Bewerbung nach langer Krankheit - Formulierungen?

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Mr. Blonde
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Re: Krankheit in Lebenslauf nennen - im Anschreiben erläuter

Beitrag von Mr. Blonde » 12.07.2013, 20:51

kira79 hat geschrieben: Die Frage ist, was sollte man sonst tun? ich halte es für sinnvoll gleich offen damit umzugehen, zumal es heute keine Einschränkungen mehr gibt (hier natürlich auch die Frage, Schwerbeh. auch angeben?) Diese Fragen stelle ich vor allem, weil ich außer Schulzeugnissen (sgt)/ Auszeichn. keine weiteren Arbeitsreferenzen vorzuweisen habe.
Ja, ich halte es für sinnvoll gleich offen damit umzugehen. Die Frage was in dieser Zeit passiert ist bzw. warum sich der Schulabschluss entsprechend verzögert hat, kommt ohnehin und ist ja auch nicht unberechtigt. Außerdem ist das nichts dessen Du dich schämen bräuchtest, so was kann ja keiner beeinflussen. Ich denke aber, dass das nur in den Lebenslauf gehört, da ggf. auch mit einem kurzen Zweizeiler näher erläutert. Das aber nur als "Vorgeschmack", damit die sich halbwegs ein Bild machen können. Die eigentliche Erläuterung folgt im Vorstellungsgespräch, je nach dem wie viel die wissen wollen und Du zu erzählen bereit bist. Im Anschreiben würde ich max. einen Satz wie "Nach vollständiger Genesung meiner zwischenzeitlichen Erkrankung habe ich meine schulische Laufbahn mit gutem Erfolg (variiere je nach Abschluss) abgeschlossen" bringen. Nutze das Anschreiben ausschließlich für positve Punkte und erwarte kein Mitleid, in einem Bewerbungsprozess wird nun mal erbarmungslos aussortiert.
kira79 hat geschrieben:Mein Eindruck bisher, das ist ja leider das traurige und ich hoffe sehr, dass ich mich da täusche, ist ja der, dass solch natürlichen, unverschuldeten Situationen nicht gewünscht sind (und doch einfach Realtität sind) und es macht irgendwie traurig, dass man damit praktisch seine Person und seine Biografie verleugnen muss, gerade wenn man auch hier das eine oder andere Schicksal ließt.
Ich kann Dir diesen Eindruck nicht vollständig nehmen. Es geht aber nicht darum, dass die Dir deine Erkrankung selbst negativ auslegen werden. Problem ist viel mehr, dass Dir Deine Krankheit leider kostbare Zeit gekostet hat. Das ist aber kein Grund die Flinte ins Korn zu werfen und auch nicht irgendetwas zu verleugnen. Du wirst es vermutlich etwas schwerer haben, aber es gibt auch reichlich Unternehmen, die Deine Situation einschätzen können und Deine Vorteile, die Du natürlich optimal rausarbeiten sollstet, zu schätzen wissen werden.

Mr. Blonde
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Re: Krankheit in Lebenslauf nennen - im Anschreiben erläuter

Beitrag von Mr. Blonde » 12.07.2013, 21:02

kira79 hat geschrieben:hier natürlich auch die Frage, Schwerbeh. auch angeben?
Auch noch kurz zu dieser Frage: Unbedingt! In vielen Stellenausschreibungen stehen Sätze wie: "Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt" Natürlich können das auch reine Lippenbekenntnisse sein. Ich würde mir aber an Deiner Stelle auf keinen Fall nehmen lassen, auch ausnahmsweise einmal einen Vorteile aus Deiner Situation zu ziehen. Abgesehen davon ist das natürlich auch sonst nicht unerheblich, was aber natürlich vom Grad und der genauen Ausprägung Deiner Behinderung abhängig ist. Und mal ehrlich, bei einem Unternehmen, dass Dir daraus einen Strick dreht, wirst Du eh nicht glücklich.

Ich wünsch Dir viel Erfolg.

blinkx
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Bewerbung für Ausbildung mit "längerer" Krankheit

Beitrag von blinkx » 17.02.2015, 19:06

Huhu Leute,

ich habe momentan echt keine Ahnung wie ich mit meinem Anschreiben weitermachen soll, da mir ein wichtiger Bestandteil fehlt. Um etwas Klarheit reinzubringen, erzähle ich fix etwas über mich:

Ich bin momentan 18 Jahre alt, fast 19. Bis letztes Jahr war ich noch offiziell bis Juli 2014 auf einem Wirtschaftsgymnasium, da ich mir nach meinem Werkrealschulablschluss (mittlere Reife Ø 2,2) gedacht habe, jetzt gehe ich einen Schritt weiter und mache Abitur. Nach einem viertel Jahr war ich dann eine etwas längere Zeit krank (2-3 Wochen) und in der Zeit wurde viel neues gelernt und Arbeiten geschrieben. Also musste ich anfangen den Stoff aufzuholen. Das hat mich dann aber ziemlich schnell belastet.
Bis 17 Uhr Schule, um 18 Uhr daheim, von 19 Uhr bis meist tief in die Nacht lernen, lernen, lernen... .
Das hab ich dann zwei Wochen lang mitgemacht, bis mich sowohl die Übermüdung als auch der pure Druck überrumpelt haben. Davon mal abgesehen, dass die Lehrer 0 Verständnis gezeigt haben und sich auch sonst nicht bemüht mir zu helfen. Also war sozusagen in einem Kreislauf gefangen. Das hat mir dann so auf die Psyche gedrückt, dass ich depressiv wurde. Das war dann im Dezember 2013. Etliche Arztbesuche etc. folgten. Bis Anfang April war ich unregelmäßig noch in der Schule.
Danach ging einfach gar nichts mehr und ging dann bis Ende letzten Jahres in Therapie. In dieser Zeit habe ich viele Sachen dazugelernt, auch über mich selbst und damit mit der Depression umzugehen und sie zu überwinden. Mir wurde relativ frühzeitig schon angeboten die 11te Klasse einfach zu wiederholen, jedoch wollte ich das nicht, weil mir selber klar wurde dass ich viel lieber praktischer etwas machen wollte, als nur den ganzen Tag in der Schule zu sitzen. Zumal ich schon seit über einem Jahr eigentlich nur zuhause bin und wieder richtig Lust habe, etwas zu machen, mich sinnvoll zu beschäftigen.

