Gehaltsverhandlungen führen - Tipps?

Fragen zum Vorstellungsgespräch: Welche Kleidung ist am besten? Welche Vorbereitung ist nötig? Welche Fangfragen werden gestellt? Wie bekomme ich meine Aufregung in Griff?
Chumba
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Gehaltsverhandlungen führen - Tipps?

Beitrag von Chumba » 15.08.2012, 09:30

Guten Morgen,

ich habe in den nächsten Tagen drei Vorstellungsgespräche.
Ich freue mich natürlich und gleichzeitig bin ich doch sehr aufgeregt und durcheinander.

Bei zwei von den dreien ist die Vergütung klar und mMn auch in Ordnung. Beim 3. wurde eine Vergütung von 1500 Euro Brutto für Vollzeit angegeben. Die Vergütung ist für eine Sachbearbeiterin mit Kundenbetreuung (Vermittlung von Lehrkräften). Das finde ich für eine Vollzeitstelle doch zu wenig oder?

Sollte der Arbeitgeber mich nehmen wollen, würde ich die Stelle annehmen, meine Frage ist, ob ich trotz der Angabe im Stellenangebot, noch verhandeln könnte?

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 15.08.2012, 11:40

Hallo Chumba,

warum solltest Du im Rahm,en des Gespräches nicht die Thematik "Gehalt" ansprechen, und versuchen, ein höheres herauszuschlagen. Der versuch ist ja nicht "strafbar".

Letztlich must Du dich fragen:
a) bin ich überhaupt bereit, für dieses Gehalt zu arbeiten?
b) genügt mir dieses gehalt? Komme ich damit aus?

Viele Grüße aus Duisburg

Chumba
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Beitrag von Chumba » 15.08.2012, 12:33

Vielen Dank @Rhodos.

Ich bin mir eben nicht sicher, ob ich fragen kann bzw. sollte, weil die Vergütung ja schon angegeben wurde. Es ist schon recht wenig.

Momentan würde mir das auch reichen. Ich könnte damit auskommen. Ich könnte damit keine größeren Dinge spontan kaufen etc. aber ich würde damit gut leben können. Was ist aber, wenn ich eventuell wieder arbeitslos werde oder was ist mit meiner Rente… von daher dürfte ich nicht für das Geld arbeiten gehen.

Aber ich will arbeiten…. ich bin hin und hergerissen. Vielleicht ist es ja nur das Anfangsgehalt… ich frage einfach.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 15.08.2012, 12:52

Hallo Chumba,

Du hast doch eine gute Ausgangspoisition. Denn Du hast ja nicht nur dieses eine Vorstellungsgespräch. Von daher kann es ja sogar darauf hinauslaufen, dass Du Dir den Arbeitgeber aussuchen kannst.

Und nur, weil ein Unternehmen diesen Betrag genannt hat, muss das ja nicht bedeuten, dass noch Luft nach oben ist. Oft haben Unternehmen ja einen internen Gehaltsrahmen und sind bereit, noch etwas draufzulegen, wenn sie den bewerber aufgrund seiner Kompetenzen "unbedingt" haben wollen.
Eine denkbare Alternative kann es auch sein, dass man sich mit dir darauf einigt, dass Du nch ablauf der Probezeit ein höheres Gehalt bekommt oder man dir Boni oder andere Vergünstigungen einräumt.

Es gilt halt auch hier: nur sprechenden Menschen kann gholfen werden. Und wenn Du auf höfliche, respektvolle Weise nach einem höheren gehalt dich erkundigst, wird man Dir das nicht übel nehmen. m gegnetiel, man wird erknnen, dass Du jemand bist, der weiss, was er will. So präsentierst du ja auch eine Kompetenz, die für das Unternehmen nützlich sein kann, je nachdem, um welche Position es geht.

Und das schlimmste, was dir passieren kann, dass das Unternehmen deinen Wunsch ablehnt und sagt: entweder oder. Dann kannst du für Dich immer noch überlegen, ob es wirklich sinn macht, dort anzufangen.

Viele Grüße aus Duisburg

Viele Grüße aus Duisburg

Romanum
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Beitrag von Romanum » 15.08.2012, 20:08

Momentan würde mir das auch reichen. Ich könnte damit auskommen. Ich könnte damit keine größeren Dinge spontan kaufen etc. aber ich würde damit gut leben können. Was ist aber, wenn ich eventuell wieder arbeitslos werde oder was ist mit meiner Rente… von daher dürfte ich nicht für das Geld arbeiten gehen.

