Bewerbung als Prüfungsreferentin

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
Antworten
TanjaAmalia
Beiträge: 20
Registriert: 16.06.2012, 13:34

Bewerbung als Prüfungsreferentin

Beitrag von TanjaAmalia » 17.06.2012, 13:57

Hallo liebe Bewerbungsforum-Mitglieder,

ich will mich hier auf eine Stelle als Prüfungsreferentin bewerben. Die Anforderungen der Stelle sind

Kenntnisse, Erfahrungen im Pädagogischen Bereich
analytisches und konzeptionelles denken,
die Fähigkeit Ergebnisse und Meinungen in Wort und Schrift klar zu präsentieren und formulieren,
eigenverantwortliches, zielorientiertes Arbeiten,
sicheres und verbindliches, überzeugendes Auftreten,
hohe Einsatzbereitschaft, Belastbarkeit, Teamfähigkeit,
die Fähigkeit zu Mitarbeiter zu motivieren,

Außerdem wollen sie noch einen privaten PKW den ich für die Arbeit zu nutzen bereit bin. Ich habe bis jetzt noch kein Auto, aber einen Führerschein und sobald ich eine Arbeit habe, kaufe ich mir natürlich eins. Aber um jetzt nicht unnötig zu verwirren mit solchen "Nebensächlichkeiten" habe ich den Punkt einfach aus der Bewerbung rauselassen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein vielseitiger Bildungsweg und das Interesse mich neuen Herausforderungen zu stellen, veranlassen mich auf die ausgeschriebene Stelle als Prüfungsreferentin zu bewerben.

Zunächst erlernte ich den Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten. Hierbei eignete ich mir ausbaufähige Rechtsgrundkenntnisse an. Das Arbeiten in einer Kanzlei erforderte hohe Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit sowie zuverlässiges und selbstständiges Arbeiten. Nach meiner Ausbildung besuchte ich die berufsbildende Schule in xyz und erlangte die Fachhochschulreife im Themenbereich 'Soziales', bei dem ich mir fundiertes Wissen im Bereich Pädagogik und Psychologie aneignete.

Im Oktober 2006 begann ich mein Studium der Geschichte an der xyz Universität in xyz, dass ich 2010 mit dem Bachelor abschloss. Anschließend studierte ich an der xyz Universität in xyz im Master Studiengang 'Neuere Geschichte' den ich voraussichtlich im Juli abschließen werde. Während des Studiums in xyz arbeitete ich nebenberuflich in meinem Ausbildungsberuf als Rechtsanwaltsfachangestellte und als Texterin für das Unternehmen xyz, für das ich Informationstexte verfasste. Als Studentin, Rechtsanwaltsfachangestellte sowie als Texterin war ein klarer verständlicher und präzise formulierter Ausdruck notwendig. Im Rahmen meines Studiums habe ich gelernt analytisch-konzeptionell zu denken und bewiesen, dass ich mich effektiv in neue Aufgabengebiete schnell und zuverlässig einarbeiten kann. Im Universitätsalltag, während meiner Praktika und meines Auslandaufenthalts in Rom kam ich mit verschiedenen Menschen in Kontakt und habe eine hohe Sozialkompetenz entwickelt. Ich kann eigenverantwortlich aber auch in einem Team zielorientiert arbeiten. Beide Arbeitsweisen waren notwendig, um bspw. in Seminar- und Referatsgruppen ein qualitatives Ergebnis zu erzielen. Dabei übernahm ich häufig die Leitung der Gruppe in dem ich die Aufgabenbereiche verteilte oder Forschungsergebnisse zu einer Präsentation zusammenstellte und für ein motiviertes Arbeitsklima sorgte. Ein verbindliches und selbstsicheres Auftreten zeichnen mich eben so aus, wie die Fähigkeit, Konflikte schnell und unkompliziert zu lösen.

Über einen Termin zu einem Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr.

Mit freundlichen Grüßen

-----
Also was mich verunsichert ist, dass Berufserfahrung erwünscht ist. Ich habe aber keine, deshalb will ich natürlich so überzeugen. Sollte ich deshalb vielleicht noch drunter schreiben: "Ich bin hoch motviert ins Arbeitsleben einzutreten und meine Fähigkeiten und Kenntnisse anzuwenden und auszubauen." ?

Außerdem habe ich Bedenken, dass mein Anschreiben nicht seriös genug wirkt für eine solche Ausschreibung.

