Gehaltsverhandlungen führen - Tipps?

Fragen zum Vorstellungsgespräch: Welche Kleidung ist am besten? Welche Vorbereitung ist nötig? Welche Fangfragen werden gestellt? Wie bekomme ich meine Aufregung in Griff?
Romanum
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Beitrag von Romanum » 06.07.2015, 15:14

Wieso warst du denn überfordert? Hast du keine konkrete Gehaltsvorstellung?

Du solltest auf diese Frage nicht so gereizt oder peinlich berührt reagieren. Wenn du viele fachliche Argumente für deine Gehaltsvorstellung hast, dann kannst du auch selbstsicher auftreten.

Da die Sonderleistungen zum Gehalt gehören, müsste man sie erst mal erörtern, welche Sonderleistungen der AG im Auge hat. Insofern hättest du den Ball leicht zurückspielen können.

Bei der 1. Situation sollte die Gereiztheit nicht so stark erkennbar sein. Wenn vorher wirklich alle Details zum Aufgabenumfang, zu deinen Qualifikationen und zur Leistungserwartung ausgiebig diskutiert wurden, dann nennst du ganz selbstbewusst deine KONKRETE Gehaltsvorstellung für diese Stelle bei diesem AG; nichts mit günstigstes oder höchstes Gehalt.

Hier findest du noch weitere Tipps zur Gehaltsvorstellungsangabe im Vorstellungsgespräch:

http://www.bewerbung-forum.de/forum/im- ... 16957.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/geh ... 38626.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/geh ... 58521.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/geh ... 55320.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/geh ... 55415.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/geh ... 52319.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/geh ... 41626.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/geh ... 52614.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/geh ... 22586.html

Nostradamus
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Beitrag von Nostradamus » 06.07.2015, 18:16

Die Frage, für welches Gehalt man gerade noch bereit wäre zu arbeiten, ist natürlich eine echte Scheiß-Frage. ;-) Ist ja so, wie wenn du die fragst, was denn der höchste Betrag wäre, den die zu zahlen bereit sind.

Da würde ich dann auch ganz einfach die Vorstellung (als Zahl) nennen, da gibt es kein "gerade noch" und wenn geht die das nichts an bzw. hat mit diesem Job nichts zu tun - für diesen Job will man ein bestimmtes Gehalt verdienen und nur diese Summe ist interessant.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 06.07.2015, 19:58

Die Frage zielt doch letztendlich darauf ab, ob man selber der Meinung ist, sein Geld auch wert zu sein. Dementsprechend selbstbewusst sollte man damit auch umgehen. "Sie bekommen ja keinen Clown sondern einen Spezialisten für...". Also nicht wortwörtlich aber in diesem Sinne antworten.

theodor111
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Beitrag von theodor111 » 06.07.2015, 22:25

Ich denke, es gibt diverse Möglichkeiten diese Gehaltsfrage zu beantworten, dies sind aber auch von der jeweiligen, persönlichen Ausgangssituation abhängig.


"Mittelfristig möchte ich 48.000 EUR im Jahr vedienen"

Damit ist konkret ausgedrückt, wo man hin will, aber auch die Option offen gelassen, am Anfang niedriger einzusteigen. Evtl. gut, wenn man aus Arbeitslosigkeit sich bewirbt

"Bei dieser Stelle sollte es für mich möglich sein, ein Jahresgehalt von 50.000 EUR zu erzielen"

Auch konkret ausgedrückt, was man möchte, aber die Option offen gelassen, einen variablen Anteil einzubauen. z.B. wenn man eine neue Aufgabe annimmt, in der man evtl. am Anfang noch nicht gleich vollen Erfolg haben wird.

"Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 60.000 EUR im Jahr"

Ganz konkret, z.B. wenn mich ein Unternehmen aus meinem jetzigen Job abwerben will.

Den Ball zurückspielen, wie der TE es getan hat find ich sehr gewagt und vermute, dass dies eher einen ins Aus befördert.

Hummelbrummel
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Beitrag von Hummelbrummel » 29.07.2015, 00:55

Die Frage nach dem Gehalt lässt sich einfach und unmissverständlich durch eine konkrete Zahl beantworten. Natürlich sollte man die Zahl auch begründen, man kann einen Rahmen oder ein Ziel nennen, aber eine Zahl wird erwartet.