Wenn dem AG an einer guten Bezahlung für eine Fachkraft nichts liegt, dann ist der Geschäftsmodell vielleicht nicht so tragfähig und auch ein Zeichen dafür, dass andere Dinge im Firmenalltag im Argen liegen. Aber du hast ja jetzt schon eine kleine Auswahl mit 3 Vorstellungsgesprächen. Du solltest das Thema Gehalt durchaus thematisieren.

Chumba
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Beitrag von Chumba » 17.08.2012, 15:50

Vielen Dank für eure Tipps ! :-)

Ich hatte heute mein erstes Vorstellungsgespräch. Um 11. 00 Uhr hatte ich meinen Termin und ab 11.30 Uhr durfte ich dann. Beim Jobcenter, ich hatte mich um eine Stelle als Fachassistentin beworben.
Dass die Stelle nur befristet ist, stört mich nicht weiter. Lieber eine befristete als keine.

Ich war überhaupt nicht aufgeregt und für mein Empfinden lief es ganz gut. Die Stimmung war recht locker und es entstanden auch keine Kunstpausen. Allerdings kam ich 2x ins Stocken. Eine Frage war, wer Anspruch auf Leistungen hat. Ich sagte alles auf. Erwerbslose, Geringverdiener, Deutsche, Migranten mit gültigen Aufenthaltstitel etc.
Er wollte aber noch die Bezeichnung "Hilfebedürftige" hören.
Ich kam nicht auf das Wort.

Das zweite passierte es bei einem Fallbeispiel.
Wäre wenn etc. Ich würde sagen er war zufrieden mit meinen Ausführungen. Allerdings wollte er auch hier wieder ein bestimmtes Wort hören. Na wenn ich das gewusst hätte… hätte, ich mich anders vorbereitet. Ich hätte mich auch anderes vorbereitet, wenn ich gewusst hätte, dass ich dort vor vier Menschen sprechen würde.
Jetzt, im Nachhinein ist es ja logisch, dass eine Behindertenbeauftragte, die zukünftige Leiterin, der Geschäftsführer und noch eine Dame deren Funktion ich leider vergessen habe, teilnahm. Aber im ersten Augenblick war ich irritiert.

Kurzum, für mich war es das beste Gespräch was ich bisher hatte… schaun wir mal. Montag und Dienstag geht es weiter… ich bin gespannt.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 18.08.2012, 11:30

Hallo Chumba,

ich drücke Dir einmal ganz fest die Daumen, dass es gereicht hat.

Viele Grüße aus Duisburg

Chumba
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Beitrag von Chumba » 21.08.2012, 16:24

Ich komme gerade von meinem dritten Bewerbungsgespräch (das für 1500 € Brutto). Es lief sehr gut, ich soll in den nächsten Tagen ein Praktikumstag absolvieren um zu sehen, ob wir uns auch alle menschlich grün sind und vor allem ob ich mir all das merken konnte, was sie heute mit mir veranstaltet haben. Veranstaltet deshalb, weil ich bisher so ein Gespräch noch nie hatte.
Es fing damit an, dass sie mit mir meinen Lebenslauf durchgegangen sind. Sonst nix, keine der üblichen Fragen nach Schwächen und Stärken etc. Dann sollte ich anhand an eines Beispiels gleich mal am PC zeigen, wie ich mich so anstelle. Zwischendurch sind sie immer raus (sie waren zu zweit) um sich auszutauschen. Nachdem ich das soweit gut hinbekommen hatte, sollte ich mein Talent am Telefon demonstrieren. Das fanden sie auch toll und ich sollte noch ein wenig bleiben, damit mir mein eventueller zukünftiger Chef noch ein paar Sachen/Aufträge in der Datenbank erklärt. Ok dachte ich warum nicht, schaden kann es nicht. Nach 1-2 Stunden war da auch alles klar, wir kamen zum Abschlussgespräch. Aus dem hervorging, dass ich einen Praktikumstag absolvieren solle. Ich solle aber noch von der Arbeitsagentur eine Erlaubnis einholen. Ok, warum nicht. Ich schrieb meiner Sachbearbeiterin eine Email in der Hoffnung, dass alles klappt. Eben ruft er mich an … ich solle am besagten Tag, kein Parfüm auflegen, da wir alle in einem Büro sitzen. Instinktiv roch ich erst einmal an mir… alles ok, fragte auch noch jemanden anderen *g*

Ich weiß es echt, was ich machen soll. Am Freitag lief das Gespräch auch toll, Nachteil da, der Job ist nur befristet wird aber besser bezahlt und ist auch anspruchsvoller. Die brauchen aber mind. 2 Wochen bevor sie sich entscheiden.
Gestern das Gespräch lief am besten würde ich meinen. Nachteil ist, es ist nur auf 400 € mit der Option auf Einstellung. Wobei sie so gar nichts sagte, wann eventuell mal mit einer Einstellung zu rechnen wäre. Sie möchte, dass ich mich bis zum Ende der Woche melde.

