Bewertung vom Arbeitszeugnis

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
Antworten
Keelval
Beiträge: 5
Registriert: 30.03.2015, 11:31

Bewertung vom Arbeitszeugnis

Beitrag von Keelval » 23.05.2020, 16:45

Hallo zusammen,
könnte ein Fachkundiger da mal einen Blick darüber werfen?


Herr XXX verfügt über eine solide Fachkompetenz sowie ein gutes Praxiswissen, welches er insbesondere auch durch seine mehrjährige Berufserfahrung erworben hat. Daher war auf seine Einschätzung und Vorgehensweisen Verlass. Er aktualisierte in Eigeninitiative seine Fachkenntnisse.

Aufgrund seiner Auffassungsgabe und seiner Urteilsfähigkeit war es Herrn XXX in schwierigen Situationen möglich, erfolgreich praktikable Problemlösungen aufzuzeigen. Auch starkem Arbeitsanfall war er gewachsen. Zudem war seine Arbeitsweise gewissenhaft und systematisch. Herr Bodner war ein motivierter Mitarbeiter, der die ihm gesetzten Ziele realisierte. Sein Arbeitseinsatz und sein für unsere Kunden gezeigtes Engagement brachten gute Erfolge hervor.

Zusammenfassend waren wir mit seinen Leistungen voll zufrieden. Sein Verhalten war zuvorkommend und stets korrekt. Er hat sich zudem bei unseren kunden aufgrund seines Engagements für diese als auch sehr guten Fachkompetenz Wertschätzung erworben.

Jameson
Beiträge: 116
Registriert: 10.04.2017, 12:22

Re: Bewertung vom Arbeitszeugnis

Beitrag von Jameson » 29.05.2020, 11:12

Hallo Keelval,

relevant für die sinnvolle Bewertung und Kommentierung eines Zeugnisses ist der vollständigen Text, quasi von der Über- bis zur Unterschrift. Grundsätzlich sollten der zu würdigende Zeitraum, die erlernte bzw. bekleidete Tätigkeit, die Branche und die Unternehmensgröße genannt werden.

Bereits der einleitende, den Zeugnisempfänger benennende Absatz enthält erste wertende Aussagen, genauso wie die Auflistung der Tätigkeiten. Diese wiederum korrespondieren mit den darauffolgenden Bewertungen der einzelnen Aspekte von Arbeits- und ggf. Führungsweise bzw. -leistung sowie von Fachwissen und Sozialverhalten.

Möglicherweise bedarf es in gerade diesem Fall aber auch weiterer Angaben, die einen erheblichen Einfluss auf die in deinem Zeugnis enthaltene Wertung haben können.

Der Text eines Zeugnisses beginnt nunmal mit dem Wort Zeugnis oder einem seiner Verwandten und er endet mit einer Unterschrift. Nur in diesem Kontext lässt er sich halbwegs seriös werten. Fast jede Formulierung in einem Zeugnis kann in einem geänderten Zusammenhang für eine gänzlich andere Aussage stehen. Jede der auf den ersten Blick positiven Aussagen kann durch den ausgelassenen Teil abgewertet werden.

Achja... und da wäre noch die Schlussformulierung, welche eine Sonderstellung einnimmt weil man davon ausgeht dass sie nicht einzuklagen ist. Ein zuvor wohlklingender weil superpositiv formulierter Zeugnistext verliert seinen Wert wenn diese Beurteilung im Rahmen der Schlussformulierung keine Bestätigung findet.

Bis jetzt lässt sich bestenfalls sagen dass es sich kaum um ein gutes Zeugnis handeln kann, die tatsächliche Falltiefe ergibt sich aus diesem Textausriss jedoch nicht.

Antworten