Für jede Bewerbung ein neues Anschreiben?

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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Sarah.O.
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Für jede Bewerbung ein neues Anschreiben?

Beitrag von Sarah.O. » 13.11.2009, 23:50

Sollte man für jede Bewerbung ein komplett neues Anschreiben verfassen?
Oder reicht eine kleine Abänderung?
Wenn ich jetzt jede Bewerbung komplett neu schreiben muss, werd ich ja dappisch.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 14.11.2009, 11:39

Sagen wir so: Das Anschreiben jeder einzelne Bewerbung sollte im Endergebnis exakt auf diese eine bestimmte Stelle passen. Das heisst m. E. zweierlei:

1) Man braucht sich keinen Sport daraus zu machen, aus reinem Selbstzweck jedes Wort jedes Mal zu ändern.
2) Man darf aber auch nichts drin lassen, was zu der jeweiligen Stelle nicht passt...
und vor allem auch nichts vergessen, was dort passen würde!

Mit "Stelle" sind dabei natürlich nicht nur die rein technischen Aspekte (Arbeitsinhalte und Anforderungen) gemeint... sondern z. B. auch die Grösse des Unternehmens, sein Image, sein Umgangston (soweit von aussen ersichtlich)... halt alles, was letztlich das Gesamtbild ausmacht.

Was daraus folgt, hängt sehr stark von der individuellen Bewerbungssituation ab: Bei jemandem, der z. B. gerade ein relativ "allgemeines" Studium abgeschlossen hat und sich nun auf vollkommen unterschiedliche Positionen bewirbt, wird sich vermutlich jede einzelne Bewerbung deutlich unterscheiden. Bei einer Sekretärin mit einiger Berufserfahrung, die sich bei ähnlichen Unternehmen in derselben Branche bewirbt, werden die einzelnen Anschreiben wohl relativ ähnlich ausfallen...

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Bennie
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Beitrag von Bennie » 14.11.2009, 15:23

Hallo Sarah,

ich habe auch für jede Bewerbung ein neues Anschreiben entworfen und das ist gar nicht so aufwendig. Es ist doch heute am PC auch kein Problem mehr. Schon nach drei, vier Anschreiben hat man eine Menge Textbausteine zusammen, die man dann immer wieder verwenden kann. Dazu habe ich auch hier lange still im Forum mitgelesen und mir passende Forumulierungen kopiert und abgespeichert. Ich schreibe ja auch nicht alles immer wieder neu und bewerbe mich auch nur um drei verschiedene Ausbildungsberufe, die in etwa dieselben Anforderungen an künftige Azubis stellen.
Einiges ist doch auch immer gleich: Meine Schulbildung, meine Lieblingfächer und meine Hobbys. Und auch die Firmen erwarten immer wieder die gleichen Stärken.
Mit der Zeit sind meine Anschreiben auch immer besser geworden. Mein erstes fing noch an mit: Hiermit möchte ich bei Ihnen um einen Ausbildungsplatz zum....bewerben..... Klar, dass der Personaler da gleich eingeschlafen ist. Heute schreibe ich knackig und überzeugend und dann gibt es auch immer Antworten.
Und am Telefon hat man mir auch schon gesagt, dass mein Anschreiben so toll war, dass man mich deshalb unbedingt einladen musste. Meine Noten sind nämlich nur durchschnittlich.
Wenn ich meine Anschreiben mit denen meiner Klassenkameraden vergleiche, klingen meine individuell und einprägsam. Die der anderen sind langweilig und irgendwie gleich. Ich habe nur 16 Anschreiben geschrieben, weil ich sonst gar nicht mehr mit den Vorstellungsgesprächen und den Test nachkomme.
Also mein Tipp: Investiere anfangs viel Zeit in deine Anschreiben! Dann musst du auch nicht 50 Bewerbungen losschicken. Es reicht schließlich, wenn eines überzeugend ist.
Neulich auf einer Ausbildungsmesse wurde gesagt, dass man für ein überzeugendes Anschreiben vier Wochen Arbeit braucht. Ohne dieses Forum vielleicht. Aber wenn man hier im Forum auch in alten Beiträgen stöbert und auch die Suchfunktion für sich nutzt, dann bekommt man auch in ein paar Tagen selber eine wirklich gute Bewerbung hin.


Viele Grüße
Bennie

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Mialotta
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Beitrag von Mialotta » 20.11.2009, 21:32

Hallo Sarah,

also ich hatte bis vor einigen Monaten auch die Ansicht, dass man ein "Standardschreiben" hat, dieses minimal abändert und auf die entsprechende Stelle umformuliert. Für mich fühlte sich das "gut" an. Irgendwann gefiel mir das aber doch nicht mehr und ich schreibe mittlerweile jedes Anschreiben neu.

Wie bereits erwähnt, hat man (wenn man sich schon lange bewirbt) bestimmte Textbausteine, die mit in die neuen Anschreiben einfließen, somit ist das auch kein hoher zeitlicher Mehraufwand.

Einen Unterschied im Feedback kann ich ehrlich gesagt nicht feststellen. Auf beide Arten bekomme ich viele Absagen und einige Vorstellungsgespräche. Meine Situtation hat sich nicht geändert, aber für mich fühlt es sich besser an, wenn ich das neu formulierte Anschreiben in den Umschlag packe :D

Was nun "richtig" oder "falsch" ist, kann ich Dir damit aber auch nicht beantworten.

Liebe Grüße
Steffi

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