Ja und nun das wie oben geschildert. Über mein Gehalt haben wir gesprochen bzw. er. Er lief aber auch keine Zweifel aufkommen, dass daran etwas geändert werden könnte, von daher habe ich gar nicht erst weiter gefragt.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 21.08.2012, 16:59

Na, das klingt docvh alles vielversprechend. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass es auch einen guten ausgang hat.

Viele Grüße aus Duisburg

Chumba
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Beitrag von Chumba » 26.08.2012, 06:23

So, nun habe ich meinen Probearbeitstag, wenn man ihn denn so nennen möchte, hinter mich gebracht. Ich muss wohl Weltfremd sein, denn ich hatte mir etwas anderes darunter vorgestellt.
Ich kam an, der Chef und ich, wir setzten uns an den PC bzw. an die Datenbank und ich sollte an Hand von Fragen seinerseits zeigen, was ich vom eigentlichen Bewerbungsgespräch behalten habe. Gut, ich gab mein Bestes.

Danach kam ich zu einer Kollegin, die sehr nett war und viel sprach aber ich habe nur zuhören dürfen also nix mit arbeiten oder so. Ich hörte mir also an, wie man in der Firma u.a. recherchieren muss um Rechnungen zu erstellen.

Danach ging es mit einen von den beiden Herren, die mit mir das Bewerbungsgespräch führten, in den nahegelegenen Park um sich besser kennenzulernen. War auch ganz nett.

Nachdem angenehmen Spaziergang wurde ich an eine junge Kollegin die sich um das Tagesgeschäft kümmert, übergeben. Sie erklärte mir dann an Hand einiger Beispiele, wie sie was und warum macht. Das fand ich denn endlich mal nützlich.

Nach gut 30 Minuten sollte ich zum Chef. Er sagte mir, dass die Entscheidung schwer und auch knapp ausgefallen sei… aber ich hätte es nicht geschafft. Er sagte, ich war in allem sehr gut nur mit dem Telefon, da war er nicht so einverstanden.
Da hatte er mir am Bewerbungstag als ich den Testanruf entgegen nahm, etwas ganz anderes vermittelt.
Am Probearbeitstag musste ich nicht an ein Telefon. Es klingelte zwar mehrmals und ich überlegte soll ich oder nicht, aber ich ging nicht.
Weil ich keinen Plan von den Strukturen hatte und nicht wusste, wo die Kollegen gerade waren, die ständig rein und raus gingen. Und ganz wichtig… ich hatte nicht das Gefühl, dass ich da einen Probearbeitstag absolviere. Keiner hatte mir irgendein Arbeitsablauf oder ähnliches gezeigt etc. Das einzige was mir die zwei Damen so im Gespräch erklärten war, dass man selber putzen müsse und das die Arbeitszeiten untereinander ausgemacht werden, Hauptsache das Büro ist zu den Öffnungszeiten besetz und man arbeitet seine 8h. Nun gut, ich will nicht beschweren. Das war in jedem Fall eine Erfahrung für mich…

Jetzt habe ich noch den 400 Euro Job offen, wo ich mich heute endlich mal entscheiden muss. Und die Antwort vom ersten Stellenangebot steht noch aus. Aber die sagten ja, die brauchen mind. zwei Wochen…

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 26.08.2012, 08:16

Hallo Chumba,

so, wie sich das anhört, ging es offensichtlich bei dem "Probetag" einzig und alleine darum, herauszufinden, inwieweit die Chemie zwischen Dir und dem Rest passte. Und das kann man nun einmal kaum erzwingen. Entweder es passt .....

