Bewerbung während der Probezeit - Jobwechsel begründen?

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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Tim82
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Bewerbung aus Probezeit heraus

Beitrag von Tim82 » 24.02.2011, 20:48

Hallo allerseits,

und zwar habe ich ein kleines Problem und wollte mich mal nach Meinungen dazu umhören. Es geht um folgendes:

Ich habe vor kurzem meine Promotion abgeschlossen (Dezember letzten Jahres). Nun war mir eigentlich auch schon recht früh klar, was ich einmal, d.h. nach der Promotion machen wollte. Das einzige Problem: Die Stellen, auf die ich es abgesehen hatte sind extrem rar (deutschlandweit und auch weltweit). Innerhalb der letzten 8 Monate habe ich keine solche Stelle ausgeschrieben gesehen. Also habe ich dann das gemacht, was man eben so macht: Ich habe mir was anderes gesucht und habe seit Anfang Februar auch was festes.
Diese Woche passierte natürlich das, was kommen musste: Genau eine dieser sehr seltenen Stelle ist ausgeschrieben und ich würde mir auch recht gute Chancen ausrechnen. In meinem jetztigen Job bin ich auch noch lange in der Probezeit, so dass ich da auch rechtkurzfristig wieder rauskomme (auch wenns meinem jetztigen Arbeitgeber wohl kaum gefallen würde; aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen, das würde ich mir sonst immer vorwerfen...).

Das Problem ist nun, dass ich meine jetztige Stelle in meiner neuen Bewerbung ja wohl kaum unter den Tisch fallen lassen kann, d.h. ich muss vielleicht schon im Anschreiben aber mit Sicherheit in einem etwaigen Vorstellungsgespräch dazu Stellung nehmen, warum ich denn nach so kurzer Zeit wieder wechseln will (zu den oben genannten Gründen kommt zB noch: momentan bin ich eine Art Leiharbeiter bei nem Ingeneudienstleister, was ich mit Sicherheit nicht die nächsten 20 Jahre machen würde). Hat jemand dazu Tipps? Ich denke mal, ich sollte das bei der schriftlichen Bewerbung im Anschreiben am besten gar nicht ansprechen, man macht ja keine Anti-Werbung, oder? Im Vorstellungsgespräch währe meine Taktik dann wohl am besten einfach die Wahrheit sagen und meinen jetztigen Arbeitgeber nicht runterbuttern.

Bin für alle möglichen Tipps offen.
Viele Grüße Tim

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 25.02.2011, 08:44

Hmmmmmm... wenn Du die Promotion erst vor zwei Monaten abgeschlossen hast, fände ich überhaupt nichts dabei, den derzeitigen Status komplett unter den Tisch fallen zu lassen. Die Leute, die Deine Bewerbung bekommen, kennen die "Szene" ja (mindestens!) ebenso gut wie Du... und wissen ganz genau, wie selten entsprechende Stellen sind... und wie normal es dementsprechend für einen gerade erst Promovierten ist, eine zeitlang zu suchen.

Wenn Du (was wir natürlich nicht hoffen wollen) dasselbe Problem in einem halben Jahr wieder/immernoch hast, würde ich vermutlich einen kleinen Satz anbringen, indem es sinngemäss heisst, dass Du zur Überbrückung der Wartezeit temporär bei einem Ingenieurdienstleister arbeitest, um typische Arbeits-/Projekt-/Wasauchimmer- Abläufe in der Praxis besser kennen zu lernen... ;-)

Du hast kein Problem, Tim82... ;-)

metze09
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Bewerbung während der Probezeit - Jobwechsel begründen?

Beitrag von metze09 » 25.07.2016, 20:16

Hallo,

ich war etwas mehr als 13 Jahre bei derselben Firma beschäftigt und habe mich jetzt von einem Headhunter für einen Interessanten Job bei einer vordergründig guten Firma abwerben lassen.

