Einleitungssatz für eine Initiativbewerbung?

Eine initiative Bewerbung lohnt immer dann, wenn keine konkrete Stellenausschreibung vorliegt. Worauf ihr achten musst, ist Thema in diesem Forum.
Romanum
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Beitrag von Romanum » 25.10.2016, 12:13

Wie viel "normale" Bewerbungen hast du denn geschrieben, mit welchem Erfolg?

Und warum muss eine Initiativbewerbung noch heute raus, wenn es doch überhaupt keine Eile gibt?

Auch bei einer Initiativbewerbung muss das Anschreiben möglichst individuell auf eine Position zugeschnitten sein. Eine Initiativbewerbung erreicht den Empfänger ja völlig unvorbereitet: er hat keine Zeit und auch keine Übersicht, sich aus einer Initiativbewerbungen alle notwendigen Infos herauszusuchen und mit einem eventuellen Bedarf abzugleichen. Als Bewerber muss man sich schon ganz klar als Problemlöser für eine Position darstellen, so dass der Empfänger denkt: Endlich, so einen haben wir schon immer gesucht!

Daher gar nicht allgemein auf das Unternehmen eingehen; auch nicht von neuen Herausforderungen und Interesse schreiben. Aus dem letzten Satz kann man daher eher etwas machen:
Mit meiner beruflichen Erfahrung Vielleicht noch Jahresanzahl schreiben, wenn länger als drei, vier Jahre im Office Management und in der Immobilieverwaltung möchte ich Ihr Team tatkräftig verstärken Lasse das "möchte" weg. Du verstärkst gerne das Team.

einen zugeteilten UNWICHTIGAufgabenbereich auch in hektischen Man schreibt keine negativen Wörter im Anschreiben, wenn man etwas Positives ausdrücken will. Zeiten zuverlässig bearbeiten und Ihren Kunden eine kompetente Ansprechpartnerin werden. Am Ende genauer den Nutzen darstellen. Was genau kannst du mit deiner kompetenten Arbeit für Erfolge erreichen?

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 25.10.2016, 15:30

Obscura hat geschrieben:Als erfolgreiches Unternehmen, das innovative Projekte realisiert, sind Sie mir seit Jahren bekannt.
Das ist kein Einstellungsgrund und zudem Schleimerei!

Da ich eine neue Herausforderung in genau diesem Umfeld suche,
Was genau ist mit "genau diesem Umfeld gemeint"? Dass alles und nichts bedeuten könnende "innovativ"?
bin ich an einer Mitarbeit im Bereich Vermietung und Verwaltung sehr interessiert.

Was an Verwaltung und Vermietung soll besonders innovativ sein?
Mit meiner beruflichen Erfahrung im Office Management und in der Immobilieverwaltung möchte ich Ihr Team tatkräftig verstärken, einen zugeteilten Aufgabenbereich auch in hektischen Zeiten zuverlässig bearbeiten und Ihren Kunden eine kompetente Ansprechpartnerin werden.
Aha! Das ist schon mal ganz gut, aber: Warum willst du das? Und jetzt schreib bitte nicht, weil das Unternehmen so innovativ sei oder weil du Geld verdienen willst. Das eine ist nämlich offenbar ein leeres Lob und das andere zwar eine Motivation zu arbeiten insgesamt aber keine für eine spezielle Stelle.
Bitte um Meinungen und Hilfe, da ich das Schreiben heute rausschicken möchte. Vorab besten Dank für eure Unterstützung.
War das nicht eine Initiativbewerbung? Dann nimm dir doch die Zeit, ein vernünftiges Anschreiben zu verfassen!

Nimm mal ruhig an, dass der Personaler aus der Gedankenarbeit, die du in eine Bewerbung steckst, Schlüsse darüber zieht, wie du arbeitest.

Obscura
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Beitrag von Obscura » 27.10.2016, 15:24

Mag sein, dass es Schleimerei ist, aber schätze schon, dass Firmen sowas hören wollen. Es ist nicht immer so einfach einen Bezug zum Unternehmen herzustellen.
Was ist am 2. Satz nicht zu verstehen? Ganz einfach, ich möchte in einem Umfeld tätig werden, welches auch innovative Projekte realisiert. "Innovativ" bezieht sich somit natürlich auf die Projekte!
Warum ich das will? Weil mir das Unternehmen gefällt, mir das Aufgabengebiet Freude machen könnte und ich das Geld brauche..ganz einfach.

Ganz schön hart deine Kritik, aber keine wirklichen Formulierungshilfen dabei.
Hab es dann so weggesendet:
"als erfolgreiches Unternehmen, das innovative Projekte realisiert und leistbaren Wohnraum schafft, sind Sie mir seit Jahren bekannt. Da ich eine neue Herausforderung in genau diesem Umfeld suche, bin ich an einer Mitarbeit im Bereich Vermietung und Verwaltung sehr interessiert. Mit meiner beruflichen Erfahrung im Office Management und in der Immobilienverwaltung möchte ich Ihr Team tatkräftig verstärken, einen zugeteilten Aufgabenbereich auch in hektischen Zeiten zuverlässig bearbeiten und Ihren Kunden eine kompetente Ansprechpartnerin werden."