Viele Grüße aus Duisburg

Yvi_01
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Beitrag von Yvi_01 » 30.08.2012, 09:12

Hey, wie hast Du dich entschieden? Für den 400 Euro Job?
Bei dem probearbeitstag_: Das mit dem telefon hätte auch ein test von Ihnen sein können, ob Du ans Telefon gehst.
Bin gespannt, wie es bei Dir weitergeht!

manusbsd
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Assistentin CSR

Beitrag von manusbsd » 30.08.2012, 12:48

Hallo zusammen,
ich habe nächste Woche ein Vorstellungsgespräch in FFM für eine Assistenzstelle im Bereich CSR. Leider ist es das erste Vorstellungsgespräch für mich nach meinem Studium. Ich hatte schon durchaus Vorstellungsgespräche, allerdings maximal für Werkstudentenstellen, da spielten Gehaltsverhandlungen keine Rolle. Die Stelle ist ausgeschrieben für Akademiker und hauptsächlich Projektarbeit, mit selbstständiger Erstellung von Audits, also keine Sekretariatsarbeiten, bzw. max 10 Prozent. Was kann ich ansetzen ohne unverschämt zu wirken? Muss für die Stelle umziehen ( FFM ist ca 400 km von meinem jetzigen Wohnort entfernt ) wozu ich durchaus bereit bin aber das muss sich doch auch irgendwie im Gehalt wiederspiegeln, oder? Und ich bin Absolvent mit Berufserfahrung ( Ausbildung und 2 Werkstudentenstellen, div. Nebenjobs ) und auch zertifizierte Auditorin. Vielen Dank schon mal für eure Hilfe

ab101
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Beitrag von ab101 » 09.12.2012, 01:16

@manusbsd: ich kann dir für deinen Bereich kein Gehalt nennen, aber in allen Branchen ohne Tarifvertrag wirst du sowieso immer daneben liegen. Wohnst du Norden/Süden/Westen/Osten? Kleine/Mittelgroße/Große Firma? Branche? NGO/Bund oder Land/Privatwirtschaft? Unterschiede sind da riesig: gleiche Arbeit, +- 600-1000 Euro, alles möglich.

Eine generelle Idee, was du verdienen kannst, erhälst du z.B. durch Ausschreibungen beim Bund (Bund.de -> Stellenausschreibungen). Falls du da eine für dich ungefähr in Frage kommende Stelle findest, hast du auch gleich eine Gehaltsangabe, da der Bund diese normalerweise bei den Stellenausschreibungen dazu schreibt. Frisch von der Uni mit Master-/Diplomabschluss würde ich das Einstiegsgehalt des höheren Dienstes (TVÖD 13) fordern, als Bachelor TVÖD 10-12 z.B.. Kommt aber natürlich auch darauf an, was du studiert hast. In dem Vorstellungsgespräch würde ich dann sagen, dass nach deinen Recherchen das Durchschnittsgehalt für die Branche und die ausgeschriebene Stelle entsprechend TVÖD X liegt. Du stellst dir daher ein Gehalt von xxxx Euro brutto monatlich vor.

Es kann aber auch anders kommen und du erhälst keine Infos zu der Vergütung, so wie ich gerade. Dann musst du die Initiative übernehmen am Emde des Gespräches. Das hat den Vorteil, dass sie dir eine Gehaltsorientierung geben müssen, aber normalerweise fragen sie dich nach deinen Gehaltsvorstellungen.
Ich hatte vor einiger Zeit ein - für beide Seiten wohl eher unbefriedigend gelaufenes - Vorstellungsgespräch. 1 Stunde wurde ich mit Fragen wie vor einer Prüfungskommission beschossen - die Frage nach dem Gehalt wurde mir aber nicht gestellt. Als ich dann kurz vor Schluss die Möglichkeit erhielt, selber Fragen zu stellen, habe ich (natürlich erst als vierte und letzte Frage und sehr freundlich) selber die Gehaltsfrage gestellt. In der Stellenausschreibung wurde dazu keine Angabe gemacht, da fand ich es schon seltsam, dass ich keinen Hinweis in 60 Minuten dazu erhalten habe.

Mein Hauptgesprächsparter (quasi der gesamte Vorstand saß mir wie eine Inquisition gegenüber!) schaute sich kurz in der Runde um und antwortete auf meine Frage zuerst nur, dass die Stelle angelehnt an TVÖD bezahlt werde. Nach dieser Nicht-Antwort habe ich erstmal 2-3 Sekunden abgewartet und den Augenkontakt fragend gehalten. Mal ehrlich, was soll denn TVÖD für eine Antwort sein? TVÖD-Ost? TVÖD-Land? TVÖD-Bund? 9? 10? 11? 12? 13? 14? 15? Nach 4-5 Sekunden Stille wurde mir dann mitgeteilt, dass die Stelle ungefähr entsprechend TVÖD xx bezahlt werde, aber das genaue Gehalt noch nicht fest stehe. Aaaaahja, man schreibt also eine Stelle aus, die im Budget vorgesehen ist, kennt aber das Gehalt noch nicht, klaro. Ich habe dann gesagt, dass das aber auch das Gehalt ist, was ich mir vorgestellt habe. Daher alles ok, aber eine Unart sich so zu verhalten finde ich.

