Bullet Point Bewerbung

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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vinzenz
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Bullet Point Bewerbung

Beitrag von vinzenz » 06.08.2017, 19:50

Hallo zusammen,

was ist eure Meinung zu Bullet Point Bewerbungen?
Gibt es jemand mit Erfahrungswerten zu dieser Art von Bewerbungen?

Ich hatte in den letzten Wochen öfters mal Gespräche mit Bekannten, die meinten, dass sie positiv Resultate mit Bewerbungen in Form von Aufzählungen hatten.
Ich war da sehr verblüfft, wie viel Erfolg sie hatten. Sind die wirklich so effektiv oder war es bloß Zufall?

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 06.08.2017, 21:20

Als was haben die sich beworben, als Hilfsarbeiter?

vinzenz
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Beitrag von vinzenz » 06.08.2017, 21:54

Bei der ersten Person ging es um eine Stelle als Groß- und Außenhandelskauffrau.
Bei den nächsten drei ging es um Praktikumsplätze für die Praxisphase ihres Studiums. Zwei von denen haben sich bei Medienunternehmen im Marketing beworben und sofort jeweils drei bis vier Vorstellungsgespräche bekommen.

Das Prinzip ist wie bei der normalen Bewerbung.
Anschreiben mit Anrede und Einleitung.
Danach kommen Punkte wie Erfahrung, Persönliches, Stärken. Diese werden dann mit Aufzählungen ergänzt.
Beispiel:

Stärken:
- schnelle Auffassungsgabe
- Belastbarkeit, Lern- und Leistungsbereitschaft
- Offen und freundlich
- Kreativ
Danach Abschlussformuligungen wie man sie aus Anschreiben kennt.
Als Anlagen kommen Lebenslauf, dritte Seite und Zeugnisse.

Ich finde es erstaunlich, wie viel Erfolg die hatten. Klar es kann Zufall sein aber besteht dabei die Möglichkeit, dass man damit dem Personaler schnell zeigt, was wichtig ist und dass man sich als Bewerber selbstreflektierend Gedanken gemacht hat über die wichtigsten Punkte.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 07.08.2017, 08:54

Für mich sieht es so aus, als ob die Bewerber nicht willens oder in der Lage sind, einen Fließtext zu formulieren...

Abgesehen davon hängt der Bewerbungserfolg ja nun nicht nur (auch, aber nicht nur) am Anschreiben - Inhalt und Gestaltung der übrigen Unterlagen, Übereinstimmung mit den Ansprüchen des Unternehmens, Vitamin B, Qualifikation der Konkurrenz, Gehaltsvorstellung des Bewerbers, Vorbildung des Bewerbers, Teamzusammensetzung beim Zielbetrieb und Kompatibilität des Bewerbers mit demselben - das lässt sich sicher noch ergänzen, sind nur die Kriterien, die mir spontan in den Kopf kommen.

Meiner Erfahrung nach, und ich habe in den letzten Jahren einige Bewerbungsanschreiben verfasst, ist die Einladungsquote wesentlich höher bei einem gut ausformulierten, individuellen Anschreiben. Auch ist die Erwartungshaltung des Betriebs dann eine andere und der Umgang mit dem Bewerber gestaltet sich bestenfalls mehr auf Augenhöhe. Immerhin besteht ja die Möglichkeit, im Anschreiben auch die eigene Erwartungshaltung an den Betrieb zu formulieren... das entfällt meines Erachtens bei den Bullet points.

Bullet points sind vielleicht eine Möglichkeit für eine Dritte Seite, aber eigentlich würde ich da auch eher die Highlights des Bewerbers sehen wollen und nicht so schwammige Soft skills - unbewiesene noch dazu.

Ich denke, das Anschreiben dient der Argumentation und dem Kennenlernen des Bewerbers. Das funktioniert, meines Erachtens, besser ohne lange Listen. Aber Du siehst, alles subjektiv. ;)

Wie kompetent und qualifiziert sind Deine Freunde? Wie nice sind ihre Unterlagen? Kennt ihr Prof den Prof des Geschäftsführers? Oder golft der Papa mit dem Management? Wieviele andere Bewerber auf die Stellen gab es? Und wie qualifiziert waren die? Wie ist denn der Ruf der Unternehmen (kununu...)?, Wie gut katholisch oder anderweitig lebensanschaulich verankert sind Deine Freunde und wie passt das mit den Personalern im Betrieb zusammen? Wie hoch haben sie ihre Entlohnung veranschlagt? Waren sie letztens auf der Insel vor Thailand surfen, wo der Personaler schon immer mal hin wollte? Wie sehen ihre Social Media Accounts aus?

vinzenz
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Beitrag von vinzenz » 08.08.2017, 22:26

So viel ich weiß, waren es Bewerbungen ohne Vitamin B.
Kompetent und qualifiziert dürften meine Bekannten sein, wenn sie es in die Praxisphase des Studiums geschafft haben. Zu mindest nehme ich das mal an
:)

Ich hab mir mal die Unterlagen von einem angesehen.
Lebenslauf top designt.
Dritte Seite gut begründet, wie seine Hobbies und Erfahrungen ihn geprägt haben und was er daraus für das Praktikum einbringen kann.

Bloß das Anschreiben sieht mit den Aufzählungen ungewöhnlich aus. Da finden sich auch die beruflichen Erfahrungen. Wirkt bisschen, wie das Datenblatt beim Kauf eines Autos.

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