Fast immer nur Absagen - woran liegt es?

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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Xayide
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Fast immer nur Absagen - woran liegt es?

Beitrag von Xayide » 16.08.2017, 12:27

Hallo zusammen,

ich bewerbe mich nun schon seit November und verzweifle langsam. Bisher wurde ich erst zweimal zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, oftmals habe ich nicht einmal eine Rückmeldung bekommen.

Die Situation ist folgende: Ich führe eine Fernbeziehung (ich lebe in Rheinland-Pfalz, mein Freund in Niedersachsen) und möchte zu ihm ziehen. Dazu soll erst einmal ein Job her. Meine Jobsuche verläuft relativ breit gefächert, was meinem Lebenslauf geschuldet ist. Ich habe eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, habe danach Abitur gemacht, im Anschluss Kulturwissenschaft studiert und arbeite nun (aus der Not heraus) im Service Center eines großen Unternehmens. Nebenbei arbeite ich schon seit mehreren Jahren als Freelancerin im Bereich Social Media Management/Text.

Ich bewerbe mich dementsprechend auf Stellen im Bereich Marketing, Werbung, PR sowie auf diverse Bürotätigkeiten, die fachlich jetzt nicht so spezifisch sind, dass man zwingend eine Ausbildung in genau diesem Bereich bräuchte. Also Tätigkeiten, bei denen mir mein Vorwissen behilflich sein kann oder wo man als Quereinsteiger Chancen haben könnte.

An Standardfehlern wie Rechtschreibfehlern oder ungünstigen Formulierungen wird es wohl nicht liegen. Ich habe mich umfassend in das Thema eingelesen und denke schon, dass Anschreiben und andere Formalia in Ordnung sind.

Liegt es vielleicht an der Entfernung? Bei beiden Vorstellungsgesprächen war es so, dass wenig Zeitdruck herrschte, das Einstellungsdatum war relativ flexibel. Möglicherweise befürchten Arbeitgeber, ich könne aus Organisationsgründen (Umzug, Wohnungssuche, etc.) nicht zum gewünschten Zeitpunkt anfangen?

Was auch ein Problem sein könnte, ist folgendes: Ich tue mich schwer damit, meine Stärken hervorzuheben. Ich gehe natürlich auf die geforderten Kenntnisse in der Bewerbung ein, aber darüber hinaus fällt es mir schwer, wirklich aus der Masse der anderen Bewerber mit ähnlichen Qualifikationen hervorzuheben.

Des Weiteren fällt es mir schwer, klar zu machen, warum ich ausgerechnet in diesem Unternehmen arbeiten möchte - ich habe Sorge, dass es zu sehr nach "einschleimen" klingt.

Es fällt mir langsam wirklich schwer, nicht den Mut zu verlieren. Es geht mir nicht nur darum, dass ich keine Lust mehr auf eine reine Fernbeziehung habe. Das Ganze ist auch eine Geldfrage (die Fahrerei ist teuer) und außerdem möchte ich wirklich einen neuen Job finden, der mich weiter bringt. Ich möchte nicht arrogant klingen, aber dort verschwende ich wirklich mein Potential.

Sorry für den langen Post und Danke fürs Lesen :D
Zuletzt geändert von Xayide am 16.08.2017, 12:58, insgesamt 1-mal geändert.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 16.08.2017, 12:55

Bei Sonderzeichen einschließlich Umlaute und ß versagt die Überschriftenformatierung.

So recht werde ich aus deiner Anfrage noch nicht schlau. Was genau erhoffst du dir von uns, die wir deine Anschreiben nicht kennen? Ich glaube dir wohl, dass du rechtschreibfehlerfrei und ohne ungünstige Formulierungen schreibst, aber deswegen kennen wir ja den Inhalt nicht und wissen nicht, wie du argumentierst. Also präzisiere mal deine Fragestellung oder gib uns ein beispielhaftes Anschreiben, an dem wir deine Argumentation nachvollziehen könnnen.