So nun ist meine Frage, wie ich diese Situation kurz und bündig in mein Anschreiben einbinden kann. Ich selbst habe da absolut keine Ahnung, konnte mir auch nirgends richtig Anregungen holen, weil ich glaube dass meine Situation nicht gerade oft vorkommt.


Grüße,

blinkx

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FRAGEN
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Re: Bewerbung für Ausbildung mit "längerer" Krankh

Beitrag von FRAGEN » 17.02.2015, 23:51

blinkx hat geschrieben:weil mir selber klar wurde dass ich viel lieber praktischer etwas machen wollte, als nur den ganzen Tag in der Schule zu sitzen.
blinkx hat geschrieben:So nun ist meine Frage, wie ich diese Situation kurz und bündig in mein Anschreiben einbinden kann.
Mir scheint zwischen diesen beiden Sätzen etwas zu fehlen... nämlich ein inhaltliches Interesse an einer konkreten Tätigkeit. Was könnte das für eine sein? Und warum?

Fisch45
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Kuraufenthalt in Bewerbung wie formulieren?

Beitrag von Fisch45 » 18.03.2017, 18:54

Hallo,
ich fahre jetzt für 3 Wochen zur Kur. Soll ich das mit rein schreiben? Denn ich könnte ja erst Vorstellungsgespräche Ende April wahr nehmen. Und falls ja, wie vormuliere ich das? :?:

Zerschmetterling
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Beitrag von Zerschmetterling » 19.03.2017, 12:56

Ich würde es lieber als "Reise" titulieren. Bei "Kur" könnte der Gedanke aufkommen, dass Du (eventuell auch chronisch) krank bist und daher öfter und/länger ausfällst.

Bist Du während der Kur denn gut zu erreichen (Handy/Mail)? Dann könntest Du es so schreiben: "In der Zeit vom ... bis ... befinde ich mich auf einer Reise, bin jedoch auf dem Handy/per E-Mail erreichbar. Für ein Vorstellungsgespräch stehe ich Ihnen gerne ab dem .... zur Verfügung.".

Eventuell kannst es ja auch noch mal unter die Tel.nr. schreiben: "Urlaub: xx-yy".


LG Zerschmetterling

Fisch45
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Beitrag von Fisch45 » 19.03.2017, 13:09

Danke. Du hast recht. Das mit der Reise hört sich besser an.

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Bewerbung nach langer krankheit und elternzeit

Beitrag von 4fachmama » 08.07.2017, 21:01

Hallo, nun brauche ich auch mal eure Hilfe.
Ich (29J.) nun seit 2010 in Elternzeit. (4 Kinder) Nun möchte ich wieder in das Berufleben Einsteigen. Leider ist mein Lebenslauf nicht ganz so wie von Arbeitgebern gewünscht. Ich musste aus Gesundheitlichen gründen meine Ausbildung zur Altenpflegerin nach 6 Monate Abbrechen. Damals war ich 20 Jahre. Danach war ich 10 Monate in der Rhea. Als ich wieder Gesund war habe ich erst mal Stundenweiße ein Job bei der Post angenommen um wieder in den Arbeitsalltag einzusteigen. Nach knapp einem Jahr wurde ich mit meinem ersten Kind schwanger. Es folgten Kind 2,3 und 4. Jetzt möchte ich gerne wieder Arbeiten gehen und scheiter an dem Bewerbungsschreiben. Wie kann ich das Schreiben formulieren, ohne große Lücke in meinem Lebenslauf und ohne meinen zukünftigen Arbeitgeber abzuschrecken. Was kommt alles in das Bewerbungsschreiben rein. Ich hoffe auf Rege Rückmeldungen und bedanke mich schonmal im Vorraus.
LG

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 08.07.2017, 22:03

Willst du denn wieder in die Altenpflege oder woanders hin? Bewirbst du dich auf Ausbildungsplätze?

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Beitrag von 4fachmama » 08.07.2017, 22:15

Vielen Dank für die Schnelle Antwort. Nein, Altenpflege kommt nicht mehr in Frage. Ich möchte mich Beruflich komplett neu orientierten. Die Arbeit im Handel und Verkauf würde mich Interessierten.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 09.07.2017, 11:28

Bewirbst du dich denn auf Ausbildungsplätze?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 12.07.2017, 12:52

Wenn du vier Kinder hast, dann ist die berufliche Auszeit doch völlig normal. Du musst dir jetzt überhaupt keine Gedanken machen, wie du diese angebliche Lücke begründen willst. Das wäre totaler Quatsch. Du musst stattdessen dein Bewerbungsschreiben so schreiben, als wenn es diese Familienzeit nicht gegeben hätte; du also frisch von der Schule kämst.

Dein Ziel sollte auf alle Fälle ein Ausbildungsplatz sein. Aber ob du im Handel und Verkauf die besten Voraussetzungen mit vier Kindern findest, bezweifele ich. Mache doch erst mal Berufstests und Praktika/Nebenjobs, bevor du dich vorschnell festlegst.

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