Bewertung Zwischenzeugnis, Frage zur Schlussformulierung

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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lookingforward
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Bewertung Zwischenzeugnis, Frage zur Schlussformulierung

Beitrag von lookingforward » 13.07.2017, 13:47

Hallo zusammen,

ich habe vergangene Woche eine Kündigung ausgesprochen bekommen, da der Geschäftszweig für den ich vor einem Jahr eingestellt wurde, nicht mehr weitergeführt bzw. geschlossen wird. Vertrag war nicht befristet.

Nun habe ich auf ein Zwischenzeugnis gedrängt, habe dieses auch ausgehändigt bekommen und habe nun die Bitte um eine Einschätzung der Bewertung. Fehlt etwas wichtiges? Ist etwas fadenscheinig formuliert? Um ehrlich zu sein, finde ich die Schlußformulierung etwas merkwürdig ?!?

Hier erstmal der Wortlaut des Zeugnisses:

Frau XXX, geboren am XX.XX.XX, ist seit dem XX.XX.XX in unserem Unternehmen als XXX tätig.

> Kurze Beschreibung zum Unternehmen<Frau> Aufzählung der Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten<
(Diese habe ich vorgegeben und wurden auch so übernommen)

Frau XXX verfügt über umfassende und vielseitige Fachkenntnisse, die sie immer sicher und gekonnt in der Praxis einsetzt. Aufgrund ihrer genauen Analysefähigkeit und ihrer schnellen Auffassungsgabe ist sie jederzeit in der Lage, auch schwierige Situationen sofort zutreffend zu erfassen und schnell gute Lösungen zu finden.

Frau XXX ist eine belastbare, motivierte und verantwortungsbewusste Mitarbeiterin. Sie erfüllt ihren Aufgabenbereich mit viel Engagement und Leistungsbereitschaft. Auch in Situationen mit hoher Arbeitsbelastung erweist sie sich als belastbar.

Die Arbeitsweise von Frau XXX ist sowohl hinsichtlich Kunden- als auch Zielorientierung stets in hohem Maße dienstleistungsorientiert und in jeder Hinsicht gut. Besonders hervorzuheben sind ihre absolute und uneingeschränkt Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit.

Auch für schwierige Problemstellungen findet sie sehr effektive Lösungen, die sie erfolgreich in die Praxis umsetzt und damit immer gute Arbeitsergebnisse erzielt. Die Leistungen von Frau XXX finden jederzeit und in jeder Hinsicht unsere volle Anerkennung.

Sie ist eine überaus loyale Mitarbeiterin, die sich gut in das Team integriert. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden ist stets einwandfrei.

Grund für die Ausstellung dieses Zwischenzeugnisses ist das geplante Ausscheiden von Frau XXX. Wir bedanken uns bei ihr für die im bisherigen Arbeitsverhältnis erbrachten stets guten Leistungen und wünschen bereits jetzt weiterhin viel Erfolg und alles Gute.


Eine Frage zur Schlußformulierung im Endzeugnis habe ich noch:


Wie sieht es taktisch damit aus? Sollte daraus deutlich ersichtlich werden, dass eine Kündigung auf Grund des Schließens des Geschäftszweiges erfolgte? (- und nicht an der Leistung des MA lag).

Herzlichen Dank für einen Ratschlag & beste Grüße
Kathrin
Zuletzt geändert von lookingforward am 13.07.2017, 18:40, insgesamt 1-mal geändert.

lookingforward
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Beitrag von lookingforward » 13.07.2017, 13:58

Leider wird der Titel des Posts nicht übernommen? Gibt's da einen Trick?

BG K.

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Beitrag von TheGuide » 13.07.2017, 16:25

Ja, auf Umlaute, ß und Sonderzeichen verzichten.

Zum Zeugnis: Formal gut. Da dein Ausscheiden thematisiert wird, ist das okay.

lookingforward
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Beitrag von lookingforward » 13.07.2017, 18:50

Okay - ohne Sonderzeichen hat's geklappt mit dem Titel.

Vielen Dank für Deine Antwort.

Also zusammengefasst:
Form kann so bleiben & Bewertung der Arbeitsleistung auch gut?

Nagut, dann bin ich mal auf die Schlußformulierung im Endzeugnis gespannt.

BG K.

