Ausbildungsabbruch in Bewerbung formulieren

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
Paschulke
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Beitrag von Paschulke » 09.11.2013, 14:49

Nein, lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Will jetzt meinen eigentlichen Traumberuf machen und zwar Buchhändler.
Aber ich weiss halt nicht, was ich in den Lebenslauf schreiben soll >.<

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 10.11.2013, 11:35

Normalerweise würde ich ja nicht noch einmal damit anfangen... aber diesmal haben wir hier einen doppelten Sonderfall: Erstens hast Du unmittelbar vor dem Wochenende abgebrochen... und der kommende Montag liegt noch vor Dir. Also könntest Du - jetzt oder nie - vielleicht doch noch einmal glaubhaft machen, dass Du da eine Kurzschluss-Entscheidung getroffen hast... und dass Dir das beim Überschlafen am Wochenende klar geworden ist, bevor Du auch nur einen Tag versäumt hast.

Ich meine das zweitens vor Allem mit Blick auf Dein Berufsziel. "Buch" bzw. "Buchhandel" ist rein vom Gefühl her ja fast mit "Bildung" gleichzusetzen... und "Bildung" wiederum mit "Schule". Mir kommt es EXTREM schwierig vor, die Themen "Schulabbruch" und "Buchhandel" in irgendeiner Form zusammen zu bringen... zumal diese Schule ja praktisch der erste und einzige Aspekt Deines eigenverantwortlichen Lebenslaufs ist. Es handelt sich hier nicht um einen kleinen Schatten in einem grossen Ganzen... sondern quasi um das "Ganze" selbst. Ich denke, dass Du es Dir damit für gerade diesen Wunschberuf ohne jede Not sehr, sehr schwer (wenn nicht unmöglich) machst, den gewünschten Ersteindruck zu schaffen.

Wenn ich Du wäre, würde ich den heutigen Tag dazu nutzen, meinen Rückkehr-Versuch möglichst überzeugend zu gestalten... und die Buchhandels-Idee (die Dir ja weiss Gott nicht wegläuft) auf das Ende des Schuljahrs zu verlegen. Die Chancen werden dann um ein Vielfaches höher sein... und was machen schon die paar Monate nach vier verschleuderten Jahren...

Paschulke
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Beitrag von Paschulke » 11.11.2013, 13:54

Ich habe hauptsächlich abgebrochen, da ich in einem Fach eine nicht weg zu bekommende 5 hatte und damit nicht zur Prüfung zugelassen worden wäre.

Habe auf dem Berufskolleg mein Fachabi angefangen, also würde ich auch nicht ohne etwas da stehen. Habe schliesslich meinen Realschulabschluss.

schallend
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Erklärbar

Beitrag von schallend » 18.11.2013, 14:57

Ich finde die Geschichte durchaus erklärbar. Alle Leute machen heutzutage Ausbildungen wie die, die Du abgebrochen hat. Und kaum einer wird mehr Buchhändler, wegen Amazon & Co, wenn ich richtig informiert bin. Du wolltest Dich halt zwingen, einen sicheren Weg zu gehen, doch es ging einfach nicht. Jetzt willst Du das machen, was Du wirklich möchtest.

intentus
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Ausbildungsabbruch Familiäre Probleme & Umzug

Beitrag von intentus » 14.03.2015, 10:02

Hallo zusammen,

Ich musste gegen Ende letzten Jahres meine Ausbildung als Kaufmann für Bürokommunikation beenden aufgrund Familiärer Probleme wodurch ich auch jetzt 300km von zu Hause wegwohne und mich durch Helfertätigkeiten über Wasser halte.

Mein Ziel und Wille ist allerdings, eine Ausbildung in diesem Bereich wieder anzufangen, weil dort meine Stärken und Interessen liegen.

Ich bräuchte eure Hilfe:

1.) Gehören die Gründe oder überhaupt die Aussage eines Ausbildungsabbruches in das Anschreiben oder nur in den Lebenslauf?

2.) Wäre es ratsam ein Motivationsschreiben zu erstellen, wo ich genau auf den Ausbildungsabbruch und die Gründe dafür eingehe?