Den Ball zurückzuspielen und den Gesprächsführer unter Zugzwang zu setzen kommt da nicht gut an. Wenn es sehr clever gemacht wird, und im Job auch Verhandlungsgeschick gefragt ist, kann man damit eventuell noch punkten. Ansonsten entsteht nur der Eindruck, dass man nicht weiß was man möchte und selbst auf eindeutige Fragen ausweichend reagiert.

Zumindest ich neige dazu, jeden Bewerber mit einer herausragenden Eigenschaft zu belegen und so leicht zuordnen zu können. In der Nachbesprechung entscheiden wir dann nicht über die Bewerber Müller, Meyer und Schmidt, sondern über den aus Franken, den mit der Auslandserfahrung und den der nicht weiß was er verdienen möchte. Sofern du nicht anderswo punkten konntest, läufst du Gefahr als letzterer in Erinnerung zu bleiben.

Nightlife123
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Was haben Sie bisher verdient? im Vorstellungsgespräch

Beitrag von Nightlife123 » 24.02.2016, 13:02

Wie kann man in einem Vorstellungsgespräch bei der Frage "Was haben Sie bisher verdient?" gekonnt ausweichen? Oder ist es immer Ratsam den genauen Wert zu sagen?

Ich dachte als Antwort an:"Mein bisheriger Verdienst liegt etwas unter der geforderten Summe. Aufgrund meiner Berufserfahrung und dem Gehaltsdurchschnitt ist die geforderte Summe ein guter Richtwert"

Ich habe 20% mehr gefordert.

Was meint Ihr?

Laptoptasche
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Beitrag von Laptoptasche » 24.02.2016, 14:16

Ich weiche direkten Fragen nie aus, sondern gebe eine ehrliche und präzise Antwort. Du erwartest vom Arbeitgeber ja auch Antworten auf deine Fragen und nicht irgendwelche Allgemeinplätzen.
Im VG hat einer unserer letzten Bewerber mir auf direkte/einfache Fragen keine ordentliche Antwort gegeben und immer diese Bewerbungsratgeber Antworten abgespult. Fand ich schrecklich!

Romanum
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Re: Was haben Sie bisher verdient? im Vorstellungsgespräch

Beitrag von Romanum » 02.03.2016, 13:15

Nightlife123 hat geschrieben:Wie kann man in einem Vorstellungsgespräch bei der Frage "Was haben Sie bisher verdient?" gekonnt ausweichen? Oder ist es immer Ratsam den genauen Wert zu sagen?

Man kommt auf diese Frage ja nicht ohne ein gewisses Vorspiel. Also hast du deine fachlichen Argumente, die deinen Gehaltswunsch untermauern, schon genannt.

Allerdings finde ich, dass 20% mehr nicht "etwas unter der geforderten Summe" sind.

tedus
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Woran erkennt man eine Gehaltsverhandlung?

Beitrag von tedus » 10.08.2016, 21:18

Hallo,

ich hatte gerade mein erstes Vorstellungsgespräch und bin jetzt unsicher, ob dort schon die Gehaltsverhandlung gelaufen ist oder nicht. Davon abgesehen, das es bisher ja nur das Gespräch war und ich noch nichts weiter weiß, ist mir aber eine Sache aufgefallen, die mich verunsichert.

In der Bewerbung sollte und habe ich eine Gehaltsvorstellung genannt - "im Bereich xy".
Im Gespräch kam von der anderen Seite " Sie haben das ja recht niedrig angesetzt." Worauf ich kurz erklärt habe, das ich, da ich nicht direkt aus der selben Branche komme mich an Berufsanfängern orientiert habe und nach der Probezeit, wenn ich gezeigt habe, das ich die Arbeiten problemlos hinbekomme, auch wieder ein Gespräch darüber möchte.
Irgendeine Zahl ist nie gefallen, oder ein Handschlag "das ist ok für uns" o.ä.

Zum einen habe ich bis dahin nicht gewußt bzw. erst danach mit der Zusammensetzung auseinandergesetzt - und meinte mit der Summe 12 Monatsgehälter - ohne ggf. Urlaubs, Weihnachts und sonstiges weiteres Geld (würde mich ja keineswegs stören). Das wollte ich auch bei der Gehaltsverhandlung klar machen - und wie gesagt habe ich diese 2 Sätze ohne Zahl, Handschlag o.ä. auch nicht als solche aufgefaßt - den da wäre ich davon ausgegangen, das angesprochen wird, wie sich das ganze - dann auch im Vertrag - zusammensetzt.


