Ich weiß nicht, wer ich bin.... Jobsuche!

Auch im Berufsleben steht man immer wieder vor Herausforderungen und Problemen. Die könnt ihr hier diskutieren.
camaleonica
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Ich weiß nicht, wer ich bin.... Jobsuche!

Beitrag von camaleonica » 29.09.2015, 17:18

Ihr Lieben, Hallo erst einmal!

Ich weiß' gar nicht wo ich anfangen soll?! Ich -w-28- bin seit einigen Monaten total deprimiert, verzweifelt, ja, richtig "down" und irgendwie total traurig... :(

Es liegt an meinem Job und an den gefühlten 100 anderen Jobs, die ich vorher gemacht habe....: Ich bin eigentlich gelernte Fremdsprachensekretärin (schulische Ausbildung zur kaufmännischen Sekretärin für das Fremdsprachensekretariat), habe 2 Monate lang in Frankreich ein Praktikum absolviert und seit meinem Abschluss 2006 habe ich in vielen, vielen, vielen verschiedenen Unternehmen in diversen Positionen gearbeitet. Angefangen habe ich als Sachbearbeiterin über Manpower bei einer Bank, dies ging über zu einer Gebäudereinigungsfirma als einfache Sekretärin, ich war als Sekretärin in diversen Baufirmen, in 2 Anwaltskanzleien war ich auch zB im Back-Office, in einem Architektenbüro habe ich Monate lang nur Zahlen eingetippt und aktuell bin ich bei einem Automobilhersteller am Empfang.

2 abgebrochene Ausbildungen habe ich auch: Industriekauffrau und Personaldienstleistungskauffrau.

In vielen Büros hatte ich super Kollegen, es war ein tolles Arbeitsklima, so wie jetzt auch. Aber die Arbeiten machen mich einfach "dumm". Ich bin oft sehr, sehr, seeeeehr unterfordert, was mich langweilt und zur Folge hat, dass ich spätestens nach der Probezeit total frustriert bin.

Während meiner bisherigen Berufserfahrung habe ich natürlich gelernt dieses "Problem" anzusprechen. Oftmals besserte sich die Situation dann für mich, aber dies war nur von kurzer Dauer.

Ich arbeite eben sehr gerne mit Menschen und am liebsten würde ich einer meiner 5 (Fremd-)Sprachen anwenden. Ich bin nur so unkreativ was das Bewerben angeht. Versteht mich nicht falsch, meine Bewerbungen sind, wie ich finde, ganz ok. Nur weiß ich nicht, was ich mit meinen Sprachen anfangen kann.

Ich habe das Problem, dass ich nicht weiß in welchem Berufsfeld ich meine Fähigkeiten einsetzen kann... Jeder sagt zu mir "Hey, Flughafen wäre doch was tolles" und ja, im Flughafen habe ich mich auch beworben. Aber der Verdienst ist ja ein Witz. Mit 28 ist es eben auch so, dass man einen gewissen Standard lebt. Ich brauche nicht viel Geld, aber der Mindestlohn von 8,- EUR sollte doch schon drin sein, oder? (Dies ist der Verdienst in FFM bei einer Bodenstewardess)

Gerne lerne ich immer neues dazu, mache Knigge-Kurse, kaufe mir DVD's und lerne Sprachen, besuche diverse Seminare auf Arbeit damit ich schön alle Zertifikate habe. Neben meinem Realschulabschluss habe ich sogar einen portugiesischen Schulabschluss absolviert (lief 10 Jahre neben dem Deutschen Abschluss).

Neulich dachte ich an ein Fernstudium über ILS o.Ä., aber als ich mir dann die Preise anschaute (3.000,-EUR aufwärts), ist der Traum meine Wissenslücken zu füllen sowieso ganz schnell zerplatzt.

Wenn ich mich dann zB im Tourismusbereich bewerbe, muss ich Programm X schon können, am besten gelernte Reiseverkehrskauffrau sein und mit meinen 28 Jahren schon 20 Jahre Berufserfahrung haben.

Ich bin richtig traurig über meine Situation, denn ich weiß nicht, wohin mit mir. In den letzten 9 Jahren hatte ich 8 verschiedene Arbeitgeber. Meinen Lebenslauf kann man mittlerweile nicht mehr ernst nehmen. Oft werde ich auch auf meinen ständigen Berufswechsel angesprochen und so langsam kann ich das alles gar nicht mehr begründen.

Alles, wirklich ALLES kostet Geld. Man will lernen, Fortbildungen machen und, und, und... und muss ganz tief in die Tasche greifen. Die Faulenzer, die bei der ARGE selbst zu den Nachmittagsterminen zu spät kommen, bekommen alles an Fortbildungen und Seminaren bezahlt. Wer zahlt es? Ich blöde Steuerzahlerin... Finanziere das Leben andere und kann mir meins nicht leisten.

Es ist zum Schreien....
JA, ich sollte mich nicht im Selbstmitleid suhlen, aber im Moment weiß ich nicht, was ich sonst tun soll.... :cry:

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 30.09.2015, 11:15

Aber im Fremdsprachensekretariat gibt es doch an und für sich stellen?

camaleonica
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Beitrag von camaleonica » 30.09.2015, 11:40

Welche denn zb.? :)

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Beitrag von TheGuide » 30.09.2015, 12:11

Schau doch mal in den einschlägigen Jobbörsen, gib dort als Suchkriterium mal eine deiner Sprachen ein: Französisch, Portugiesische (Spanisch? Englisch?) dann wirst du Stellen finden.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 30.09.2015, 12:53

In vielen Büros hatte ich super Kollegen, es war ein tolles Arbeitsklima, so wie jetzt auch. Aber die Arbeiten machen mich einfach "dumm". Ich bin oft sehr, sehr, seeeeehr unterfordert, was mich langweilt und zur Folge hat, dass ich spätestens nach der Probezeit total frustriert bin.

Wenn dir das jetzt schon oft passiert ist, hast du denn nicht mal darüber nachgedacht, warum das so ist bzw. wie du das verhindern kannst? Bspw. durch die Auswahl der Arbeitgeber bzw. die "richtigen" Fragen im Vorstellungsgespräch, so dass du auch selbst konkret nachfragst. Denn viele AG beschreiben sich und die Aufgaben natürlich mit blumigen Worten; auch wenn dahinter nicht viel steckt.


Ich arbeite eben sehr gerne mit Menschen und am liebsten würde ich einer meiner 5 (Fremd-)Sprachen anwenden.

Zu all' diesen Sprachen (außer vielleicht Deutsch) hast du aktuelle Zertifikate vorliegen, die dein vorhandenes Sprachniveau aufzeigen?


Ich habe das Problem, dass ich nicht weiß in welchem Berufsfeld ich meine Fähigkeiten einsetzen kann... Jeder sagt zu mir "Hey, Flughafen wäre doch was tolles" und ja, im Flughafen habe ich mich auch beworben.

Dann musst du dich mehr informieren, wirklich Informationsmaterial sammeln, zu Behörden und Unternehmen hingehen (Informationstage, telefonieren). In einer Großstadt gibt es so viele unterschiedliche Jobs. Als einziger Flughafen-Job kann einem doch nicht nur Bodenstewardess einfallen. Ich denke, das könnte eines der Probleme sein: du hast nicht so den wirtschaftlichen/beruflichen Überblick in deiner Region, aus welchen Gründen auch immer. Wie sieht es denn in deinem Familien- und Bekanntenkreis aus, haben die auch solche "Probleme" bei der Jobsuche?

Neulich dachte ich an ein Fernstudium über ILS o.Ä., aber als ich mir dann die Preise anschaute (3.000,-EUR aufwärts), ist der Traum meine Wissenslücken zu füllen sowieso ganz schnell zerplatzt.

Es ist ja auch die Frage, was für Aufgaben du erledigen willst, damit du nicht unterfordert bist. Daher wäre eine zusätzliche kaufmännische Ausbildung schon wichtig gewesen. Nur weil die Industriekauffrau-Ausbildung bei einem AG nicht deinen Ansprüchen gerecht werden konnte, heißt das ja nicht, dass dies bei anderen AG auch so ist. Es wäre vielleicht besser gewesen, den Ausbildungsbetrieb zu wechseln.

Und auch wenn du vom Lebensstandard schreibst, solltest du ernsthaft in Erwägung ziehen, eine kaufmännische Ausbildung oder ein duales Studium zu absolvieren. Dafür bist du noch längst nicht zu alt.

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Hazel-Rah
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Re: Ich weiß nicht, wer ich bin.... Jobsuche!