3.) Ich habe ein Arbeitszeugnis von meiner abgebrochenen Ausbildung bekommen, dass durch eine Prüfung eines Anwaltes gut ist. Soll ich das mitschicken?

Für Antworten und eure Hilfe wäre ich sehr dankbar!

Liebe Grüße

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TheGuide
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Re: Ausbildungsabbruch Familiäre Probleme & Umzug

Beitrag von TheGuide » 14.03.2015, 10:20

intentus hat geschrieben:1.) Gehören die Gründe oder überhaupt die Aussage eines Ausbildungsabbruches in das Anschreiben oder nur in den Lebenslauf?
Das kann man pauschal nicht sagen. Im Prinzip gehen den Arbeitgeber auch familiäre oder gesundheitliche Probleme nichts an. Wenn du aber daraus sinnvoll und überzeugend argumentieren kannst, dass es zu dem Zeitpunkt notwendig war, die Ausbildung abzubrechen, es aber weder an fachlich mangelhafter Leistung noch an Desinteresse lag, kann es auch sinnvoll sein, das dosiert einzubringen.
3.) Ich habe ein Arbeitszeugnis von meiner abgebrochenen Ausbildung bekommen, dass durch eine Prüfung eines Anwaltes gut ist. Soll ich das mitschicken?
Aber selbstverständlich! Darauf stützt sich doch dann deine ganze Argumentation!

intentus
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Beitrag von intentus » 15.03.2015, 19:16

Vielen Dank!

Wie könnte ich dieses Anschreiben denn formulieren? Denn da habe ich meine Probleme.

Sehr geehrte xxx,

vom 01.09.2013 bis zum 31.01.2015 absolvierte ich meine Ausbildung als Kaufmann für Bürokommunikation. Durch familiäre Probleme blieb mir zu diesem Zeitpunkt keine andere Wahl die Ausbildung abzubrechen und es war unausweichlich nach XXX zu ziehen.

Ich weiß eigentlich schon selber, dass es sich ziemlich schlecht anhört, aber deswegen fände ich es sehr nett wenn jemand Verbesserungsvorschläge oder Nachträge hat.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 15.03.2015, 19:32

intentus hat geschrieben:Vielen Dank!

Wie könnte ich dieses Anschreiben denn formulieren? Denn da habe ich meine Probleme.

Sehr geehrte xxx,

vom 01.09.2013 bis zum 31.01.2015 absolvierte ich meine Ausbildung als Kaufmann für Bürokommunikation. Durch familiäre Probleme blieb mir zu diesem Zeitpunkt keine andere Wahl die Ausbildung abzubrechen und es war unausweichlich nach XXX zu ziehen.

Ich weiß eigentlich schon selber, dass es sich ziemlich schlecht anhört, aber deswegen fände ich es sehr nett wenn jemand Verbesserungsvorschläge oder Nachträge hat.
Ich würde hier mal überlegen (erst mal nur überlegen!), ob nicht evtl. eine sehr offensive Haltung gut wäre.

Als Bsp.:

Sehr geehrte X,

aufgrund {des schweren Alkoholismus}* meines/er X musste ich leider meine Ausbildung zum y vorzeitig abbrechen, um nach Z zu ziehen. Wie Sie meinem Arbeitszeugnis entnehmen können, war ich bis dahin ein guter und fleißiger Auszubildender. Jetzt, nachdem sich die Situation gelöst hat, möchte ich meine so gut begonnene Ausbildung natürlich schnellstmöglich abschließen.

Ich habe in meiner Lehre bereits...


*Das ist nur ein Bsp.

Das ist jetzt natürlich alles andere als "dosiert", wie ich im vorherigen Beitrag schrieb. Und ob das so gut ist, oder nicht, ist auch immer eine Frage.... es kommt halt darauf an, wie der Adressat so "drauf" ist.

Laubfrosch
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1. Ausbildung abgebrochen, wie schreibe ich meine Bewerbung?

Beitrag von Laubfrosch » 09.12.2016, 10:16

Hallo Leute,

das was ich hier schreiben werde wird sehr lang sein, ich Danke jetzt schonmal jedem, der sich das durchliest und mir weiterhelfen möchte!