Habt Ihr Erfahrung damit?
Meint Ihr das war schon die Verhandlung?

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 10.08.2016, 21:26

Ja, ich hab Erfahrung damit und nein, das war noch nicht das endgültige Gespräch über das Gehalt. Das kommt dann, wenn man über die Einstellung spricht. Das war jetzt einfach mal das erste Informationsgespräch. Immerhin haben sie dir die Information gegeben, dass da noch Luft nach oben ist, wenn es soweit kommen sollte.

tedus
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Beitrag von tedus » 10.08.2016, 21:45

BlackDiamond hat geschrieben:Ja, ich hab Erfahrung damit und nein, das war noch nicht das endgültige Gespräch über das Gehalt. Das kommt dann, wenn man über die Einstellung spricht. Das war jetzt einfach mal das erste Informationsgespräch. Immerhin haben sie dir die Information gegeben, dass da noch Luft nach oben ist, wenn es soweit kommen sollte.
Warum auch immer sie mir dann diese Information gegeben haben.. ;) - naja soll mich ja nicht stören. Wobei ich zu hoch dann bei einer möglichen (war ja erst das erste Gespräch) Verhandlung wohl auch nicht zu weit über dem in der Bewerbung genannten ansetzen darf/sollte. Da würde ich mir vielleicht eine Zahl nennen lassen - und dann weitersehen.

Danke dir ;) - sehr beruhigend. Anders wäre es auch irgendwie seltsam.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 18.08.2016, 15:58

tedus hat geschrieben:Da würde ich mir vielleicht eine Zahl nennen lassen - und dann weitersehen.

Das Weitersehen muss ja relativ spontan in Form eines Gegengebots erfolgen. Insofern musst du auch genau wissen

1. was du gehaltstechnisch zum Leben brauchst,

2. was du selbst für "gerecht" (aufgrund Ausbildung und Berufserfahrung) für dich hältst und

3. wie typische realistische Durchschnitts- oder Mediangehälter für den Job, diese Branche, diese Region usw. im Vergleich aussehen.

Zudem gibt es zwischen 12 Monatsgehältern und 12 Monatsgehältern+Urlaubsgeld+Weihnachtsgeld+geldwerteVorteile schon erhebliche Unterschiede. Die Gehaltsangabe bezieht sich immer auf das komplette Jahresbruttoeinkommen. Man verhandelt jedenfalls nicht so, dass man seine Gehaltsvorstellung für 12 Monate angibt, und dabei darauf hofft, dass der Arbeitgeber noch was drauflegt.

Du hast im Gespräch schon den Hinweis bekommen, dass die Gesprächspartner hinsichtlich deiner Gehaltsvorstellung skeptisch sind. Denn diese Gehaltsvorstellungen sind ja immer auch Ausdruck der Einschätzung des eigenen Marktwertes. Und wenn du deinen Marktwert eher niedrig einschätzt, dann werden die Gesprächspartner eher hellhörig, falls zum Beispiel ein Mitarbeiter erwartet wird, der sofort ohne "große" Einarbeitung loslegen oder der bestimmte Kompetenzen sicher beherrschen soll.




Julia_L
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Registriert: 19.11.2017, 16:15

Angaben zu Gehaltsvorstellungen sind verbindlich?

Beitrag von Julia_L » 19.11.2017, 18:29

Hallo zusammen,

meine Frage kurz und knapp: sind die Angaben zu Gehaltsvorstellungen in einer Bewerbung endgültiger Preis, der sich im Nachgang nicht ändern darf?

Zur Situation. Ich gab im Anschreiben für eine Junior Stelle € 40.000 an. Im Gespräch hieß es, ich bekomme ein Angebot. Dann kam eine E-Mail mit € 38.500 + Boni, die Stelle war aber keine Junior Stelle mehr. Ich rief zurück und meine zur Personalerin, dass ich mir dann mehr Geld vorstelle. Ich habe dann ja ein Fehler gemacht und meinen derzeitigen Gehalt als Grund für meine neuen Erwartungen erwähnt.

Die Firma wollte mir nicht entgegenkommen, ich genauso nicht. Passiert.

