Gehaltsvorstellung nennen ohne Aufgabengebiet zu kennen

Alles was nicht in die oberen Foren passt und noch zur Bewerbungsmappe gehört.
Antworten
economist
Beiträge: 19
Registriert: 23.10.2011, 20:28

Gehaltsvorstellung nennen ohne Aufgabengebiet zu kennen

Beitrag von economist » 06.01.2016, 12:21

Hallo,

ich wurde vor kurzem über ein soziales Netzwerk von einem Arbeitsvermittler kontaktiert, dass sie für ein Unternehmen Mitarbeiter suchen und an mir interessiert wären.

Ich kenne den Namen des potenziellen Arbeitgebers und die Stellenbezeichnung. Es handelt sich um eine Stelle im Bereich Strategische Unternehmensplanung.

Ich habe dem Arbeitsvermittler meinen Lebenslauf und meine Zeugnisse übermittelt. Jetzt wollen sie mein aktuelles Gehalt und meinen Gehaltswunsch zum Einstieg wissen.

Ich habe bereits nach einer Beschreibung meines potenziellen Aufgabengebietes gefragt, wurde da aber auf ein eventuelles Bewerbungsgespräch verwiesen.

Allerdings habe ich Bauchschmerzen, ohne mein Aufgabengebiet und meine Stellung im Unternehmen (Personalverantwortung, Reisebereitschaft, ...) meinen Gehaltswunsch zu nennen.

Soll ich nun auf gut Glück einen Gehaltswunsch nennen oder antworten, dass ich gerne davor mein Aufgabengebiet wissen möchte? Welche Vorgehensweise empfehlt ihr mir?

Beste Grüße

katerfreitag
Bewerbungshelfer
Beiträge: 1985
Registriert: 20.12.2015, 15:18

Beitrag von katerfreitag » 06.01.2016, 13:09

Du könntest dem Headhunter ja durchaus sagen, dass - Deiner Meinung nach - Verantwortungspositionen und überdurchschnittliche Flexibilität besser honoriert werden sollten als ein Job, bei dem weder das eine noch das andere gefordert sind. Und dann könntest Du ja für Fall 1 eine Preislage, und für Fall 2 eine andere, niedrigere vorschlagen, oder?

Andere Möglichkeit: Du versuchst herauszufinden, was der Betrieb denn so in etwa für jemanden mit Deinen Kompetenzen zahlt. Eventuell kennst Du ja schon jemanden, der jemanden kennt, oder guckst mal auf bekannten Online-Portalen, Social Media...

economist
Beiträge: 19
Registriert: 23.10.2011, 20:28

Beitrag von economist » 06.01.2016, 18:47

Hallo katerfreitag,

danke für deine Idee!

Darauf basierend folgender Gegenvorschlag: Ich gebe ein Grundgehalt an und schreibe, dass bei erhöhten Anforderungen meine Gehaltsforderung steigt.

So bewahre ich eine gewisse Flexbilität, da es ja unterschiedliche Abstufungen bei den Anforderungen gibt.

Beste Grüße

katerfreitag
Bewerbungshelfer
Beiträge: 1985
Registriert: 20.12.2015, 15:18

Beitrag von katerfreitag » 06.01.2016, 22:03

Das klingt für mich sehr praktikabel.

Benutzeravatar
FRAGEN
Bewerbungshelfer
Beiträge: 12163
Registriert: 22.07.2006, 18:18

Re: Gehaltsvorstellung nennen ohne Aufgabengebiet zu kennen

Beitrag von FRAGEN » 06.01.2016, 23:57

economist hat geschrieben:Ich habe bereits nach einer Beschreibung meines potenziellen Aufgabengebietes gefragt, wurde da aber auf ein eventuelles Bewerbungsgespräch verwiesen.
M. E. wäre die einzig sinnvolle Reaktion auf dieses Ansinnen ja, es exakt genauso zu halten: Gehaltsvorstellung ergibt grundsätzlich nur einen Sinn in der direkten Ableitung von der Aufgabenstellung. Die Konsquenz heisst: Entweder beides vor... oder beides im Gespräch. In beiden Fällen kann die Aufgabenstellung rein logisch aber nur der jeweils erste Punkt sein.

Du musst ja auch sehen, dass Du bei solch einem strategisch orientierten Job mit Deinem Verhandlungsgeschick ja gewissermassen auch eine fachliche Arbeitsprobe abgibst. Du zeigst quasi 1:1, wie Dein Verhaltensmuster aussieht, wenn Du es mit einer Gegenseite zu tun hast, die konsequent mauert. Was wäre das Bild, das Du Deinem zukünftigen Arbeitgeber diesbezüglich von Dir vermitteln willst? Doch nicht, dass Du es für clever hältst, zur Belohnung ohne Not die Hosen herunter zu lassen, wenn irgendwer es cool findet, Dich zappeln zu lassen?

economist
Beiträge: 19
Registriert: 23.10.2011, 20:28

Beitrag von economist » 07.01.2016, 10:33

Danke für das Wachrütteln, FRAGEN.

Ich dachte schon, ich bin im falschen Film.

Benutzeravatar
FRAGEN
Bewerbungshelfer
Beiträge: 12163
Registriert: 22.07.2006, 18:18

Beitrag von FRAGEN » 07.01.2016, 17:47

Es ist tatsächlich ein höchst seltsamer Film, economist! Die einzige halbwegs seriöse Erklärung für solch ein Vorgehen von Arbeitgeber-/Vermittlerseite wäre m. E. tatsächlich ein Real-Life-Verhaltenstest der o. g. Art... so etwas wie ein vorgezogener Stresstest, wenn man so will. Den fände ich in dieser Form zwar schon alles andere als sympathisch... aber je nach tatsächlicher Aufgabenstellung hinterher möglicherweise in gewisser Weise sinnvoll... oder zumindest relativ aussagekräftig, was die persönliche Härte des Kandidaten angeht. Wenn Deine Ansprechpartner das hingegen als ganz "normale" Art der Zusammenarbeit betrachten sollten, wäre es einfach nur von vorn bis hinten indiskutabel... angefangen bei der Frage nach dem momentanen Einkommen... die eigentlich nicht das Geringste mit der Bezahlung einer völlig anderen Tätigkeit zu tun haben sollte...

Antworten