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Diskriminierung im Bewerbungsverfahren erlebt?

 
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DieNeugierige



Anmeldungsdatum: 01.02.2017
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 01.02.2017, 18:25    Titel: Diskriminierung im Bewerbungsverfahren erlebt?

Hallo zusammen!
im Rahmen eines größeren Projekts meines Arbeitgebers (ein bundesweit agierender Träger von sozialen Einrichtungen), bin ich, gemeinsam mit einigen Kollegen, dabei, Gründe für Absagen auf Bewerbungen zusammenzutragen.
Konkret geht es um die Thematik Chancengleichheit bzw. Nicht-Diskriminierung.
Auf Grundlage des AGG ist Diskriminierung theoretisch natürlich verboten, aber so ganz davon freisprechen kann sich wohl kaum ein Arbeitgeber.
Mich würde interessieren, wer hier bereits Erfahrungen mit Diskriminierung gemacht hat? Hier kommt es mir vor allem auf das eigene Empfinden an, denn eine Absage auf Grund von Hautfarbe, Behinderung etc. gibt es ja nicht.
Wer von euch hat schon erlebt, eine Absage zu erhalten und den Eindruck dass nicht die angegebene Begründung tatsächlicher Grund war, sondern eben die Diskriminierung auf Grund eines Stigmas?

Perfekt wäre natürlich, wenn niemand etwas zu erzählen hat, weil niemand derartige Erfahrungen machen musste, aber das wird nicht der Fall sein, daher bin ich gespannt auf eure Erzählungen.
Vielen Dank vorab für Eure Unterstützung bei meinem "Brainstorming"!
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Bewerber






Verfasst am:     Titel: Empfehlungen



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astra777



Anmeldungsdatum: 03.02.2017
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 03.02.2017, 21:56    Titel:

Ich bin nicht sicher, was Du genau suchst.

Als Ausländerin fällt mir aber oftmals auf, dass ich viel geringere Chancen auf dem deutschen Markt habe. Ich spreche fließend Deutsch, habe jahrelang in Deutschland gelebt, es liegt also bestimmt nicht an meinen Sprachkenntnissen. Ich bewerbe mich auch um keine Stellen, wo man perfekt und akzentfrei reden muss: Ich kann mir nämlich vorstellen, von Journalisten und PR-Spezialisten kann man das schon erwarten. In meinem Beruf muss man auf jeden Fall die Sprache kommunikativ beherrschen - dass man akzentfrei redet sollte aber keine Rolle spielen. Wenn ich mich nicht irre, ist das in der EU überhaupt nicht legal, ohne Grund ausschließlich nach Muttersprachlern zu suchen.

Wie Du wahrscheinlich weißt, wurden schon mehrere Studien durchgeführt, die eindeutig bewiesen haben, dass man bei einer Bewerbung in Deutschland viel schlechtere Chancen hat, wenn man einen ausländischen Namen hat. Es wäre aber extrem schwer zu beweisen, dass mein ausländischer Name ein Nachteil darstellt. Kein Unternehmen würde mir natürlich schreiben, ich bin nicht eingeladen worden, weil ich nicht Schmidt oder Müller heiße.

Manchmal bei Bewerbungsgesprächen hatte ich jedoch schon das Gefühl, dass ich abgelehnt wurde, weil ich nicht ganz akzentfrei rede. Ich werde nie die Personalreferentin vergessen, die mit mir telefonieren wollte, weil sie sooo begeistert von meinem Lebenslauf war. Als sie meinen ersten Satz hörte, hat sie an-ge-fan-gen sehr lang-sam zu re-den, wahr-schein-lich, weil sie Angst ha-tte, dass ich sie nicht ver-ste-he Smilie Noch bevor das Gespräch zu Ende war, wusste ich, da wird nix.

Was ich schon nach meinen bisherigen Erfahrungen weiß ist auch, dass die Wahrscheinlichkeit von einem deutschen Mittelständler eingeladen zu werden in meinem Fall gleich 0 ist. Bei Großunternehmen ist es unterschiedlich, da gibt es aber zumindest eine Chance, dass man Kontakte mit dem Ausland pflegt und dadurch meine guten Sprachkenntnisse zu schätzen weiß.

In meinem Heimatland bekomme ich bei jeder zweiten Bewerbung eine Einladung. In Deutschland... bei jeder zehnten? Zwanzigsten? (Hier und da bewerbe ich mich um sehr ähnliche Stellen).

