Brand Manager in der Musikbranche Bewerbung ok?

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kommunikologe
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Brand Manager in der Musikbranche Bewerbung ok?

Beitrag von kommunikologe » 17.11.2012, 23:04

Hallo liebe Bewerbungsexperten,

ich möchte euch hier meine erste Version eines Anschreibens für die Stelle als Brand Manager in einem Unternehmen der Musikbranche vorlegen. Ich bin mir einfach sehr unsicher, ob man das so machen kann...Für konstruktive Kritik und eure zahlreichen Hilfestellungen bin ich euch wirklich sehr dankbar. Und los geht´s...

Musterfirma X
z. H. X
Musterstrasse 0
00000 Musterstadt


Bewerbung um die Stelle des Brand Managers im Bereich Music Entertainment


Sehr geehrte Frau X,

die ausgeschriebene Position als Brand Manager bei Musterfirma hat mich sofort angesprochen, da sie mir exzellente berufliche und persönliche Chancen eröffnet. Daher kann ich mir sehr gut vorstellen, mit großem Engagement und meinen marketingübergreifenden Kompetenzen Produktkonzepte in Einklang mit den Neuen Medien zu entwickeln und aktuelle Trends frühzeitig zu erkennen, um ihre Musikprodukte erfolgreich am Markt zu positionieren.

Ergänzend zu meinen umfangreichen und vielfältigen Erfahrungen im Mediensektor habe ich durch ein Kommunikations- und Multimediamanagement Studium mein Talent für die konzeptionelle Arbeitsweise entdeckt. Durch eine Vielzahl von Hochschul- und Praxisprojekten konnte ich meine Begeisterung für strategische Fragestellungen durch clevere und kreative Lösungen unter Beweis stellen. So habe ich im Rahmen eines Hochschulprojekts in Kooperation mit der Werbeagentur Musteragentur ein Branded Entertainment Konzept für den Kunden „Musterkunden“ mitentwickelt und präsentiert, welches in großen Teilen umgesetzt wurde. Zudem entwickelte ich bei Musterangentur für den Kunden „Musterkunden“ ein Konzept für eine Social Media Idee, dessen Schwerpunkt eine Facebook-App war und neben einer Präferenzbildung den positiven Abverkauf der Produkte zum Ziel hatte. Für die "Mustergruppe" wirkte ich an der Ideenentwicklung und der Konzeption von kreativen Prozessen für die direkte Einbindung von Kundenbotschaften mit.

Durch eine langjährige Instrumentalausbildung und meine berufliche Tätigkeit als freier Dozent für digitale Musikproduktion habe ich ein ausgeprägtes Interesse für alle Bereiche der Musik und beschäftige mich in meiner Freizeit sowohl mit digitalen Aufnahme- und Produktionsverfahren als auch mit wirtschaftlichen und rechtlichen Themen der Musikbranche.

Des Weiteren bringe ich eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton mit, welche es mir ermöglicht, qualitativ hochwertige Medieninhalte für anspruchsvolle Präsentationen selbst anzufertigen.

Analytisches Geschick, hohe Vorstellungs- und Abstraktionskraft gepaart mit Sensibilität und Kreativität, sowie ein gutes Gespür für gesellschaftliche Trends bezeichne ich als meine persönlichen Stärken.

Ab dem 00.00.2012 kann ich Ihr Team verstärken. Meine Gehaltsvorstellung orientiert sich bei einem Jahres-brutto von 48.000,- € .

Ich freue mich sehr auf die Übernahme der interessanten und vielseitigen Aufgaben und über Ihre Einladung zu einem persönlichen Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen

Was meint ihr ???

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FRAGEN
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Re: Brand Manager in der Musikbranche Bewerbung ok?

Beitrag von FRAGEN » 18.11.2012, 10:45

Guten Morgen, kommunikologe!

