Bewerbung trotz fehlender Kenntnisse

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Mike84
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Bewerbung trotz fehlender Kenntnisse

Beitrag von Mike84 » 09.04.2009, 12:33

Hallo zusammen,

Ich habe vor 3 Monaten einfach mal kurz intern in meiner Firma eine Anfrage bzgl. einer internen Stellenausschreibung getätigt zum Controller/in Budgeting & Business Performance mit Schwerpunkt Reporting Systeme.

Ich selber habe nicht viel Ahnung und nur sehr wenig Kenntnisse in diesem bereich, was meine Firma auch soweit weis.
Nun möchte meine Firma dennoch eine Bewerbungsmappe nach dem langem Osterwochenende von mir haben, was mir relativ unerwartet angetragen wurde.

Ich absolviere zur Zeit (noch 4 Semester) auf freiwilliger Basis ein berufsbegleitendes Studium zum staatl. geprüften Betriebswirt - Fachrichtung Int.Logistikmanagement.
Tätig bin ich im Bereich Bestandsführung/Assetmanagement und kann daraus folgend nur Kenntnisse aus dem Logistiksektor zurückgreifen.
aber nicht auf die geforderten Kenntnisse:
Planung; Aufbereitung der Abschlüsse nach IFRS; Management- Reporting; Kostenanalysen. Praktische Erfahrungen im Bereich Controlling bzw. Finanzen sowie MIS ALEA- und Cognos- Kenntnisse sowie ein abgeschlossenes betriebswirtschaftliches Studium.
(einiges ist halt durch das Studium erst im aufbau)

Kann mir hier jemand evtl. ein paar hilfreiche Tipps geben wie man am besten eine Bewerbung schreibt für solch einen Bereich trotz der fehlenden Kenntnisse um einen sehr guten Eindruck zu hinterlassen?
ich stehe da echt etwas auf dem Schlauch derzeitig....

Vielen Lieben Dank im voraus!!!
Gruß
Mike

achso evtl. wäre noch zu erwähnen das ich von 08.2001 bis 06.2004 eine Ausbildung in dem Unternehmen zur Fachkraft für Lagerlogistik gemacht habe und seit dem in der Bestandsführung tätig bin.

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FRAGEN
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Re: Bewerbung trotz fehlender Kenntnisse

Beitrag von FRAGEN » 11.04.2009, 08:20

Hallo Mike84!
Mike84 hat geschrieben:Kann mir hier jemand evtl. ein paar hilfreiche Tipps geben wie man am besten eine Bewerbung schreibt für solch einen Bereich trotz der fehlenden Kenntnisse um einen sehr guten Eindruck zu hinterlassen?
Ein sehr guter Eindruck ohne Fachkenntnisse wird generell nicht einfach sein. Mir kommt auch die Wechselrichtung schon etwas unmotiviert vor: Dein aktuelles Studium passt ja wunderbar zu Ausbildung und derzeitiger Tätigkeit... so dass es m. E. danach schreit, den weiteren Werdegang Schritt für Schritt in DIESER Richtung fortzusetzen. Ob das jemals etwas mit "Controlling" beiinhalten könnte oder sollte... wer weiss... ;-)

Ich sehe momentan die Gefahr, dass Du mit dieser (etwas unbedachten?) Aktion jetzt Deine langfristigen Entwicklungschancen bei dieser Firma eher schädigst. Momentan sitzt Du da fest im Sattel... und hast in DEINEM Fach noch alle Möglichkeiten. Das wird sich ändern, wenn Du auf einem deutlich verantwortungsvolleren Posten ohne die entsprechende Qualifikation für (u. U. sehr folgenschwere) Fehler gradestehen musst. Und wenn man Dich dafür schlimmstenfalls vor die Tür setzt, wird es EXTREM schwer, einen neuen Arbeitgeber die Gesamtgeschichte positiv zu verkaufen...