Xayide
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Beitrag von Xayide » 16.08.2017, 13:10

Danke für den Tipp mit dem Titel, hat funktioniert :)

Im Grunde erhoffe ich mir zum einen

a) Antworten auf die Frage, ob die Entfernung tatsächlich ein Grund sein könnte (vielleicht sind hier ja auch ein paar Personaler unterwegs)

b) Tipps, die man insbesondere als Quereinsteiger beachten sollte

c) Tipps, wie man eigene Stärken hervorheben kann oder sich diese erst einmal bewusst machen kann

und

d) wie man das Interesse an einem Unternehmen deutlich machen kann, ohne auf Floskeln oder Schleimerei zurückzugreifen

:)

Aber hier mal eine kurze Bewerbung, auf die ich eine Absage bekommen habe. Gesucht wurde jemand für das Schreiben und Einstellen von Produkttexten sowie für die Kundenkommunikation in einem kleinen Unternehmen.

Zur Bewahrung der Anonymität habe ich manches "rausgeixt" :D

---

Sehr geehrte Frau XXX,

über XING bin ich auf die vakante Stelle im Bereich Redaktion bei der XXX GmbH aufmerksam geworden und möchte mich hiermit auf dieses Stellenangebot bewerben.

Ich arbeite momentan im Service Bereich eines Unternehmens im Gesundheitswesen. Neben der Betreuung und Akquise gehört auch die Bearbeitung und Versendung von Unterlagen zu meinem Aufgabengebiet.

Zudem bin ich seit mehreren Jahren nebenberuflich als Freelancerin im Bereich Texterstellung, Übersetzung und Social Media Management tätig. Hier konnte ich bereits Erfahrung in der Erstellung von Produktbeschreibungen sammeln. Auch das Anlegen und Einpflegen von Daten ist mir nicht fremd - schon zu Studentenzeiten konnte ich derartige Aufgaben während eines Aushilfsjobs im XXX Verlag übernehmen. Zudem erfordert die Tätigkeit als Freelancerin ein hohes Maß an verantwortungsvollem, selbständigem und zuverlässigem Arbeiten sowie Organisation und Flexibilität. Diese Soft Skills sind sicherlich auch bei der von Ihnen ausgeschriebenen Stelle sehr hilfreich.

Da ich sowohl nach XXX ziehen als mich auch beruflich weiterentwickeln möchte, stünde einem Umzug nichts im Wege. Es würde mich freuen, wenn ich Ihr Interesse geweckt habe und mich Ihnen in einem weiterführenden Gespräch näher vorstellen dürfte.

Im Anhang finden Sie meinen Lebenslauf mit Foto sowie relevante Zeugnisse. Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

XXX

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 16.08.2017, 14:27

Xayide hat geschrieben:a) Antworten auf die Frage, ob die Entfernung tatsächlich ein Grund sein könnte (vielleicht sind hier ja auch ein paar Personaler unterwegs)
Natürlich kann Entfernung ein Grund sein, warum man dich nicht berücksichtigt. Deshalb wäre es günstig, im Verlauf des Anschreibens zu thematisieren, dass du dich auch privaten Gründen in die Region bewirbst.
b) Tipps, die man insbesondere als Quereinsteiger beachten sollte
Die Kompetenzen noch besser präsentieren.
d) wie man das Interesse an einem Unternehmen deutlich machen kann, ohne auf Floskeln oder Schleimerei zurückzugreifen
Das ist bei jedem Unternehmen und jedem Bewerber anders.
über XING bin ich auf die vakante Stelle im Bereich Redaktion bei der XXX GmbH aufmerksam geworden und möchte mich hiermit auf dieses Stellenangebot bewerben.
Das gehört in den Betreff, muss im Anschreiben nicht wiederholt werden:
Bewerbung als Redakteurin - Ihre Ausschreibung bei XING

Jetzt stellt dir das mal aus der Sicht desjenigen vor, der jemanden einstellen will, der Produkttexte verfasst:

Sehr geehrter Kunde,

wir möchten Sie auf unser Produkt aufmerksam machen...

