Ausbildung nach Studienabschluss? will umsatteln

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wurstbrot
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Ausbildung nach Studienabschluss? will umsatteln

Beitrag von wurstbrot » 23.06.2014, 11:41

Hallo,

ich bin neu hier, bitte verschieben, falls dies nicht das richtige Unterforum ist :)

Es geht darum, dass ich nach abgeschlossenem Studium bereits in Lohn und Brot stehe. Ich möchte aber gerne eine Ausbildung zur Landwirtin machen, was ganz anderes, als ich bisher gemacht habe.

Meine Frage ist, ob ich mit Mitte 30, Familie mit Kindern und Festanstellung überhaupt eine Chance habe, in einem Ausbildungsbetrieb unterzukommen.

Und wenn ja, welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es? BAB werde ich wohl kaum bekommen aber von 485 Eur kann ich bei meiner fam. Situation definitv nicht mehr leben. Ich hab was von "Ausbildung in Teilzeit" gelesen, für wen gilt das genau, wie könnte sowas gehen?

Und wenn jetzt Ausbildungsplätze für September 2014 bei der Jobbörse ausgeschrieben sind, kann es sein, dass die Betriebe dann noch niemanden gefunden haben? Bevor ich ganz naiv meine Bewerbung irgendwohin schicke, wäre ich für allgemeine Infos super dankbar!


lieben Gruß von einer, die komplett umsatteln will

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FRAGEN
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Re: Ausbildung nach Studienabschluss? will umsatteln

Beitrag von FRAGEN » 23.06.2014, 22:41

wurstbrot hat geschrieben:Es geht darum, dass ich nach abgeschlossenem Studium bereits in Lohn und Brot stehe. Ich möchte aber gerne eine Ausbildung zur Landwirtin machen, was ganz anderes, als ich bisher gemacht habe.
Hmmmm... das ist letztendlich weder eine technische noch eine rechtliche Frage... sondern (neben dem Glück) eine der persönlichen Überzeugungskraft. Was hättest Du denn an Argumenten, die dem Landwirt eine positive Entscheidung leicht machen könnten?
wurstbrot hat geschrieben:Ich hab was von "Ausbildung in Teilzeit" gelesen, für wen gilt das genau, wie könnte sowas gehen?
Das ist im Grunde ein ähnliches Thema. Du müsstest im Endeffekt halt dem Bauer erklären, dass Du nur stundenweise bei ihm hereinschauen könntest... und was er dann davon hat. M. E. werden dessen Vorstellungen in exakt die entgegengesetzte Richtung gehen: Mit den Hühnern aufstehen und kurz ins Bett, wenn man auf dem Feld nichts mehr sehen kann... ;-)
wurstbrot hat geschrieben:Und wenn jetzt Ausbildungsplätze für September 2014 bei der Jobbörse ausgeschrieben sind, kann es sein, dass die Betriebe dann noch niemanden gefunden haben?
Ebenfalls unwahrscheinlich... weil die *eigentliche* Zielgruppe solcher Ausbildungsplätze von ihren Lehrern an der Schule ca. ein Jahr vor Abschluss die Hölle heiss gemacht bekommt, sich um ihre Lehrstellen zu kümmern. Aber unmöglich ist es natürlich nie, dass irgendwer wieder abgesprungen, krank oder schwanger geworden ist... ein Hof so ungünstig liegt, dass sich ein Schüler die Fahrt nicht leisten kann... oder was auch immer...
wurstbrot hat geschrieben:Bevor ich ganz naiv meine Bewerbung irgendwohin schicke, wäre ich für allgemeine Infos super dankbar!
Ich habe gerade den Eindruck, dass Du mit all Deinen Fragen mehr oder minder direkt versuchst, zweite, dritte und vierte Schritt vor dem ersten zu tun. Vorab-Sicherheiten in irgendeiner Form wird es in einer derart extremen Aussenseiter-Position kaum geben. Das sind solche 1000:1-Chancen... um die man sich durchaus bemühen kann, wenn man es wirklich UNBEDINGT will... aber ist das bei Dir so? Wie kommst Du überhaupt auf die Idee mit der landwirtschaftlichen Lehre als Mutter im akademischen Beruf? Hast Du eine Vorstellung von dem, was Dich da im realen Alltag erwartet?