Beitrag von Hazel-Rah » 30.09.2015, 13:09

camaleonica hat geschrieben:Ich bin eigentlich gelernte Fremdsprachensekretärin (schulische Ausbildung zur kaufmännischen Sekretärin für das Fremdsprachensekretariat), habe 2 Monate lang in Frankreich ein Praktikum absolviert und seit meinem Abschluss 2006 habe ich in vielen, vielen, vielen verschiedenen Unternehmen in diversen Positionen gearbeitet. Angefangen habe ich als Sachbearbeiterin über Manpower bei einer Bank, dies ging über zu einer Gebäudereinigungsfirma als einfache Sekretärin, ich war als Sekretärin in diversen Baufirmen, in 2 Anwaltskanzleien war ich auch zB im Back-Office, in einem Architektenbüro habe ich Monate lang nur Zahlen eingetippt und aktuell bin ich bei einem Automobilhersteller am Empfang.
Wieso denn gleich nach Abschluss der Berufsausbildung Sachbearbeiter?
Gab es da eine existenzielle Not? Zeitdruck?
Danach nur abwärts. Wofür hast du die Ausbildung gemacht?
Kauffrau für Bürokommunikation hätte es getan und selbst da gibt es Positionen, die nicht langweilig sind. Und man kann sich mit einem Fachwirt spezialisieren.
Hast du in der Ausbildung kein Bewerbungstraining erhalten?
Dein Marktwert war sicher mal höher als er es jetzt ist - als Fremdsprachensekretärin. Aber es ist nicht ausgeschlossen....
camaleonica hat geschrieben:2 abgebrochene Ausbildungen habe ich auch: Industriekauffrau und Personaldienstleistungskauffrau.
Ist das nicht ein bisschen planlos?
Wichtig ist doch die Kauffrau - kaufmännisches Rechnungswesen, etc.
Der Rest sind Spezialisierungen, die du ohne Langeweile in einem IHK-Kurs hättest erreichen können, mit Zertifikat.
camaleonica hat geschrieben:In vielen Büros hatte ich super Kollegen, es war ein tolles Arbeitsklima, so wie jetzt auch. Aber die Arbeiten machen mich einfach "dumm". Ich bin oft sehr, sehr, seeeeehr unterfordert, was mich langweilt und zur Folge hat, dass ich spätestens nach der Probezeit total frustriert bin.
Dann solltest du es noch mal mit FREMDSPRACHENSEKRETÄRIN probieren:
TheGuide hat geschrieben:Aber im Fremdsprachensekretariat gibt es doch an und für sich stellen?
Das ist so!
Ich spreche aus Erfahrung: Ich bin staatlich geprüfte Übersetzerin und nach dem Staatsexamen auch erst mal im Altenheim gelandet.
Ich blicke jetzt auf sieben Jahre Berufserfahrung als Quereinsteiger in das Office Management zurück und muss mich momentan auch bewerben.
Ich habe inzwischen eine einigermaßen klare Vorstellung davon, was ich will und was ich kann.
camaleonica hat geschrieben:Während meiner bisherigen Berufserfahrung habe ich natürlich gelernt dieses "Problem" anzusprechen. Oftmals besserte sich die Situation dann für mich, aber dies war nur von kurzer Dauer.
Weil die Stellenbeschreibung, die halt nun mal erfüllt werden soll, mit deinen Ansprüchen kollidieren. In einer Facility-Firma oder einem kleinen oder mittelständischen Bauunternehmen werden Fremdsprachenkenntnisse eher einfach nicht gebraucht.
camaleonica hat geschrieben:Ich arbeite eben sehr gerne mit Menschen und am liebsten würde ich einer meiner 5 (Fremd-)Sprachen anwenden. Ich bin nur so unkreativ was das Bewerben angeht. Versteht mich nicht falsch, meine Bewerbungen sind, wie ich finde, ganz ok. Nur weiß ich nicht, was ich mit meinen Sprachen anfangen kann.
*hüstel*
Wenn deine Bewerbungen ganz okay sein sollen, du als ausgebildete Fremdsprachensekretärin aber nicht weißt, was du mit deinen Sprachen anfangen kannst, dann sehe ich da Diskussionsbedarf.
camaleonica hat geschrieben:Ich habe das Problem, dass ich nicht weiß in welchem Berufsfeld ich meine Fähigkeiten einsetzen kann... Jeder sagt zu mir "Hey, Flughafen wäre doch was tolles" und ja, im Flughafen habe ich mich auch beworben. Aber der Verdienst ist ja ein Witz. Mit 28 ist es eben auch so, dass man einen gewissen Standard lebt. Ich brauche nicht viel Geld, aber der Mindestlohn von 8,- EUR sollte doch schon drin sein, oder? (Dies ist der Verdienst in FFM bei einer Bodenstewardess)
Bodenstewardess? Das wird ja immer besser.
Wenn der Grund für deine häufigen Wechsel Langeweile ist - was glaubst du, wie umfangreich das Vokabular einer Bodenstewardess am Check-In-Schalter sein muss? Auch nettes internationales Geplänkel wirst du wohl kaum erfahren. Ich kann mir nichts Öderes vorstellen....
camaleonica hat geschrieben:Gerne lerne ich immer neues dazu, mache Knigge-Kurse, kaufe mir DVD's und lerne Sprachen, besuche diverse Seminare auf Arbeit damit ich schön alle Zertifikate habe. Neben meinem Realschulabschluss habe ich sogar einen portugiesischen Schulabschluss absolviert (lief 10 Jahre neben dem Deutschen Abschluss).
Bisher bin ich ohne Knigge-Kurs ganz gut zurecht gekommen, trotz Unterschichtenherkunft. Alles nicht so schlimm. Was ich mir schon für Fauxpas geleistet habe LOL
Die Wenigsten machen deine Fähigkeiten und dein Engagement an falsch gelernter Grammatik fest.
Ich bin Übersetzerin. Richtig Glück hatte ich mit der ersten Stelle als Office Managerin mit Schwerpunkt Rechnungswesen.
Ich hatte eine gute Einarbeitung und mir dann und wann etwas zusammen gegoogelt - Haufe ist gut. Ich habe kein 'Zertifikat', das mich als Kauffrau qualifiziert. Habe ich seitdem auch nicht gebraucht.
camaleonica hat geschrieben:Wenn ich mich dann zB im Tourismusbereich bewerbe, muss ich Programm X schon können, am besten gelernte Reiseverkehrskauffrau sein und mit meinen 28 Jahren schon 20 Jahre Berufserfahrung haben.
Der Tourismusbereich ist tatsächlich fremdsprachenlasig. Das klingt schon eher nach einem Plan.
Was interessiert dich an der Tourismusbranche?
War neue Software bisher für dich ein Problem?
camaleonica hat geschrieben:Ich bin richtig traurig über meine Situation, denn ich weiß nicht, wohin mit mir. In den letzten 9 Jahren hatte ich 8 verschiedene Arbeitgeber. Meinen Lebenslauf kann man mittlerweile nicht mehr ernst nehmen. Oft werde ich auch auf meinen ständigen Berufswechsel angesprochen und so langsam kann ich das alles gar nicht mehr begründen.
Ist auch schwer zu begründen bzw. zu verstehen.
Du begründest hauptsächlich mit Langeweile, hast dich aber von Anfang an unter Wert verkauft und bist so in so einen Teufelskreis aus Frustration und Selbstwertproblemen geraten.

Glaub mir, meine 'Berufsfindungsphase' hat auch sehr lange gedauert. Stolpere manchmal immer noch wie der Simplicissimus in allerhand Abenteuer.
Vielleicht trete ich dir zu nahe, vielleicht bis du verärgert. Das ist nicht meine Absicht. Ich hoffe, einen Denkanstoß geben zu können.

Du hast eine kaufmännische Ausbildung und Fremdsprachenkenntnisse, die du offensichtlich pflegst. Wie prädestiniert für den Beruf der Fremdsprachensekretärin. Kann es zufälligerweise sein, dass du gar Fremdsprachensekretärin bist?

Vielleicht stellst du dir mal dein Wunschphantasiearbeitsplatz vor und überlegst, mit welchen Fähigkeiten, Kenntnissen und mit welcher Motivation du dich dort bewerben würdest.
Deinen Lebenslauf als erste Hürde - der wird nämlich in der Regel zuerst gelesen - müsstest du natürlich so gestalten, vielleicht irgendwie thematisch zusammen gefasst, dass nicht die häufigen Wechsel sondern deine Kenntnisse - etwa von relationalen Datenbanken - hervor gehoben werden.
camaleonica hat geschrieben:Alles, wirklich ALLES kostet Geld. Man will lernen, Fortbildungen machen und, und, und... und muss ganz tief in die Tasche greifen. Die Faulenzer, die bei der ARGE selbst zu den Nachmittagsterminen zu spät kommen, bekommen alles an Fortbildungen und Seminaren bezahlt. Wer zahlt es? Ich blöde Steuerzahlerin... Finanziere das Leben andere und kann mir meins nicht leisten.
Ich habe die AfA proaktiv um eine Weiterbildung gebeten, wollte das IHK-Zertifikat für die Kauffrau für Büromanagement erwerben.
Der Maßnahmenträger ist genauso chaotisch wie AfA und JobCenter selbst.
Ernsthaft: Wenn ich so arbeiten würde?!?
Es macht keinen Spaß, in den Mühlen dieser Institutionen zu landen.
Ich kenne das Milieu recht gut und bin auch kein Fan von "Wer lauter heult, hat Recht", aber deine Aussage ist völlig unreflektiert und Jammern auf hohem Niveau.
Wir leben in einer Solidargemeinschaft, was ich persönlich begrüße, wenngleich ich Verbesserungsbedarf sehe - eher in Richtung Effizienz. Ein bisschen ökonomisches Denken hat noch nie geschadet.

camaleonica
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Beitrag von camaleonica » 05.10.2015, 10:39

Hallo in die Runde und einen guten Morgen!