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Beitrag von Mike84 » 11.04.2009, 14:02

naja das Problem ist, bei uns wird nach und nach die Logistik aufgelöst (outgec.), und meine Vorgesetzten und auch die PA geben mir kaum überlebens chancen, daher die Orientierung in diesem Bereich, da, so wie ich Meine ist Controlling gerade im Berzug auf mein Studium ein wichtiger Inhalt ist und ich leider derzeitig keinen anderen Job in meinen Einzugsgebiet finden kann.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 11.04.2009, 15:51

Mike84 hat geschrieben:naja das Problem ist, bei uns wird nach und nach die Logistik aufgelöst (outgec.)
Weiss man, wohin? DIESE Firma könnte u. U. der PERFEKTE neue Arbeitgeber für Dich werden! Generell würde ich persönlich eher über einen Ortswechsel als über den Sprung in ein völlig neues Fachgebiet nachdenken...

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Bewerbung obwohl Qualifikationen teilweise fehlen?

Beitrag von Lepton » 13.10.2010, 09:12

Hallo!

Ich hab eine für mich interessante Stellenausschreibung gefunden, aber bin mir sehr unsicher ob es Sinn hätte mich zu bewerben, da ich nicht alle Qualifikationen erfülle. Weiß nicht ob die Abweichung nicht schon zu groß ist... Also die Stelle ist hier: https://pslf-erm-ka.targobank.de/psc/er ... 100647&s=1&

Gehen wir's mal durch:

* Abgeschlossenes Hochschulstudium der Mathematik, Physik, Wirtschafts- wissenschaften oder in einem vergleichbaren Studiengang (z.B. MBA)
Passt (Promotion in Physik)
* Alternativ erste Berufserfahrungen im Bereich Controlling/Finanzen/Wirtschaftsprüfung
Zum Glück "Alternativ", entfällt also da Punkt 1 erfüllt (Hab noch gar keine Berufserfahrung)
* Analytische Fähigkeiten, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit
Ja, passt denke ich
* MS-Office Kenntnisse (speziell Excel/Access)
Da wird's schon kritischer... Von Access hab ich keine Ahnung und Excel hab ich selten benutzt und hab daher nur Grundkenntnisse. :(
* Idealerweise Programmier- (C++) und Datenbankerfahrungen (SAS, SPSS, SQL)
"Idealerweise" heißt wenn nicht, macht auch nix?! Datenbankerfahrung hab ich nicht und C++ ist nicht gerade meine Stärke... (objektorientiertes Programmieren hab ich bisher nie so richtig kapiert)
* Kenntnisse im Rechnungswesen bzw. CFA
Überhaupt nicht :(
* Englisch- oder Französisch-Kenntnisse in Wort und Schrift
Ja, beides.


Und, macht das trotzdem noch Sinn oder wäre das Zeitverschwendung weil ich eh abgelehnt werde?

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Beitrag von FRAGEN » 13.10.2010, 09:27

Mich würde ja mal interessieren, was Du an dieser Stelle eigentlich interessant für Dich findest, Lepton...

Das mit der Erfüllung von Voraussetzungen ist ja nicht nur eine arithmetische Frage (so nach dem Motto Soundsoviel % Erfüllung ist in Ordnung). Bei der Betrachtung Deiner Erfüllungs/Nichterfüllungs-Aufstellung fällt sehr unmittelbar ins Auge, dass es genau die unspezifischen Voraussetzungen sind, die Du erfüllst... während es genau die spezfischen sind, die Du durch die Bank nicht erfüllst. Ganz platt gesagt: Die suchen einen intelligenten Fachmann für EDV-gestützes Rechnungswesen... und Du bist halt intelligent... ;-)

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Beitrag von Lepton » 13.10.2010, 21:44

Was ich daran interessant finde? Nun ja, der Finanzbereich interessiert mich einfach generell und es ist ja eine Stelle mit sehr quantitativer Ausrichtung, es wird sogar explizit von "Weiterentwicklung und Optimierung der Risikomodelle" und "Entwicklung und Validierung finanzmathematischer Modelle" gesprochen. Das würde mir Spaß machen mich mit solchen Dingen zu befassen, da bin ich mir sicher. :)

Aber ich lese aus deiner Antwort heraus dass ich es offenbar besser lassen sollte, da das eh nix wird... :( Ich fürchte ja auch dass das nicht so wirklich zum gefordeten Profil passt was ich zu bieten habe (wobei sich sowas wie Excel und Access sicher beheben ließe, da ich eh erst ab Anfang nächsten Jahres suche und noch Zeit habe... Aber Rechnungswesen oder Datenbankkenntnisse wird in der kurzen Zeit schwierig).