Mein Eindruck ist, dass Du sehr viel zu sagen hast... und das noch deutlich eindrucksvoller sagen könntest... komunikativer, sozusagen... ;-)

Der tatsächliche Eindruck beginnt ja schon vor dem Lesen. In Deinem Fall sieht man am Anfang "richtige" Absätze... die sich zum Ende hin kontinuierlich verkürzen. Der Wirkung nach ein starker Einstieg... gefolgt von kontinuierlichem Nachlassen bis hin zur völligen Auflösung/Erschöpfung. Wenn man das unbewusst auf die Arbeitsweise im Allgemeinen übertragen würde, wäre das fatal... ;-)

Zum Zweiten finde ich (für jemanden, der sich explizit im Entertainment bewirkt) Wortwahl und Satzbau in weiten Teilen ziemlich sperrig... sehr wenig unterhaltsam. Das betrifft insbesondere den Einstieg - den man dem Leser ja stets besonders einfach machen sollte... ihn quasi willenlos ins Geschehen ziehen, bis er sich nicht mehr wehren kann... ;-)

Ich finde auch das inhaltliche Statement im Ganzen schwer zu fassen. Man braucht fast bis zur letzten Zeile, um das Besondere an Deiner Bewerbung wirklich mitzubekommen - und selbst das muss man dann aktiv wollen. Wenn man das tut, kann man sich am Ende zusammenreimen, dass Du sehr verschiedene "musikalische" Perspektiven auf Dich vereinigst - neben der des (explizit gefragten) Managers halt auch die Extras des Musikers und des Tontechnikers. Bist halt kein reiner Zahlenschieber... sondern jemand, der das Thema wirklich lebt! Das ist Deine Kernaussage - die m. E. unübersehbar in die Einleitung gehört! Anstelle von Allerweltssprüchen über "berufliche Chancen"... ;-)

kommunikologe
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Beitrag von kommunikologe » 18.11.2012, 14:42

Guten Tag "Fragen",

danke für deine Tipps. Ich möchte versuchen, dazu Stellung zu nehmen.

"Mein Eindruck ist, dass Du sehr viel zu sagen hast... und das noch deutlich eindrucksvoller sagen könntest... komunikativer, sozusagen..." Winken

Es fällt mir in der Tat etwas schwer, die für die Stellenausschreibung relevanten Kernkompetenzen eindrucksvoll auf den Punkt zu bringen. Ich habe auch das Gefühl (wie du), dass man nach hinten raus das Interesse verlieren könnte. Aber wie bekomme ich das in den Griff? Es soll ja auch keine Aufzählung der Projekte sein, die ich bis jetzt betreut hab.

Ich würde dir hier gerne mal die Anforderungen laut Ausschreibung mitteilen:

DAS SETZEN SIE UM:
• Konzeption, Entwicklung, Umsetzung und Überwachung der physischen und digitalen Veröffentlichungsstrategie
• Ständige Produktentwicklung und Initiierung neuer Vermarktungsstrategien (insbesondere online)
• Erstellung, Umsetzung und Überwachung von Marketing- und Budgetplänen
• Initiierung und Freigabe von Fotos, Videos, Covern, Anzeigen, Werbe- und PR-Mitteln
• Aufbereitung der Produkte unter besonderer Berücksichtigung der gegebenen Vermarktungsmöglichkeiten
• Überprüfung des Publicity-Materials zu den anvertrauten Künstlern und Produkten auf sachliche Richtigkeit und Aktualität
• Inhaltliche Ausrichtung und Betreuung von Promotionreisen nationaler/internationaler Vertragskünstler
• Erstellung und Überwachung von Aktivitätenplänen zu Tourneen
• Erlangung und laufende Erweiterung von Kenntnissen über das Record-Business (Standardverträge, P- und C-Vermerk, GEMA, GVL, Urheber- und Leistungsschutzrecht, Lizenzsätze etc.)

DAS BRINGEN SIE MIT:
• Betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Marketing oder abgeschlossene kaufmännische Ausbildung mit vergleichbarer Qualifikation und Berufserfahrung
• Umfangreiche Kenntnisse in den Vermarktungs- und Promotionmöglichkeiten im Bereich der Neuen Medien (Social Media, Digital Marketing)
• Know-how im Projekt- und/oder Produktmanagement
• Markt- und Branchenkenntnisse
• Routine in den gängigen MS-Office-Anwendungen
• Sehr gutes Englisch in Wort und Schrift
• Ausgeprägte Kommunikations- und Überzeugungsfähigkeit
• Konfliktfähigkeit und Flexibilität
• Präsentationssicherheit und Organisationstalent

und weiter geht´s....

"In Deinem Fall sieht man am Anfang "richtige" Absätze.."

Macht die Struktur für dich inhaltlich keinen Sinn? Sollte ich mehr meine Erfahrungen aus "beiden Welten" in den Fokus rücken und darauf aufbauen?

"Wenn man das unbewusst auf die Arbeitsweise im Allgemeinen übertragen würde, wäre das fatal..."