Vielen Dank für eure Hilfe
TanjaAmalia

malox
Bewerbungshelfer
Beiträge: 459
Registriert: 07.09.2011, 00:53

Re: Bewerbung als Prüfungsreferentin

Beitrag von malox » 17.06.2012, 19:33

TanjaAmalia hat geschrieben: Außerdem habe ich Bedenken, dass mein Anschreiben nicht seriös genug wirkt für eine solche Ausschreibung.
"Seriös" ist nicht der richtige Ausdruck, aber das Anschreiben spiegelt fast nur deinen Lebenslauf wider.
Der zeigt zwar tatsächlich eine recht interessante Entwicklung auf (ich als Leser frage mich - eher neugierig als skeptisch - zum Beispiel, was bei dir zu dieser Entwicklung über die drei verschiedene Fachgebiete Recht/Soziales/Geschichte führte und welche Überlegungen dahintersteckten), aber bleibt sehr in der Vergangenheit behaftet.

Es ist zu wenig zukunftsorientiert geschrieben und wirkt eher wie ein ausgeschriebener Lebenslauf.

Dadurch hast du zwar eine klare Struktur, etwas an was du dich entlanghangeln kannst - aber dadurch bleibt es auch sprachlich sehr einseitig.

Mir fehlt die Perspektive auf das Neue hin, dazu - obwohl du gut deinen Lebenslauf skizzierst - Persönlichkeit und vor allem: echtes Interesse an der Stelle.

Ich denke, für so eine Stelle könntest/solltest du dich eher von so einem Schema lösen, sondern einen "journalistischen Artikel" über dich selbst abliefern, welcher deutlich pointierter daherkommen sollte.
Man merkt dem Anschreiben an, dass du versuchst auf alle genannten Gebiete einzugehen - das ist im Prinzip ja auch richtig. Es klingt aber noch sehr "strapaziert" und "hingebogen".

Die Stellenbeschreibung bleibt sehr vage - das heißt aber auch, dass sich a) sehr viele verschiedene Leute bewerben werden, es b) vor allem (auch) Geisteswissenschaftler aller Fachrichtungen anspricht und c) du dich in diesem "Pool" deutlich profilieren musst.

Wegen der "sprachlichen Einseitigkeit":
schau dir mal nur blauen und im Folgenden die mit Fettschrift markierten Textstellen an - das ist immer derselbe Satzbau.
Ich habe jeden Satz "separiert" - da wird es noch deutlicher.


---------

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein vielseitiger Bildungsweg und das Interesse mich neuen Herausforderungen zu stellen, veranlassen mich auf die ausgeschriebene Stelle als Prüfungsreferentin zu bewerben.

Zunächst erlernte ich den Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten.

Hierbei eignete ich mir ausbaufähige Rechtsgrundkenntnisse an.

Das Arbeiten in einer Kanzlei erforderte hohe Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit sowie zuverlässiges und selbstständiges Arbeiten.

Nach meiner Ausbildung besuchte ich die berufsbildende Schule in xyz und erlangte die Fachhochschulreife im Themenbereich 'Soziales', bei dem ich mir fundiertes Wissen im Bereich Pädagogik und Psychologie aneignete.

Im Oktober 2006 begann ich mein Studium der Geschichte an der xyz Universität in xyz, dass ich 2010 mit dem Bachelor abschloss.

Anschließend studierte ich an der xyz Universität in xyz im Master Studiengang 'Neuere Geschichte' den ich voraussichtlich im Juli abschließen werde.

Während des Studiums in xyz arbeitete ich nebenberuflich in meinem Ausbildungsberuf als Rechtsanwaltsfachangestellte und als Texterin für das Unternehmen xyz, für das ich Informationstexte verfasste.

Als Studentin, Rechtsanwaltsfachangestellte sowie als Texterin war ein klarer verständlicher und präzise formulierter Ausdruck notwendig.

Im Rahmen meines Studiums habe ich gelernt analytisch-konzeptionell zu denken und bewiesen, dass ich mich effektiv in neue Aufgabengebiete schnell und zuverlässig einarbeiten kann.

Im Universitätsalltag, während meiner Praktika und meines Auslandaufenthalts in Rom kam ich mit verschiedenen Menschen in Kontakt und habe eine hohe Sozialkompetenz entwickelt.

Ich kann eigenverantwortlich aber auch in einem Team zielorientiert arbeiten.

Beide Arbeitsweisen waren notwendig, um bspw. in Seminar- und Referatsgruppen ein qualitatives Ergebnis zu erzielen.

Dabei übernahm ich häufig die Leitung der Gruppe in dem ich die Aufgabenbereiche verteilte oder Forschungsergebnisse zu einer Präsentation zusammenstellte und für ein motiviertes Arbeitsklima sorgte.

