Bewerbung in Deutschland auf Englisch

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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jackhightech
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Bewerbung in Deutschland auf Englisch

Beitrag von jackhightech » 19.03.2018, 14:11

Hallo,

ich möchte mich bei einem internationalen Unternehmen bewerben, das ursprünglich aus der Schweiz kommt, einige internationale Zweigstellen hat und nun nach Deutschland expandiert. Die jeweiligen Stellenanzeigen dazu sind auf Englisch verfasst, die Eingabemaske erwartet ein Resume samt Cover Letter.

Ich habe nun hier gelesen, dass die Bewerbung bei englischer Anzeige auf auf Englisch zu verfassen ist. Ich möchte nun aber nicht all zu viel Zeit verschwenden, nur um meine gesamte Bewerbung nun noch mal auf englisch/amerikanisch umzustellen, zumal das ja auch noch mal wesentlich mehr ist als reine Übersetzungsarbeit. Wenn ich berücksichtigen möchte, dass ein Cover Letter vielleicht anders zu verfassen ist als ein deutsches Anschreiben bzw. ein Resume anders aufgebaut ist als ein CV, kann ich im Grunde ja fast noch mal bei 0 anfangen.

Deshalb die Frage: Ist das wirklich nötig? Empfiehlt es sich vielleicht vorher anzurufen und nachzufragen, ob sie auch deutsche Bewerbungen akzeptieren? Würde es denn, falls nicht, ausreichen, meine deutsche Bewerbung weitestgehend zu übersetzen und das Format zu erhalten oder muss ich hier wirklich in den sauren Apfel beißen und alles neu gestalten?

theodor111
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Beitrag von theodor111 » 31.03.2018, 07:45

Ich möchte nun aber nicht all zu viel Zeit verschwenden, nur um meine gesamte Bewerbung nun noch mal auf englisch/amerikanisch umzustellen, zumal das ja auch noch mal wesentlich mehr ist als reine Übersetzungsarbeit.
Ich vermute mal, da Du schon schreibst, dass Du Dir keine Arbeit machen möchtest, möchte auch keiner hier die Arbeit für Dich machen.

Ansonsten hast Du recht, eine einfache Übersetzung genügt nicht, zumal der Coverletter ein Motivationsschreiben ist, wo Du Deine wesentlichen Topfähigkeiten darstellst. Ich fand einen Coverletter zu schreiben eigentlich schöner als ein deutsches Anschreiben, Klotzen statt Kleckern ist da ansgesagt.

jackhightech
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Beitrag von jackhightech » 01.04.2018, 14:29

theodor111 hat geschrieben:Ich vermute mal, da Du schon schreibst, dass Du Dir keine Arbeit machen möchtest, möchte auch keiner hier die Arbeit für Dich machen.
Nun, ich möchte mir schon Arbeit machen, aber keine, die u.U. gar nicht nötig ist. Ist es denn verwerflich, den Faktor persönliches Zeitinvestment als Bewerber in die Kosten/Nutzenrechnung mit einzubeziehen, besonders wenn man sich aus einer Festanstellung heraus bewirbt und Zeit zur Bewerbungsgestaltung vielleicht auch nicht unbegrenzt zur Verfügung steht?

Für mich wäre der Zeitaufwand, mich in die Struktur und Gepflogenheiten einer englischen/amerikanischen Bewerbung einzuarbeiten und das Ganze dann von 0 auf neu umzusetzen so hoch, dass ich tatsächlich hinterfragen würde, ob ich mich da überhaupt bewerbe. Alternativen habe ich derzeit noch genug.
theodor111 hat geschrieben:Ansonsten hast Du recht, eine einfache Übersetzung genügt nicht, zumal der Coverletter ein Motivationsschreiben ist, wo Du Deine wesentlichen Topfähigkeiten darstellst. Ich fand einen Coverletter zu schreiben eigentlich schöner als ein deutsches Anschreiben, Klotzen statt Kleckern ist da ansgesagt.
Aber tut man das oder sollte man das in einem deutschen Anschreiben nicht auch tun? So weit ich das jetzt recherchiert habe, legt das Resume doch schon deutlichen Fokus auf Fähigkeiten/Berufserfahrung. Wäre es dann nicht redundant, das im Coverletter noch mal so herauszustellen?

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 02.04.2018, 16:18

In diesem Fall ist davon auszugehen, dass mindestens einer der Entscheider nicht gut genug Deutsch kann, um die Bewerbungsunterlagen prüfen zu können. Es macht also keinen Sinn, sich auf Deutsch zu bewerben. Ob du die Zeit investieren willst, deine Bewerbung auf Englisch zu erstellen, musst du selbst entscheiden.
Der Cover letter wiederholt auch im Deutschen nicht den Lebenslauf, sondern erklärt, warum man gerade für diesen Job ein sehr guter Kandidat ist.

jackhightech
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Beitrag von jackhightech » 03.04.2018, 01:54

Noch zur Ergänzung: Es geht mir nicht in erster Linie darum, mir hier nur Mehraufwand zu ersparen, sondern darum, die Bewerbung rauszubekommen, bevor die Position möglicherweise bereits vergeben ist. Ist es vor dem Hintergrund völlig sinnfrei, dort einfach vorher anzurufen und nachzufragen? Das Unternehmen kommt ursprünglich aus dem deutschsprachigen Raum, erscheint mir rein intuitiv also wahrscheinlich, dass mit guter Wahrscheinlichkeit auch eine deutsche Bewerbung akzeptiert würde. Längerfristig würde ich mir dann ohnehin auch englische Bewerbungsunterlagen erstellen.
Der Cover letter wiederholt auch im Deutschen nicht den Lebenslauf, sondern erklärt, warum man gerade für diesen Job ein sehr guter Kandidat ist.
Das wollte ich damit auch nicht sagen. Was sind denn dann die wesentlichen Unterschiede zwischen Anschreiben und Cover Letter? Bei meiner Recherche waren das bisher immer eher minimale stilistische Feinheiten, aber nichts Wesentliches. Zumindest sind meine deutschen Anschreiben auch Motivationsschreiben, in denen ich anhand meiner Fähigkeiten den Mehrwert meines potentiellen Neu-Arbeitgebers herauszustellen versuche.

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 06.04.2018, 21:46

Sorry falls ich zu spät bin, bin selten hier.

Ich hab’s dir schon erklärt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass einer der Entscheider kein Deutsch spricht. Was denkst du denn, warum die Anzeige auf Englisch ist? Weil sie zeigen wollen, dass sie auch Englisch können?

Es gibt keinen definierten Unterschied zwischen einem covering letter und einem Anschreiben, aber kulturell bedingt ist ein covering letter offensiver und streicht besser heraus, welche Kompetenzen man für diesen speziellen Job mitbringt. In Deutschland wird leider noch sehr oft das Anschreiben als „hier haben Sie meine Bewerbung“ missbraucht und mit nichtssagenden Floskeln a la „in der XY Zeitung sah ich Ihre Annonce, die mich sofort angesprochen hat...“ gefüllt wird.

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