Falsche Jobbeschreibung im Arbeitszeugnis

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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Lunafee
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Falsche Jobbeschreibung im Arbeitszeugnis

Beitrag von Lunafee » 08.03.2017, 07:44

Hallo,

leider habe ich noch nicht viel Erfahrung mit Arbeitszeugnissen und kann meins nicht einschätzen, jedoch habe ich ein schlechtes Gefühl beim lesen.

Die Jobbeschreibung lautet Aushilfskraft, ich war jedoch als Werkstudent mit 20 WS, in den Semesterferien sogar deutlich mehr, beschäftigt und finde, der Ausdruck Aushilfskraft mindert die Tätigkeit und möchte jetzt zum Studienende in genau dem Beruf arbeiten.

Es folgt eine stichwortartige Aufzählung der Tätigkeitsbereiche – in Ordnung
Und nun folgt lediglich ein Dreizeiler:

Wir haben Frau X als sehr zuverlässige, pflichtbewusste und pünktliche Mitarbeiterin kennengelernt. Die ihr übertragenden Aufgaben erfüllte sie konsequent, selbstständig und eigenverantwortlich. Ihr Verhalten zu Mitarbeitern und Vorgesetzen war stets einwandfrei.

Schlussformel, ist in Ordnung

Ein Dreizeiler ist natürlich extrem wenig nach 4 Jahren Betriebszugehörigkeit.
Satz 1 und 2 kann ich nicht beurteilen und erhoffe mir Hilfe. Bei Satz 3 iritiert mich die Formulierung Mitabeiter statt Kollegen und die Reihenfolge, erst die Mitarbeiter, dann die Vorgesetzten.

Ich hoffe, einer von euch hat Lust und Zeit, ich bin echt verunsichert :oops:

Danke im voraus

Globetrotter
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Zeugnis

Beitrag von Globetrotter » 12.03.2017, 00:20

Hallo,

zuerst einmal, ein Zeugnis muss immer als Ganzes gelesen werden um es vernünftig beurteilen zu können. Ein Zeugnis kann nicht anhand von Fragmenten beurteilt werden, es muss immer im Gesamtkontext beurteilt werden!

Der AG ist bei der Ausstellung eines Zeugnisses zur Wahrheitstreue angehalten, d.h. es muss u.a. auch die korrekte und komplette Berufsbezeichnung / Tätigkeitsbezeichnung genannt werden.

Jede/r Mitarbeiter/in hat Anspruch auf ein Qualifizierst Arbeitszeugnis, d.h. auch Praktikanten oder Aushilfskräfte.

Die Tätigkeitsbeschreibung sollte/muss komplett und vollständig sein, da sich hier wichtige Rückschlüsse über den Mitarbeiter und dessen Qualifikationen gewinnen lassen.

Die besondere Betonung von Selbstverständlichkeiten, wie beispielsweise Pünktlichkeit oder Ehrlichkeit stellt eine bewusste Abwertung der Leistung da.

Beurteilung der persönlichen Führung, hier sollte besonderes Augenmerk auf die korrekte Reihenfolge der Firmen-Hierarchie gelegt werden, also Vorgesetzte zuerst, dann die Kollegen/Mitarbeiter (und Kunden).

Die Schlussformulierung spielt eine wesentliche Rolle bei der Gesamtbeurteilung des Zeugnisses, da hier eine vermeidlich gute Beurteilung deutlich abgewertet oder sogar ins Gegenteil verkehrt werden kann!

Es ist davon auszugehen das es sich in diesem Fall, obwohl das Zeugnis leider nicht komplett vorliegt und somit eine objektive Analyse nicht möglich ist, insgesamt um eine ungünstige/schlechte Beurteilung handelt und das Verhalten gegenüber den Vorgensetzen nicht frei von Spannungen war.

Du kannst das Zeugnis anfechten, bzw. um Korrektur bitten oder den Vorschlag machen das Zeugnis selber zu verfassen oder von jemanden verfassen zu lassen der sich damit auskennt (Ghostwriter). Alternativ kannst Du auch zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht gehen und dich dort beraten lassen.

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