiotokogramms, der Durchführung von Laboruntersuchungen einer Mutterschaftsvorsorge und der entsprechenden Dokumentation im Mutterpass.

Sie hat ein gepflegtes Äußeres, erschien stets pünktlich zum Dienst und war sehr engagiert. Sie besitzt eine rasche Auffassungsgabe.

Besonders hervorzuheben sind ihre schulischen Leistungen. Hier fiel sie durch großen Fleiß und Einsatz auf.

Sie war sowohl bei den Patientinnen als auch bei Kolleginnen und Ärzten durch ihr freundliches Wesen sehr beliebt.

Wir bedauern den Abbruch der Ausbildung können aber ihre Entscheidung gut mittragen und wünschen ihr für den weiteren beruflichen Werdegang alles Gute.

Ort, Datum

Unterschrift
_____________

Dr. med. *** ***

Jameson
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Re: Arbeitszeugnis Medizinische Fachangestellte bewerten

Beitrag von Jameson » 19.12.2018, 12:02

Hallo Memyself&i,
memyself&i hat geschrieben: Zeugnis
Hier wäre es gut gewesen wenn die konkrete Bezeichnung "Ausbildungszeugnis" verwandt worden würde.
memyself&i hat geschrieben: Frau ***, geb. am *** war vom TT.MM.JJJJ bis TT.MM.JJJJ als Auszubildende zur Medizinischen Fachangestellten in meiner Frauenarztpraxis beschäftigt.
Beschäftigt wird der, der nicht von sich aus tätig wird.
memyself&i hat geschrieben: Frau *** hat aus persönlichen Gründen die Ausbildung abgebrochen, um ihr Abitur nachzuholen. Sie bat mich um ein Zeugnis für die Zeit ihrer Ausbildung in meiner Praxis.
Der Satz ist entbehrlich, zuminderst an dieser prominenten Stelle.
memyself&i hat geschrieben: Unsere Frauenarztpraxis ist eine überdurchschnittlich große Praxis in *** mit einem Schwerpunkt in der Ultraschalldiagnostik (Stufe DEGUM II). Die Praxis wird durch Dr. ***, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, unterstützt. Es werden alle gängigen gynäkologischen Untersuchungen einschließlich invasiver Pränataldiagnostik und minimalinvasiver Mamma-Diagnostik durchgeführt. Die Praxis weist eine hohe Anzahl von Schwangerschaftsbetreuungen auf. Eine Hebamme ist freiberuflich im Rahmen einer eigenen Sprechstunde im Team tätig.
OK
memyself&i hat geschrieben: Frau *** hat in dem ersten Jahr ihrer Ausbildung einen guten Einblick in die Aufgabengebiete einer Medizinischen Fachangestellte in einer gynäkologischen Praxis bekommen können. Sie hat die Zimmervorbereitung , die Patientenaufnahmen sowie die in der Praxis vorhandenen EDV (Medistar und View Point) kennengelernt und sich darin schnell und gut eingearbeitet.
Du hast also Einblick ... bekommen können.
memyself&i hat geschrieben: Dabei erlernte sie das Blutdruckmessen, die Bestimmung des BMI sowie die kleine Labordiagnostik der gynäkologischen Praxis (z.B. Schwangerschaftsnachweis im Urin, U-Stix, Auswertung des Haemoccult und immunologischen Stuhltests, den NMP22-BladderCheck sowie die Blutzucker-Bestimmung und Durchführung von oralen Blutzuckerbelatungstesten).
OK- unterstellt dass das dem gängigen Lernumfang des 1. Lehrjahres entspricht.
memyself&i hat geschrieben: Frau *** wurde in dieser Zeit vor allem in der Assistenz im Behandlungszimmer eingesetzt. Dabei assistierte sie bei kleineren operativen Eingriffen, Spiraleinlagen und half bei den Ultraschalluntersuchungen in der Dokumentation.
Sie wirkte dabei aufmerksam und patientenzugewandt.
Wirktest du nur so oder warst du es auch?
memyself&i hat geschrieben: Sie wurde in die hygienischen Maßnahmen einer Praxis geschult und hat unter Aufsicht an der Instrumentenaufbereitung von Medizinprodukten mitgewirkt.
OK- wieder unterstellt dass das dem Ausbildungsstand entspricht.
memyself&i hat geschrieben: Insbesondere der Umgang mit schwangeren Patientinnen bereitete Frau *** viel Freude. Sie war schnell sicher in der Anlage eines Cardiotokogramms, der Durchführung von Laboruntersuchungen einer Mutterschaftsvorsorge und der entsprechenden Dokumentation im Mutterpass.

