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Fehlverhalten und Konsequenzen

 
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cre
Bewerbungshelfer


Anmeldungsdatum: 22.06.2016
Beiträge: 245

BeitragVerfasst am: 05.01.2017, 20:52    Titel: Fehlverhalten und Konsequenzen

Ich habe das mal in einen neuen Thread gepackt, weil es doch etwas den Rahmen sprengt

BlackDiamond hat Folgendes geschrieben:


Doch, genau damit komme ich jetzt. Wer Mist baut, muss lernen, dass er auch mit den Konsequenzen leben muss. Wie gesagt, es gibt ganz, ganz wenige Möglichkeiten, jemanden fristlos zu entlassen, Betrug, Diebstahl beispielsweise. Diese Einstellung, dass man in jedem Fall, auch bei eigenem Fehlverhalten, möglichst noch eine Abfindung rausholen sollte, finde ich ganz schlimm. Wir hatten mal einen, der geklaut hat und dann vor Gericht zog und da allen Ernstes argumentierte, man habe ihm das Stehlen ja viel zu leicht gemacht, ihn quasi ermuntert, denn warum wären die Produkte auch so klein und wertvoll. Alle die, die in meinem Berufsleben wegen Diebstahl entlassen wurden, haben ihren plötzlichen Weggang den Kollegen gegenüber mit irgendwelchen an den Haaren herbeigezogenen Stories erklärt, was teilweise zu Unmut innerhalb der Kollegen führte, die denken mussten, dass dem jeweiligen armen Kerl aber von Seiten des AG furchtbar übel mitgespielt worden wäre. Als AG oder dessen Vertreter sagt man natürlich nichts dazu. Erst durch die Gerichtsverhandlungen kamen dann die wahren Gründe raus. Das aber nur nebenbei.

Was ist denn das für ein Lerneffekt, wenn man so schuldig ist wie der Fuchs im Hühnerstall, um bei deiner Metapher zu bleiben, und dann ermutigst du ihn noch, daraus Kapital zu schlagen und den AG weiter mit Anwalts- und Gerichtskosten zu schädigen? Da kenne ich zum Glück auch fairere Betriebsräte. Ich will dich nicht persönlich angreifen, diesen Aspekt finde ich nur einfach schlimm.


Keine Sorge, mich beleidigen kannst du gar nicht. Wir kennen uns ja nicht persönlich Winken

Ich drössele die Sache mal auf. Zunächst einmal ist der Betriebsrat zuerst eine Vertretung der Arbeitnehmer. Und dieser ist ja kein Samariter, sondern er hat einen rechtsgültigen Vertrag mit dem AN geschlossen. Dieser gibt ihm seine Arbeitskraft und erhält dafür ein Entgelt.

Das Problem bei der ganzen Sache ist nunmal, dass der AG zunächst einmal die stärkere Person in diesem Verhältniss ist und da soll eben der BR für das Gleichgewicht der Mächte sorgen. Natürlich ist man auch dem AG verpflichtet, aber die Rechte des AN ignorieren kann dieser auch ohne BR. Dabei kommt es aber nicht darauf an dem AG möglichst oft vor Gericht zu zerren, sondern darauf zu achten das die Rechte des AN auch gewahrt werden. Das kann übrigens auch mal ganz vorteilhaft für den AG zu nehmen, weil es ihm dadurch nämlich sogar erspart werden kann vor Gericht gezogen zu werden. Dem ist es nämlich sowieso erst einmal Pumpe was der BR zu der ganzen Sache gesagt hat. Ich finde jetzt nichts verwerfliches daran einerseits jemanden mitzuteilen welche Rechte er hat und gleichzeitig zu versuchen diese gegenüber dem Arbeitgeber durchzusetzen.

Das betrifft nuneinmal auch den Punkt, wenn jemand wirklich Mist gebaut hat. Denn hier sind zwei Faktoren zu beachten. Einerseits nämlich der Punkt, dass wir alle Menschen sind und Menschen machen Fehler, ich wette du hast auch schon welche gemacht. Natürlich wäre es oft leichter, wenn wir alle Roboter wären die man morgens um 08.00 anstellt und um 17.00 wieder abstellt aber so ist das nunmal nicht. Hier muss man dann einfach ein angemessenes Reagieren finden und das sollte nicht gleich die drastischte Maßnahme sein.
Desweiteren (was viele Menschen vergessen) die gesetzlich garantierten Rechte in Deutschland gelten nicht nur für die braven, sondern auch für die nicht so braven Bürger. Jeder hat das Recht auf eine faire Konsequenz auf sein Fehlverhalten. Warum das nun gerade bei der Arbeit nicht gelten soll ist mir schleierhaft, aber gut. Und hier spielt Moral sowieso erstmal gar keine Rolle. Versteh mich nicht falsch, es geht dabei nicht darum die Tat zu kaschieren oder die Fakten zu verdrehen. Aber es muss für alle das gleiche Recht gelten
Wir hatten mal einen Fall von STOP Belästigung in der Firma. Die Sache war eindeutig und hätte eigentlich mit einer fristlosen Kündigung enden müssen. Leider hat sich der AG bei der ganzen Aufarbeitung dieses Falles diverse, schwerwiegende Fehler erlaubt. Der BR hat ihn darüber in Kentniss gesetzt und letztlich haben sich AN und AG auf eine ordentliche Kündigung geeinigt.
Ob das nun moralisch gerechtfertigt war steht auf einen anderen Blatt. Fakt ist aber, dass man als BR nunmal auch die Aufgabe hat die Richtigkeit der Prozesse zu überwachen und das ganz neutral.