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Beitrag von TheGuide » 13.07.2017, 20:00

Normalerwiese wäre für ein Zwischenzeugnis die Note zu schlecht, du hast eine glatte zwei, in einem Zwischenzeugnis sollte ein glatte eins stehen. In einem Abschlusszeugnis dagegen ist die gute zwei (also 2+) das beste, was du kriegen kannst, da eine eins als wegloben interpretiert wird. Nun ist in deinem Zeugnis dein Ausscheiden aus dem Betrieb schon angesprochen, da wäre natürlich eine eins seltsam, da die Einserkandidaten die Leute sind, die man nicht tunlichst zu halten versucht und nicht entlässt.

Jameson
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Beitrag von Jameson » 14.07.2017, 13:45

Jetzt mal ernsthaft Kathrin, da du nur ein Zeugnisfragment eingestellt hast lässt sich zur konkreten Falltiefe nichts sagen. Dennoch ist eindeutig dass ein Mitarbeiter, dessen Besonders hervorzuhebende Qualität darin besteht dass er Zuverlässig und Ehrlich ist, schwerlich als gut bezeichnet werden kann.

Natürlich sollte aus dem Zeugnistext deutlich hervor gehen, dass deine Kündigung auf Grund des Schließens des Geschäftszweiges erfolgte.

lookingforward
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Beitrag von lookingforward » 16.07.2017, 17:23

Hallo Jameson,

okay ... ich habe das eingestellt, was in dem Zeugnis steht. Meine einzelnen Verantwortlichkeiten auf der Position habe ich jetzt nicht ausgeführt. Diese sollten hier auch erstmal keine Rolle spielen?

Hier trotzdem ein kurzer Abriss, zur Situation:
Es handelt sich nicht um eine Führungsfunktion. Ich bin ausgesprochene Fachspezialistin. Dadurch, dass innerhalb meines Beschäftigungsjahres dieser Geschäftszweig - ganz entgegen zu den vehementen Aussagen des Unternehmens aus den 3 Vorstellungsgesprächen vergangenen Jahres - gar nicht ernsthaft und konkret angegangen wurde und nun eben "eingestellt" wurde, hatte ich nicht wirklich die Gelegenheit hier mein Knowhow einzubringen. Wie soll das also beurteilt werden? Deswegen bin ich auch ziemlich "angefressen" und habe absolut keine Lust, dass da noch mehr auf meinem Rücken ausgetragen wird.

Ich habe mir zwischenzeitlich ein Buch besorgt und ein bisschen herumgelesen. Demnach sind die wichtigsten Bestandteile eines qualifizierten Zeugnisses:

-> Nachweis über die Art & Dauer der Tätigkeit
-> Beurteilung der Arbeitsleistung
-> Verhalten während des Arbeitsverhältnisses
-> Grund für Ausscheiden & persönliche Abschlußformel

Das findet sich erstmal alles wieder, meiner Meinung nach. Oder liege ich falsch?
Wenn ich das Zeugnis mit denen, die ich bisher habe vergleiche, ist es in der Tat kurz und knapp gehalten und die "Tonalität" eher, sagen wir, recht nüchtern. Wo es sich doch um ein Unternehmen handelt, was nach außen hin für besonders "exklusive & liebevolle" Produkte steht ;-)

Die Frage ist, in wieweit kann ich darauf Einfluß nehmen? Letztlich steht überall ... das Zeugnis muss "wohlwollend" formuliert sein. Ist es das, oder eher nicht?
Mein Gefühl sagt mir, eher nicht. Möglicherweise liegt das auch daran, dass die "Personalierin" in unserem Haus ursprünglich aus der Buchhaltung kommt :-/

Ich habe in jedem Fall vor, hierzu noch ein Schreiben an die Frau zu verfassen. Ich bin, oder habe mich freistellen lassen, drum geht das jetzt alles schriftlich.

Insbesondere den Hinweis in der Abschlußformel, dass der Geschäftszweig geschlossen wurde, möchte ich bauchgefühlmäßig in der Tat drinzustehen haben. Ich habe keine Ambition in kommenden Vorstellungsgespräch hier ausladene Erläuterungen vortragen zu müssen. In D muß man als Bewerber ja immer Stellung nehmen.

BG K.