Vielen lieben Dank für eure Antworten und die Mühe, die ihr euch damit gemacht habt. Meine verzögerte Rückmeldung hier ruht auf eine „Auszeit“ die ich mir genommen habe, um mir Gedanken über meine aktuelle „Situation“ zu machen.
Hazel-Rah hat geschrieben:Ist auch schwer zu begründen bzw. zu verstehen.
Du begründest hauptsächlich mit Langeweile, hast dich aber von Anfang an unter Wert verkauft und bist so in so einen Teufelskreis aus Frustration und Selbstwertproblemen geraten.
Ja, es ist in der Tat so und das weiß ich auch! Auch in dem Punkt betreffend meinem „Gejammere auf hohem Niveau“ liegst du richtig, aber im Moment ist das eben das Einfachste.

Ich schaue permanent im Internet nach neuen Stellen, aber keine Stelle spricht mich irgendwie an. Ständig denke ich mir „Ok, da musst du wieder dies, das, jenes machen & das liegt dir doch gar nicht!“ und bin gleich wieder frustriert.

Erst am Wochenende habe ich mit meiner Schwiegermama diskutiert (gelernte Friseusin, aber noch nie in ihrem Leben in dieser Position Vollzeit gearbeitet). Sie meinte, ich solle nach dem Motto „Augen zu und durch“ leben, denn sie habe auch 8 Jahre lang etwas gemacht, was ihr keinen Spaß machte (Produktionsmitarbeiterin am Fließband). Ich fand es irgendwie unfair, dass sie meine Ausbildung mit ihrer verglichen hat. Ich argumentiere immer mit „Ich habe keine 5 Sprachen gelernt damit meine tägliche Herausforderung die Taxibestellung ist“, woraufhin ich mir anhören muss, dass keinen interessiert, dass ich 5 Sprachen kann.

Zugegeben: dieser Gedanke „Ich mache nicht xy wenn ich 5 Sprachen kann“ ist schon sehr, sehr arrogant und sitzt zu fest in mir. Manchmal merke ich selbst, dass ich zu verbissen an diesem Gedanken hänge.
Hazel-Rah hat geschrieben: Wieso denn gleich nach Abschluss der Berufsausbildung Sachbearbeiter?
Gab es da eine existenzielle Not? Zeitdruck? .
Ich musste zuhause Miete zahlen (Eltern haben Haus gekauft). Mit Mühe und Not konnte ich meine Eltern überreden überhaupt 2,5 Jahre lang eine schulische Ausbildung machen zu dürfen (da bekommt man ja kein Geld, da zahlt man drauf! Kopiergeld zB, Auslandspraktikum [...]). Danach musste Geld her. Das ist der Grund!
Hazel-Rah hat geschrieben: Danach nur abwärts. Wofür hast du die Ausbildung gemacht?
Kauffrau für Bürokommunikation hätte es getan und selbst da gibt es Positionen, die nicht langweilig sind. Und man kann sich mit einem Fachwirt spezialisieren.
Hast du in der Ausbildung kein Bewerbungstraining erhalten?
Dein Marktwert war sicher mal höher als er es jetzt ist - als Fremdsprachensekretärin. Aber es ist nicht ausgeschlossen.... .
Ich habe diese Ausbildung gemacht, weil ich Sprachen liebe. Ich übersetze gerne. Aber eben nicht so, dass ich stur Dokumente übersetze. Ich brauche eben das Menschliche, helfe gerne weiter, verhandle vielleicht auch.
Hazel-Rah hat geschrieben: 2 abgebrochene Ausbildungen habe ich auch: Industriekauffrau und Personaldienstleistungskauffrau.
Ich gebe zu, dass das sehr planlos war. Mein Gedanke dahinter war eben immer, dass ich so blöde Jobs hatte, mich unterforder gefühlt hatte und eigentlich immer neu dazu lernen wollte. Ich bin immer sehr gerne zur Schule gegangen! Gescheitert bin ich dann immer an den Betrieben. Bzw. bei der 2. Abgebrochenen Ausbildung ist das Unternehmen in eine andere Stadt gezogen, wollte dort Fuß fassen und hat sich dann „aufgelöst“. Das Unternehmen gibt es seit 2010 nicht mehr.
Hazel-Rah hat geschrieben: Dann solltest du es noch mal mit FREMDSPRACHENSEKRETÄRIN probieren
Danke für den Tipp, darauf wäre ich nie gekommen :-) Nach meiner Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin habe ich mich auch in diversen Unternehmen als Fremdsprachensekretärin beworben. Ich erinnere mich, dass ich um die 60 Bewerbungen verschickt hatte und entweder gar keine Antworten erhielt, oder nur Absagen. Wenn ich dann mal eingeladen wurde, sagte man mir, ich habe keine Berufspraxis, da es „nur eine schulische Ausbildung war“. Irgendwann bewirbt man sich eben bei Zeitarbeitfirmen / Personalüberlassungsunternehmen und die vermitteln ja nun wirklich alles und überall hin. Ich habe mal 3 Monate lang (befristeter Einsatz über Zeitarbeit) ein Archiv für ein kleines Unternehmen aufgeräumt und Dokumente geschreddert – 40 Stunden / Woche!! Behalten wir im Kopf, dass ich zuhause Geld abgeben musste, musste ich ja nehmen was kommt. Ständig hatte ich jemanden im Nacken.

Heute wenn ich eine Stelle als Fremdsprachensekretärin sehe, studiere ich diese sehr ausführlich. Meine Angst ist, dass ich als Fremdsprachensek. reine Übersetzungen mache – im Back Office. Die meisten Stellen klingen ja auch danach! Ich trau‘ mich schon gar nicht, mich dort zu bewerben!

Und wie ich ja jetzt zum x-ten Mal lernen durfte, werden einem im Vorstellungsgespräch immer Dinge versprochen, die sowieso nicht eingehalten werden! Aktuell habe ich große Probleme mit meinem Arbeitgeber, weil ich im Vorstellungsgespräch ganz klar gesagt habe, dass ich keine Akquise machen möchte, sie aber jetzt trotzdem machen MUSS. Ich fühle mich auf ganzer Linie einfach nur belogen und ver*rscht!! Mir wurde auch bereits mit „Konsequenzen“ gedroht, falls ich dies nicht tun sollte…
Hazel-Rah hat geschrieben:
TheGuide hat geschrieben:Aber im Fremdsprachensekretariat gibt es doch an und für sich stellen?
Das ist so!

Ach ja? Dann her mit den Stellen! Ich wohne in der Nähe von FFM!
Hazel-Rah hat geschrieben: *hüstel*
Wenn deine Bewerbungen ganz okay sein sollen, du als ausgebildete Fremdsprachensekretärin aber nicht weißt, was du mit deinen Sprachen anfangen kannst, dann sehe ich da Diskussionsbedarf.
Ach Hazel-Rah, ich gebe zu: ich bin so demotiviert, dass ich mir schon gar keine richtige Mühe mehr gebe! Ich bewerbe mich einfach IRGENDWO… als IRGENDWAS… in der Hoffnung, dass ich dieses Mal vielleicht nicht ganz verdumme & ich größere Herausforderungen bekomme, als die Küche sauber zu halten oder Bleistifte zu bestellen!
Hazel-Rah hat geschrieben: Ich bin Übersetzerin. Richtig Glück hatte ich mit der ersten Stelle als Office Managerin mit Schwerpunkt Rechnungswesen.
Vielleicht fehlt mir auch einfach das: das Quäntchen Glück.
Hazel-Rah hat geschrieben: Der Tourismusbereich ist tatsächlich fremdsprachenlasig. Das klingt schon eher nach einem Plan.
Was interessiert dich an der Tourismusbranche?
War neue Software bisher für dich ein Problem?
Ich muss gestehen, dass dank meinem aktuellen Frustrations-Tief mir so gar nichts Spaß macht, mir nichts gefällt und ich auch gar keine Vorstellungen darüber habe, was ich so wirklich will. Ich habe permanent nur im Kopf, dass ich hier an diesem Arbeitsplatz wieder belogen wurde, unterfordert bin und ich zum x-ten Mal den Arbeitgeber wechsle. Ich habe schon gar keine Ahnung mehr, wie ich dies in meinem Lebenslauf / Anschreiben / Vorstellungsgespräch „vorteilhaft“ verpacken kann!