Meint jemand das Gegenteil? :|

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Beitrag von FRAGEN » 14.10.2010, 01:02

Lepton hat geschrieben:Das würde mir Spaß machen mich mit solchen Dingen zu befassen, da bin ich mir sicher. :)
Wie stellst Du Dir denn diese "Befassung" vor? Und was genau würde Dir Spass daran machen?

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Beitrag von Lepton » 14.10.2010, 15:46

So langsam wird mir klar, warum du deinen Usernamen so gewaehlt hast... :lol:

Also wie so ganz konkret der Arbeitsalltag aussieht weiss ich natuerlich nicht, aber zumindest die beiden genannten Punkte (von insgesamt vier, die unter "Aufgaben" genannt werden) klingen schon so als ob das ein bisschen so ablaeuft wie das was ich momentan mache: Etwas am PC rechnen oder analytische Rechnungen machen, sich mit mathematisch anspruchsvollen Problemen befassen, neue Sachen entdecken etc. Gerade "Entwicklung" von Modellen legt fuer mich eine gewisse Verwandschaft mit der Arbeitsweise und dem Arbeitsalltag an der Uni nahe. Und das finde ich eben reizvoll, dass nicht alles 100%ig neu und unvertraut sein wird sondern die Arbeit auch z.T. aus Taetigkeiten besteht die dem was ich bislang kenne nahe kommen. Klar ist es nicht dasselbe wie universitaere Forschung, aber dennoch auch nicht was komplett anderes. Und genau sowas hoffe ich eben zu finden, deswegen reizen mich Sachen wie Unternehmensberatung z.B. gar nicht (ist ja so ein typischer Job fuer theoretische Physiker, die die Uni verlassen).

Beantwortet das deine Fragen?

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Beitrag von FRAGEN » 14.10.2010, 19:22

Lepton hat geschrieben:So langsam wird mir klar, warum du deinen Usernamen so gewaehlt hast... :lol:
Ich habe den nicht gewählt, Lepton... der hat mich gewählt... ;-)

Es ist halt so, dass man die relevanten Informationen in den seltensten Fällen am Anfang erfährt... sondern (wenn überhaupt) am Ende eines ziemlich kurvenreichen Weges... ;-)

In diesem Thread ist es ja z. B. so, dass Deine letzte Antwort eine völlig neue Betrachtungsweise ins Spiel gebracht hat! Das, was ich zu Deiner Frage bzgl. geforderten und vorhandenen Qualifikationen gesagt habe, erhalte ich für sich betrachtet zwar aufrecht... aber jetzt zeigt sich halt, dass Dir eine ganz andere Argumentationsline als ein formeller Soll-/Ist-Abgleich zur Verfügung steht: Du kannst Dich einfach auf die strukturellen Ähnlichkeiten der Dir bekannten und dort gepflegten Lösungsverfahren konzentrieren... und gucken, was passiert... ;-)

Wichtig wäre dann natürlich, dass Du Dich von der Stellenanzeige im Ganzen so weit wie möglich löst... einfach Deine Kompetenz bzgl. mathematischer Modellerstellung und -bearbeitung darlegen und mit einem plausiblen Interesse an deren Übertragung auf finanzielle Themen verbinden...

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Beitrag von Lepton » 15.10.2010, 21:58

FRAGEN hat geschrieben:Wichtig wäre dann natürlich, dass Du Dich von der Stellenanzeige im Ganzen so weit wie möglich löst... einfach Deine Kompetenz bzgl. mathematischer Modellerstellung und -bearbeitung darlegen und mit einem plausiblen Interesse an deren Übertragung auf finanzielle Themen verbinden...
Wie, du meinst ich soll gar nicht auf die Stellenanzeige eingehen sondern nur allgemein darstellen warum ich für die Position geeignet wäre? Das wäre dann eher ne Initiativbewerbung unabhängig von irgendeiner konkret ausgeschriebenen Stelle was du im Sinn hast, oder? Wenn ich mich konkret für die Position bewerbe dann muss ich doch auch konkret auf die Stellenanzeige eingehen, kann mir nicht vorstellen wie das funktionieren soll wenn ich das einfach ignoriere was da drinsteht. :?