Ich arbeite momentan im Service Bereich eines Unternehmens im Gesundheitswesen.
:arrow: Lebenslauf
Neben der Betreuung und Akquise gehört auch die Bearbeitung und Versendung von Unterlagen zu meinem Aufgabengebiet.
Ist das für eine Produktexterin irgendwie wichtig?
Zudem bin ich seit mehreren Jahren nebenberuflich als Freelancerin im Bereich Texterstellung, Übersetzung und Social Media Management tätig. Hier konnte ich bereits Erfahrung in der Erstellung von Produktbeschreibungen sammeln.
Sehr geehrte Frau X,

seit Ende meines Studiums bin ich nebenberuflich/als Freelancerin
[nur eines von beidem nehmen] im Bereich... tätig und daher bereits erfahren in der Erstellung von Produktbeschreibungen.
Auch das Anlegen und Einpflegen von Daten ist mir nicht fremd - schon zu Studentenzeiten konnte ich derartige Aufgaben während eines Aushilfsjobs im XXX Verlag übernehmen.
Bereits in meiner Studienzeit übernahm ich Aufgaben wie die Datenpflege für den X-Verlag.
Zudem erfordert die Tätigkeit als Freelancerin ein hohes Maß an verantwortungsvollem, selbständigem und zuverlässigem Arbeiten sowie Organisation und Flexibilität.

Sorg dafür, dass immer nur DU das Subjekt bist!
Diese Soft Skills sind sicherlich auch bei der von Ihnen ausgeschriebenen Stelle sehr hilfreich.
Spekulation. Subjekt?
Da ich sowohl nach XXX ziehen als mich auch beruflich weiterentwickeln möchte, stünde einem Umzug nichts im Wege.

Natürlich steht einem Umzug nichts im Wege, wenn du umziehen willst. Zwischen Umzug und beruflicher Weiternetwicklung gibt es keinen Zusammenhang. Du müsstest schon deutlich machen, dass du aus privaten Gründen umziehen möchtest.
Es würde mich freuen, wenn ich Ihr Interesse geweckt habe und mich Ihnen in einem weiterführenden Gespräch näher vorstellen dürfte.
Nicht so devot! Dürfen ist etwas für Bittsteller. Du hast eine Ausbildung und ein Studium vorzuweisen, du hast etwas zu bieten!
Im Anhang finden Sie meinen Lebenslauf mit Foto sowie relevante Zeugnisse.
Erkläre deinen Adressaten nicht, wie Bewerbungsunterlagen aussehen, das ist deren täglich Brot.
Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Hast du eine Telefonnummer angegeben (Lebenslauf, Briefkopf)? Dann ist der Satz überflüssig, denn genau deswegen gibst du deine Tel.Nr. ja an, dass man die Möglichkeit hat, dich anzurufen.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 16.08.2017, 16:37

Jaaa, also... für eine Texterin ist das Anschreiben ziemlich konventionell. Um es mal sanft zu formulieren. Ich gebe The Guide in allen Punkten recht. Mich würde dieser Text auch nicht vom Hocker reißen.

Sei doch so gut und erstelle unter Berücksichtigung der Kritikpunkte unseres Mitforis mal ein Anschreiben für eine Stelle, die Dich wirklich reizt, Stell es anonymisiert hier ein und am besten gibst Du noch die Anforderungen aus der Ausschreibung an, die Branche, Betriebsgröße und eventuell was zur corporate identity... dann können wir darüber diskutieren.

Übrigens: 'Service Bereich' ist eine sehr sehr sehr unkonkrete Beschreibung. 'Unternehmen im Gesundheitswesen' ist genauso schwammig. Je präziser das Bild ist, dass Du Deinem Leser mit Deinen Worten malst, umso eher kann er sich was darunter vorstellen, was Du tust. Umso eher hat er auch Bock darauf, Dich kennenzulernen. Denn dann will er wissen, ob sein Bild von Dir stimmt...