Im übrigen sind die Abfindungen ja meist keine riesigen Beträge und wiegen keineswegs den finanziellen Verlust auf den man durch den Wegfall des Gehaltes hat

Speziell in dem geschilderten Fall der zu dieser Diskussion führte sehe ich das so (bezug nehmend auf den gegebenen Informationen):
Der AN hat ja nicht krank gefeiert, er hat gegenüber einem anderen Kollegen einen Scherz gemacht und war wirklich krank. Das war sicherlich dumm aber keinesfalls ein Kapitalverbrechen.

Und ja, wäre der Fall in meiner Firma passiert hätte ich dem AG auch gesagt, dass es so nicht geht und versucht eine angemessene Reaktion zu erreichen. Das wäre maximal eine Abmahnung gewesen, wenn nicht sogar nur eine Verwarnung. Hätte der AG sich hier quer gestellt, ja dann hätte ich dem AN auch den Gang zum Gericht empfohlen. Denn eigenständig eine Kündigung verhindern kann der BR nämlich gar nicht, er kann nur seine Bedenken aufzeigen.

Wenn ich das richtig verstehe bist du der Meinung das ein fairer Betriebsrat den AG in seiner Entscheidung noch hätte unterstützen sollen, damit hier die Höchststrafe verhängt werden kann, nämlich die fristlose Kündigung (Die Folgen sind, neben dem Verlust des Arbeitsplatzes natürlich auch eine mögliche ALG-Sperre und der Punkt das dies im Arbeitszeugniss erwähnt werden kann und somit eine eventuelle Anstellung bei einem anderen Betrieb recht schwierig wird) auch wenn dazu ein Punkt heran gezogen wurde, der gar nicht gegeben war. Nämlich das vortäuschen einer Krankheit. Und das alles, damit der Schuldige auch ja seine Lektion lernt. (Wobei mir jetzt noch nicht ganz klar ist, was du dem TE nun so dick ankreidest? Der Punkt, dass er diesen dummen Scherz gemacht hat oder der Punkt das er krank war?)

Das kann man sicherlich so sehen, allerdings sollte man sich dann auch hoffen das man niemals selber einen Fehler macht.



BlackDiamond hat Folgendes geschrieben:

Nee, ich nicht und ich kenne auch genügend andere, die das System nicht ausnutzen und blaumachen. Was du da als Beispiel konstruierst, ist doch keins. Wenn das letzte Wochenende nicht ausreichte, um so eine starke, durch die Arbeit hervorgerufene Erschöpfung auszugleichen, dann nutzen auch zwei Tage blaumachen nichts, dann ist derjenige richtig krank und sollte zum Arzt gehen. Wenn man so erschöpft ist, weil man feiern war, tja, da mussten wir alle schon durch.


Nun, mir ist vor einige Zeit was komisches passiert. Ich verließ abends das Büro und merkte, dass es noch ein Leben außerhalb der Arbeit gibt. Das ist zwar ganz spannend, brignt aber auch hin und wieder ein paar Probleme mit sich und das kann einen tatsächlich belasten. Aber ja, auch arbeitstechnisch kann es hin und wieder zu Belastungen kommen wo es eben nicht ausreicht am Freitagabend nach Hause zu gehen und nach zwei Tagen ist alles wieder gut. Ob es hier besser ist ein oder zwei Tage krank zu sein (und dabei nicht gleich psychische Probleme als Grund anzuführen, denn diese führen meist zu einer viel längeren Krankschreibung) um mal runter zu fahren oder ob man sich das alles anstauen lässt und Wochen oder gar Monatelang nur mit reduzierter Kraft arbeiten zu können ist sicherlich Geschmackssache. Ich glaube sowohl für den AN als auch für den AG ist es hier vom Vorteil wenn man hier tatsächlich eine kurzzeitige Krankschreibung (und da spreche ich nicht davon dies monatelang oder immer wieder zu tun) holt. Denn letztlich ist es ja egal, wieso man nicht arbeiten kann.
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Bewerber






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user4263



Anmeldungsdatum: 04.01.2017
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 06.01.2017, 12:16    Titel:

Schön argumentiert Winken

Ich besuche dieses Forum nur ab und zu, war aber heute ziemlich schockiert, wie stark sich manche Personen in dem Thread, auf den Du dich beziehst, für den AG ausgesprochen haben.

Jeder macht Fehler. Fast jeder hat schon eine E-Mail an eine falsche Person verschickt. Oder aus 3000, 30000 gemacht. Usw. usw. Natürlich sollte man sich Mühe geben, Fehler zu reduzieren, jeder macht sie aber ab und zu. Wenn man denkt, man macht keine, bedeutet das nur, man ist nicht genug aufmerksam oder selbstkritisch, um sie zu bemerken.

Ich sehe hier aber ein größeres Problem. Im heutigen Berufsleben verschwimmt häufig die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben. Beispiele davon gibt es viele. Bei meinem AG haben wir eine Zeitung, wo in jeder Ausgabe Kollegen und Kolleginnen interviewed werden. Über ihr Privatleben. Fünfmal bis sechsmal im Jahr nehmen wir an längeren, häufig zweitätigen Integrationstreffen teil. Es wird zunehmend schwierig klare Grenzen zu ziehen und das Privatleben von dem Job zu trennen. AG erwarten häufig, dass man bei der Arbeit auch Freunde hat. Bei mir ist das ein Punkt im jährlichen Performance Review!

Dann wird man aber bestraft, wenn man sich in der Tat wie unter Freunden verhält.
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