Keine Ahnung wieso sie mir das Gehalt zuerst nicht nennen wollten. Vielleicht hatten sie selber wirklich keine Ahnung, was sie zahlen wollen und mir zahlen sollten. Vielleicht wollten sie das in der zweiten Gesprächsrunde erst ansprechen und ich bin ihnen zuvorgekommen (zu der zweiten Runde wird es nach dem Verlauf des Gesprächs sehr wahrscheinlich aber nicht kommen). Vielleicht war das Gespräch aber auch einfach für beide Seiten so unbefriedigend gelaufen (wie ich es jedenfalls empfunden habe), dass sie über solche Sachen gar nicht sprechen wollten.

Das war aber von den 3-4 Fragen die ich gestellt habe, nicht die einzige Frage die quasi nicht beantwortet wurde. Ich fragte z.B. danaäch, wie in dem Büro ein typischer Arbeitstag abläuft. Normalerweise ist das nicht meine Lieblingsfrage, da ich den Arbeitsablauf für die Stelle genau kenne, aber im gesamten einstündigen Gespräch habe ich dazu von der Seite meiner Gesprächspartner Null Informationen erhalten, nichts, nada, niente. Auf diese Frage hat der zuständige Abteilungsleiter mir eine Antwort in einem (! in Zahl: 1) Satz gegeben - und diese Antwort hatte so gut wie nichts mit der Frage zu tun. Sein zweiter Satz war dann, mir eine weitere Frage zu stellen, die ein komplett anderes Thema betraf. Hallo? Ich dachte ich darf jetzt Fragen stellen?! :evil:
Ich habe diese Unhöflichkeit dann weggelächelt und die Frage natürlich in 4-5 Sätzen beantwortet. Mein Hauptgesprächspartner fragte mich dann wieder, ob ich noch fragen hätte. Meine dritte Frage war deshalb, ob ich nicht eine Antwort auf meine vorherige Frage erhalten könnte (höflich formuliert). Ich habe um es dem Abteilungsleiter leicht zumachen noch einmal erklärt, wie ich bisher in diesem Berufsfeld gearbeitet habe, was ich machen musste, was mir Spaß bereitet hat und gefragt, ob dies auch dem Arbeitsalltag bei der neuen Stelle entspricht. Endlich bekam ich meine Antwort. Heraus kam, dass ich eigentlich nur im Büro sitzen würde (wurde mir durch die Blume gesagt) und fast keinerlei Kundenkontakt hätte - das, was mir am meisten Spaß gemacht hat bisher. Naja. Für die Stelle fand ich diese Alltagsbeschreibung jedenfalls sehr zweifelhaft, da in meinem Berufsfeld eigentlich ein ganz andere Art von Arbeit notwendig ist... unbefriedigend also.

Sorry, dass es etwas offtopic wurde. Ich musste mir diesen Frust mal von der Seele schreiben. Danke fürs Zuhören.

manusbsd
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Beitrag von manusbsd » 11.12.2012, 11:40

Lieber ab 101. Das klingt als hättest du ein tolles VG gehabt. Ich muss dazu sagen das mein letztes in etwa auch so ablief (Assistenz der GF). und dort bekam ich auch nur die Antwort TVöD. Als ich sagte dass das Spektrum dort doch sehr weit wäre bekam ich die Antwort dass man je nach Bewerber dort auch einigen Handlungsspielraum bzgl. des Gehaltes habe und dass man da noch keine genaue Eingruppierung wisse. Zu deren Verteidigung muss ich aber sagen dass es sich um eine Stelle handelte die in der Mittelfristplanung nicht vorgesehen war. Ich hab mir für Gehaltsverhandlungen mittlerweile ein paar Zahlen zurecht gelegt mit denen ich bisher ganz gut gefahren bin. Hab auch beschlossen immer etwas höher anzusetzen, denn nach unten geht es immer automatisch. habe nach einem meiner letzten VG telefonisch eine Anfrage bekommen ob ich denn auf 500 € im Monat verzichten könnte damit man nicht die andere Bewerberin nehmen müsse. Hab dann leider ablehnen müssen denn 6.000 € Spiel hatte ich nicht einkalkuliert. Wie auch immer: Ich hoffe dass bald die passende Stelle für mich und für dich dabei ist. Viel Erfolg weiterhin bei deiner Suche

yourdestiny
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Gehaltsverhandlung Fachinformatikerin in der Anwendungsentwicklung

Beitrag von yourdestiny » 07.02.2013, 22:14

Hallo.