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Beitrag von FRAGEN » 16.10.2010, 10:03

Lepton hat geschrieben:Das wäre dann eher ne Initiativbewerbung unabhängig von irgendeiner konkret ausgeschriebenen Stelle was du im Sinn hast, oder?
Im Prinzip liefe es darauf hinaus... wobei Du ja auch für solch eine Bewerbung das Stellenangebot quasi als Aufhänger nutzen könntest... ;-)
Lepton hat geschrieben:Wenn ich mich konkret für die Position bewerbe dann muss ich doch auch konkret auf die Stellenanzeige eingehen, kann mir nicht vorstellen wie das funktionieren soll wenn ich das einfach ignoriere was da drinsteht. :?
Die Frage ist, was besser ist: Ein bestehendes Profil offensichtlich bestenfalls halb... oder ein selbst definiertes zu 100% zu erfüllen. M. E. sind die Aussichten für ein rundum überzeugendes Schreiben bei Variante II um ein Vielfaches höher... und damit fängt es ja erst an: Was würde denn passieren, wenn Du den Job tatsächlich antrittst? Dann müsstest Du erst einmal aus dem Stand heraus einen 4-5-Fronten-Krieg führen... mit der Einarbeitung in Finanztheorie-, Programmier-, Datenbank- und Buchhaltungsfragen simultan. Nicht, dass ich Dir das nicht zutrauen würde (die allgemeine geistige Kapazität scheint ja vorhanden zu sein)... aber cooler wäre es doch, wenn Du Dich klar als der Mann für die hochkomplexen mathematischen Hintergründe neuer Modelle positioniert hättest... und der andere Kram möglicherweise ganz oder teilweise über andere Leute liefe, oder? ;-)

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Beitrag von Lepton » 18.10.2010, 13:41

FRAGEN hat geschrieben:aber cooler wäre es doch, wenn Du Dich klar als der Mann für die hochkomplexen mathematischen Hintergründe neuer Modelle positioniert hättest... und der andere Kram möglicherweise ganz oder teilweise über andere Leute liefe, oder? ;-)
Ja, stimmt schon, fragt sich dann nur ob es eine so hochspezialisierte Stelle ueberhaupt gibt, vor allem fuer Leute ohne Berufserfahrung... Aber versuchen koennte man es wohl.

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Beitrag von FRAGEN » 18.10.2010, 14:04

Die Formulierungen hast Du dabei ja selber in der Hand. Du musst ja keine superspezialisierte Stelle verlangen. Du kannst ja einfach sagen, was Du kannst und in welcher Richtung Du das grundsätzliche Entwicklungspotential siehst... und dann ist es DEREN Entscheidung, ob sie Dich quasi "reinrassig" in Deinen aktuellen Schokoladenseiten verwenden... oder eine Einarbeitung in ein breiter angelegtes Thema mitmachen (was möglicherweise in Form einer zeitgleich ausgeschriebenen Stelle erfolgen könnte). Was Du damit vermieden hast: Dich explizit auf eine Stelle zu bewerben, wo irgendeine ins Personalwesen quereingestiegene Bürokauffrau (die Deine eigentlichen Fähigkeiten niemals im Leben erfassen würde) Dich anhand einer einfachen Checkliste vorab aussortiert... ;-)

lilliena
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Fehlende Kenntisse im Anschreiben angeben?