wurstbrot
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Beitrag von wurstbrot » 29.06.2014, 14:02

hallo "Fragen", danke für deine Antworten ;-)

Finde spannend, was du schreibst. Ist es denn so? überlege ich den 3. vor dem 1. Schritt?
Die Frage wäre eigentlich für eine Bewerbung: warum stellt ein Betrieb einen Azubi ein? ich habe gesehen, dass ein Betrieb mit den Worten warb: "wir stellen auch Auszubildende aus einem anderen Bundesland ein und sind bei der Suche nach einer Wohnung behilflich". Andere Betriebe locken mit Prämien etc.

Da fragte ich mich, warum jemand so dringend Azubis sucht, was hat er davon und was könnte er sich von einem Azubi wünschen? Da ich keine Berufsschule mehr besuchen müsste, wäre ich schneller durch die Ausbildung durch und könnte dann ein Gehalt aushandeln. Sowas dachte ich mit "Teilzeit". Aber vielleicht ist das riesen Bullshit...

bin nicht in den Strukturen von Handwerksbetrieben oder Bauernhöfen unterwegs, daher viele naive Fragen. Ich möchte trotzdem um 5 Uhr früh melken, Misthaufen schieben und Kartoffeln buddeln :wink:

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 29.06.2014, 21:37

wurstbrot hat geschrieben: Ich möchte trotzdem um 5 Uhr früh melken, Misthaufen schieben und Kartoffeln buddeln :wink:
Das klingt auf jeden Fall schon einmal gut... ;-)
wurstbrot hat geschrieben:Da ich keine Berufsschule mehr besuchen müsste, wäre ich schneller durch die Ausbildung durch und könnte dann ein Gehalt aushandeln. Sowas dachte ich mit "Teilzeit".
D. h. Du meinst mit "Teilzeit" NICHT kürzere Arbeitszeiten je Tag, sondern eine verkürzte Ausbildung? Das wäre sicher schon realistischer... wenngleich ganz sicher auch nicht im Sinne des ausbildenden Bauern. Im Grunde geht DESSEN Interesse ja in genau die entgegengesetzte Richtung! Der sucht ja niemanden, der ihm gegenüber ein möglichst hohes Gehalt aushandelt... sondern jemanden, der möglichst lange für ein möglichst niedriges Gehalt die Misthaufen schiebt und Kartoffeln buddelt... ;-)

Allerdings: Die Berufsschule ausfallen zu lassen und den kompletten Tag auf dem Hof zu verbringen OHNE die Lehrzeit zu verkürzen, könnte aus Sicht des Landwirts eine ernste Überlegung wert sein...
wurstbrot hat geschrieben:Da fragte ich mich, warum jemand so dringend Azubis sucht, was hat er davon und was könnte er sich von einem Azubi wünschen?
Bei einem Bauernhof fällt mir persönlich in der Tat nur eine Mischung von Kostengünstigkeit und persönlicher Abhängigkeit ein. Ganz allgemein kann der Wunsch nach eigenen Azubis natürlich auch in der Idee begründet sein, sich seinen eigenen, ganz besonders spezialisierten und vertrauenswürdigen Fachkraftnachwuchs für besonders sensible Tätigkeiten zu schaffen. Von Mittelständlern im Hightech-Segment hört man diesen Gedanken öfter...

Muss allerdings ehrlich zugeben, ebenfalls nicht in landwirtschaftlichen Strukturen unterwegs zu sein. Ich kann mich auf Anhieb auch nicht erinnern, hier jemals einen Bauern posten gesehen zu haben...

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