Außerdem wäre ich immer bereit neue Programme zu lernen, ich gehe gerne auch auf Seminare oder Schulungen, das ist absolut kein Problem. Doch erwähnt dies jeder 2. In seiner Bewerbung, wieso sollte man dann MIR glauben?
Hazel-Rah hat geschrieben: Kann es zufälligerweise sein, dass du gar Fremdsprachensekretärin bist?
Wie darf ich das verstehen? Meinst du damit, dass ich zwar ausgebildete Fremdsprachensekretärin bin, aber nicht wirklich eine bin? Also quasi, dass ich die falsche Ausbildung gemacht habe? Glaub‘ mir, daran habe ich auch schon oft gedacht… wie oft höre ich, dass Freundinnen, Bekannte, Bekannte von Bekannten XY gelernt haben und heute einen „spaßigen“ Job haben und gutes Geld verdienen.
Hazel-Rah hat geschrieben: Vielleicht stellst du dir mal dein Wunschphantasiearbeitsplatz vor und überlegst, mit welchen Fähigkeiten, Kenntnissen und mit welcher Motivation du dich dort bewerben würdest.
Ich weiß genau, wie mein Wunschphantasiearbeitsplatz aussieht: ich arbeite für ein mittelgroßes / oder großes internationales Unternehmen in einem eigenen Büro, in dem vielleicht noch 2-3 andere sitzen. Mit diesen 2-3 anderen erledige ich u.A. administrative Aufgaben, vielleicht aufgeteilt nach Ländern?! Ich habe sowohl telefonischen, als auch persönlichen Kontakt zu unseren Kunden und kann 4 meiner gelernten Fremdsprachen anwenden. Ich verkaufe aktiv nichts – ich plane und organisiere. Vielleicht Events? Ich entscheide über Locations, über Partnerunternehmen, Franchaising-Unternehmen etc. Ich bereite einfach Event X vor. Ich recherchiere, erstelle Angebote und feile diese dann nach Kundenwunsch aus. Der Kunde steht im Focus, ich bin in ständigem Kontakt mit ihm. Ich plane Personal, Fahrzeuge, Catering und, und, und. Vor dem Event, ist nach dem Event: ich erledige auch die Nacharbeit. Stelle Rechnungen, kontrolliere vielleicht Rechnungen, hole mir Feedbacks usw. Meinen eigenen Kundenstamm habe ich übrigens auch :-)
Und in meiner ganz, ganz, ganz großen Phantasie fliege ich im Jahr 3-4 à maximal 1 Wöchelchen zu Kunden nach Portugal / Frankreich, verdiene ein Arsch voll Geld und habe Gleitzeit :-) (man wird doch wohl träumen dürfen!!)
Hazel-Rah hat geschrieben: Vielleicht trete ich dir zu nahe, vielleicht bis du verärgert. Das ist nicht meine Absicht. Ich hoffe, einen Denkanstoß geben zu können.
Nein, das hast du nicht. Ich brauche oft so „Denkanstöße“, bei uns sagt man „einen Tritt in den Hintern“, damit ich wieder hoch komme. Es war schon immer so, dass ich mich anscheinend „unter Wert“ verkaufe, aber wie soll ich auch wissen, wie viel ich oder meine Fähigkeiten Wert sind, wenn wir uns anhören müssen „Augen zu und durch“, „hör auf zu jammern“, oder „es interessiert niemanden das du 5 Sprachen kannst“.

Romanum hat geschrieben:Wenn dir das jetzt schon oft passiert ist, hast du denn nicht mal darüber nachgedacht, warum das so ist bzw. wie du das verhindern kannst? Bspw. durch die Auswahl der Arbeitgeber bzw. die "richtigen" Fragen im Vorstellungsgespräch, so dass du auch selbst konkret nachfragst. Denn viele AG beschreiben sich und die Aufgaben natürlich mit blumigen Worten; auch wenn dahinter nicht viel steckt.
Dazu habe ich weiter oben geantwortet.
Romanum hat geschrieben: Zu all' diesen Sprachen (außer vielleicht Deutsch) hast du aktuelle Zertifikate vorliegen, die dein vorhandenes Sprachniveau aufzeigen?
Ich habe mein Ausbildungszeugnis mit Noten, meine (Auslands-) Praktikumsbewertung und ein portugiesisches Schulzeugnis (offiziell auf Deutsch übersetzt).
Romanum hat geschrieben:Dann musst du dich mehr informieren, wirklich Informationsmaterial sammeln, zu Behörden und Unternehmen hingehen (Informationstage, telefonieren). In einer Großstadt gibt es so viele unterschiedliche Jobs. Als einziger Flughafen-Job kann einem doch nicht nur Bodenstewardess einfallen. Ich denke, das könnte eines der Probleme sein: du hast nicht so den wirtschaftlichen/beruflichen Überblick in deiner Region, aus welchen Gründen auch immer.
Das habe ich nicht erwähnt, da ich dachte das sei nicht relevant. Ich bin erst vor genau einem Jahr hier in die Großstadt gezogen, ich kenne mich hier wirklich nicht aus. Das einzige was ich dann „kennen lerne“ sind eben die Stellenanzeigen die ich finde.

Heute ist meine Laune wieder so tief im Keller: mein Kollege hat Urlaub und ich langweile mich mehr als sonst...ich sitze alleine am Empfang und mache –nichts- von 7.30Uhr bis 17.00 Uhr ohne Pause (es gibt ja keine Urlaubsvertretung). Willkommen in meiner Welt….

Kann ich nicht einfach so sein wie die Mehrheit meiner Familie? Einfach irgendeinen ungelernten Job machen, dafür sehr gutes Geld verdienen & die Fresse halten!? Ich wäre auch gerne so!!! Dann hätte ich mir auch jede Menge Ärger wegen meiner schulischen Ausbildung erspart!

Das Gejammere musste eben einfach sein! :lol:

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Hazel-Rah
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Beitrag von Hazel-Rah » 05.10.2015, 12:07

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Lass dich mal drücken, du Mäuschen Bild

Ich versteh' dich schon. Manchmal muss man einfach jammern :-)
camaleonica hat geschrieben: Erst am Wochenende habe ich mit meiner Schwiegermama diskutiert (gelernte Friseusin, aber noch nie in ihrem Leben in dieser Position Vollzeit gearbeitet). Sie meinte, ich solle nach dem Motto „Augen zu und durch“ leben, denn sie habe auch 8 Jahre lang etwas gemacht, was ihr keinen Spaß machte (Produktionsmitarbeiterin am Fließband). Ich fand es irgendwie unfair, dass sie meine Ausbildung mit ihrer verglichen hat. Ich argumentiere immer mit „Ich habe keine 5 Sprachen gelernt damit meine tägliche Herausforderung die Taxibestellung ist“, woraufhin ich mir anhören muss, dass keinen interessiert, dass ich 5 Sprachen kann.
Solche Diskussionen kannst du dir sparen, das ist nur Energieverschwendung.
Verabschiede dich von den Wertvorstellungen Anderer.
camaleonica hat geschrieben:Zugegeben: dieser Gedanke „Ich mache nicht xy wenn ich 5 Sprachen kann“ ist schon sehr, sehr arrogant und sitzt zu fest in mir. Manchmal merke ich selbst, dass ich zu verbissen an diesem Gedanken hänge.
Er scheint ja (leider) nicht so fest zu sitzen, dass du danach handeln würdest.
Als ich nach dem Staatsexamen erst mal als Schwesternhelferin im Altenheim arbeitete, fand ich das auch nicht so prickelnd, wobei mir die Arbeit an sich Spaß gemacht hat.
Durch viel Glück stehe ich heute so da, dass ich mir sage, dass ich nun wirklich nicht mehr jeden Scheiß mitmachen muss, egal was die Arbeitsagentur oder meine Schwiegermama denkt.