Beitrag von lilliena » 09.10.2014, 08:41

Erstmal einen guten Morgen an euch Bewerbungsexperten.
Ich bin hier gelandet weil ich mich beruflich verändern möchte und jetzt mal etwas hilfe brauche.
Mir geht es um eine Stelle als Mitarbeiterin in der Personalabteilung. Hauptsächlich die Abrechnungen.
Ich bin Bürokauffrau und seit 10 Jahren in einem kleinen (ca. 10 Mitarbeiter) Produktionsbetrieb beschäftigt. Da es eine kleine Firma ist erledige ich so ziemlich alles alleine im Büro auch die Verwaltung der Mitarbeiter - Anmeldung, Abrechnung, Meldungen KK, Abmeldungen, sonstige Bescheinigungen.
Schon seit meiner Ausbildung war der Personalbereich das interessanteste und nun habe ich die Stellenausschreiben eines ortsansässigen Großunternehmes gelesen. In diesem wird ein Mitarbeiter für die Personalabteilung gesucht. Auch wenn ich mir keine allzugroßen Hoffnungen mache würde ich mich gerne auf die Stelle bewerben (würde mich sonst ewig ärgern es nicht wenigsten versucht zu haben).
Aufgrund der Stellenausschreibung weiß ich eigentlich sehr genau wo meine Stärken und Schwächen für die Stelle liegen.
Die größte Schwäche wären wohl die fehlenden SAP Kenntnisse und das es in einem großen Unternehmen sehr viel mehr Lohnarten abzurechnen gibt als in einer 10-Mann Firma.

Jetzt frage ich mich ob ich die fehlenden Kenntnisse direkt im Anschreiben offen ansprechen soll. Natürlich nicht so ala "das kann ich nicht und das kann ich nicht" sondern schon etwas verpackt. Ich mein die sehen das ja sowieso.
Als Vorteil sehe ich das der "Bewerbungsleser" sieht das ich mich in der Materie auskenne und mich damit auseinandergesetzt habe. Auch signalisiert es - meiner Meinung nach - hohe Lernbereitschaft.
Nachteil wäre natürlich das sie direkt mit der Nase draufgestoßen werden und sagen "ach nee die kann ja gar nix".

Wie würdet ihr das machen? Ich will mich nicht in den Himmel loben aber auch nicht schlechter machen als ich bin.

Vielen Dank für eure Hilfe.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 09.10.2014, 11:56

Grundsätzlich: Eine Bewerbung dient dazu Werbung für dich als Arbeitskraft zu machen. Also kommen nur die positiven Fakten rein.
Im Einzelfall kann es natürlich Gründe geben, von diesem Grundsatz abzuweichen.

Die Frage ist, wie du dein Defizit positiv verpacken willst. Stell doch mal eine anonymisierte Bewerbung ein, dass man das besser beurteilen kann.

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FRAGEN
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Re: Fehlende Kenntisse im Anschreiben angeben?

Beitrag von FRAGEN » 11.10.2014, 13:37

lilliena hat geschrieben:Ich bin Bürokauffrau und seit 10 Jahren in einem kleinen (ca. 10 Mitarbeiter) Produktionsbetrieb beschäftigt. Da es eine kleine Firma ist erledige ich so ziemlich alles alleine im Büro auch die Verwaltung der Mitarbeiter - Anmeldung, Abrechnung, Meldungen KK, Abmeldungen, sonstige Bescheinigungen. Schon seit meiner Ausbildung war der Personalbereich das interessanteste und nun habe ich die Stellenausschreiben eines ortsansässigen Großunternehmes gelesen.
Das finde ich als Grundgeschichte genau so zu 100% schlüssig.
lilliena hat geschrieben:Ich mein die sehen das ja sowieso.
So ist es. Damit ergibt es m. E. auch überhaupt keinen Grund, das Thema in irgendeiner Form zu vertiefen - weder in der einen, noch in der anderen Richtung. Ich würde mich an Deiner Stelle komplett auf die o. g. "Geschichte" konzentrieren und diese durch persönliche Formulierungen und fachliche Details mit Leben füllen. Wenn Dir das gelingt, machst Du m. E. den besten Eindruck, der Dir möglich ist: Bringst das vorhandene Wissen rüber, suggerierst kein nicht vorhandenes... und wirkst dabei vermutlich noch wie die angenehme Angestellte und Kollegin, die Du vermutlich auch bist... ;-)

ali21
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Fehlende Qualifikation in Bewerbung umschreiben?