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 16.08.2017, 16:41

PS: Den Umzug aus privaten Gründen würde ich auch im Anschreiben thematisieren. Das bedeutet für den AG schließlich auch, dass Du vor Ort gefestigt bist, ein soziales Netz hast: jemanden, der Dich zur Arbeit fährt, wenn Dein Auto nicht anspringt, jemanden, der Dich schnell gesund pflegt, wenn du mal krank bist, jemanden, an dem Du hängst und wegen dem Du bleibst -
anstatt wieder wegzuziehen.

Xayide
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Beitrag von Xayide » 17.08.2017, 07:51

Vielen Dank für eure Tipps, die sind echt hilfreich. Wenn ihr wüsstet, wie frühere Bewerbungen von mir aussahen :lol: Seitdem hat sich schon ein bisschen was getan, aber nicht genug. Mir fällt es einfach sehr schwer. Insbesondere, mich in ein gutes Licht zu rücken.
katerfreitag hat geschrieben:Sei doch so gut und erstelle unter Berücksichtigung der Kritikpunkte unseres Mitforis mal ein Anschreiben für eine Stelle, die Dich wirklich reizt, Stell es anonymisiert hier ein und am besten gibst Du noch die Anforderungen aus der Ausschreibung an, die Branche, Betriebsgröße und eventuell was zur corporate identity... dann können wir darüber diskutieren.
Das ist super, das mache ich! :) Gestern habe ich mich nach Stellen umgesehen, da war leider nichts interessantes dabei. Generell ist das auch so ein Problem, der Jobmarkt in meiner hoffentlich künftigen Heimatstadt gibt nicht so viel her. Die nächstgrößere Stadt ist Hamburg, pendeln wäre zwar möglich, würde ich aber eher ungern machen. Außer, der Job sagt mir wirklich sehr zu. Ich habe mich auch schon mehrfach in Hamburg beworben, allerdings habe ich da meist noch nicht einmal eine Absage bekommen.

Max-Xaver
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Beitrag von Max-Xaver » 31.08.2017, 11:42

Xayide hat geschrieben: Das ist super, das mache ich! :) Gestern habe ich mich nach Stellen umgesehen, da war leider nichts interessantes dabei. Generell ist das auch so ein Problem, der Jobmarkt in meiner hoffentlich künftigen Heimatstadt gibt nicht so viel her. Die nächstgrößere Stadt ist Hamburg, pendeln wäre zwar möglich, würde ich aber eher ungern machen. Außer, der Job sagt mir wirklich sehr zu. Ich habe mich auch schon mehrfach in Hamburg beworben, allerdings habe ich da meist noch nicht einmal eine Absage bekommen.
Dazu gehört natürlich auch die Kenntnis des regionalen Arbeitsmarktes. Bei HH muss man leider sagen, dass außerhalb des Speckgürtels von HH bis auf wenige Ausnahmen der Arbeitsmarkt quasi tot ist.
Sehr guter Anhaltspunkt für einen prosperierenden Arbeitsmarkt ist das allgemeine Neviau der Mieten. Wenn man günstig an Wohnraum kommt, sollte man sich auf lange Pendlerwege einstellen. Wenn selbst teurer Wohnraum knapp ist, gibt es 'gute' Arbeit quasi um die Ecke.

mfG

Xayide
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Beitrag von Xayide » 31.08.2017, 11:52

Max-Xaver hat geschrieben:
Dazu gehört natürlich auch die Kenntnis des regionalen Arbeitsmarktes. Bei HH muss man leider sagen, dass außerhalb des Speckgürtels von HH bis auf wenige Ausnahmen der Arbeitsmarkt quasi tot ist.
Sehr guter Anhaltspunkt für einen prosperierenden Arbeitsmarkt ist das allgemeine Neviau der Mieten. Wenn man günstig an Wohnraum kommt, sollte man sich auf lange Pendlerwege einstellen. Wenn selbst teurer Wohnraum knapp ist, gibt es 'gute' Arbeit quasi um die Ecke.

mfG
Die Mietkosten sind in meiner Wunschstadt recht hoch, was wohl an der relativen Nähe zu Hamburg liegt - mit dem Zug ist man in etwa einer Dreiviertelstunde dort.