camaleonica hat geschrieben:Ich musste zuhause Miete zahlen (Eltern haben Haus gekauft). Mit Mühe und Not konnte ich meine Eltern überreden überhaupt 2,5 Jahre lang eine schulische Ausbildung machen zu dürfen (da bekommt man ja kein Geld, da zahlt man drauf! Kopiergeld zB, Auslandspraktikum [...]). Danach musste Geld her. Das ist der Grund!
Bei mir Privatschule, wegen örtlicher Unflexibilität, ohne zu Hause zu wohnen, selbst finanziert durch BaföG und Nebenjobs. Ich bin dieses Jahr mit der BaföG-Rückzahlung fertig geworden *freu*
Tja, und dann: Sozialhilfe mit verplfichtendem Küchendienst oder im Altenheim bewerben...
Alles nicht schön.
camaleonica hat geschrieben: Behalten wir im Kopf, dass ich zuhause Geld abgeben musste, musste ich ja nehmen was kommt. Ständig hatte ich jemanden im Nacken.
Nach meiner Flucht nach Berlin ging mir das so. Mein Mitbewohner hat mir (nach Unterzeichnung des Untermietvertrags) unmissverständlich klar gemacht, dass er eine Hartz-IV-Empfängerin nicht duldet.
Das Resultat war eine Scheinselbsständigkeit in einem Unternehmen, in dem nicht gearbeitet wurde.
camaleonica hat geschrieben:Heute wenn ich eine Stelle als Fremdsprachensekretärin sehe, studiere ich diese sehr ausführlich. Meine Angst ist, dass ich als Fremdsprachensek. reine Übersetzungen mache – im Back Office. Die meisten Stellen klingen ja auch danach! Ich trau‘ mich schon gar nicht, mich dort zu bewerben!
Ist mir bisher nur ein mal passiert, dass sich eine Fremdsprachenstelle als Übersetzerstelle entpuppt hat. Leider habe ich das Vorstellungsgespräch aufgrund dieses Missverständnisses vergeigt.
Hehe - wenn du mir verrätst, wie man solche Stellen findet, wäre ich dir sehr verbunden Bild
camaleonica hat geschrieben: Ach Hazel-Rah, ich gebe zu: ich bin so demotiviert, dass ich mir schon gar keine richtige Mühe mehr gebe! Ich bewerbe mich einfach IRGENDWO… als IRGENDWAS… in der Hoffnung, dass ich dieses Mal vielleicht nicht ganz verdumme & ich größere Herausforderungen bekomme, als die Küche sauber zu halten oder Bleistifte zu bestellen!
Vorschlag: Nimm deine ersten Bewerbungen nach der Ausbildung, wo du noch mit deinen schulisch erworbernen Kenntnissen argumentierst - kann man Fremdsprachensekretär anders als schulisch lernen? - und betrachte diese als Arbeitsgrundlage.
camaleonica hat geschrieben: Vielleicht fehlt mir auch einfach das: das Quäntchen Glück.
Ja, bestimmt. Etwas Glück braucht man immer.
Man kann der Wahrscheinlichket des Eintreffens eines Glücksfalls aber nachhelfen. Bei mir war eine Initiativbewerbung ausschlaggebend.
camaleonica hat geschrieben: Ich weiß genau, wie mein Wunschphantasiearbeitsplatz aussieht: ich arbeite für ein mittelgroßes / oder großes internationales Unternehmen in einem eigenen Büro, in dem vielleicht noch 2-3 andere sitzen. Mit diesen 2-3 anderen erledige ich u.A. administrative Aufgaben, vielleicht aufgeteilt nach Ländern?! Ich habe sowohl telefonischen, als auch persönlichen Kontakt zu unseren Kunden und kann 4 meiner gelernten Fremdsprachen anwenden. Ich verkaufe aktiv nichts – ich plane und organisiere. Vielleicht Events? Ich entscheide über Locations, über Partnerunternehmen, Franchaising-Unternehmen etc. Ich bereite einfach Event X vor. Ich recherchiere, erstelle Angebote und feile diese dann nach Kundenwunsch aus. Der Kunde steht im Focus, ich bin in ständigem Kontakt mit ihm. Ich plane Personal, Fahrzeuge, Catering und, und, und. Vor dem Event, ist nach dem Event: ich erledige auch die Nacharbeit. Stelle Rechnungen, kontrolliere vielleicht Rechnungen, hole mir Feedbacks usw. Meinen eigenen Kundenstamm habe ich übrigens auch :-)
Phantastisch! Da steckt doch ganz viel drin.
Alles wirst du nicht unter einen Hut bringen können.
Je nach konkretem Stellenangebot würde ich Schwerpunkte setzen:
- Administration
- Marketing
- Rechnungswesen
- HR-Support
Vergiss nicht: Du bist kein General Manager. ...noch nicht Bild

camaleonica hat geschrieben:Und in meiner ganz, ganz, ganz großen Phantasie fliege ich im Jahr 3-4 à maximal 1 Wöchelchen zu Kunden nach Portugal / Frankreich, verdiene ein Arsch voll Geld und habe Gleitzeit :-) (man wird doch wohl träumen dürfen!!)
Hehe Bild
camaleonica hat geschrieben:
Romanum hat geschrieben:Dann musst du dich mehr informieren, wirklich Informationsmaterial sammeln, zu Behörden und Unternehmen hingehen (Informationstage, telefonieren). In einer Großstadt gibt es so viele unterschiedliche Jobs. Als einziger Flughafen-Job kann einem doch nicht nur Bodenstewardess einfallen. Ich denke, das könnte eines der Probleme sein: du hast nicht so den wirtschaftlichen/beruflichen Überblick in deiner Region, aus welchen Gründen auch immer.
Oder den soziologischen Überblick.
Als ich so wenig zu tun hatte, wollte ich mich bei Arbeiterkind ev. engagieren.
Hätte mir in der Ausbildung auch geholfen, wenn ich gewusst hätte, dass meine Mutter mir das Kindergeld hätte überweisen müssen. Na ja.
Ansonsten: Nicht mein Verein!
Eine solche Hybris - Ich bin aber Vollakademiker, mäh! - kenne ich von meinen Kollegen mit bildungsbürgerlichem Hintergrund überhaupt nicht.

camaleonica hat geschrieben:Kann ich nicht einfach so sein wie die Mehrheit meiner Familie? Einfach irgendeinen ungelernten Job machen, dafür sehr gutes Geld verdienen & die Fresse halten!? Ich wäre auch gerne so!!! Dann hätte ich mir auch jede Menge Ärger wegen meiner schulischen Ausbildung erspart!
Ich weiß nicht, ob Friseure sehr gutes Geld verdienen.
Mein kleiner Bruder - der ist der Hammer -, der verdient gutes Geld. Hat mich längst abgehängt.
Ist seit fünf Jahren mit Hauptschulabschluss und ohne Berufsausbildung als Monteur selbstständig, mit seinem eigenen kleinen Team.
Der Typ - ich liebe ihn! - kriegt keinen deutschen Satz raus. War in unserem Gheotto immer mit den 'Kanaken' (O-Ton mein Bruder) unterwegs und wird auf der Baustelle häufig gefragt, wo er denn herkäme....
Street Credibility - der Raubauke war in jeder Gang Chef, ... Alter!

Fand das auch immer gemein. Kenne ein paar Schwarzarbeiter, Möbelpacker etc.
An die Branche, die für eine Frau eine vergleichbare Einkommenshöhe verspricht, möchte ich lieber nicht denken.

Aber: Das ist nun mal so und zumindest den Muskelaufbau werden wir nicht irgendwie gleichstellen können, nicht wahr?

Also: auf die Wertvorstellungen deiner Familie pfeifen und die SPIELREGELN der Mehrheit lernen.

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Hazel-Rah
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Beitrag von Hazel-Rah » 05.10.2015, 12:31

Noch ein Gedanke:

DIE DEUTUNGSHOHEIT ÜBER DEIN LEBEN HAST DU! NIEMAND SONST!

camaleonica
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Beitrag von camaleonica » 05.10.2015, 14:19

Danke für deine lieben Worte Hazel-Rah!

Meinst du, ich wäre in einem Hotel glücklich?
Meine beste Freundin arbeitet in einem Hotel und sie möchte mich unbedingt bei sich am Empfang unterbringen. Sie sagt, dass man nicht zwangsläufig Schichten arbeiten muss (das möchte ich nicht), das man gut verdient und das es auf jeden Fall Aufstiegsmöglichkeiten gibt (das ist mir wichtig, die habe ich in meinem aktuellen Job nicht!) Außerdem würde man dort viele Sprachen brauchen. (Jaaaa...damit lockt sie mich :))

Aber das wäre doch kaum was anderes wie Bodenstewardess, oder?

Es gibt eine Stelle, dich mich sehr reizt und am liebsten würde ich eine mega Bewerbung schreiben, die jeden vom Hocker haut, denn diese Stelle klingt so toll!!!

Allerdings erfülle ich kaum deren Anforderungen, denn gesucht wird eine Veranstaltungskauffrau. Ich könnte jetzt sofort losweinen.....


Hier mal die Stellenausschreibung:
INFO VORAB: ist ein Konzertveranstalter
Ihre Aufgaben:
• Bearbeitung von Bestellungen für Business-Seats sowie Beratung unserer VIP-Kunden bei allen auftretenden Fragen rund um Ticketbestellungen
• Betreuung und Beratung unserer VIP-Kunden bei allen organisatorischen Fragen im Rahmen der Veranstaltungen
• Vorbereitung des Business-Bereichs
• Erstellung veranstaltungsrelevanter Informationen für unsere VIP-Kunden (z.B. Logenplan)
• Saisonvorbereitende Tätigkeiten für den VIP-Bereich
• Bearbeitung von Ticketanfragen
• Sonstige administrative Tätigkeiten im Bereich Marketing

Ihr Profil:
• Erfolgreich abgeschlossene kaufmännische und/oder betriebswirtschaftliche Ausbildung mit Schwerpunkt Marketing, Eventmanagement oder vergleichbare Qualifikation
• Positionsrelevante Berufserfahrung
• Eigenständige, strukturierte und ergebnisorientierte Arbeitsweise
• Ausgeprägte Kunden- und Serviceorientierung
• Kommunikationsstärke, Teamgeist und Flexibilität
• Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift, weitere Sprachkenntnisse von Vorteil
• Sicherer Umgang mit Microsoft-Office-Anwendungen
• Praxiserfahrung mit einem Ticketing-System von Vorteil
Meinst du ich hätte eine minimale Chance?
Sollte ich vorher dort anrufen und vielleicht fragen, wie die Chancen einer Fremdsprachensekretärin für diese Position sind? Wahrscheinlich gen 0, denn es wird ja keine Fremdsprachensekretärin gesucht... :(

Ich habe so große Angst davor, eine Bewerbung zu dieser Stelle zu schreiben....

