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Arbeitszeugnis/Referenz selbst schreiben

 
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Mitmischer



Anmeldungsdatum: 09.01.2018
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 09.01.2018, 01:15    Titel: Arbeitszeugnis/Referenz selbst schreiben

Hallo,

nach der Beendigung meiner Hiwi-Tätigkeit und meiner bald anstehenden Bewerbung für ein Praktikum möchte ich meine Bewerbungschancen mit einem Arbeitszeugnis verbessern. Mein Betreuer möchte, dass ich das Arbeitszeugnis selbst verfasse, auch, weil er noch kein Arbeitszeugnis bisher geschrieben hat.

Ich versuche, ungeschönt darzulegen, wie die Arbeit tatsächlich war. Ich bin froh, über Anregungen, wie das in ein Arbeitszeugnis übersetzt werden kann!

Ich war anderthalb Jahre als Hiwi beschäftigt. Aufgabe war die Implementierung einer bestimmten Art von Marktmodellen, die sich aufgrund ihrer Komplexität nicht mehr analytisch berechnen lassen und stattdessen der Simulation bedürfen. Es gilt also, die Modelle aus der Literatur zu verstehen, zu implementieren, seine eigenen Ergebnisse mit der Literatur zu vergleichen und im Anschluss eigene Analysen der Modelle vorzunehmen (dabei ist man dann recht frei). Alles das geschieht in enger Absprache oder sogar zusammen mit dem Betreuer. Aufgrund der Komplexität der Modelle werden sie zuerst Python und dann in C++ implementiert (damit stellt man auch sicher, dass man sich in der Implementierung nicht verhaut... oder man hat das Modell nicht verstanden, wenn sich ein Fehler wiederholt). Um die Fehlerwahrscheinlichkeit weiter zu drücken, rechnet man das Modell auch von Hand nach und vergleicht die Ergebnisse mit dem Modell.

Zu Beginn des Projektes war ich weniger in der Modellierung, sondern mehr in der Programmierung eingesetzt. Ich habe CMake und Gitlab CI in das Projekt integriert, ebenso jede Fremdbibliothek, auf die wir zurückgreifen. Die Dokumentation erfolgt in doxygen, ich habe mich weiterhin um den Entwicklerleitfaden und den Benutzerleitfaden gekümmert.

Während meiner Hiwi-Zeit habe ich zwei Modelle implementiert und am Ende haben wir sogar ein gemeinsames Paper eingereicht. Das möchte ich besonders betonen, da ich nicht glaube, dass das häufig vorkommt (ich mag mich irren).

Ich befürchte, der Text oben trieft schon davor, aber ich bin überzeugt, sehr gute Arbeit geleistet zu haben. Was davon ist für den Arbeitgeber wichtig?

Ich verstehe mich sehr gut mit meinem Betreuer. Ist es unter diesem Gesichtspunkt nicht besser, eine Referenz anstelle eines Arbeitszeugnisses zu verfassen ( mit der Differenzierung wie hier: personalentwicklungsberatung.de/Referenzschreiben_fur_Selbststandige_und_freiberufler/Arbeitszeugnisse_und_Referenzen/arbeitszeugnisse_und_referenzen.html )? Ist man dann freier in seinen Formulierungen? Denn objektiv wird das Arbeitszeugnis nicht sein, er würde mir wahrscheinlich "fast alles" unterschreiben.

Als groben und leider ziemlich kleinen Entwurf für Arbeitszeugnis stelle ich mir so etwas in der Art vor:

Herr ..., geboren am ..., war vom .. bis zum ... beim ... der ... als studentische Hilfskraft tätig.

Tätigkeitsbeschreibung: (ist eine Aufzählung besser als Fließtest?)

* Implementierung von Finanzmarktmodellen in C++ und Jupyter
* CMake-Integration
* Continous Integration
* Aufbereitung und Dokumentation von Simulationsergebnissen

(Durch sein/Aufgrund seines) breites Vorwissen fügte er sich direkt in das Projekt ein.

Seit Verhalten ihren Vorgesetzten und Kollegen gegenüber war stets von Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit geprägt.

[Zum Abschluss des Projekts/als Höhepunkt der Zusammenarbeit] stand eine gemeinsame Publikation in einem Fachjournal (Titel?).

Herr ... verlässt uns auf eigenen Wunsch, um sich auf seine Bachelorarbeit zu konzentrieren.
Ich danke Herrn ... für seine geleistete, sehr erfolgreiche Arbeit (Zusammenarbeit?) und wünsche ihm persönlich und beruflich alles Gute.

Leider habe ich keine Ahnung, wie ich das weiter füllen soll, vor allem in Hinblick auf meine Person - wenn ich mich einschätzen müsste, würde ich sagen: ich bin verlässlich, kritisch und wenn das Thema es erfordert, arbeite ich auch bis später. In Besprechungen bin ich eher still, aber wenn ich von einem Thema überzeugt bin, dann diskutiere ich das auch aus. Schwächen gehören ja eigentlich nicht in ein wohlwollendes Arbeitszeugnis, deswegen lasse ich die auch weg Sehr glücklich Ich habe natürlich zig Formulierungen im Internet gefunden, aber ich möchte mich eigentlich von anderen Zeugnissen abheben. Kann ich dafür stärker auf meine Tätigkeit eingehen als normal, oder wie würdet ihr das machen? Ich wäre auch bereit, mehr eigene Formulierungen einzusetzen, befürchte aber, dass ich dann unbewusst Fehler einbaue.

Um den Post abzuschließen: Wie führe ich den Entwurf am besten weiter? Welche Formulierungen eignen sich bzw. wie sieht der rote Faden/Strategie eines Arbeitszeugnisses aus?

Vielen Dank für's Lesen,
Mitmischer
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