Beitrag von ali21 » 17.06.2015, 00:06

Zuerst, ich bin gelernter Einzelhandelskaufmann und möchte mich auf eine Stelle in einem Elektronikmarkt bewerben. Allerdings werden dort spezielle Produktkenntnisse gefordert die ich leider nicht habe, da ich in dieser Abteilung nicht "zu Hause" bin.
Ich denke mal bewerben kann man sich ja. Nur wie soll ich es ins Bewerbungsschreiben formulieren, das man zwar nicht die entsprechenden Kenntnisse hat, aber bereit ist diese sich schnell anzueignen.

"schnell in neue Arbeitsbereiche einzuarbeiten"
So ungefähr hatte ich es mir gedacht, oder ist dies zu abgedroschen als persönliche Stärke?

Romanum
Bewerbungshelfer
Beiträge: 8931
Registriert: 12.09.2008, 19:20

Beitrag von Romanum » 17.06.2015, 09:08

Dein Anschreiben sollte zeigen, dass du dich in der Vergangenheit schon gut und schnell in neue Aufgabenbereiche einarbeiten konntest. Und wenn du zeigst, dass du technisches Verständnis hast und über Produktkenntnisse anderer Abteilungen verfügst, dann ist die Überleitung zu den neuen Produkten nicht mehr so schwer.

Oexmann Consulting
Beiträge: 69
Registriert: 06.05.2015, 11:08

Beitrag von Oexmann Consulting » 17.06.2015, 10:09

Hallo ali21,

am besten rufst Du einfach beim Entscheider an. Teile ihm mit, dass Du die Stellenanzeige mit sehr großem Interesse zur Kenntnis genommen hast und nicht über die genannte Qualifikation verfügst - Dich dennoch gerne bewerben möchtest, weil Du weißt, dass Du dieses Defizit innerhalb kürzester Zeit aufgrund .... (bspw. Auffassungsgabe, Bereitschaft an Produktschulungen teilzunehmen, Bereitschaft Dich privat in das Thema einzulesen...) kompensieren kannst. Zudem hebt der Anruf Dein starkes Interesse hervor.

Wenn die fehlenden Kenntnisse jedoch ein K.O.-Kriterium sind, ersparst Du Dir unnötigen Zeitaufwand und das Porto.

Mit bestem Gruß

Oexmann Consulting

ichbindabei
Beiträge: 103
Registriert: 29.09.2010, 00:02

...

Beitrag von ichbindabei » 17.06.2015, 12:45

Also ich habe jetzt auch eine neue Stelle bekommen, für deren Aufgabengebiet ich so gut wie gar keine Kenntnisse habe. Ich habe es dennoch geschafft mit meinem Anschreiben ins Gespräch zu kommen und mich dort gut zu verkaufen.

Im Anschreiben würde ich gar nicht auf die Defizite eingehen. Ich habe auch immer geschrieben:

Aufgrund meiner guten Auffassungsgabe arbeite ich mich immer schnell in neue Bereiche ein, um zeitnah eigenverantwortlich meine Aufgaben zu erledigen.....

So in der Art.

LG

Birgitx
Beiträge: 1
Registriert: 05.07.2015, 14:55

Beitrag von Birgitx » 06.07.2015, 09:39

Hallo,

mir geht es gerade genauso wie Ali und bin mir auch sehr unsicher, ob und wie man es im Anschreiben erwähnt, dass man in dem Verkaufsbereich noch keine Erfahrungen hat.
An meinen Arbeitszeugnissen sieht man, dass ich schon in mehreren Bereichen gut verkauft habe, mich also schnell einarbeiten kann.

Soll man dieses kleine "Hindernis" ... einfach im Anschreiben weglassen oder ehrlich erwähnen, dass man in dem Bereich noch keine Erfahrungen gemacht hat, sich aber schnell einarbeiten wird!?

Für ein paar weitere Tipps wäre ich auch sehr dankbar!