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zicke24
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Beitrag von zicke24 » 05.10.2015, 14:46

Das sit schon ein wenig schwierig, aber die Frage die ich mir stelle ist ob es denn generell einen für dich perfekten Job gibt oder du immer und überall etwas Schlechtes siehst und gewillt bist zu gehen.
Eine gewisse Routine gibt es in jedem Job und damit musst du klarkommen.

Was könnte für dich in Frage komemn? Mir fallen da spontan Übersetzungsagenturen ein oder Unternehmen die größer sind und Projektkoordinatoren für diverse Länder brauchen.

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Hazel-Rah
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Beitrag von Hazel-Rah » 05.10.2015, 15:20

zicke24 hat geschrieben:Das sit schon ein wenig schwierig, aber die Frage die ich mir stelle ist ob es denn generell einen für dich perfekten Job gibt oder du immer und überall etwas Schlechtes siehst und gewillt bist zu gehen.
Eine gewisse Routine gibt es in jedem Job und damit musst du klarkommen.
Das kann ich unterstreichen.
camaleonica hat geschrieben: Hier mal die Stellenausschreibung:
INFO VORAB: ist ein Konzertveranstalter
Ihre Aufgaben:
• Bearbeitung von Bestellungen für Business-Seats sowie Beratung unserer VIP-Kunden bei allen auftretenden Fragen rund um Ticketbestellungen
• Betreuung und Beratung unserer VIP-Kunden bei allen organisatorischen Fragen im Rahmen der Veranstaltungen
• Vorbereitung des Business-Bereichs
• Erstellung veranstaltungsrelevanter Informationen für unsere VIP-Kunden (z.B. Logenplan)
• Saisonvorbereitende Tätigkeiten für den VIP-Bereich
• Bearbeitung von Ticketanfragen
• Sonstige administrative Tätigkeiten im Bereich Marketing

Ihr Profil:
• Erfolgreich abgeschlossene kaufmännische und/oder betriebswirtschaftliche Ausbildung mit Schwerpunkt Marketing, Eventmanagement oder vergleichbare Qualifikation
• Positionsrelevante Berufserfahrung
• Eigenständige, strukturierte und ergebnisorientierte Arbeitsweise
• Ausgeprägte Kunden- und Serviceorientierung
• Kommunikationsstärke, Teamgeist und Flexibilität
• Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift, weitere Sprachkenntnisse von Vorteil
• Sicherer Umgang mit Microsoft-Office-Anwendungen
• Praxiserfahrung mit einem Ticketing-System von Vorteil
Wenn du dir unter dem Anforderungsprofil einen konkreten Tagesablauf vorstellen kannst, warum nicht?
Was davon erfüllst du? Was nicht?
Welche Motivation treibt dich an, etc.?

Vielleicht muss ich das mit der Deutungshoheit näher erläutern:
Es kommt doch auf dein (!) BeWERTungssystem an, ob du dich grundsätzlich als Versager fühlst oder als grundsätzlich leistungsbereit, kämpferisch und etwas desorientiert. Sozialer Vergleich hilft da wenig.
Aus einer Perspektive, in der du dich mit dir selbst wohlfühlst, ist der Anfang vielleicht leichter.

Warum nicht Butter bei die Fische und einen ersten Entwurf ins Blaue hinein? (Bitte unter Berücksichtigung der Denkanstöße in diesem Fred).

camaleonica
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Beitrag von camaleonica » 07.10.2015, 08:42

Guten Morgen Ihr Lieben!

Seit gestern sitze ich an Bewerbung und Lebenslauf - ich bin so frustriert! Kennt ihr das: man weint, weil man so sauer auf sich selbst ist??? Im Müll landen meine Entwürfe.

Ich durchforste das ganze Internet nach Ideen, Vergleichen usw.
Hazel-Rah hat geschrieben: Es kommt doch auf dein (!) BeWERTungssystem an, ob du dich grundsätzlich als Versager fühlst oder als grundsätzlich leistungsbereit, kämpferisch und etwas desorientiert
Im Moment, ach quatsch, schon seit längerem fühle ich mich wie die absolute Versagerin! Was kann ich denn schon? Nicht einmal eine kreative Bewerbung bekomme ich irgendwie hin! Mein Lebenslauf sieht aus wie Schrott. Purer Schrott! NEIN, ich will kein Mitleid - von niemandem. Weder hier, noch sonst wo. Von Mitleid wird mein Lebenslauf auch nicht schöner, meine Bewerbung auch nicht kreativer.
Hazel-Rah hat geschrieben: Was davon erfüllst du? Was nicht?
Welche Motivation treibt dich an, etc.?
Ich erfülle sicherlich die Hälfte deren Anforderungen. Aber wer nimmt denn jemanden, der nur die Hälfte erfüllt?? Ich soll überzeugen? WIE? Ich kann mir über Nacht keine weiteren Fähigkeiten, oder eine andere Ausbildung, herzaubern. Und ansonsten bin ich eben anscheinend nur eine Durchschnittssekretärin. Gerade in FFM gibt es Sekretärinnen wie Sand am Meer!

Es war schon immer so: die Jobs die ich toll fand bzw. die Stellen die einfach super klangen, bei denen ich es mir richtig vorstellen könnte, da wurde ich nicht einmal zu einem Gespräch eingeladen. Ich kann mir den Ablauf super vorstellen: Mail öffnen - Lebenslauf kurz durchfliegen - Müll! Bei jedem einzelnen Job war das so. Also musste ich mich bisher immer mit weniger zufrieden geben.

Und so wird es immer so weiter gehen, wie ein Teufelskreis: ich mache kleine, dumme Jobs - lerne nichts dazu - gewinne keine Qualifikationen bzw. bilde mich nicht weiter - mein "Marktwert" sinkt - also mache ich nur kleine dumme Jobs - lerne nichts dazu....

Meine Mutter hat vor Jahren mal zu mir gesagt: "Es gibt Menschen, die werden einfach als Versager geboren".....

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Hazel-Rah
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Beitrag von Hazel-Rah » 07.10.2015, 10:24

Hi!

Na, das ist ja nicht konstruktiv, von produktiv garn nicht zu sprechen

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Ich bin da jetzt auch ein bisschen ratlos...

Ich habe offenbar das große Talent, aus vermeintlichen Teufelskreisen einfach auszubrechen. Habe mich selten lange mit so unproduktiven Gedankenspiralen aufgehalten, trotz schwerer psychischer Krise.
Ich bin da sicher kein Maßstab. Kenne schlimmere Fälle als deinen.

Tja, hinteher ist man immer klüger.
Rückblickend hat mir meine berechtigte Skepsis gegenüber des psychologischen Handwerks in der Sozialindustrie geholfen.
Nein - ich bin nicht 'fit genug für eine Behindertenwerkstatt'!!!

Nabelschau und 'Ich hatte eine schwere Kindheit' helfen so nicht weiter.
Auch wenn das gerne praktiziert wird.

Was ich intuitiv wohl ganz brauchbar umsetze, findet sich alles in der empirischen Psychologie, insbesondere den Kognitionswissenschaften.

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Du hast ja eigentlich keinen Zeitdruck, oder?
Hast du mal überlegt, statt in immer neue Lehrwerke in ein Coaching zu investieren?
Vielleicht gelingt es dir im persönlichen Gespräch ja besser, einen Standpunkt zu entwickeln?

camaleonica
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Beitrag von camaleonica » 07.10.2015, 14:18

Coaching? Inwiefern?
Ich würde gerne mal irgendwas "buchhalterisches" machen, habe da keinerlei Erfahrung drin. Aber die VHS bei mir bietet sowas nicht an :?: :shock:

Auf eine neue Sprache habe ich auch total Lust; hab' mich da schon zu einem VHS Kurs im Februar angemeldet. "Ewww...für was noch eine Sprache?" - damit ich nicht verdumme :cry:

Ich zeig' dir einfach mal meine letzte Bewerbung - wenig kreativ so im Nachhinein. Ich hatte nur noch den Tag Zeit eine Bewerbung abzuschicken (Bewerberfrist), also hab' ich einfach mal drauf los geschrieben. Aufgaben, Einsätze "schöner" gestaltet als sie eigentlich sind.... Andernfalls würde meine Bewerbung noch fader wirken...!