Ein verbindliches und selbstsicheres Auftreten zeichnen mich eben so aus, wie die Fähigkeit, Konflikte schnell und unkompliziert zu lösen.


Über einen Termin zu einem Vorstellungsgespräch
freue ich mich sehr.

Mit freundlichen Grüßen

TanjaAmalia
Beiträge: 20
Registriert: 16.06.2012, 13:34

Beitrag von TanjaAmalia » 17.06.2012, 21:30

Hallo Malox,

danke für deine schnelle Antwort. Ich werde die Bewerbung nochmal überarbeiten und dann nochmal posten.

Danke nochmal und bis später!

malox
Bewerbungshelfer
Beiträge: 459
Registriert: 07.09.2011, 00:53

Beitrag von malox » 17.06.2012, 22:03

Was macht diese "Prüfungsreferentin" überhaupt?
In welchem (Fach-)bereich ist das? Privatwirtschaft? Uni?

Das bekommt man weder aus der Stellenbeschreibung noch aus deinem Text raus...

TanjaAmalia
Beiträge: 20
Registriert: 16.06.2012, 13:34

Beitrag von TanjaAmalia » 17.06.2012, 22:08

Das ist eine Prüfungsreferentin für das Schulamt.

Deshalb habe ich mein Fachabi-Richtung erwähnt.

Ich überlege die ganze Zeit was du mit "journalistischen Artikel" meinst. Sowas wie man manchmal in der Zeitung liest wenn ein Autor eine Lesung gibt? Oder wie in einem Buchband über den Autoren kurz geschrieben wird?

malox
Bewerbungshelfer
Beiträge: 459
Registriert: 07.09.2011, 00:53

Beitrag von malox » 18.06.2012, 00:14

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sehr schwer ist, den Schwung zu bekommen von der "Normalbewerbung" (mit seinem Fach, den Schwerpunkten, seinen Stärken und seinen Wünschen) hin zu einem Anschreiben, das "übergreifender" wird.

Meiner Meinung und nach der Erfahrung hier gibt es drei "Stufen" in der Entwicklung eines Bewerbungsschreiben:
1. Reine Aufzählung von Fähigkeiten (meist aus diversen Musterschreiben abgeschrieben, liest sich meist nach Massenanschreiben, wenig personalisiert)
2. Verknüpfung von (geforderten) Fähigkeiten mit persönlichen Erfahrungen aus Ausbildung, Berufspraxis, Freizeit (="Normalbewerbung")
3. Eigenständige Erarbeitung des Anschreibens mit Beschreibung von grundlegenden Überzeugungen wie man selbst arbeitet/sich die Arbeit vorstellt, verknüpft mit den eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen.
"Journalistisch" war vielleicht das falsche Wort, eher so wie ein Essay über sich selbst mit der These: "Ich will den Job und kann das leisten".

Leitfragen könnten dazu auch sein - gerade wenn die Tätigkeit mit Menschen zu tun hat, geht das ganz gut:
- Welche Positionen vertrittst du und warum? Inwiefern hast du dich mit der Tätigkeit auseinandergesetzt?
- Welche Basis braucht die Arbeit deiner Meinung nach - und was bringst du dafür mit?
- In welcher Rolle bzw. als was siehst du dich in den Job? Welches "Weltbild" steckt dahinter?

Sehr schwierig zu erklären, ohne ein Beispiel zu nennen - das sieht man *hier* zudem recht selten.

Ich habe es erwähnt, weil es eine Ausschreibung zu sein scheint, die recht "offen" ist und bei der erstens auf Persönlichkeit, zweitens auf gute Ausdrucksweise Wert gelegt wird.

Vielleicht geht das auch eher mit Berufserfahrung - andererseits scheint es mir bei der Ausschreibung fast angebracht, um aus einer Masse herauszustechen.

TanjaAmalia
Beiträge: 20
Registriert: 16.06.2012, 13:34

Beitrag von TanjaAmalia » 18.06.2012, 11:14

Guten Morgen Malox,

danke für die Fragestellungen an den ich mich orientieren kann. Ich habe gerade nochmal die Stellenausschreibung gründlich gelesen u.a. für die Bewerbungsunterlagen werden "Bewerbungen mit tabellarischem Lebenslauf und ausführlichem beruflichen Werdegang" erwartet. Ich denke dem entspricht meine Bewerbung wenn ich mich an deine Orientierung halte.

Vielen Dank! Ich poste nochmal das Anschreiben, wenn ich denke fertig zu sein.

Beste Grüße
TanjaAmalia

Antworten