Das Unternehmen ist ein Familienbetrieb mit ca. 250 Mitarbeitern und mein Bereich ist nur ein kleiner separater Teil. Das Hauptgeschäft läuft sehr gut, aber der Bereich in dem ich beschäftigt bin (den gibt es seit 5 Jahren) macht bis jetzt nur miese und wird dieses Jahr den Verlust voraussichtlich vervierfachen.

Ich habe da kein gutes Gefühl dabei und würde mich gerne schon jetzt, nach nur drei Wochen, woanders bewerben.
Jetzt habe ich nur das Problem wie ich diesen schnellen Wechsel in meinem Anschreiben für den neuen Arbeitgeber so verkaufen kann, das es evtl. noch positiv rüberkommt.

Bin über jede Hilfe und jeden ratschlag dankbar.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 26.07.2016, 11:52

Einfach nicht angeben, wäre doch am besten. Bei 13 Jahren Berufserfahrung bei einer Firma würde eine Erklärung nicht angemessen sein und deine vorherige Beschäftigung extrem entwerten. Zu den 13 Jahren musst du etwas in das Anschreiben schreiben.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 26.07.2016, 12:18

Aber Du könntest die Zeit in dem jetzigen Betrieb vielleicht auslassen, kommt drauf an. Stell doch mal ein Anschreiben hier ein, anonymisiert natürlich, dann können wir drüber diskutieren :)

cre
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Beitrag von cre » 26.07.2016, 17:53

Keinesfalls solltest du aber die Zeit bei deinem alten Arbeitgeber jetzt künstlich ausdehnen. Das lässt sich nämlich leicht nachprüfen.

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 26.07.2016, 18:16

Warum nicht einfach sagen, wie es ist? Dass das jetzt auch noch positiv rüberkommt, finde ich ein bisschen schwierig, aber wir alle machen mal Fehler, oder?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 01.08.2016, 12:20

Das Hauptgeschäft läuft sehr gut, aber der Bereich in dem ich beschäftigt bin (den gibt es seit 5 Jahren) macht bis jetzt nur miese und wird dieses Jahr den Verlust voraussichtlich vervierfachen.

Wobei: Hast du operativ einen Einfluss darauf? Vielleicht haben sie dich ja gerade als fähigen Mitarbeiter abgeworben, damit du dazu beiträgst, in diesem Unternehmensteil den Turnaround zu schaffen. Das könnte doch auch lehrreich und herausfordernd sein.




metze09
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Beitrag von metze09 » 01.08.2016, 21:09

Einfluss auf die Entwicklung kann ich leider direkt nicht nehmen.
Ich habe mich aber entschieden das jetzt erstmal weiter zu machen und zu schauen wie sich alles entwickelt.

Vielen Dank für eure Antworten und die Tipps.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 09.08.2016, 11:35

Du kannst ja trotzdem Augen und Ohren offen halten - und daraus lernen: Also wie kommt man an Informationen über die geschäftliche Lage eines Unternehmens bzw. Unternehmensbereiches vor einer Einstellung? Welche Fragen könnte man dazu in einem Vorstellungsgespräch stellen?

BaRi
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Bewerbung während Probezeit Anschreiben formulieren

Beitrag von BaRi » 24.10.2016, 10:12

Man hat die Hoffnung der nächste Job wird besser... :(
Ich habe mich nach einem Jahr in einem Job woanders beworben weil ich hoffte endlich "den" Job gefunden zu haben bei dem ich alle Kriterien zusammen habe ... leider totaler Reinfall. Ich bin totunglücklich und schleppe mich mehr oder weniger jeden Tag zur Arbeit.
Möchte gerne neue Arbeit suchen und die Hoffnung nicht aufgeben.
Aber wie formuliere ich dies in dem Anschreiben?
Ich weiß einfach nicht mehr weiter...