Im Übrigen: ich war vorher auf der Homepage des Unternehmens & habe mir das Firmenprofil angeschaut. Die Mitarbeiter werden dort als Karikaturen vorgestellt. Also war mein Bewerbungsfoto auch eine Karikatur von mir. Ich würde es dir ja gerne zeigen, Hazel-Rah, aber ich weiß nicht wie man hier Lebensläufe hochlädt :?:
[................]
Erst einmal muss ich raus aus dieser Bewerbungs-Depression & DANN, ja dann könnte ich vielleicht wieder kreativ tippen. Bis dahin ist diese tolle Stelle sicher weg. Schicksal.................. oder?!
Zuletzt geändert von camaleonica am 09.10.2015, 13:38, insgesamt 1-mal geändert.

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Hazel-Rah
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Beitrag von Hazel-Rah » 07.10.2015, 15:17

Ich muss zugeben, dass mir etwas langweilig ist. Sonst würde ich gar nicht mehr antworten.

Ich bin richtig verärgert Bild
camaleonica hat geschrieben:Ich zeig' dir einfach mal meine letzte Bewerbung
Soll ich jetzt die Arbeit für dich machen? Bild
camaleonica hat geschrieben:Ich hatte nur noch den Tag Zeit eine Bewerbung abzuschicken (Bewerberfrist)
Das ist mir doch wurscht! Ich hatte dich gebeten
Hazel-Rah hat geschrieben:Warum nicht Butter bei die Fische und einen ersten Entwurf ins Blaue hinein? (Bitte unter Berücksichtigung der Denkanstöße in diesem Fred).
Darauf hätte ich auch gerne zwei, drei Tage, eine Woche gewartet.

Ich habe weder explizite noch implizite Motivation, ein Helfersyndrom zu entwickeln. RTFM!
camaleonica hat geschrieben:Coaching? Inwiefern?
Wenn du etwas nicht verstehst, bemühe Google!

Mach was du willst. Meinetwegen Buchhaltung. Wirst schon sehen, wie lange dich Bilanzen mit ihrer Aktiv- und Passivseite und die dazugehörigen Konten mit dem Grundsatz 'Soll an Haben' faszinieren.

Meinetwegen Papierflieger....

Bild

camaleonica
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Beitrag von camaleonica » 07.10.2015, 15:33

Hazel-Rah hat geschrieben:Ich muss zugeben, dass mir etwas langweilig ist. Sonst würde ich gar nicht mehr antworten.

Ich bin richtig verärgert Bild
camaleonica hat geschrieben:Ich zeig' dir einfach mal meine letzte Bewerbung
Soll ich jetzt die Arbeit für dich machen? Bild
camaleonica hat geschrieben:Ich hatte nur noch den Tag Zeit eine Bewerbung abzuschicken (Bewerberfrist)
Das ist mir doch wurscht! Ich hatte dich gebeten
Hazel-Rah hat geschrieben:Warum nicht Butter bei die Fische und einen ersten Entwurf ins Blaue hinein? (Bitte unter Berücksichtigung der Denkanstöße in diesem Fred).
Darauf hätte ich auch gerne zwei, drei Tage, eine Woche gewartet.

Ich habe weder explizite noch implizite Motivation, ein Helfersyndrom zu entwickeln. RTFM!
camaleonica hat geschrieben:Coaching? Inwiefern?
Wenn du etwas nicht verstehst, bemühe Google!

Mach was du willst. Meinetwegen Buchhaltung. Wirst schon sehen, wie lange dich Bilanzen mit ihrer Aktiv- und Passivseite und die dazugehörigen Konten mit dem Grundsatz 'Soll an Haben' faszinieren.

Meinetwegen Papierflieger....

Bild
Was regst du dich denn so auf?

Ich habe vor dem Posting expliziet darauf hingewiesen, dass ich in einem Tief bin, und null Kreativität aufbringe...

Außerdem habe ich nie und niergendswo gesagt, befohlen oder erwähnt, dass du mein altes Anschreiben korrigieren sollst.

Dir scheint wirklich sehr langweilig zu sein, wenn du nichts anderes im Leben hast, als dich über so etwas aufzuregen.

Du wolltest doch was sehen & ich wollte nur eine Meinung.

Im Übrigen dachte ich, dass dieses Forum zum "Helfen", "Tipps geben", "korriegieren" usw. da sei? Wie viele Posting sehe ich, in denen ganze Bewerbungen vorgeschrieben, zig Sätze verschoben werden und die ganze Grammatik komplett neu aufgebaut werden?!
In keinem Punkt meiner bisheringen Antworten habe ich irgendwo auch nur Ansatzweise nach einem Satzzeichen für meine Bewerbung gefragt!

Entweder du oder ich verstehen da definitiv etwas falsch! ;-)

Bei mir brauchst du kein "Helfersyndrom" entwickeln - keine Panik!


Yo, dir auch eine gute Nacht.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 08.10.2015, 22:44

Hallo camaleonica!

Ich will gar nicht so tun, als könnte ich Deine Situation so gut verstehen, wie Deine Quasi-Kollegin Hazel-Rah das tut. Was ich aber mal ganz kurz loswerden muss: Es überrascht mit ÄUSSERST positiv, was für einen angenehmen und sympathischen Schwung Deine o. g. Bewerbung hat. Man würde niemals denken, dass sich dahinter eine derart an sich zweifelnde Person befindet. Im Gegenteil: Die Schreiberin im Mittelteil macht auf mich den Eindruck, als würde sie ggf. auch fehlende Details in kürzester Zeit lernen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass diese Art auch für Deine Herzens-Anzeige (ein paar Beiträge weiter oben) sehr lesenswert sein könnte!

Anfang und Ende gefallen mir weniger. Anders als beim Mittelteil überlagert hier der Wunsch nach Originalität ziemlich deutlich den inhaltlichen Sinn aus Lesersicht. Vom Standpunkt der Leserüberzeugung dürfte das nicht viel bringen.

Vorschlag also: Beginne NICHT mit dem Anfang - sondern mit der Mitte! Mit dem im Kern sachlich-argumentativen Teil. Bring in Deiner netten Art genau die Argumente, die Du hast... und mach Dir keine Gedanken über die, die Du nicht hast! Wenn dieser Mittelteil steht: Versuche doch einmal, den Anfang gewissermassen als Motto oder Headline für den Hauptteil zu betrachten... also die Kernaussage noch einmal in verdichteter Form wie einen Wegweiser davor zu setzen. Auch das kann im Ergebniss plakativ sein... wird aber vermutlich weit weniger zufällig wirken! Am Ende versuchst Du dann einmal, aus dem Mittelteil irgendwie noch einmal den Bogen zur Einleitung zu schlagen...

Nur ein kleiner Versuch...

camaleonica
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Beitrag von camaleonica » 09.10.2015, 13:36

Danke FRAGEN, das sind sehr liebe Worte :)
Versuche doch einmal, den Anfang gewissermassen als Motto oder Headline für den Hauptteil zu betrachten... also die Kernaussage noch einmal in verdichteter Form wie einen Wegweiser davor zu setzen. Auch das kann im Ergebniss plakativ sein... wird aber vermutlich weit weniger zufällig wirken! Am Ende versuchst Du dann einmal, aus dem Mittelteil irgendwie noch einmal den Bogen zur Einleitung zu schlagen...
Deine Tipps klingen auch total super, aber mein 1. Gedanke, nachdem ich deine Antwort gelesen habe, war: "Dann wird es doch wieder eine Standardbewerbung". Also wieder so "Standard", nichts besonderes... typische Formulierungen, Floskeln & unkreativ. Oder?

Es ist zwar lieb, dass du positiv überrascht bist von meiner Bewerbung, aber ich zweifle bei jedem Satz, jedem Punkt, jede Formulierung... immer habe ich den Gedanken nicht gut genug zu sein.
:?
Wir bekommen ab und an auch Bewerbungen und die schaue ich mir dann ganz genau an. Das was mir nicht gefällt, versuche ich in Erinnerung zu behalten, damit ich es ja nicht so mache.

Irgendwie habe ich bisher noch keine Bewerbung gesehen, die mir gefallen hat - auch nicht als Flyer... :o

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 09.10.2015, 22:29

camaleonica hat geschrieben:Irgendwie habe ich bisher noch keine Bewerbung gesehen, die mir gefallen hat
Zu Deutsch: Die Anderen sind auch nicht besser... oder? ;-)
camaleonica hat geschrieben:mein 1. Gedanke, nachdem ich deine Antwort gelesen habe, war: "Dann wird es doch wieder eine Standardbewerbung".
Das war nicht das, worauf ich hinaus wollte... obwohl ich denke, dass Du Dir mit Deiner momentanen Standardophobie keinen Gefallen tust. Man kann einen Standard ja über- und unterschreiten. Von ihm "abzuweichen" reicht nicht. Es sollte schon nach oben gehen... ;-)

Das klingt jetzt wie ein platter Spruch. Was ich damit meine, ist: Wenn "Standard" bedeutet, dass die Bewerbung Satz für Satz aufeinander aufbaut und jeder einzelne davon dem Leser eine entscheidungsrelevante Information liefert... dann ist das erstmal gut.

