Bewertung schlechtes Zwischenzeugnis?

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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PlanB
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Bewertung schlechtes Zwischenzeugnis?

Beitrag von PlanB » 06.12.2019, 23:41

Halli Hallo,

ich erahne es ja schon, dass das Zwischenzeugnis außererordentlich schlecht ist. Trotzdem wollte ich mal eure Meinung dazu hören. Es unterscheidet sich auch sprachlich von der Ausdrucksweise her von meinen bisherigen Arbeitszeugnissen. Wie zB "Flink" klingt so, als ob sie von einem Wiesel sprechen würden.

"Herr/Frau....hat eine sehr gute und rasche Auffassungsgabe und ist sowohl in der Schule als auch im Büro interessiert und lerneifrig. Herr/Frau..... ist ferner ein/e gewissenhafte/r, flinke/r und sehr pünktliche/r Mitarbeiter/in, die/der sich den ihr/ihn gestellten Aufgaben mit ausgeprägtem Interesse, gesundem Ehrgeiz und stetig wachsendem Erfolg widmet. Zu Erläuterungen erstellt Herr/Frau ... regelmäßig Notizen und stellt sinnvolle Fragen. Das Berichtsheft ist sauber geführt und wird regelmäßig und ohne Verzögerung vorgelegt. Die Ergebnisse in der Zwischenprüfung waren deutlich überdurchschnittlich. Insgesamt finden Ihre/seine Leistungen stets unsere volle Zufriedenheit.

Sehr gut gefällt uns ferner ihre/seine jederzeit außerordentlich höfliche und sehr zurückhaltende persönliche Art. Ihr/Sein Verhalten gegenüber Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten und Mandanten ist tadellos.

Wir erstellen dieses Zwischenzeugnis auf ausdrücklichen wunsch und wir freuen uns darauf, Sie weiter in unserer Kanzlei ausbilden zu können. Am erfolgreichen Abschluss der Ausbildung haben wir keinerlei Zweifel."

Vielen Dank!

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TheGuide
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Re: Bewertung schlechtes Zwischenzeugnis?

Beitrag von TheGuide » 07.12.2019, 12:25

PlanB hat geschrieben:
06.12.2019, 23:41
und ist sowohl in der Schule als auch im Büro interessiert und lerneifrig.
Interessiert und lerneifrig sagt nichts über den Erfolg aus. Auch jemand der prokrastiniert (also ewig aufschiebt) kann sehr interessiert sein, nur gelangt er nie oder erst spät ans Ziel.
Herr/Frau..... ist ferner ein/e gewissenhafte/r, flinke/r und sehr pünktliche/r Mitarbeiter/in, die/der sich den ihr/ihn gestellten Aufgaben mit ausgeprägtem Interesse, gesundem Ehrgeiz und stetig wachsendem Erfolg widmet.
Das flink stört mich weniger, als das pünktlich. Das ist gewissermaßen eine Selbstverständlichkeit. Das zu erwähnen heißt gewissermaßen, dass man so wenig positives zu berichten hat, dass man selbst das selbstverständliche aufgreift.
Zu Erläuterungen erstellt Herr/Frau ... regelmäßig Notizen und stellt sinnvolle Fragen. Das Berichtsheft ist sauber geführt und wird regelmäßig und ohne Verzögerung vorgelegt. Die Ergebnisse in der Zwischenprüfung waren deutlich überdurchschnittlich. Insgesamt finden Ihre/seine Leistungen stets unsere volle Zufriedenheit.
Dieser Teil dagegen changiert zwischen 1 und 2.
Sehr gut gefällt uns ferner ihre/seine jederzeit außerordentlich höfliche und sehr zurückhaltende persönliche Art. Ihr/Sein Verhalten gegenüber Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten und Mandanten ist tadellos.
Dieser Abschnitt ist widersprüchlich. EInerseist die Vokabel sehr gut, andererseits, dass die Kollegen vor den Vorgesetzten genannt werden, das wird gerne als Zeichen gelesen, dass dem eben nicht so ist. Die Vorgesetzten gehören vor die Kollegen.

Die Frage ist nun, wie viel Erfahrung der Verfasser mit der Abfassung von Arbeitszeugnissen hat.

PlanB
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Re: Bewertung schlechtes Zwischenzeugnis?

Beitrag von PlanB » 07.12.2019, 12:52

Danke dir!

Ja, da sind so viele Widersprüche drin und auch von der Beschreibung der Tätigkeiten her, ist das eine für mich ungewohnte Sprache. Ich kenne das von meinen weiteren Arbeitszeugnissen ganz anders, da werden vor allem professionelle Begriffe verwendet, die mir hier fehlen. Und auch geht es weniger um meine Arbeit an sich, sondern nur um so Dinge, die selbstverständlich sind. Pünktlichkeit, sauberes pünktliches Berichtsheft, Höflichkeit, sind doch alles selbstverständliche Dinge.

Ich weiß auch nicht, wie ein Zwischenzeugnis bei einem Azubi aussieht, der eben noch mitten in der Ausbildung steckt. Viel zu berichten gibt es da anderseits auch nicht, man lernt ja noch. Pünktlichkeit wurde noch in keines meiner Zeugnisse bisher thematisiert und jetzt hier, finde ich sehr ungewöhnlich.

Tadellos liegt im Bereich 4-5 oder? Ich lese zumindest nichts gutes über diesen Satz. Ja, die Reihenfolge ist in meinen anderen Arbeitszeugnissen auch nicht so wie hier. Ich werde definitiv das Gespräch suchen. Noch nie hatte ich so ein schlechtes Zeugnis.

Den Schluss finde ich auch komisch. "Keine Zweifel" ist ja wieder so eine Negation und drückt ja erst recht aus, dass die Zweifel an einem erfoglreichen Abschluss der Ausbildung hätte. Oder verstehe ich das falsch? Hier sind einfach zu viele Negationen drin.

Ich würde da nach einer Nachbesserung bitten folgender Punkte:

- Pünktlichkeit
- und das mit der richtigen Reihenfolge. Das Tadellos würde ich durch ein anderes Wort ersetzten, dass ein "befriedigend" ergibt.

Was müsste noch alles korrigiert werden, damit es ein halbwegs gutes Zeugnis ist?

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