BlackDiamond
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Re: Bewerbung während Probezeit Anschreiben formulieren

Beitrag von BlackDiamond » 24.10.2016, 14:35

BaRi hat geschrieben:Man hat die Hoffnung der nächste Job wird besser... :(
Ich habe mich nach einem Jahr in einem Job woanders beworben weil ich hoffte endlich "den" Job gefunden zu haben bei dem ich alle Kriterien zusammen habe ... leider totaler Reinfall. Ich bin totunglücklich und schleppe mich mehr oder weniger jeden Tag zur Arbeit.
Möchte gerne neue Arbeit suchen und die Hoffnung nicht aufgeben.
Aber wie formuliere ich dies in dem Anschreiben?
Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
Zwei totale Reinfälle in Folge? Da denkt man als Personaler automatisch, dass du entweder total unrealistische Vorstellungen von und Anforderungen an einen guten Arbeitsplatz hast. Und/oder dir zu wenig Mühe gibst, vor Deiner Zusage zu überprüfen, ob deine Anforderungen auch erfüllt werden.

Mag ja sein, dass das nicht stimmt, aber wenn dieses Vorurteil gar nicht erst aufkommen soll, musst du dir mit Anschreiben und LL entsprechend Mühe geben. Worauf willst du dich denn jetzt bewerben?

BaRi
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Beitrag von BaRi » 24.10.2016, 14:55

Ich arbeite zur Zeit als Bürokauffrau in einem Handwerksbetrieb
Davor war ich in der Lebensmittelbranche im Büro.
Ich weiß das was du schreibst ist genau das was ich denke. Dabei möchte ich einfach arbeiten, selbstständig, mein Bestes geben. Bin nun seit fast 15 Jahren in diesem Beruf tätig.
Aber ich konnte das vorher nicht wissen, und ist Probezeit nicht genau das - um zu schauen ob es passt? Ich sollte froh sein eine Arbeit zu haben (die auch gut bezahlt ist) aber ich kann hier nicht weiterkommen...
:?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 25.10.2016, 13:34

Dann schreibe doch mal deine Vorstellungen für dich auf!

Wie muss ein AG sein, damit es deine Vorstellungen erfüllen kann? Welche Aufgaben brauchst du? Wie kannst du VORHER herausfinden, ob du die Vorstellungen bei einem AG auch umsetzen kannst?

Darüber musst du dir JETZT Gedanken machen, damit du dich vom Regen in die Traufe kommst. Dein Anschreiben kommt dagegen ganz am Ende.

copuda
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Beitrag von copuda » 10.11.2016, 17:57

Hallo BaRi,
das gleich ist mir auch passiert.... ich habe einen tollen Job, der zwar schlecht bezahlt wurde, für einen anderen, besserbezahlten verlassen, der total super klang und dann ein absoluter Reinfall war. Also habe ich mich beworben und bin bei meinem jetzigen AG gelandet und es ist die absolute Hölle. Jeder Tag ist eine Qual und mein Gehalt fühlt sich an wie Schmerzensgeld... :/

ichhoernurmimimi
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Wechsel in Probezeit begruenden

Beitrag von ichhoernurmimimi » 20.07.2018, 13:32

Hallo erstmal!

Ich hab da ein Problem: nach meinem Studium habe ich 15 Jahre in einem großen Unternehmen im Bereich Marketing gearbeitet. Ich habe ein hervorragendes Arbeitszeugnis. Leider musste ich das Unternehmen Anfang des Jahres verlassen. Direkt im Anschluss hab ich zum Glück eine neue Stelle gefunden, allerdings in einer kleinen Werbeagentur.

Jetzt hab ich nur ein großes Problem: die neue Stelle macht mir Spaß, die Kollegen sind nett, das Betriebsklima eigentlich gut und ich hatte vor, dort ein paar Jahre zu bleiben.

Aber: es sind wohl seit Jahresanfang mehrere große Kunden weggebrochen (wurde mir bei der Einstellung verschwiegen) und finanziell siehts inzwischen wohl beschissen aus. Letzte Woche wurden wir informiert, dass es Schwierigkeiten gibt und derzeit "geprüft wird, welche Einsparungsmaßnahmen nun getroffen werden müssen". Ich weiß, dass ich so ziemlich der erste bin, der gehen muss wenn es so weit kommt - hab noch Probezeit bis Dezember, bin Single und kinderlos - und möchte mich daher sicherheitshalber weg bewerben.