VG,
Birgit

Hero of Companies 2
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Fehlende fachliche Qualifikation - wie damit umgehen

Beitrag von Hero of Companies 2 » 25.11.2016, 11:48

Liebes Forum,

ich schreibe eine Bewerbung auf eine Stelle, für die mir - Oh Wunder! - die formale fachliche Qualifikation fehlt. Ich bin ämlich, wie an anderer Stelle schon erwähnt, Quereinsteiger. Meine Devise lautet aber irgendwo "geht nicht gibt's nicht" - zumindest in realistischen Grenzen. Ich hab mir auch Programmieren selber beigebracht, zumindest bisserl, und das als Historiker...
Meine Frage ist daher: soll ich die fehlende formale Quali lieber verschweigen oder proaktiv angehen? Sprich: dem Personaler sagen: "OK, ich mag kein gelernter XY sein, aber das, was ich an Fachwissen brauche, das kann ich mir schon erarbeiten". Natürlich bin ich Realist genug, mich nicht auf hchspezialisierte Stellen zu bewerben - nur auf Zeug, das man "on the job" bzw. in der Freizeit privat meiner Einschätzung nach realistisch lernen kann. Ein Beispiel für so eine Formulierung wäre:
"Während meiner bisherigen beruflichen Laufbahn war die eigenständige, zügige und gründliche Einarbeitung in neue Sachbereiche stets von wesentlicher Bedeutung (vgl. Lebenslauf). Formal fehlende Qualifikationen sehe ich daher als Ansporn zur intensiven Auseinandersetzung mit einer neuen Herausforderung."

katerfreitag
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Registriert: 20.12.2015, 15:18

Re: Fehlende fachliche Qualifikation - wie damit umgehen

Beitrag von katerfreitag » 25.11.2016, 12:13

Hero of Companies 2 hat geschrieben:Liebes Forum,

ich schreibe eine Bewerbung auf eine Stelle, für die mir - Oh Wunder! - die formale fachliche Qualifikation fehlt. Ich bin ämlich, wie an anderer Stelle schon erwähnt, Quereinsteiger. Meine Devise lautet aber irgendwo "geht nicht gibt's nicht" - zumindest in realistischen Grenzen. Ich hab mir auch Programmieren selber beigebracht, zumindest bisserl, und das als Historiker...
Meine Frage ist daher: soll ich die fehlende formale Quali lieber verschweigen oder proaktiv angehen? Sprich: dem Personaler sagen: "OK, ich mag kein gelernter XY sein, aber das, was ich an Fachwissen brauche, das kann ich mir schon erarbeiten". Natürlich bin ich Realist genug, mich nicht auf hchspezialisierte Stellen zu bewerben - nur auf Zeug, das man "on the job" bzw. in der Freizeit privat meiner Einschätzung nach realistisch lernen kann. Ein Beispiel für so eine Formulierung wäre:
"Während meiner bisherigen beruflichen Laufbahn war die eigenständige, zügige und gründliche Einarbeitung in neue Sachbereiche stets von wesentlicher Bedeutung (vgl. Lebenslauf). Formal fehlende Qualifikationen sehe ich daher als Ansporn zur intensiven Auseinandersetzung mit einer neuen Herausforderung."
Den Hinweis auf den LL empfände ich, wäre ich der Adressat, als herablassend. Ansonsten fehlt mir in dem Beispielsatz Deine Macher-Mentalität, also: mehr action, bitte!

Hero of Companies 2
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Beitrag von Hero of Companies 2 » 25.11.2016, 12:22

Ah, dafuq, falsche Klammern. Kam schlecht rüber, war eigtl. Ergänzung hier fürs Forum gemeint, weil hier der LL ja nicht beiliegt. Sollte eigtl. so aussehen:
<vgl> Naja.
Bei "mehr Action" musste ich spontan hieran denken:
https://static.a-z.ch/__ip/KhyzvjNnNoAy ... -16x9-fill

Werde den zweiten Satz mal entsprechend umfomulieren.

EDIT: so das isser. Ist jetzt...anders: "Während meiner bisherigen beruflichen Laufbahn war die eigenständige, zügige und gründliche Einarbeitung in neue Sachbereiche stets von wesentlicher Bedeutung. Python, XSLT, HTML und CSS gehörten bereits dazu – auf das Hinzufügen weiterer Punkte, sei es eine ITIL-Zertifizierung, softwarebasierte Fachkenntnisse oder Programmierung, freue ich mich!"
<Hinweis>: die Ausschreibung nennt keinerlei greifbare Harskills. Ich habe also keine Ahnung, ob der Support, um den es geht, Software, Hardware, Netzwerke oder was weiß ich was betrifft...

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