Bewerbung nach Studienabbruch formulieren - abgebrochenes Studium

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Romanum
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Beitrag von Romanum » 27.05.2015, 21:33

julioprince hat geschrieben:Hier einige Informationen:

Du hast doch schon einiges zu bieten, auch wenn du es vielleicht derzeit nicht so siehst. Es gibt auch Arbeitgeber, die gerne Studienabbrecher nehmen, weil diese motiviert, leistungsfähig und zielorientiert sind.

Es gibt aber auch abwechslungsreichere kaufmännische Ausbildungen als Bankkaufmann. So wäre Industriekaufmann zum Beispiel doch auch für dich geeignet, als Bankkaufmann hast du nun mal viel Schalterkontakt bzw. der Beruf ist oft auch vertriebsorientiert. Bedenke auch die weitere Entwicklung im Privatkundenbereich bzw. Online-Banking in den nächsten Jahren/Jahrzehnten.

julioprince
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Beitrag von julioprince » 28.05.2015, 16:46

Ich danke euch für eure Worte, haben mir sehr geholfen.

Meine Frage allerdings nun, ob es sich positiv bzw auch negativ beim Personaler auswirken könnte, wenn ich direkt im ersten Satz schreibe, dass ich aufgrund der Umstände das Studium nicht weiter machen konnte. Macht das keinen schlechten Eindruck, oder wäre es sogar gut, da es einfach nur ehrlich ist.

Habe mich auch mittlerweile nach Plätzen für einen Industriekaufmann sowie Kaufmann für Büromanagement umgeschaut.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 28.05.2015, 22:27

Die IHKs haven ein Programm für Studienabbrecher aufgelegt, um diese Ressourcen aufzugreifen. Erkundige dich auch diesbezüglich!

Romanum
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Beitrag von Romanum » 29.05.2015, 14:42

julioprince hat geschrieben:Meine Frage allerdings nun, ob es sich positiv bzw auch negativ beim Personaler auswirken könnte, wenn ich direkt im ersten Satz schreibe

Es ist sehr negativ, wenn du damit dein Anschreiben beginnst.

Es ist sehr negativ, wenn du im Anschreiben bzgl. etwas erklären willst. Einfach auf das Positive besinnen. Baue dein Anschreiben nach dieser Form auf: http://www.bewerbung-forum.de/anschreiben.html

QuestL
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Studienabbruch - Anschreiben für Berufsausbildung

Beitrag von QuestL » 29.07.2015, 21:27

Hi, 

ich hoffe, ich bin hier richtig gelandet.

Ich habe vier Semester Lehramt fürs Gymnasium (Politik&Wirtschaft/Geschichte/Sport) studiert und nun habe ich dieses Studium aus eigener Initiative abgebrochen.

Zum einem hatte ich einfach andere Vorstellung vom Studiengang (geringer Praxis-Anteil), zum anderem wurde erst im Studium eine Legasthenie bei mir festgestellt. Womit die Berufsausübung als Lehrer für mich äußerst umständlich wird. Im Allgemeinem Schulpraktikum habe ich mich auch nicht sonderlich wohlgefühlt. Es ist einfach nicht der Beruf, den ich ein Leben lang ausüben will.

Momentan habe ich keine Lust ein neues Studium anzufangen, will erst mal eine Berufsausbildung beginnen. Dieses Einprügeln von zum Teil reiner Theorie brauche ich momentan einfach nicht. Da mir im Studium

Dieser weltberühmte Satz „momentan besuche ich die XY. Klasse/Uni ...“ - muss doch nicht in ein Anschreiben oder :/ Sollte der Grund für meine Beendigung des Studiums in das Anschreiben oder ist das für den Arbeitgeber eher unwichtig.

Hin und wieder fällt Mal ein Bezug zum Studium, habe ja die letzten zwei Jahre damit verbracht und da auch etwas gelernt. Wie intensiv sollte dieses Wort „Studium“ verwendet werden, da die Ausbildung für Leute ohne studentische Erfahrung ausgelegt ist?

Vielen Dank im Voraus

Frani
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Beitrag von Frani » 30.07.2015, 13:45

Hallo QuestL,

du musst in ein Anschreiben nicht reinschreiben, das du da und da zur Schule gehst, denn es steht in deinem Lebenslauf :)

Den Grund musst du nicht reinschreiben, dass kann man, wenn es dem späteren AG brennend interessiert, beim Vorstellungsgespräch tun.

Zu deiner letzten Frage kann ich dir leider keine Antwort geben ._.
Wichtig ist nur, dass du nicht so sehr auf dein abgebrochenes Studium rumreitest.