Das Lustige daran? Ich bin zurzeit in meinem Heimatland eingestellt, wo ich aber sowieso ausschließlich für deutsche Unternehmen arbeite, bin auch ständig bei Kunden in DE unterwegs. Ich wäre für die Unternehmen viel "günstiger" wenn sie mich direkt einstellen würden, anstatt über mein Unternehmen Smilie
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DieNeugierige



Anmeldungsdatum: 01.02.2017
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 06.02.2017, 18:18    Titel:

hallo astra777
genau solche Erlebnisse und Erfahrungen suche ich!
Danke dir fürs erzählen!
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sw_pixel



Anmeldungsdatum: 29.03.2017
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 20.04.2017, 13:24    Titel:

Ich bin mir auch nicht sicher, ob mein Erlebnis im letzten Sommer zu dem Projekt passt, aber kurz erzählen möchte ich es dennoch.

Ich hatte mich als Webdesignerin in einer Firma beworben, die über ihren Online-Shop, aber überwiegend auf ebay Motorradteile und Zubehör verkauft. Vorrangig ging es darum, ihre Seite ansprechend zu gestalten, aktuell zu halten und die Produktbilder mit Beschreibung einzupflegen. Also ziemlich simpel.

Im Gespräch flätzte sich der Chef dann in den Stuhl nahe der Tür (der Ansprechpartnerin saß ich gegenüber) und fragte nur knapp, ob ich Ahnung von Motorrädern hätte und ob mich Motorsport denn interessiert. Dann begann er über sein Geschäft zu reden.
Es ging etwa 2 Minuten um meine Qualifikation (auf den Tisch gebracht durch seine Kollegin, die bis dahin sehr oft mit den Augen gerollt, ihn unterbrochen und geschnauft hatte), bevor er seinen Monolog fortsetzte. Er kam noch auf "den Russen" zu sprechen, der die Website angelegt hatte, und verhedderte sich dann unglücklich im Thema Programmierung. Letztlich sagte er dann "aber das verstehst du ja nicht". Damit war das Thema für ihn beendet.
Kurz darauf endete das Gespräch, woraufhin ich zügig zur Tür begleitet wurde. Etwas verwirrt vor dem Gebäude stehend hatte ich nur einen fixen Gedanken: "Was zum Teufel sollte das denn bitte?"

Meine fundierten Fachkenntnisse und absolut nennenswerte Berufserfahrung waren einfach uninteressant. Der Herr vermittelte mir gleich das Gefühl, ich kleines Mäuschen hätte keinerlei Ahnung von der Branche, digitalen Verkaufsplattformen oder sonstigen relevanten Themen und müsse auch nicht gesiezt werden (ich habe beide gesiezt und kein Du angeboten). Dann stellt sich allerdings die Frage, warum ich überhaupt eingeladen wurde. Sie hatte offenbar Interesse an mir, er nicht. Hm.
Ob es nun an meinem Alter (25), am Geschlecht oder einfach an einer schlechten Tagesform lag, darüber mag ich gar nicht nachdenken. Nach dieser beleidigenden Aussage und dem schnellen Rauswurf war für mich absolut klar, dass ich dort nicht arbeiten will und diese Firma definitiv nicht weiterempfehlen werde.

Das war glücklicherweise meine einzige Begegnung mit der dritten Art, vielleicht kann ich ja irgendwann darüber lachen.

Liebe Grüße
Pixel
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Hateself



Anmeldungsdatum: 12.02.2018
Beiträge: 37

BeitragVerfasst am: 12.02.2018, 15:46    Titel:

Auf Grundlage des AGG ist Diskriminierung theoretisch natürlich verboten, aber so ganz davon freisprechen kann sich wohl kaum ein Arbeitgeber.


Und genau DAS ist der springende Punkt: Das AGG ist die dümmste und für Bewerber schädlichste Gesetzesformulierung, das es je gegeben hat. Weil verweichlichste Hipster alles politisch korrekt haben wollen, bleiben wir Bewerber in dunkeln was an uns abschreckend sein könnte. Ich denke man könnte sich 80% der Bewerbung sparen wenn Unternehmen offen zugeben würden, dass sie zb:

- keine Frauen wollen
- Depressionen als Schwäche ansehen
- Behinderte nicht in Team haben wollen
- Ausländer ihnen zuwider ist
- STOP Präferenzen sie verstören
- man zu jung, zu alt
- ihnen die Visage, Dialekt, Geruch nicht gefällt etc
etc

Da würden sich beide Seiten viel Zeit sparen. Die Unternehmen kriegen dann nur ihre reinrassige eierlegende Wollmilchsau mit Eiern, das wie eine Maschine arbeitet und keinerlei psychischen oder körperlichen Defizite hat und wir "Bewerbermüll" gehen gleich zu Unternehmen, die eher mit unseren Defiziten klarkommen.
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