Was mich überrascht hat: als ich meine Erwartung neu bezifferte, meinte die Dame wörtlich, es sei "blöd", dass ich jetzt anderen Gehalt will.

Rein sprachlich ist "Vorstellung" kein Angebot oder was verbindliches meiner Meinung nach. “Meine Gehaltsvorstellung liegt bei” - also, ungefähr schätze ich das ein, im Gespräch darf es genau definiert werden. Darüber hinaus, finde ich, dass solche Formulierungen wie "blöd" gar nicht in die Gehaltsverhandlung gehören.

Aber was denkt ihr? Ist es total "blöd" gewesen, dass ich mich an die Angaben in der Bewerbung nicht halten wollte?



Viele Grüße
Julia

SThom
Beiträge: 1
Registriert: 29.01.2018, 11:29

Frage zu niedriger Gehaltsvorstellung und Gesamtgehalt

Beitrag von SThom » 29.01.2018, 11:47

Hallo Leute,

ich hatte vor 3 Wochen ein Bewerbungsgespräch. Vor wenigen Tagen kam nun der Anruf, dass die Firma mich gerne einstellen würde und mich zu einem zweiten Gespräch einladen will.

Im ersten Gespräch haben die Verantwortlichen mir kurz geschildert wie ein Vorstellungsgespräch bei denen grundsätzlich abläuft. Jedenfalls haben sie gesagt, dass im ersten Gespräch nicht über das Gehalt gesprochen wird sondern erst im zweiten Gespräch. Daraufhin habe ich gesgat, dass ich mir das auch so vorgestellt habe und ebenfalls erst im zweiten Gespräch darüber sprechen möchte.

Wie es dann nunmal so kam haben die mich am Ende des ersten Gespräches trotzdem gefragt wie viel ich gerne verdienen möchte. Daraufhin habe ich gesgat, dass ich mir über mein Gehalt noch keine konkreten Gedanken gemacht habe, weil ich erstmal das erste Gespräch abwarten wollte, und schauen wollte ob es von beiden Seiten überhaupt passt.
Jedenfalls habe ich dann doch eine Zahl gesagt, wobei ich explizit darauf hingewiesen habe, dass es nur eine grobe Angabe meinerseits ist und ich dazu noch nichts hundertprozentiges sagen kann. Nach dem Gesräch ist mir dann aufgefallen, dass ich etwas weniger verlangt habe als ich eigentlich will.

Jetzt bin ich zu der zweiten Runde eingeladen und ich frage mich ob ich jetzt eine höhere Forderung stellen kann?

Eine zweite Frage meinerseits ist:
Wenn man ein Jahresgehalt nent, ist dann das Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Gewinnbeteiligung, Firmenwagen mit einbezogen oder sind das zusätze?

Vielen Dank schonmal!

Viele Grüße

theodor111
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Beiträge: 255
Registriert: 22.09.2009, 14:10

Beitrag von theodor111 » 09.02.2018, 17:34

Hallo,

besser spät als gar nicht ?

Beim Jahresgehalt wären bei mir sämtliche Zahlungen eingeschlossen. Den Firmenwagen würde ich zzgl. nennen.

D.h XX.XXX EUR Jahresgehalt zzgl. Firmenwagen......

Stefan15
Beiträge: 5
Registriert: 02.11.2007, 19:40

Lohn im Vorstellungsgespäch

Beitrag von Stefan15 » 17.11.2019, 07:28

Hallo zusammen
Ich habe mich beworben einen Tag nach Abgabe der Bewerbung bekam ich einen Anruf zum Interview dort wurde ein Termin zum Vorstellungsgespräch vereinbart
Gestern war es soweit .
Das Vorstellungsgespräch begann einige Fragen dann wurde es persönlich .
Anschließend wurden mir der verdienst genannt inklusiver aller Sonderleistungen.
Ich hatte gar nicht damit gerechnet ist es normal das das bereits alles besprochen wird ?

Gruß


.

tanda
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Re: Lohn im Vorstellungsgespäch

Beitrag von tanda » 18.11.2019, 15:54

Hallo,

wenn es nur ein Vorstellungsgespräch gibt, ist das wohl nicht unüblich. Gibt es zwei Vorstellungsgespräche, ist es üblich, dass das Gehaltsthema erst im zweiten Gespräch angesprochen wird.

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