Für eine gute Bekannte möchte ich Strategien für die Gehaltsverhandlung entwickeln. Sie ist ein gutherziger Mensch und hat ein gerechtes Einkommen verdient.

Sie macht eine Ausbildung zur Fachinformatikerin in der Anwendungsentwicklung in Berlin.

Ihre Noten sind im 2er und 1er Bereich und sie hat auch schon 2 Jahre IT Schulung hinter sich. Demnach sollte sie mehr bekommen, als ein gewöhnlicher Abiturient ohne Fachwissen.

Wie könnte man hier vorgehen?

Meine Strategie ist folgend.

1. Sagen man hat sich über gängige Gehälter informiert. Das lässt einen seriös und unnaiv wirken.
2. Minimum, Maximum und Durchschnittsgehalt der Recherche nennen.
3. Fragen, ob der Ausbilder dies auch so sieht. Wenn ja, ist er in die Falle gegangen, weil hiermit definiert er nun selbst einen angemessenen Gehaltsbereich auf den er eingehen muss.
3. Argumentieren.
3.1 Sagen, dass man durch die 2 Jahre IT Schule definitiv überdurchschnittlich vergütet werden muss und dass es eigentlich kaum einen anderen Azubi gibt, der mehr Erfahrung aufweisen kann.
3.2 Das Unternehmen ist relativ groß, daher ist eh ein Durchschnittsgehalt Minimum, allein aus ethischer Sicht.
3.3 Sie ist weiblich und ein hohes Gehalt lockt andere Mädchen an, da es kaum IT Frauen gibt.
3.4 Wenn er zu stark runterhandelt, dann auf eine Neuverhandlung nach der Probezeit bestehen. Sie war Klassenbeste und wird das auch diesmal wieder werden, schätze ich, darum dürfte das nicht kontraproduktiv werden.
3.5 Erwähnen, dass andere Unternehmen mehr bieten, falls es der Fall ist. Jedoch beteuern, dass das Unternehmen des Bewerbungsgespräches einem besser gefällt und man lieber hier arbeiten würde als bei den anderen. Der Personaler wird unterbewusst Hemmungen bekommen, ein zu geringes Gehalt zu nennen.
3.6 Erwähnen, dass je mehr man einem zahlt, man desto mehr leistet. Das zeigt auf, dass man das Prinzip der Wirtschaft verstanden hat und wirkt seriös. Man muss klar sagen, dass man nicht faul bei geringem Gehalt ist, aber man muss auch klar machen, dass bei einem Gehalt von 400 Euro nicht die selbe Leistung, wie bei einem Gehalt von 800 zu erwarten ist.

Nach meiner Recherche liegen die Gehälter im ersten Jahr bei 400 bis 850 und im 3. bei bis zu 1050. 1050 scheint eine magische Zahl zu sein, weil auch das wohl das Durchschnittsgehalt von Binnenschifffahrtsazubis ist, welche die besten Verdiener in Deutschland sind.

Ich will sie also mit einem Gehaltswunsch von 850, 2. Jahr 950 und 3. 1050 in den Battle schicken.

Was ist eure Meinung?

MfG

ka9de
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Beitrag von ka9de » 08.02.2013, 01:28

Habe ehrlich gesagt noch nie Gehaltsfragen großartig diskutieren müssen im Gespräch.. aber ich finde das etwas viel Gerede. Vor allem das mit dem Mindest-, Durchschnitts- und Maximalgehalt würde ich bloß weglassen. Das wissen die Personaler, gerade in den größeren Unternehmen. Und auch "ihn fragen ob er das auch so sieht"..

"Hier sehen sie meine Kalkulation... würden Sie da nicht zustimmen?" Ne lass mal ;)

Gruß

GutOderSchlecht
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Beitrag von GutOderSchlecht » 08.02.2013, 08:30

yourdestiny
so machst du dir sicherlich keine Freunde.

Auch die "ich bin Frau"-Schiene ist ein gewagtes Spiel.