Jameson
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Beitrag von Jameson » 17.07.2017, 12:18

lookingforward hat geschrieben:Hallo Jameson,

okay ... ich habe das eingestellt, was in dem Zeugnis steht. Meine einzelnen Verantwortlichkeiten auf der Position habe ich jetzt nicht ausgeführt. Diese sollten hier auch erstmal keine Rolle spielen?

Hier trotzdem ein kurzer Abriss, zur Situation:
Es handelt sich nicht um eine Führungsfunktion. Ich bin ausgesprochene Fachspezialistin. Dadurch, dass innerhalb meines Beschäftigungsjahres dieser Geschäftszweig - ganz entgegen zu den vehementen Aussagen des Unternehmens aus den 3 Vorstellungsgesprächen vergangenen Jahres - gar nicht ernsthaft und konkret angegangen wurde und nun eben "eingestellt" wurde, hatte ich nicht wirklich die Gelegenheit hier mein Knowhow einzubringen. Wie soll das also beurteilt werden? Deswegen bin ich auch ziemlich "angefressen" und habe absolut keine Lust, dass da noch mehr auf meinem Rücken ausgetragen wird.
Die Berufsbezeichnung und der Zeitraum haben großen Einfluss auf Umfang und Inhalt. Das Zeugnis das die 30-Jährige Karriere eines Prokuristen abbildet sollte schließlich anders aussehen als das einer Raumpflegerin, die in der Probezeit verabschiedet wurde.
lookingforward hat geschrieben: Ich habe mir zwischenzeitlich ein Buch besorgt und ein bisschen herumgelesen.
Oh je, zu diesem Thema wird so viel Mist geschrieben.
lookingforward hat geschrieben: Demnach sind die wichtigsten Bestandteile eines qualifizierten Zeugnisses:

-> Nachweis über die Art & Dauer der Tätigkeit
-> Beurteilung der Arbeitsleistung
-> Verhalten während des Arbeitsverhältnisses
-> Grund für Ausscheiden & persönliche Abschlußformel

Das findet sich erstmal alles wieder, meiner Meinung nach. Oder liege ich falsch?
Ganz richtig ist das so nicht, aber da auf die rechtliche Grundlage einzugehen würde jetzt zu weit führen.
lookingforward hat geschrieben: Wenn ich das Zeugnis mit denen, die ich bisher habe vergleiche, ist es in der Tat kurz und knapp gehalten und die "Tonalität" eher, sagen wir, recht nüchtern. Wo es sich doch um ein Unternehmen handelt, was nach außen hin für besonders "exklusive & liebevolle" Produkte steht ;-)
Bei dem was du hier eingestellt hast handelt es sich um eine handvoll von Standardphrasen, stimmt.
lookingforward hat geschrieben: Die Frage ist, in wieweit kann ich darauf Einfluß nehmen?
Das solltest du zunächst mit deinem Arbeitgeber klären.
lookingforward hat geschrieben: Letztlich steht überall ... das Zeugnis muss "wohlwollend" formuliert sein. Ist es das, oder eher nicht?
Über diesem Wohlwollenskäse, wegen dem sich viele Verfasser hinter solchen Standardfphrasen verstecken, steht immer noch die Verpflichtung zu Wahrheit.
lookingforward hat geschrieben: Mein Gefühl sagt mir, eher nicht. Möglicherweise liegt das auch daran, dass die "Personalierin" in unserem Haus ursprünglich aus der Buchhaltung kommt :-/
Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
lookingforward hat geschrieben: Ich habe in jedem Fall vor, hierzu noch ein Schreiben an die Frau zu verfassen. Ich bin, oder habe mich freistellen lassen, drum geht das jetzt alles schriftlich.

Insbesondere den Hinweis in der Abschlußformel, dass der Geschäftszweig geschlossen wurde, möchte ich bauchgefühlmäßig in der Tat drinzustehen haben. Ich habe keine Ambition in kommenden Vorstellungsgespräch hier ausladene Erläuterungen vortragen zu müssen. In D muß man als Bewerber ja immer Stellung nehmen.

BG K.
Falls man dir die Möglichkeit einräumt auf das Zeugnis Einfluss zu nehmen solltest du auf keinen Fall selbst daran herumbastel, egal ob mit oder ohne Buch. :)

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