Bewerbung trotz fehlender Kenntnisse

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TheGuide
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Re: Fehlende fachliche Qualifikation - wie damit umgehen

Beitrag von TheGuide » 25.11.2016, 14:18

Hero of Companies 2 hat geschrieben:ich schreibe eine Bewerbung auf eine Stelle, für die mir - Oh Wunder! - die formale fachliche Qualifikation fehlt.

[....]

Meine Frage ist daher: soll ich die fehlende formale Quali lieber verschweigen oder proaktiv angehen?
Solange du dich nicht bei einer Behörde bewirbst, ist die formale Quali zwar nicht zu vernachlässigen aber lässlich. Es geht darum, dass du - unabhängig von der formalen Quali - überzeugend darlegst, dass du die Kompetenz X hast.
Grundsätzlich solltest du dir aber auch Gedanken über deine Bewerbungsstrategie machen. Du solltest dich wirklich nur dort bewerben, wo du die Muss-Kriterien erfüllst.

Hero of Companies 2
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Beitrag von Hero of Companies 2 » 25.11.2016, 14:53

Grundsätzlich solltest du dir aber auch Gedanken über deine Bewerbungsstrategie machen. Du solltest dich wirklich nur dort bewerben, wo du die Muss-Kriterien erfüllst.
Muss Kriterien == fachliche Quali, wir sind in Deutschland.
Ich habe inzwischen wirklich viele Anzeigen gelesen, und ALLE sind nach dem gleichen Muster aufgebaut: "Sie HABEN folgende fachliche Qualifikation... (meist Studium/Ausbildung). Außerdem WÄRE es nett, wenn Sie noch diese Softskills hätten".
Bewerbe ich mich nur auf Stellen, deren muss-Kriterien ich voll erfülle, kann ich gleich sterben gehen. Ich bin Historiker, wie erwähnt, für die interessiert sich hierzulande keine Sau. Daher muss ich dieses Quereinsteiger-Gedöns auch machen, auch wenn es frustrierend hoch 10 ist: wenn es halt leider Geschichte und alte Sprachen sind, die du gut kannst, trägst du automatisch den berühmten "Depp vom Dienst" Stempel fett auf der Stirn.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 25.11.2016, 15:25

Schon klar. 2013 sind auf 12.000 fertige Geisteswissenschaftler 500 Stellen ausgeschrieben worden. Dass die Situation für Historiker nicht rosig ist, ist klar.

Hero of Companies 2
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Beitrag von Hero of Companies 2 » 25.11.2016, 15:54

Genau. Rumheulen tut zwar ab und zu gut, hilft aber mittelfristig nicht weiter. Gerade in Ballungsräumen wie München oder Hamburg findet man auch als Historiker was, WENN man eben über den fachlichen Tellerrand schaut und eben auch mal ne Bewerbung rausschickt, auf die man nicht 100%ig passt. Das bringt dann halt die o.g. methodischen Probleme bzw. Herausforderungen mit sich. Und man muss ne dicke Haut haben. :twisted:

Romanum
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Beitrag von Romanum » 28.11.2016, 17:21

Hero of Companies 2 hat geschrieben:Ein Beispiel für so eine Formulierung wäre:
"Während meiner bisherigen beruflichen Laufbahn war die eigenständige, zügige und gründliche Einarbeitung in neue Sachbereiche stets von wesentlicher Bedeutung (vgl. Lebenslauf). Formal fehlende Qualifikationen sehe ich daher als Ansporn zur intensiven Auseinandersetzung mit einer neuen Herausforderung."

Diese Formulierung ist aber absolut nichtssagend. Nenne einfach die fachlichen Fakten, ohne um den heißen Brei herumzureden. Also nennst du im 1. Satz den wichtigsten relevanten Sachbereich, in dem du dich schon bisher eingearbeitet hast. Und im 2. Satz nennst du dann die Quali/Kenntnis, die (aufgrund der Stellenanforderungen) wohl wichtig ist und die du dir aufgrund deiner Erfahrungen aneignen wirst. Also nichts von "Sachbereichen" und "Qualifikationen" schreiben, sondern sie so konkret wie möglich nennen.

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