Meine Frage: wie würdet ihr einem neuen Arbeitgeber gegenüber den Wechsel in der Probezeit begründen? Ich bin jetzt 5 Monate dabei.

Hab 3 offenen Stellen gefunden, die mir zusagen und von der Qulifikation passen würden, aber ich finde keine gescheite Formulierung.

Auf die finanziellen Schwierigkeiten darf ich nicht hinweisen, das fällt ja unter die Verschwiegenheitspflicht. Betriebsinterna, so lange es nicht offiziell ist. Und nun? Was tun?

Arahaelion
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Bewerbung während der Probezeit

Beitrag von Arahaelion » 03.05.2019, 23:31

Abend,

es geht um folgendes. Nachdem ich 1 1/2 im Öffentlichen Dienst beschäftigt war habe ich Februar 2019 aus wichtigen Gründen gekündigt. Anfang April habe ich in der Wirtschaft eine Stelle bekommen bei einem seehr großen Unternehmen. Ich kam als Quereinsteiger und musste jetzt leider feststellen das mir das Thema überhaupt nicht liegt und mir im Interview auch andere Dinge versprochen wurden. Will mich jetzt neu bewerben nach knapp 6 Wochen.

In meinem Lebenslauf hab ich die neue Stelle aufgeführt. Ich weiß nun aber echt nicht ob ich im Einleitungssatz darauf eingehen soll, klingt ja wie eine Rechtfertigung, oder ob ich es total ignorieren soll mit der Hoffnung das die Recruiter sich nicht wundern warum ich es im Anschreiben totschweige.
Wenn ich es einbringen würde, klingt es bisher so:

"...daher habe ich mich nach einem Jahr aus dem Öffentlichen Dienst verabschiedet, um mich beruflich weiterzuentwickeln da mir während dieser Zeit klargeworden ist, dass mir Themen wie ++++ und ++++ besonders viel Spaß bereiten. Nach Beendigung meiner Arbeit beim ++++ war ich sehr froh bald eine neue Anstellung im Bereich ++++ gefunden zu haben. Jedoch habe ich sehr schnell gemerkt das mir ++++ zu steuerlastig ist, da meine Stärken und auch Vorlieben im Bereich Organisation, Koordination und Kommunikation liegen..."


Das ist ein kleiner Auszug. Kann man das so lassen, oder klingt das nach einer Rechtfertigung, bzw. sollte ich diese Erklärung lieber für ein potentielles Interview aufheben und einfach sagen das es nicht mein Ding war? Danke schon mal im voraus.

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Re: Bewerbung während der Probezeit

Beitrag von TheGuide » 04.05.2019, 00:21

Arahaelion hat geschrieben:
03.05.2019, 23:31
Jedoch habe ich sehr schnell gemerkt das mir ++++ zu steuerlastig ist,
Alles in allem nicht sehr geschickt. Vor allem aber, dass du, nachdem du beim vorherigen AG nur anderthalb Jahre warst und jetzt schon nach sechs Wochen wieder drauf und dran bist zu wechseln, macht dich für Arbeitgeber nicht wirklich attraktiv.

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Re: Bewerbung während der Probezeit

Beitrag von Arahaelion » 04.05.2019, 08:35

Klar ist das nicht geschickt, es gibt aber manchmal eben, wie im ersteren Fall gravierende Umstände warum es nicht anders geht. Daher habe ich ja überlegt ob ich den jetzigen Arbeitgeber auslasse da es bisher ja nur zwei Monate Lücke sind, oder ob ich es eben im Anschreiben bzw. nur im Lebenslauf erwähnen soll.

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Re: Bewerbung während der Probezeit

Beitrag von TheGuide » 04.05.2019, 09:48

In der Bewerbung solltest du ausschließlich positiv argumentieren. Vor dem Jobwechsel solltest du dir aber Gedanken darüber machen, ob der derzeitige Job dich wirklich so unglücklich macht, dass er für dich dauerhaft nicht gesundheitsförderlich ist oder ob du es nicht noch zwei bis drei Jahre in ihm aushältst, bevor du den nächsten Wechsel anstrebst.

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