Sie hat ein gepflegtes Äußeres, erschien stets pünktlich zum Dienst und war sehr engagiert. Sie besitzt eine rasche Auffassungsgabe.
Ein gepflegtes Äußeres und insbesondere Pünktlichkeit finden üblicherweise dann Erwähnung, wenn ein ausscheidender Mitarbeiter sonst nichts erwähnenswertes zustande gebracht hat.
memyself&i hat geschrieben: Besonders hervorzuheben sind ihre schulischen Leistungen. Hier fiel sie durch großen Fleiß und Einsatz auf.
Etwas das in deiner täglichen Praxisarbeit besonders hervorzuheben wäre gibt es offenbar nicht.
memyself&i hat geschrieben: Sie war sowohl bei den Patientinnen als auch bei Kolleginnen und Ärzten durch ihr freundliches Wesen sehr beliebt.
Die hier gewählte Reihenfolge der relevanten Akteure steht dafür, dass es Probleme im Umgang mit dir gab.
memyself&i hat geschrieben: Wir bedauern den Abbruch der Ausbildung können aber ihre Entscheidung gut mittragen und wünschen ihr für den weiteren beruflichen Werdegang alles Gute.
Nichts wie weg mit ihr.
memyself&i hat geschrieben: Ort, Datum

Unterschrift
_____________

Dr. med. *** ***
Memyself&i, neben dem hier bereits geschriebenen fällt auf dass viele alle der üblicherweise erwarteten Würdigungen fehlen, was wiederum für eine jeweils negative Wertung steht.
Auf den Punkt bringt es der Verfasser mit der Aussage dass er den Abbruch der Ausbildung gut mittragen kann.

Welche Probleme gab es denn?

memyself&i
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Beitrag von memyself&i » 19.12.2018, 23:24

Erst einmal Danke für die Antwort!

Also eigentlich gab es keine Probleme, eher Fehler aus Unwissenheit, die aber immer direkt geklärt wurden, ich mein man macht eine Ausbildung ja um zu lernen, deshalb wüsste ich nicht wieso das ein Grund für so ein schlechtes Zeugnis sein sollte.
Es waren alle immer sehr zufrieden mit mir und alle waren begeistert, dass ich meine Aufgaben, vor allem in der Assistenz, so schnell erlernt habe.
Das gesamte Team fand es auch wirklich traurig als ich gegangen bin, ich wurde auch ein Jahr später von der Chefin zu der Jubiläumsfeier einer ehemaligen Kollegin eingeladen und stehe allgemein auch noch etwas in Kontakt mit dem Team, weshalb mich das nun doch echt wundert.
Also ich frage mich nun natürlich ob das alles bloß Schein war und überlege nochmal das Gespräch zu suchen aber muss nun meine Bewerbungen ohne Arbeitszeugnis wegschicken, damit die rechtzeitig ankommen, schade eigentlich aber die Zeit drängt eben.

Jameson
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Beitrag von Jameson » 24.12.2018, 12:21

Hallo Memyself&i,
memyself&i hat geschrieben:Erst einmal Danke für die Antwort!

Also eigentlich gab es keine Probleme, eher Fehler aus Unwissenheit, die aber immer direkt geklärt wurden, ich mein man macht eine Ausbildung ja um zu lernen, deshalb wüsste ich nicht wieso das ein Grund für so ein schlechtes Zeugnis sein sollte.
Es waren alle immer sehr zufrieden mit mir und alle waren begeistert, dass ich meine Aufgaben, vor allem in der Assistenz, so schnell erlernt habe.
Das gesamte Team fand es auch wirklich traurig als ich gegangen bin, ich wurde auch ein Jahr später von der Chefin zu der Jubiläumsfeier einer ehemaligen Kollegin eingeladen und stehe allgemein auch noch etwas in Kontakt mit dem Team, weshalb mich das nun doch echt wundert.
Also ich frage mich nun natürlich ob das alles bloß Schein war und überlege nochmal das Gespräch zu suchen aber muss nun meine Bewerbungen ohne Arbeitszeugnis wegschicken, damit die rechtzeitig ankommen, schade eigentlich aber die Zeit drängt eben.
dann solltest du das Gespräch suchen, auch wenn der Zeugnistext eigentlich eine eindeutige Sprache spricht.
Wenn du magst dann melde dich in dem Zusammenhang gerne wieder.

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