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 27.10.2016, 16:36

Obscura hat geschrieben:Mag sein, dass es Schleimerei ist, aber schätze schon, dass Firmen sowas hören wollen.
Ich sehe das dezidiert anders: Jemand, der die Argumente auf seiner Seite hat, der hat es nicht nötig zu schleimen. Jemand, der meint, schleimen zu müssen, ist wohl von seiner Eignung nicht überzeugt.
Fakt ist: Die Firma weiß, wer sie ist, was sie macht, wie ihre Marktposition ist. Was sie nicht weiß ist, wer du bist, was du kannst, welches deine Ziele sind.
Es ist nicht immer so einfach einen Bezug zum Unternehmen herzustellen.
Das hat auch niemand behauptet. Aber es ist ein Gradmesser, ob man sich Gedanken gemacht hat oder eben nicht. Deine Bewerbung ist deine erste Arbeitsprobe. Willst du mit deiner ersten Arbeitsprobe als jemand dastehen, der über seine Bewerbung nachgedacht hat oder als oberflächlich? Welche Rückschlüsse soll der Arbeitgeber aus einer oberflächlichen Bewerbung ziehen?
Was ist am 2. Satz nicht zu verstehen? Ganz einfach, ich möchte in einem Umfeld tätig werden, welches auch innovative Projekte realisiert.
Du fängst schon mal mit einem Demonstrativpronomen ("in diesem Umfeld") an. Das geht aber nur, wenn das Bezugswort bereits genannt wurde. Wurde es aber nicht.
Einziger Anhaltspunkt ist das innovativ aus dem vorergehenden Satz, welches, wie ich bereits oben schrieb, alles und nichts beinhalten kann. Und ganz ehrlich: Vermietung und Verwaltung ist das letzte, was ich mit innovativ verbinden würde. Nichts gegen Verwaltungsberufe aber innovativ sind die i.d.R. nicht.
Das passt alles hinten und vorne nicht zusammen.
"Innovativ" bezieht sich somit natürlich auf die Projekte!
Das sagst du so, "natürlich". Wieso "natürlich"? Dein Adressat sieht nur die Buchstaben. Er kann nicht in deinen Kopf schauen. Deine Aufgabe ist es, deine Gedanken so aszudrücken, dass sie auch verstanden werden.
Warum ich das will? Weil mir das Unternehmen gefällt, mir das Aufgabengebiet Freude machen könnte und ich das Geld brauche..ganz einfach.
Geld brauchen ist kein Argument für einen speziellen Job sondern dafür üerhaupt zu arbeiten. Daher reicht dein Bedarf an Geld nicht als Argument. Es muss ein inhaltliches Argument sein. Warum z.B. gefällt dir das Unternehmen? Doch nicht, weil es ein pinkes Firmenschild hat oder weil der Name so lustig klingt: Was sind die tatsächlichen Gründe?
Und wieso glaubst du, dass dir das Aufgabengebiet Freude machen könnte? (Im Übrigen gleich doppelt weich formuliert, können und Konjunktiv!)
Ganz schön hart deine Kritik, aber keine wirklichen Formulierungshilfen dabei.
Ich bin immer bereit, Formulierungen optimieren zu helfen. Aber bei einem Anschreiben ohne Inhalt kann meine Hilfe nur darin bestehen, dir durch Fragen und "harte" Äußerungen die Argumente aus der Nase zu ziehen.
Hab es dann so weggesendet:
"als erfolgreiches Unternehmen, das innovative Projekte realisiert und leistbaren Wohnraum schafft, sind Sie mir seit Jahren bekannt. Da ich eine neue Herausforderung in genau diesem Umfeld suche, bin ich an einer Mitarbeit im Bereich Vermietung und Verwaltung sehr interessiert. Mit meiner beruflichen Erfahrung im Office Management und in der Immobilienverwaltung möchte ich Ihr Team tatkräftig verstärken, einen zugeteilten Aufgabenbereich auch in hektischen Zeiten zuverlässig bearbeiten und Ihren Kunden eine kompetente Ansprechpartnerin werden."
Tja, schade. Wenn die nicht weniger Bewerber als Stellen haben, hast du dann wohl deine Zeit - und falls du Snailmail verwendet hast - auch dein Geld verschwendet. Kein echtes Argument für deine Einstellung, kein plausibler Grund für deine Motivation, dort zu arbeiten, nur oberflächliche Behauptungen.
Das ist "hart"? Willkommen in der Realität!

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