Zu mir: Ich bin 19 Jahre alt (weiblich) und wohne noch Zuhause.
Ich habe zuerst die Grundschule abgeschlossen, danach meine Mittlere Reife gemacht und im Anschluss die Fachoberschule Design mit 1,7 abgeschlossen.

Danach habe ich eine Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print begonnen, die ich jetzt im 2. Lehrjahr nach einem Betriebswechsel beendet habe. im 1. Lehrhalbjahr hatte ich einen Schnitt von 1,1 und auf dem Abschlusszeugnis des 1. Lehrjahres einen Schnitt von 1,0.

Nun meine Situation.
Es hört sich vielleicht ersteinmal schockierend an, das "jemand" mit solchen Noten eine Ausbildung schmeißt - ist es auch! Ich habe sehr lange für diesen Schritt gebraucht und er ist mir sicherlich nicht leicht gefallen. Ich musste einfach nach dieser Zeit feststellen, das ich dem extremen Druck der in diesem Beruf herscht, nicht standhalten kann. Ich habe im August 2015 mit der Ausbildung begonnen, und im Februar 2016 schon mein erstes Gespräch mit meinem Ausbilder über meine psychische Verfassung gehabt, welches ich selbst angeordnet habe. Der Leistungsdruck, und die kreativität auf Knopfdruck, war einfach zuviel für mich, ich habe mir auch selbst viel Druck gemacht, und sehr schnell den Spaß an dem Beruf verloren. Ich kann mir einfach nicht vorstellen in diesem Beruf, noch 40Jahre zu arbeiten. Dem ende hin habe ich im November 2016 den Ausbildungsbetrieb gewechselt, um mir klar zu werden, ob ich das überhaupt so noch möchte. In dem neuen Betrieb habe ich einen ganz anderen Eindruck von diesem Beruf bekommen, Mediengestalter hört sich schön an, aber man muss dafür ausgelegt sein. Auch wenn man kreativ und lernbereit ist, heißt das nicht das man mit dem Beruf klar kommt. Beide Betriebe in denen ich in dieser Zeit tätig war, waren voll zufrieden mit mir, ich habe meine Aufgaben immer gewissenhaft, ordentlich ausgeführt. Ich habe keine Fehlzeiten in der Schule, ich glaube vereinzelt insgesamt 6 Tage Krankenschein in dieser Zeit.

Nun möchte ich mich vollständig beruflisch neu Orientieren! Ich möchte mit dem alten abschließen, suche mir nun Arbeit für nebenher, und werde Praktika machen. Trotzdem brauch ich zum einem anschreiben für einen neuen Ausbildungsplatz in dem Beruf XXX, und ein Anschreiben, für eine Aushilfe im LIDL.

Meine Stärken sind, das ich gut mit Menschen umgehen kann, kontaktfreudig bin, auffassungsreich, pünktlich und zuverlässig bin, und auch gerne mit anpacke.

Vielleicht könnt ihr mir Eure Meinung sagen, bin momentan in einer sehr Schwierigen Situation.
Gerne Tipps und Musteranschreiben. Ich denke ich habe euch nun einen Einblick in mein derzeitiges Leben gegeben!


Danke an die Leser ! LG

:)

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 09.12.2016, 14:35

Hallo Laubfrosch, willkommen hier.
Danke für deine Geschichte, ist doch immer gut, wenn man rausfindet, was man wirklich will. Und welche Ausbildung willst du jetzt machen?

Wir werden dir keine Musteranschreiben erstellen. Das musst du tun, aber wir können versuchen, dir zu helfen, das Optimum rauszuholen. Am besten postest du beides,die Stellenausschreibung und dein Anschreiben.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 09.12.2016, 22:22

Dass dein Gefühl, dass du in dem Ausbildungsberuf keine 40 Jahre arbeiten wolltest, dich dazu gebracht hat, die Ausbildung zu schmeißen, ist nicht schockierend sondern war eine gesunde Entscheidung. Es sit gut dass du Klarheit geschaffen hast. Was nun deine Anschrieben anbelangt, so solltest du dich nicht allzusehr auf die Vergangenheit sondern auf die ZUkunft konzentrieren. Also nicht "Wo will ich nicht hin?" sondern "Wo will ich hin?"