Liebe Grüße
Frani

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TheGuide
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Re: Studienabbruch - Anschreiben für Berufsausbildung

Beitrag von TheGuide » 30.07.2015, 16:41

QuestL hat geschrieben:Ich habe vier Semester Lehramt fürs Gymnasium (Politik&Wirtschaft/Geschichte/Sport) studiert und nun habe ich dieses Studium aus eigener Initiative abgebrochen.

Zum einem hatte ich einfach andere Vorstellung vom Studiengang (geringer Praxis-Anteil),...
Das ist ja ein gerne vorgebrachter Grund von Studienabbrechern, dass das Studium zu wenig Praxisanteil hatte. Ich find ihn sehr grenzwertig, letztendlich weiß jeder Personaler: Da hat jemand die dritte Prüfung nicht bestanden. Bei einem technischen Studiengang: Geschenkt! Aber bei Fächern wie Politik und Geschichte wirst du mit "zu wenig Praxisbezug" nur ungläubiges Staunen oder Gelächter ernten.

Als abgebrochener Historiker wäre evtl. die Ausbildung zum Archivinspektoranwärter etwas für dich. Sofern du nicht festgestellt hast, dass Geschichte eigentlich gar nicht deinen Interessen entspricht.
zum anderem wurde erst im Studium eine Legasthenie bei mir festgestellt.
Dann hast du es ja bisher gut verbergen können.
Im Allgemeinem Schulpraktikum habe ich mich auch nicht sonderlich wohlgefühlt. Es ist einfach nicht der Beruf, den ich ein Leben lang ausüben will.
Dann hast du die richtige Entscheidung getroffen.
Dieser weltberühmte Satz „momentan besuche ich die XY. Klasse/Uni ...“ - muss doch nicht in ein Anschreiben oder :/ Sollte der Grund für meine Beendigung des Studiums in das Anschreiben oder ist das für den Arbeitgeber eher unwichtig.
Richtig, was du derzeit machst, oder gemacht hast, kann der Adressat dem Lebenslauf entnehmen. Wie die Vorrednerin richtig sagte, ist es wenig sinnvoll, auf dem Abbruch herumzureiten. Den kann der Adressat dem Lebenslauf sowieso entnehmen. (Keine Abschlussnote wird, außer bei studienbegleitenden Praktika und Werkstudententätigkeiten automatisch als Abbruch gewertet.) Stattdessen konzentriere dich auf die Zukunft und den zukünftigen Beruf. Ins Anschreiben gehört nur, was dir argumentativ nützt. Lass die Personalabteilung die Arbeit, Gegenargumente gegen dich zu finden selber machen! Nimm ihnen diese Arbeit nicht ab. Die Arbeit, die Pro-Argumente ausfindig zu machen wohl. Auf deine Vergangenheit greifst du dann zurück, wenn du sie brauchst, um Kompetenzen oder Stärken nachzuweisen.
Wie intensiv sollte dieses Wort „Studium“ verwendet werden, da die Ausbildung für Leute ohne studentische Erfahrung ausgelegt ist?
Die Antwort kennst du: So wenig wie möglich!

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Studiumabbruch in Anschreiben erwähnen? Wie?

Beitrag von timetobealive » 09.02.2016, 13:41

Hallo allerseits,
ich befinde mich derzeit im 3.Semester, habe aber vor das Studium abzubrechen.
Da ich sehr Sport begeistert bin, war ein Wirtschaftsstudium möglicherweise die falsche Entscheidung, da es mir einfach zu theorielastig ist und wenig interessiert, was sich auch in den Noten widergespiegelt hat (3,0 derzeit)

Inwiefern sollte ich das im Anschreiben erwähnen?

"Zurzeit studiere ich Wirtschaft im 3.Semester an der Universität XXX. Ich spiele jedoch seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, meine Leidenschaft zum Sport zum Beruf zu machen und habe nun vor, mich den Schritt zum Studienabbruch zu wagen. Ich bin mir inzwischen sicher, dass eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann meinen Fähigkeiten und Neigungen sehr entgegenkäme."

Freue mich über jeden Verbesserungsvorschlag.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 09.02.2016, 15:26

Gerade "Ich spiele jedoch seit geraumer Zeit mit dem Gedanken" drückt Unsicherheit aus.

Außerdem argumentierst du in diesem Absatz ja gerade so, als wenn der Studienabbruch eine Voraussetzung für die neue Ausbildung wäre. Deine Begeisterung für den Sport kannst du nicht aus dem Studienabbruch herleiten. Aber genauso hast du es gemacht.