Wie ka9de auch schreibt, solltest du nicht den Personaler fragen, ob er seinen Job kann. (Indirekte Unterstellungen helfen sicherlich nicht, deine Position zu stärken)

In der Regel sagst du deinen Preis und er sagt ok oder nennt sein Angebot. Danach einigt man sich dann meist gütig.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 08.02.2013, 22:42

Ganz grundsätzlich würde ich meine Ausbildung in erster Linie als Investition betrachten... als Zeit des Saat, anstatt der Ernte, um es einmal poetisch zu formulieren. Ich würde alles daran setzen, in den bestmöglichen Betrieb zu kommen. Wenn das ein grosser wäre, der grosse Gehälter zahlen kann, würde ich - wie es mein Vorredner schon sagte - auch ein überdurchschnittliches nennen, um nicht allzu blöd auszusehen... und das ganz geradeaus mit meiner expliziten IT-Vorbildung begründen. Ansonsten nichts. Ernsthafte "Gehaltsverhandlungen" würde ich auf die Zeit nach der Ausbildung verschieben. Wenn man die Freundin einige Jahre aus nächster Nähe und im Vergleich zur (hoffentlich schlechter liefernden) Konkurrenz gesehen hat, kann sie VOLLKOMMEN anders argumentieren und kann vor allem (was ihr vermutlich stark entgegen kommen wird) allseits bekannte und unbezweifelbare Fakten sprechen lassen - und mit der Ausbildung bei dem angesehenen Unternehmen und den guten Noten auch viel glaubwürdiger ihre anderweitigen Perspektiven darlegen.

Aber ganz, ganz vorsichtig wäre ich mit solchen kleinen Tricksereien hier und jetzt... vor allem, wenn die Betreffende solche Maschen tendenziell eher nicht im eigenen Blut hat. Geh einfach mal davon aus, dass so ein alter Personalhecht schlicht und einfach keinen Bock hat, sich von einem lieben kleinen Mädchen in irgendwelche "Fallen" locken zu lassen. Nicht einmal dann, wenn es ihm sympathisch wäre... ;-)

Dennis08
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Gehaltsverhandlung bei fester Gehaltsstruktur / Tarifvertrag

Beitrag von Dennis08 » 15.04.2015, 17:51

Hi,

als Absolvent (Informatik Master) bin ich zur Zeit in der Bewerbungsphase und habe auch schon erste Vorstellungsgespräche hinter mir. Das schwierigste Thema ist natürlich die Gehaltsverhandlung. Natürlich habe ich dazu schon einiges recherchiert - wobei sich alle Tipps aber auf eine "offene Gehaltsverhandlung" beziehen. Dass man sich dabei NIE auf das erste Angebot des Arbeitgebers einlassen sollte ist klar. Aber wie sieht das aus, wenn es in der Firma eine feste Gehaltsstruktur bzw. sogar einen Tarifvertrag gibt? D.h. der Arbeitgeber sagt klar, in welche Gruppe man eingruppiert wird und das Gehalt steht fest. Sollte man da auch nochmal versuchen hochzuhandeln, oder wäre das in so einem Fall negativ? Wie verhält man sich da am besten?

Zweite Frage bzgl. München:

Ich habe morgen ein Vorstellungsgespräch bei einem Dienstleister in München. Ursprünglich hatte ich mich bei denen auf eine Stelle in Karlsruhe beworben und meine Gehaltsvorstellung mit 40.000 - 45.000 angegeben (meine Vorstellung wäre bei 44.000 - die Spanne war vom Onlineformular vorgegeben). Klar, normalerweise sollte man sein Gehalt nicht durch Mietkosten, etc. argumentieren - aber wir reden hier immerhin von München. ^^ Laut meinen recherchen verdient man dort im Schnitt 17% mehr. Ist es legitim darauf hinzuweisen, dass sich die ursprüngliche Vorstellung auf Karlsruhe bezog und dann ggf. mit 44.000 + 15% also knapp 50.000 einzusteigen?

Vielen Dank!

nordlaender
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Beitrag von nordlaender » 15.04.2015, 18:23

Haben die intern deine Bewerbung weitergereicht oder hast du dich in M selbst beworben ?

Wenn 1. dann kannst du durchaus mit den regionalen Gegebenheiten argumentieren und versuchen das Gehalt noch nach oben zu bekommen.

Wenn 2. hättest du dir diese Gedanken vorher machen müssen und du wirst kaum eine relle Chance haben.

