Bewertung fehlender Austrittsgrund

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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Flooora
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Bewertung fehlender Austrittsgrund

Beitrag von Flooora » 18.02.2018, 20:39

Hallo zusammen.

Ich hab mal eine Frage zu meinem Arbeitszeugnis, was ja eigentlich recht gut ist. Wie ist das denn wenn der Austrittsgrund, sowie Wünsche für die Zukunft fehlen? Ich kann guten Gewissens sagen, dass es keine böse Absicht meines damaligen Arbeitgebers war. Wie sieht das der Personaler so? Rückt das mein eigentlich gutes Zeugnis in ein anderes Licht? Oder erschließt er sich vielleicht selbst, dass mein damaliger Arbeitgeber (Geschäftsführer einer Diskothek) einfach nicht bewandert auf diesem Feld war? Was im übrigen auch einfach daran zu erkennen ist, dass der Stempel teilweise über dem Text ist und dieser Rechtschreibfehler enthält. Er wollte mir jedoch auch partout kein neues ausstellen - "Daran stört sich doch niemand. Und wenn doch können sie anrufen und nachfragen."

Ich bewerbe mich nun im Anschluss an mein Studium im Personalbereich und würde daher eigentlich gerne alle Arbeitszeugnisse meiner Aushilfstätigkeiten beilegen.

Hier mal der Text meines Arbeitszeugnisses:

Frau X, geboren am X, war von X bis X in unserem Unternehmen als Aushilfskraft beschäftigt. Zu ihrem Aufgabenbereich zählten:
- Leitung der Theke
- Kundenbetreuung
- Barkeeping

Wir haben Frau X als eine äußerst zuverlässige und sehr verantwortungsbewusste Mitarbeiterin kennen gelernt. Sie war stets pünktlich und zuverlässig. Dank Ihrer guten Auffassungsgabe hat sie sich schnell in unsere Arbeitsabläufe eingearbeitet und erledigte über die ihr übertragenen Aufgaben hinaus alle anfallenden Tätigkeiten stets gewissenhaft und zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Aufgrund ihrer vorbildlichen und sehr autoritären Art, übernahm Frau X die Leitung eines ihr zugeteilten Bereich.
Darunter fielen folgende Aufgaben:
- Planung und Einteilung des Personals in ihrem Bereich
- Das Einarbeiten von neuem Personal

Nennenswert sind des Weiteren das vorbildliche Verhalten von Frau X gegenüber Vorgesetzten und Kollegen. Sie ist stets freundlich, hilfsbereit und höflich. Im direkten Umgang mit den Kunden war Frau X aufgeschlossen und einfühlsam. Auch Kunden mit schwieriger Persönlichkeitsstruktur wurden von ihr zu ihrer persönlichen Zufriedenheit betreut.

Mit freundlichen Grüßen
XXX

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TheGuide
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Re: Bewertung fehlender Austrittsgrund

Beitrag von TheGuide » 18.02.2018, 22:35

Solltest du ändern lassen. Ebenso diesen doppeldeutig formulierten Satz (kein Zeugniscode, einfach blöd formuliert):
Flooora hat geschrieben:Auch Kunden mit schwieriger Persönlichkeitsstruktur wurden von ihr zu ihrer persönlichen Zufriedenheit betreut.

Flooora
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Beitrag von Flooora » 19.02.2018, 11:16

Vielen lieben Dank TheGuide! Das dachte ich mir und habe es nach deiner Bestätigung sofort in Angriff genommen. Der neue Geschäftsführer hatte vollstes Verständnis für mein Anliegen und passt es mir an :)

Dann hätte ich auch noch eine Frage zu meinem aktuellsten Zeugnis. Das ist soweit ich das sehe wirklich in allen Punkten sehr gut. Ist das auch gut für mich, oder wirkt es dadurch überzogen und sollte ich besser auch hier um eine etwas abgeschwächte Version bitten?

Frau X, geboren am X, war in der Zeit vom X-Y in unserem Unternehmen als Mitarbeiterin im Service tätig. Zu den Aufgaben von Frau X gehörten Z,Y,Z.

Frau X verfügt über ein sehr gutes Auffassungsvermögen und war auch in starken Arbeitszeiten der Situation immer gewachsen. Wir haben Frau X als äußerst fleißige , tüchtige und selbstständige Mitarbeiterin kennengelernt. Sie war jederzeit äußerst zuverlässig, gewissenhaft und auch in der Lage schwierige Situationen erfolgreich zu bewältigen.

Die ihr übertragenen Aufgaben hat Frau X stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Neben ihrem sehr aufgeschlossenen, freundlichen Wesen, war Frau X aufgrund ihrer Aufrichtigkeit, Loyalität, Verantwortungs- und Hilfsbereitschaft stets eine vorbildliche Mitarbeiterin, welche von Kollegen, Gästen und Vorgesetzten sehr geschätzt wurde.

Darüber hinaus möchten wir nicht versäumen ihr stetige Pünktlichkeit und Ehrlichkeit zu bestätigen.

Die Tätigkeit von Frau X endete auf ihren Wunsch hin. Wir bedauern dies sehr, da wir mit ihr eine wertvolle Mitarbeiterin verlieren.