Gehe also einerseits auf dein Interesse für Sport ein, in Bezug natürlich zu den Aufgaben bei diesem AG. Und andererseits kannst du auf dein Wirtschafts-Vorwissen aus dem Studium verweisen, welches dir auch bei der Ausbildung hilfreich sein wird.

timetobealive
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Beitrag von timetobealive » 09.02.2016, 17:11

Danke dir!

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Beitrag von TheGuide » 09.02.2016, 22:16

Oder du lässt das Studium ganz aus dem Anschreiben heraus... Das Anschreiben dient schließlich nicht der Rechtfertigung sondern der Argumentation für deine Einstellung.

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Anschreiben nach Studienabbruch: Formulierung

Beitrag von supertoll » 09.01.2017, 22:55

Hallo Leute,

im Moment studiere ich im 5. Semester TWL, jedoch haben mir Physik und Chemie das Genick gebrochen und ich will mich auf eine Ausbildung bewerben.

Jedoch auf Berufe mit denen mein Studium nicht viel zu tun hat.

Mein Problem ist das in mein Anschreiben zu formulieren. Denn bei den Musteranschreiben die ich zur Hilfe geholt habe ist immer der Punkt Zeitpunkt des Schulabschlusses angeben. Also dieses : Zurzeit Besuche ich die Oberstufe und werde im Sommer mein Abitur haben.

Was kann man als Studienabbrecher stattdessen schreiben?

danke im voraus schon mal für die Hilfe :)
mfg supertoll

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Beitrag von TheGuide » 10.01.2017, 00:03

Nichts dergleichen. Was im Lebenslauf steht, muss im Anschreiben nicht wiederholt werden. Dass Bewerbungsanschreiben - darin steckt Werbung dient dazu, den Bewerber ins beste Licht zu rücken.

Du solltest dein Anschreiben hiernach aufbauen:
1.) Warum will ich die Ausbildung antreten? Was ist meine Zukunftsperspektive? (Nicht gilt: Um Geld zu verdienen oder weil meine jetzige Situation so bescheiden ist o.ä. Ebenso keine Lobhudelei des Unternehmens.)
2.) Was bringst du für die Ausbildung an erforderlichen Kenntnissen und Eigenschaften mit? Hier darfst du auch auf den Lebenslauf zurückgreifen. Aber als Beleg, nicht als Nacherzählung.
Das solltest du mit dem abgleichen, was in der Ausschreibung verlangt wird.

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Beitrag von supertoll » 10.01.2017, 00:20

Danke TheGuide für die schnelle Antwort. :)

Also kommt es nicht merkwürdig rüber wenn ich keinen solchen Teil in meiner Bewerbung stehen habe?

Ein Studienabbruch ist natürlich immer negativ, nicht falsch verstehen . :?

Zudem noch eine Frage: Wenn ich z.B. einen Kurs bestanden habe welches in dem Job Bezug finden könnte. Sollte ich dann schlicht so etwas schreiben wie: In meinem Studium hatte ich einen Kurs in Excel den ich mit 2,0 bestanden habe.

Quasi ohne darauf einzugehen warum ich mein Studium abgebrochen habe?

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Beitrag von TheGuide » 10.01.2017, 00:48

Die Frage ist halt, wie geschickt du dass darstellst. Studienabbrecher sind nicht so unbeliebt als Auszubildende, immerhin steckt da Potential und du hast i.d.R. im Studium ja auch was gelernt, was für den Arbeitgeber attraktiv ist.
Es wirkt vielleicht komisch, wenn du vom Studium sprichst und dich auf einen Ausbildungsplatz bewirbst (allerdings kann auch jeder, der einen Lebenslauf lesen kann erkenen, dass du keinen Abschluss hast und womöglich auch nur wenige Semester studiert hast), andererseits ist der Studienabbruch an sich negativ. Es dreht sich also alles darum, ob du das geschickt anpackst.

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Beitrag von Romanum » 10.01.2017, 20:09

Was ist TWL überhaupt für ein Studiengang und für welche Ausbildungsberufe willst du dich jetzt bewerben?