Dennis08
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Beitrag von Dennis08 » 15.04.2015, 18:49

nordlaender hat geschrieben:Haben die intern deine Bewerbung weitergereicht oder hast du dich in M selbst beworben ?
Das ging über deren Online Bewerber-Portal. Ich hatte dort mein Profil (die Gehaltsangabe gehört zum allgemeinen Profil) für die Berücksichtigung auf weitere Stellen freigegeben. Direkt in MUC hatte ich mich nicht beworben.

nordlaender
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Beitrag von nordlaender » 15.04.2015, 20:33

Dann argumentieren doch so, und teste vorsichtig aus ob auf der BAsis Gesprächsbereitschaft besteht. Wie nachdrücklich du das tust hängt natürlich auch von deiner persönlichen Situation und den Alternativen ab.

spiegelsoftis
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Gehalt im Vorstellungsgespräch nennen

Beitrag von spiegelsoftis » 06.07.2015, 07:05

Ich habe vor kurzem zwei Vorstellungsgespräche gehabt, in denen ich etwas bei der Art der Gehaltsfragen überfordert war und versucht habe den Ball zurück zu spielen.

Ich glaube ich habe mich da ins Aus geschossen.
Wie beurteilt ihr die Situation? Wie hätte ich reagieren sollen?

1.)
In der Stellenausschreibung gibt das Unternehmen eine "überdurchschnittliche Vergütung" an. Im VG wird nach dem günstigsten Gehalt, zu dem ich noch bereit wäre zu arbeiten gefragt.
Ich spielte den Ball in etwa so zurück:
"Ich habe mich bei Ihnen beworben, weil ich glaubte, dass wir die Philosophie teilen, dass Leistung angemessen vergütet werden sollte. So wie Sie von Ihrem Auftraggeber eine angemessene Bezahlung erwarten, erwarte ich als Mitarbeiter diese ebenfalls. Deshalb frage ich Sie, wie Sie sich den dauerhaften Erfolg Ihres Unternehmens vorstellen, wenn Sie ein Ungleichgewicht zwischen Arbeit und Vergütung anstreben?"


2.)
In der Stellenausschreibung gibt das Unternehmen eine "angemessene Vergütung mit etlichen Sonderleistungen" an.
Im Vorstellungsgespräch wird öfters vom Interviewer angesprochen, dass man gut bezahlen würde. Es wird nach meinen Gehaltsvorstellungen gefragt.
Ich spiele den Ball in etwa so zurück:
"Da Sie in Ihrer Stellenausschreibung und mehrfach während unserem Gespräch mit einer angemessene Vergütung und Sonderleistungen für sich werben, sehe ich eher den Ball in Ihrem Feld, dieses Versprechen zu konkretisieren."


Sorry wegen den ganzen Fußballmetaphern :)

Zerschmetterling
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Beitrag von Zerschmetterling » 06.07.2015, 14:54

Ich finde dieses Thema auch heikel und gebe in meinen Bewerbungen daher immer eine Spanne an - außer wenn ich das Gehalt der Stellenausschreibung entnehmen kann (z. B. wenn eine Einordung in eine Tarifgruppe genannt wird, die man nachlesen kann). Bei solchen Ausschreibungen wird aber meist auch nicht gefordert, dass man sich zum Gehalt äußern soll.

Im Gespräch nenne ich, wenn das Thema angesprochen wird, Zahlen. Bringt ja nichts, wenn meine Mindest-Vorstellung und das Angebot der Firma stark auseinanderklaffen. Gibt natürlich auch die Gefahr, dass man sich dann unter Wert verkauft. Diesen Fall habe ich persönlich bisher aber noch nicht erlebt.

Ehrlich gesagt, finde ich es immer relativ sinnfrei, dass der Bewerber seine Vorstellung nennen muss. Ein bisschen Spielraum gibt es sicherlich, aber grob steht der Rahmen fest. Insofern wäre es viel hilfreicher, wenn das Gehalt in der Stellenausschreibung stehen würde :D

Hattest Du denn bei Deinen Bewerbungen Angaben zum Gehalt gemacht? Bei Situation 1 könnte ich mir denken, dass der AG frostig reagiert hat... "Überdurchschnittlich" kann ja viel bedeuten, z. B. dass man über Tarif zahlt. Das können auch nur 1 oder 2 Cent sein :) Es könnte aber auch über dem Durchschnitt der Branche oder Region gemeint. Letztendlich eher eine Floskel...

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