Eine großes Problem ist auch, dass viele der Stellen, die für mich in Fragen kommen würde - also zum Beispiel Bürojobs, die mit kaufmännischer Ausbildung, aber ohne spezifische Fachkenntnisse, machbar sind - zu 95% nur über Zeitarbeitsfirmen vergeben werden. Die Einstellung über eine Zeitarbeitsfirma möchte ich aber eigentlich vermeiden. Deswegen habe ich mich hier seit meinem letzten Post auch nicht nochmal gemeldet, weil ich schlicht und ergreifend bisher noch kein neues Gesuch gefunden habe, auf das ich mich bewerben möchte.

Max-Xaver
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Beitrag von Max-Xaver » 31.08.2017, 12:53

Stimmt L-bg / R-bg ist in dem Bezug nicht so billig, da schön, im 1h-Pendlerbereich zur Innenstadt von HH und gut mit ÖPNV zu erreichen. Gehört noch zum Speckgürtel.
Und bei Bürojobs ist da noch ein reichhaltiges Angebot, das produzierende Gewerbe sitzt schon häufig in irgendwelchen Industriegebieten, wo man ohne Auto schlecht hinkommt.

Leiharbeit und andere prekäre Anstellungsverhältnisse sind leider solche Maßnahmen, auf die die AG gerne zurückgreifen, um ihre Lohnkosten zu drücken. Das Arbeitskräfteangebot im Großbereich HH einfach zu hoch, so dass die Firmen dieses scharmlos ausnutzen können und auch machen. Dies wird man nur politsch ändern können - bald ist ja wieder Bundestagwahl.

Einfach schon mal überlegt, dass deine Freundin zu dir zieht?

mfG

Xayide
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Beitrag von Xayide » 31.08.2017, 13:01

Ich bin weiblich und habe einen Freund :)

Dass er zu mir zieht, ist nicht wirklich eine Option. Er hat da oben Freunde und Familie, während in meinem Freundeskreis nahezu alle weggezogen sind und Familie habe ich kaum. Auf meinen aktuellen Job habe ich sowieso keine Lust mehr und er hätte hier auch große Schwierigkeiten, einen Job zu bekommen, zumal er im Gegensatz zu mir nicht mobil ist.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 10.09.2017, 14:09

katerfreitag hat geschrieben:Jaaa, also... für eine Texterin ist das Anschreiben ziemlich konventionell. Um es mal sanft zu formulieren.
Ich denke, das ist der entscheidende Punkt in Deinem Fall. Selbstverständlich können auch eine große Bewerbungsentfernung, Quereinsteigertum und eine gewisse Abneigung gegen "Angeberei" und/oder "Schleimerei" die Angelegenheit erschweren... aber nichts von all dem berührt die Befähigung zur Tätigkeit an sich. Das ist bei einem insgesamt lustlos wirkenden Text anders. Wenn Du Dich explizit auf DIESE Fähigkeit hin bewirbst, stellt Durchschnittlichkeit gerade da unmittelbar Deine Kernkompetenz infrage... ganz egal, was Du in dieser durchschnittlichen Art zu berichten hättest...

Ich betone das deshalb so, weil ja vermutlich ein großer Teil Deiner Zielstellen diese überdurchschnittlichen Anforderungen an das sprachliche Ausdrucksvermögen (und -wollen!!!) mit sich bringen. Die Freude an der besonders eingängigen, treffenden und hängenbleibenden Formulierung muss einfach aus jeder Zeile Deines Anschreibens sprechen!

Was nebenbei die beiden letztgenannten Deiner "Probleme" angeht: Der grundlegende Trick, um "Angeberei" und "Schleimerei" zu vermeiden, heisst "Präzision". Je genauer Du das, was Dir an Deinem Gegenüber oder Dir selbst gefällt, in Worte fasst, desto weniger unangenehme Beiklänge werden herauszuhören sein. Das "Unangenehme" liegt in beiden Fällen in der Regel entweder in Phrasendrescherei oder Übertreibung.

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