Halte dich nicht mit solchen absoluten Details wie einen Excel-Kurs oder die Formulierung der aktuellen Beschäftigung auf. Das sind absolute Nebensächlichkeiten, und hindern dich daran, ein überzeugendes und individuelles Anschreiben anzufertigen.

supertoll
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Beitrag von supertoll » 10.01.2017, 20:54

Transportwesen/logistik :)

Das mit Excel war ein großes Fach während meiner frühen semester und war bei uns immer verhasst weil die klausur so schwer war, ich dachte ich kann damit glänzen dadurch dass ich die kurse bestanden habe.

aber sowas erwähne ich lieber im bewerbungsgespräch denke ich

Romanum
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Beitrag von Romanum » 10.01.2017, 20:59

supertoll hat geschrieben:Transportwesen/logistik :)

Und dabei hat man Chemie und Physik? Also ist das eher ein technisches Studienfach gewesen?

Gucke bzgl. Formulierungen auch mal hier: http://www.bewerbung-forum.de/forum/stu ... 24753.html


supertoll
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Beitrag von supertoll » 10.01.2017, 21:23

ist ein Bachelor of Engineering :)

und für gefahrentransporte und Verpackungstechnik brauchte ich chemie und physik. Mechanik gab es auch bei uns.

Quattle
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Studiumsabbruch wie formulieren im Anschreiben

Beitrag von Quattle » 01.06.2017, 09:52

Hi. Ich bin 28 Jahre. Und ich hatte bis 24 Jahre ein Studium der Informatik gemacht wo ich dann leider zwangsexmatrikuliert wurde weil ich eine Prüfung zu oft verhauen habe war auch kein Härtefallantrag möglich. Ich habe auch während des Studiums einige Semester wiederholen müssen.
Jedenfalls habe ich nach dem Studium sofort über eine Zeitarbeit Arbeit gefunden. Da war ich bei zwei verschiedenen Firmen eingesetzt. Die zweite war sehr zufrieden mit mir und ich stand vor der Übernahme bis diese Firma unerwartet eine Auftragskrise bekam und mich abgemeldet hat. Dann kam ich über meine Zeitarbeit zu meiner jetztigen Firma bei der ich jetzt schon drei Jahre bin. Mir gefällt es da zwar aber ich will nicht auf Dauer Zeitarbeiter bleiben und trotz des neuen Gesetzes der Zeitarbeit habe ich momentan keine Chancen da übernommen zu werden. Ich habe bei der Firma schon zwei mal eine Bewerbung zur Übernahme geschrieben. Aber immer hieß es man stelle momentan keine Arbeiter ein.

Ich denke es war ein Fehler nach dem Abbruch keine Ausbildung bzw anderes Studium gemacht zu haben aber ich wollte halt sofort Arbeit haben was ich auch gefunden habe und jetzt gegen Ende 20 nochmal von vorne anfangen ist schwer. Ich kenne einige wo mit Abbruch bzw ohne Ausbildung dank guter Vorkenntnisse für gewisse Jobs gute Jobs haben.

Jetzt die eigentliche Frage. Ich will zu einem Betrieb ohne Zeitarbeit. Habe auch diese Woche schon viele gefunden in Zeitungen und Internet, wo keine speziellen Vorkenntnisse bzw Ausbildung verlangt wird. Aber ich weiß nicht wie ich das im Anschreiben bzw Lebenslauf vermerken soll. Welche Firma soll mich schon nehmen ohne Ausbildung bzw abgebrochenen Studiums? Weil bei den Stellenangeboten wo ich gefunden habe, habe ich die ganzen Anforderungen, sei es Teamfähigkeit oder gute Kenntnisse am PC, was ich halt leider nicht beweisen kann mit Unterlagen.

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Beitrag von TheGuide » 01.06.2017, 14:30

Dein Informatikstudium steht ja im Lebenslauf. Da du kein Abschlusszeugnis mitschickst und auch im Lebenslauf keine Noten angibst, weiß jeder, dass du es - aus welchen Gründen und wie auch immer - abgebrochen hast. Das musst du im Anschreiben nicht weiter kommunizieren.

Das Ansschreiben dient der Argumentation für deine Einstellung. Was ist deine Motivation, genau diesen Job auszufüllen und was bringst du dafür an Kenntnissen/Fähigkeiten und Stärken/positiven Charaktereigenschaften mit?*

Das Anschreiben dient nicht der Rechtfertigung.

Und bzgl. deiner Computerkenntnisse: Lies den ersten Satz dieses Beitrags.