Wir danken Frau X für ihre Mitarbeit und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Ort, den XXX

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 19.02.2018, 11:44

Flooora hat geschrieben:Darüber hinaus möchten wir nicht versäumen ihr stetige Pünktlichkeit und Ehrlichkeit zu bestätigen.
Den Satz finde ich seltsam. Pünktlichkeit und Ehrlichkeit sind eigentlich so selbstverständlich, dass ihre Erwähnung aufmerken lässt.

Flooora
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Beitrag von Flooora » 19.02.2018, 13:24

TheGuide hat geschrieben:
Flooora hat geschrieben:Darüber hinaus möchten wir nicht versäumen ihr stetige Pünktlichkeit und Ehrlichkeit zu bestätigen.
Den Satz finde ich seltsam. Pünktlichkeit und Ehrlichkeit sind eigentlich so selbstverständlich, dass ihre Erwähnung aufmerken lässt.
Dankeschön! Wenn das isch nicht nachteilig für mich auswirkt, meld ich mich dann dort auch noch mal und frag ganz lieb ob ich ein neues ohne diesen Absatz haben kann.

Wobei ich leider festgestllt habe, dass mir in noch einem meiner Zeugnisse Pünktlichkeit und Ehrlichkeit bescheinigt wurden. Dabei handelt es sich ohnehin nicht um ein wirklich gutes Zeugnis, was notenmäßig so eher im zweier bis dreier Bereich angesiedelt ist. Könnte ich das einfach weglassen, oder wird das sich vor allem bei der Stelle auf die ich mich bewerbe nachteilig auswirken? Ein neues zu bekommen wird da wohl glaub ich nicht so einfach, da es sich um einen riesen Konzern handelt, indem ich eine kleine Aushilfe (und das vor einer halben Ewigkeit...) Oder einfach reinpacken? Weils quasi mein erstes war, zeigt das ja auch wieder meine Weiterentwicklung?!
Fragen über Fragen... :shock:

Jameson
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Beitrag von Jameson » 20.02.2018, 10:28

Zu dem ersten Beitrag und der damit verbundenen Frage "Wie sieht das der Personaler so?" lässt sich sagen dass der Leser dieses Schriftstück im besten Fall nicht als Zeugnis sondern als Brief wahrnimmt und es mit einem Schmunzeln beiseite legt. Schließlich endet nur ein Brief mit freundlichen Grüßen und mal als Schuss ins Blaue- enthält dieses Schriftstück auch ein mit deiner Anschrift versehenes Adressfeld? :shock:

Was nun den zweiten stark gekürzten Text angeht- hier wäre es wichtig gewesen zumindest die Aufgaben und Tätigkeiten zu kennen. Nur so lässt sich beurteilen ob ein Ehrlichkeitsvermerk enthalten sein muss.

Flooora
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Beitrag von Flooora » 20.02.2018, 12:00

Jameson hat geschrieben:Zu dem ersten Beitrag und der damit verbundenen Frage "Wie sieht das der Personaler so?" lässt sich sagen dass der Leser dieses Schriftstück im besten Fall nicht als Zeugnis sondern als Brief wahrnimmt und es mit einem Schmunzeln beiseite legt.
Möchtest du mir damit mitteilen, dass mein Zeugnis schlechter ist, als ich denke?! Oder interpretiere ich das einfach grade vollkommen falsch?

Nein, adressiert ist es glücklicherweise nicht an mich und ich habe bereits bei unserem Telefonat darum gebeten, die freundlichen Grüße bitte zu streichen...

Zu dem zweiten Zeugnis: Gekürzt sind dort eigentlich nur die Tätigkeiten und diese sind wir folgt aufgeführt:
- Der Einsatz im früh- und Spätdienst des Restaurant
- Das Vorbereiten des Service (Mise en Place)
- Die Beratung zu Speisen und Getränken
- Anleitung neuer Mitarbeiter

Jameson
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Beitrag von Jameson » 21.02.2018, 12:37

---> "Möchtest du mir damit mitteilen, dass mein Zeugnis schlechter ist, als ich denke?! Oder interpretiere ich das einfach grade vollkommen falsch?"

Ich habe nicht von gut oder schlecht gesprochen sondern in Frage gestellt dass es sich dabei überhaupt um ein ernst zu nehmendes Arbeitszeugnis handelt.

---> "Zu dem zweiten Zeugnis: Gekürzt sind dort eigentlich nur die Tätigkeiten und diese sind wir folgt aufgeführt:
- Der Einsatz im früh- und Spätdienst des Restaurant
- Das Vorbereiten des Service (Mise en Place)
- Die Beratung zu Speisen und Getränken
- Anleitung neuer Mitarbeiter"

Auch wenn hier nicht ausdrücklich von einer Kassiertätigkeit gesprochen wird halte ich einen Ehrlichkeitsvermerk für sinnvoll, allerdings ohne die Erwähnung von Pünktlichkeit.

---> "stets eine vorbildliche Mitarbeiterin, welche von Kollegen, Gästen und Vorgesetzten sehr geschätzt wurde. "

Durch die gewählte Reihenfolge der Akteure wirst du mit dieser eigentlich nett klingenden Formulierung als schwierig im Umgang mit Vorgesetzten beschrieben.

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