Arbeitszeugnis zu gut um wahr zu sein?

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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dieplanschkuh
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Arbeitszeugnis zu gut um wahr zu sein?

Beitrag von dieplanschkuh » 16.10.2015, 22:32

Zeugnis

Frau XY, geboren am xx.xx.xxxx, war vom xx.xx.xxxx bis xx.xx.xxxx in unserem Unternehmen als TL in Vollzeit tätig.

Vorstellung vom Unternehmen und und schwerpunktmäßige Aufgabengebiete.

Frau XY verfügt über ein hervorragendes und auch in Randbereichen sehr tiefgehendes Fachwissen, welches sie in unser Unternehmen stets in höchst gewinnbringender Weise einbrachte. Zum Nutzen unseres Unternehmens erweiterte und aktualisierte sie immer mit sehr guten Erfolg ihre umfassenden Fachkenntnisse durch regelmäßige Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen.

Aufgrund ihrer sehr guten Auffassungsgabe war sie jederzeit in der Lage, auch schwierige Situationen sofort zutreffend zu erfassen und schnell sehr gute Lösungen zu finden. Frau XL zeigte jederzeit hohe Eigeninitiative und identifizierte sich immer voll mit ihren Aufgaben und unserem Unternehmen, wobei sie auch durch ihre sehr große Einsatzfreude überzeugte.Auch in Situationen mit größtem Arbeitsaufkommen
erwies sie sich immer als in höchstem Maße belastbar.

Alle Aufgaben führte sie jederzeit vollkommen selbständig, äußerst sorgfältig und planvoll durchdacht aus. Sie agierte immer ruhig, überlegt und zielorientiert und in höchstem Maße präzise. Dabei überzeugte sie stets in besonderer Weise sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht. Frau XL war immer in ganz besonders hohem Maße zuverlässig und ehrlich.

Für alle auftretenden Probleme fand sie ausnahmslos ausgezeichnete Lösungen. Sie war aufgrund ihre ausgezeichneten Führungsqualitäten als Vorgesetzte in hohen Maße anerkannt und beliebt. Sie verhielt sich ihren Mitarbeitern gegenüber stets offen und kollegial, verstand es aber dennoch, sich in schwierigen Situation durchzusetzen und die Mitarbeiter zu optimalem Einsatz zu bewegen. Die Leistungen von Frau XL haben jederzeit und in jeder Hinsicht unsere vollste Anerkennung gefunden.

Sie wurden wegen ihres stets freundlichen und ausgeglichenen Wesens allseits sehr geschätzt. Sie war immer, zuvorkommend und stellte, falls erforderlich, auch persönliche Interessen zurück. Ihr Verhalten zu Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen sowie Kundinnen und Kunden war ausnahmslos vorbildlich und loyal.

Das Arbeitsverhältnis endet mit Befristungsende am xx.xx.xxxx. Wir bedauern dies sehr, weil wir mit Frau XL eine sehr gute Mitarbeiterin verlieren. Wir bedanken uns für die stets sehr guten Leistungen und wünschen ihr für die Zukunft beruflich und privat weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

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Holger
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Beitrag von Holger » 17.10.2015, 23:21

Hallo,

ja..das Zeugnis ist durchaus mit Superlativen bestückt. Ob es zu gut ist und potientielle neue AG eher "abschreckt", kann ich nicht beurteilen.
Du wirst jedenfalls - meiner Meinung nach - in den (aller)höchsten Tönen gelobt. Mehr "Maschine" statt Mensch im Job? Wie siehst du dich denn selbst?
Zum Nutzen unseres Unternehmens erweiterte und aktualisierte sie immer mit sehr guten Erfolg ....
Wenn man den Rest des Zeugnisses liest, ist es hier fast schon auffällig, dass es der Firma einfach nur genutzt hat.

Wie lange war der Zeitraum indem du als Teamleiter(= TL?) dort tätig bist/warst?

dieplanschkuh
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Beitrag von dieplanschkuh » 17.10.2015, 23:48

Vielen Dank für deine Meldung.
"Mehr Maschine als Mensch" hm , wenn ich so überlege könntest du sogar Recht haben. Ich war 2 Jahre für das Unternehmen beschäftigt. Es wundert mich nur, weil mein ehemaliger Vorgesetzter einen Satz nannte, den ich niemals vergessen werde "Es interessiert mich nicht, was sie können und richtig machen, sondern welche Fehler sie machen".
Nur deswegen habe ich das Arbeitszeugnis angezweifelt.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 18.10.2015, 23:48

Das Arbeitszeugnis ist gewissermaßen 1++. Und da wird man misstrauisch. Einen solchen Mitarbeiter lässt man nicht gehen. Ne 1- wäre tatsächlich besser.

WalterM
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Beitrag von WalterM » 21.10.2015, 13:16

Sieht man immer öfter und warum eigentlich nicht...
manche Unternehmer machen sich gar nicht mehr die Mühe, "echte" Arbeitszeugnisse zu schreiben, sondern nehmen einfach das beste.

Das garantiert, das es keinen Ärger gibt, denn sobald etwas negatives (auch wenn wahr) drinsteht, dann wird doch gleich geklagt.

Und das will sich kein Arbeitgeber antun, man lässt den also einfach ziehen.

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