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 10.12.2016, 02:45

Hallo Laubfrosch!

Hast Du schon eine Vorstellung, wo es hingehen soll? Welche Berufe interessieren Dich?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 13.12.2016, 11:13

Dem ende hin habe ich im November 2016 den Ausbildungsbetrieb gewechselt, um mir klar zu werden, ob ich das überhaupt so noch möchte.

Dann bist du im zweiten Ausbildungsbetrieb ja nicht lange gewesen.

Aber wenn du jetzt eine grundlegende Entscheidung getroffen hast, dann ist dir sicherlich auch eine Last von den Schultern gefallen.


Nun möchte ich mich vollständig beruflisch neu Orientieren! Ich möchte mit dem alten abschließen, suche mir nun Arbeit für nebenher, und werde Praktika machen. Trotzdem brauch ich zum einem anschreiben für einen neuen Ausbildungsplatz in dem Beruf XXX, und ein Anschreiben, für eine Aushilfe im LIDL.

Grundsätzlich kann man in sein Anschreiben den gewärtigen Status schreiben: dass man sich eben beruflich umorientiert und zuletzt eine Ausbildung zur Mediengestalterin absolviert. Das ist zwar nicht ideal, aber kurz und knapp.

Meine Stärken sind, das ich gut mit Menschen umgehen kann, kontaktfreudig bin, auffassungsreich, pünktlich und zuverlässig bin, und auch gerne mit anpacke.

Es gibt vielleicht auch noch andere kreative Berufe mit weniger Druck (z.B. Goldschmiedin, Kostümbildnerin usw.) oder Berufe, bei denen man Kreativität mit Menschen verbinden kann (z.B. Ergotherapeutin usw.).

linchenbienchen
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Ausbildungsabbruch Formulierung Probleme Ausbilderin

Beitrag von linchenbienchen » 14.11.2017, 13:06

Hallo,

und zwar würde ich mich gerne neu bewerben damit ich in meinem jetzigen Betrieb endlich Kündigen kann.

Nach reichlich überlegen und lesen von Forumen, weiß ich leider immer noch nicht wie ich den Abbruch in meinen Anschreiben schön darstellen soll. Ich kann ja nicht schreiben das ich mit meiner Ausbilderin nicht klar gekommen bin wirkt sich ja sicherlich auch schlecht auf mich aus. Und ich kann leider auch nicht schreiben das mir die Ausbildung nicht gefallen hat und ich lieber was anderes machen will, da ich ja an sich wieder zurück ins Büro will. Ich mach gerade eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement und will gerne eine zur Kauffrau für Gesundheit machen.

Das Problem mit Ihr ist das sie mich schikaniert, vor den höher gestellten Leuten meine Wörter so umdreht das ich dann Schlecht da stehe... Sie genervt auf alles reagiert und ich nur dumme Antworten bekomme wenn ich mal was Frage und vieles mehr...

Hättet ihr vlt. paar gute Ideen ? :cry:

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 15.11.2017, 22:55

Viele Jugendliche fühlen sich von Ausbildern schikaniert. Es ist für Außenstehende kaum nachzuvollziehen, ob das stimmt oder ob der Jugendliche auf notwendige Strenge nur besonders empfindlich reagiert.

In dem Anschreiben musst du positiv argumentieren. Nicht Gründe, warum du von A weg willst, sondern Gründe, warum du zu B hinwillst nennen.

SandraR72
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Nachfrage

Beitrag von SandraR72 » 19.09.2018, 17:38

Hallo Linchenbienchen,
kannst du mir Bitte sagen wie du es nun gelöst hast, denn genau das gleiche Problem hat jetzt meine Tochter. Sie hat am 01.08. eine Ausbildungsstelle zur Kauffrau Büromanagement begonnen und wird nur schikaniert und möchte sich aber wieder bewerben für den gleichen Ausbildungsberuf.

Vielen lieben Dank im Voraus.

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