*Nimm dir mal Coca Cola Life vor:
- grünes Label: signalisiert bio/gesund - stimmt beides nicht (Stichwort greenwashing)
- Werbung: Zucker wird durch Stevia ersetzt - stimmt, ist aber nur ein Teil der Wahrheit: Trotz Steviaeinsatz wird immer noch jede Menge Zucker zugesetzt, Coke Stevia ist kein gesundes Getränke (was auch nie behauptet wird)
Warum sollte deine Bewerbung anders aussehen, als die von Coca Cola Life? Die Wahrheit sagen, aber so, dass du in einem guten Licht stehst.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 01.06.2017, 23:14

Stell' doch mal ein Anschreiben ein. Dann können wir darüber diskutieren. Am konkreten Beispiel erklärt es sich besser ;)

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Bewerbung Ausbildung nach abgebrochenen Studium

Beitrag von h1ght » 23.07.2017, 16:18

Guten Tag,

leider bin ich einer der glücklichen, welche an der paranoiden Schizophrenie erkrankt sind, dadurch und durch die Medikamente habe ich so ziemlich eine kreative Schreibblockade.

Zu meiner Situation:
Dadurch, das ich kaum beim Studium war - Maschbau und vorher ein Semester Informations- und Elektrotechnik (muss ich ja nicht wirklich erwähnen, ich erwähne das ich kurz vorm durchfallen bin, obwohl ich nie eine Klausur mitgeschrieben habe) will ich mir jetzt eine "leichtere" Ausbildung im kaufmännischen Bereich ergattern.
Vorher will ich aber ein Praktikum anstreben, weil bei meinem Zielbetrieb die Ausbildungsplätze für dieses Jahr schon vergeben sind. Bzw. ich versuche durch das Praktikum, ein Einstellungstest zu vermeiden, da meine kognitiven Leistungen noch eingeschränkt sind.

Zurzeit absolviere ich ein vierwöchiges Praktikum in einer Tischlerei, um mal in den Handwerksberuf hineinzuschnuppern.

Ich habe mich ein wenig ins Forum reingelesen, ich schicke keine Noten des Studiums mit, sondern erwähne nur kurz, dass ich warscheinlich scheitere(?)
Was ich lediglich erreicht habe war ein Guter erweiterter Realschulabschluss und ein Abi mit 2.7, mit jedoch 5 Punkten in Deutsch ('ne 2 im Realschulabschluss) :D

Ziel des ganzen in ist Mittelständischer Betrieb mit zwei(!) Ausbildungsberufen im kaufmännisches Sektor und ich möchte beide Bereiche kennenlernen.
Jedoch scheitert es schon an der "Überschrift" und an einen vernünftigen Einleitungssatz.

"Bewerbung für ein kaufmännisches Praktikum – mit Interesse auf einen ihrer Ausbildungsplätze"
Ich sollte es umformulieren?

Sollte es ein Drittel der Seite sein das Bewerbungsschreiben, und wäre dies ein Initiativschreiben oder ein Motivationsschreiben?

MfG
h1ght

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Beitrag von TheGuide » 23.07.2017, 22:05

Manche Arbeitgeber differenzieren zwischen An- und Motivationsschreiben. Im Grunde ist aber das Anschreiben gleichzeitig auch das Motivationsschreiben, es sei denn, es wird anders verlangt.
Unterscheiden kannst du das Initiativ- vom Reaktivschreiben, beides sind An -bzw. Motivationsschreiben, nur dass du beim Initiativschreiben dem AG ungefragt eine Bewerbung zukommen lässt, und ihm zu verklickern versuchst, dass er nur auf dich gewartet hat, wohingegen du beim Reaktivschreiben auf eine Ausschreibung reagierst. Dein Scheitern solltest du nicht weiter thematisieren, es wird deinem Adressaten beim Blick in den LL sofort klar. In dein Anschreiben gehört die (ausschließlich positive) Motivation, warum es diese Stelle sein soll und zum anderen die Argumente, warum du der geeignete AN für die Stelle bist. Diese Argumente speisen sich aus deinen positiven Charaktereigenschaften ("Stärken") und deinen Fertigkeiten/Kompetenzen/Kenntnissen. Hier kannst du auch zum Beleg auf deinen LL zurückgreifen, aber eben nur, um eine Fertigkeit oder Stärke zu belegen und nicht um den LL nachzuerzählen.

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Beitrag von h1ght » 24.07.2017, 18:47

Die Stellen sind vom AG ausgeschrieben, nur fallen mir keine typischen Phrasen mehr für eine Bewerbung ein.

"hiermit bewerbe ich mich auf den ausbildungsplatz zum XXX" klingt für mich zu Standart und ich möchte ja mich auf beide stellen Bewerben, einmal Kaufman Groß und Außenhandel und Dialogmarketing. Vorher will ich ja in beiden bereichen ein Praktikum machen.

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