Krass, das könnte man darauf tatsächlich interpretieren? Das wäre in der Tat fatal. Bedeutet für mich also, die Spannung kontinuierlich aufrecht zu erhalten, ohne überheblich zu erscheinen?.... Klingt schwierig. :(

"Zum Zweiten finde ich (für jemanden, der sich explizit im Entertainment bewirkt) Wortwahl und Satzbau in weiten Teilen ziemlich sperrig"

Bei diesem Job geht es ja nicht um Unterhaltung im eigentlichen Sinne....aber ich verstehe, was du meinst. Ich denke, man könnte das wirklich noch etwas anschaulicher und interessanter formulieren. Könntest du mir nicht netterweise ein oder zwei Beispiele geben?

Findest du den Einstieg denn, bis auf die "beruflichen Chancen" so ok oder auch zu schwach?

Für deine Hilfe bin ich dir wirklich sehr dankbar. Vor allem deshalb, da kommenden Mittwoch die Bewerbungsfrist abläuft.

Weiterhin einen schönen Sonntag wünscht dir
DER KOMMUNIKOLOGE

PS: Unterstützt du auch beruflich Bewerber beim Anfertigen der Anschreiben? Könnte ich dir mal eine E-Mail zusenden?

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 18.11.2012, 15:59

kommunikologe hat geschrieben:Es soll ja auch keine Aufzählung der Projekte sein, die ich bis jetzt betreut hab.
Solch eine Liste wäre m. E. aber eine ziemlich interessante Ergänzung zu Deiner Bewerbung. Eine der wenigen "dritten Seiten", die tatsächlich einen inhaltlichen Sinn haben... ;-)
kommunikologe hat geschrieben:Macht die Struktur für dich inhaltlich keinen Sinn? Sollte ich mehr meine Erfahrungen aus "beiden Welten" in den Fokus rücken und darauf aufbauen?
Hätte ich ohne die Stellenanzeige fast so gesagt. Jetzt, wo ich sie sehe (und insbesondere erkenne, dass es tatsächlich ziemlich ausschliesslich um Management-Aspekte geht), würde ich sagen, dass es vermutlich doch besser wäre, die Musiker-Welt (und das Zusammenspiel der Perspektiven) doch eher für einen unverwechselbaren Einstieg (+ ggf. einen unverwechselbaren Ausstieg) zu verwenden... und Dich dazwischen doch auf die Management-Themen zu konzentrieren.

Momentan machst Du ja weder das eine noch das andere: Weder eine entschiedene 2-3-Säulen-Strategie, noch die Management-Konzentration. Momentan folgen die verschiedenen Aspekte einfach der Reihe nach in einem relativ unbestimmten Verhältnis zueinander. Du überlässt es sozusagen dem Leser, sich Deine Aussagestrategie zusammenzureimen... ;-)
kommunikologe hat geschrieben:"Wenn man das unbewusst auf die Arbeitsweise im Allgemeinen übertragen würde, wäre das fatal..."

Krass, das könnte man darauf tatsächlich interpretieren?
Ich kann da nur für mich sprechen... aber wenn ich irgendwelche Post bekomme, prägen Eindrücke dieser Art (im Guten wie im Schlechten) tatsächlich schon vor dem ersten Wort Erwartungshaltung und (je nach Lage) Reaktionen.
kommunikologe hat geschrieben:Bedeutet für mich also, die Spannung kontinuierlich aufrecht zu erhalten, ohne überheblich zu erscheinen?.... Klingt schwierig. :(
Ist es auch. Und genau darum zeigt sich in der Umsetzung Qualität... ;-)
kommunikologe hat geschrieben:Findest du den Einstieg denn, bis auf die "beruflichen Chancen" so ok oder auch zu schwach?
Naja... ohne die Chancen steht im ersten Satz ja nur, dass eine Ausschreibung existiert. Und der zweite ist so mit der leser-unfreundlichste von allen. Ich würde - wie gesagt - versuchen, im ersten Schritt Begeisterung zu wecken für diesen Typ, der das Musik-Business von den verschiedensten Seiten wie seine Hosentasche kennt... bevor ich mich dann im Weiteren vorrangig auf die Management-Seite konzentriere.
kommunikologe hat geschrieben:Unterstützt du auch beruflich Bewerber beim Anfertigen der Anschreiben? Könnte ich dir mal eine E-Mail zusenden?
Leider 2 x "Njet": Ich mache das nicht beruflich... und aus Prinzip auch nur im Forum. Für mich ist dieser öffentliche Aspekt der Sinn der Sache - dass möglichst Viele etwas davon haben...

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