Du hast natürlich völlig recht, dass das bei starker Konkurrenz vielleicht nicht reicht. Es wäre aber die falsche Schlussfolgerung, die bereits vorhandene Strukturqualität über Bord zu werfen, um irgendwelche sachfremden "Witze" davor oder dahinter zu klemmen. Die richtige Folgerung wäre m. E., eingeschlichene Floskeln und Phrasen Schritt für Schritt durch persönlichere Formulierungen, plastische Beispiele und eigene Gedanken zum Thema zu ersetzen. Das Endergebnis wäre eine Bewerbung, die durch ihr Leben im Detail zwar Lesespass mit sich bringt... den inhaltlichen "Standard" dabei aber an keiner Stelle unterschreitet...

camaleonica
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Beitrag von camaleonica » 13.10.2015, 15:28

Danke FRAGEN für deine Antwort.

Darf ich dir mal meine Bewerbung auf die Stelle zeigen, die ich hier gepostet hatte?

Ich zeige Sie dir und kommentiere meine "Zweifel" die ich hier und da noch habe bzw. ich will deine Meinung dazu.

Sehr geehrte Damen und Herren, (es gibt leider keinen Ansprechpartner).

ich bin eine selbstbewusste junge Frau, die schon immer Spaß an Kommunikation und Organisation hatte und auf der Suche nach einer Einstellung ist, in der Sie diese Stärken einsetzen kann. (Kommunikation als Stärke = wird das vielleicht nicht gleich so verstanden, als würde ich mit jedem permanent Quatschen? So à là Schwätzchen hier, Schwätzchen da? Was ich sagen möchte ist: ich kann mit Kunden reden! Ich kann mich einfach ausdrücken und weiß was ich will.)

Fakt ist, ich suche eine Einstellung im Veranstaltungsbereich und ich will zu Ihnen. Die ausgeschriebene Stelle bietet mir nicht nur eine sinnvolle und fordernde Aufgabe, sondern auch Entwicklungschancen, die meinen Fähigkeiten entsprechen.

Aktuell bin ich in der Administration bei dem Automobilhersteller ABCD in EFGH tätig.
Wie sieht so ein Tag bei mir in der Administration aus? Nachdem ich morgens schriftliche Anfragen beantwortet habe, geht es direkt weiter mit der internen und externen Organisation unserer Seminare. Das heißt im Klaren: ich koordiniere die Raumbuchungen, gebe die von uns erstellten Seminarbroschüren in Druckauftrag, erstelle Diplome, Teilnehmerlisten und Zertifikate, ich bin für das Catering, Bestellmanagement und Postbearbeitung verantwortlich und sorge dafür, dass sich unsere Teilnehmer bei uns einfach wohl fühlen. Zwischendurch klingelt immer mal wieder das Telefon und ich habe die Möglichkeit unsere Händler zu beraten oder Termine mit nationalen und internationalen Trainern, Lieferanten oder Speditionen abzustimmen. (Zu viel? Zu "Umgangssprachlich"?)

Neben der Annahme und Weiterleitung von Telefonaten auf deutscher und englischer Sprache, gehört auch das Erledigen jeglicher Korrespondenz zu meinen täglichen Aufgaben.

Freundlichkeit und Servicegedanke stehen bei mir immer an erster Stelle. Ich schaffe es mit meinem herzlichen und verbindlichen Wesen Kunden zu begeistern, um sie dadurch zum Wiederkommen und zu einer positiven "Mund-zu-Mund Propaganda" zu animieren.

Ich brenne darauf, mich mit meinen Fähigkeiten und Erfahrungen einer neuen Aufgabe zu stellen, dazuzulernen und neue Aufgaben zu meistern. (Mit diesem Satz wollte ich irgendwie formulieren, dass ich zwar nicht System X behersche ((in deren Anforderungsprofil steht, dass man System X können muss)), aber das ich sehr gerne neues lerne und es für mich auch gar kein Problem ist dazuzu lernen!)

Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meinen Stärken.

Ich mich auf Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 13.10.2015, 23:37

Hallo camaleonica!

Der Hauptteil, in dem Du Deine gegenwärtige Arbeit beschreibst, macht wieder einmal wirklich Spass zu lesen! Das "Davor" und das "Danach" sind für meine Begriffe wieder weniger gelungen...
camaleonica hat geschrieben:ich bin eine selbstbewusste junge Frau, die schon immer Spaß an Kommunikation und Organisation hatte und auf der Suche nach einer Einstellung ist, in der Sie diese Stärken einsetzen kann. (Kommunikation als Stärke = wird das vielleicht nicht gleich so verstanden, als würde ich mit jedem permanent Quatschen? So à là Schwätzchen hier, Schwätzchen da? Was ich sagen möchte ist: ich kann mit Kunden reden! Ich kann mich einfach ausdrücken und weiß was ich will.)
Grundsätzlich geht das vom "Motto"-Gedanken der Einleitung schon in die richtige Richtung. Wenn "Kommunikation" und "Organisation" sich für Dich als Kernthemen herauskristallisiert haben, ist es sicher gut, damit einzusteigen. Schade finde ich nur, dass Du dies auf eine derart gesichtslose Art und Weise tust. Ich meine: Es ist ja nun weissgott nicht selten, dass jemand diese Stärken für sich in Anspruch nimmt. Das heisst natürlich nicht, dass Du es dann nicht "dürftest"... aber die spannende Frage ist trotzdem, wie man trotzdem als Einzelperson erkennbar bleibt. Die reine Nennung dieser Stärken kann das ganz sicher nicht sein. Da wärst Du mit Deiner roten Erläuterung schon einen Schritt weiter: Die Firmeninhalte gewissermassen aus der Kundenperspektive zu betrachten und auf diese Perspektive hin zu "übersetzen" ist (als fachlich relevante Präzisierung allgemeinen Kommunikationstalents) SEHR viel interessanter! Ich finde es total schade, dass man dies aus dem bisherigen Text auch mit allerbestem Willen nicht erahnen kann!
camaleonica hat geschrieben:Fakt ist, ich suche eine Einstellung im Veranstaltungsbereich und ich will zu Ihnen. Die ausgeschriebene Stelle bietet mir nicht nur eine sinnvolle und fordernde Aufgabe, sondern auch Entwicklungschancen, die meinen Fähigkeiten entsprechen.
Ähnliches Thema. Du drückst Dich zwar ganz schmissig aus... aber der Inhalt ist bei Licht betrachtet eine Null-Aussage. Mit jedem der genannten Details ("Veranstaltungsbereich", "zu Ihnen", "Sinn", "Anforderung", "Entwicklungschancen") gehört eine unausgesprochene "Wie"- oder "Warum"-Frage... nur dass genau keine davon beantwortet wird. Sehr unbefriedigend zu lesen...

Der beschreibende Teil gefällt mir, wie gesagt, für sich genommen gut. Der Haken ist nur: Mit jedem dieser schwärmerischen Sätze wird der Zweifel an Deinem Wechselwunsch grösser. Du hattest Dich ja schon vorher um die Begründung Deines Plans herumgedrückt... sodass man sich beim Lesen immer stärker fragt, was wohl davon zu halten ist? Will da jemand einfach nur so aus einer Laune heraus erzählen, wie gut es ihm geht?
camaleonica hat geschrieben:Ich brenne darauf, mich mit meinen Fähigkeiten und Erfahrungen einer neuen Aufgabe zu stellen, dazuzulernen und neue Aufgaben zu meistern.


Noch einmal dasselbe: Wieder ein schreiendes "Warum?" zwischen den Zeilen... und wieder keine Antwort.
camaleonica hat geschrieben:Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meinen Stärken.
Tja. Wozu? Ich meine... Du hast bis zum allerletzten Satz keinerlei Andeutung gemacht, weshalb Deine Stärken für irgendwen (ausser Deinem wunderbaren aktuellen Arbeitgeber) interessant sein könnten oder sollten. Du hast den Teil (d. h. die eigentliche Bewerbung) schlicht und einfach übersprungen... und landest nun mitten im Gespräch... ;-)

Das Schöne ist: Es gibt nicht den geringsten Zweifel, dass Du ganz wunderbare Bewerbungen verfassen kannst. Du mussst (in Deiner Eigenschaft als Kommunikationstalent!) mit Deinem künftigen Arbeitgeber nur einfach dasselbe machen, was Du seit Ewigkeiten so gerne und erfolgreich mit Deinen Kunden machst: Überlegen, was IHN interessiert... und ihm genau DAS liefern. Das ist das ganze Geheimnis... ;-)

marek_strich5
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Registriert: 01.10.2015, 18:07

Beitrag von marek_strich5 » 13.10.2015, 23:45

Hallo camaleonica.

Zunächst vorweg, meine Antwor bezieht sich nur auf die Posts bis einschließlich dem vom 05.10.2015, 10:39.
Die weiteren Posts hab ich noch nicht gelesen, aber ich finde da ist schon ne ganze Menge drin, wo ich dir meine Meinung zu geben kann bzw. ein paar Tipps geben möchte.

Ich gehe das ganze mal psychologisch an:

Zunächst dein Nickname camaleonica. Er zeigt zunächst einmal wie ich finde das du dir Mühe gibst bei deinen Anliegen. Weil er bezieht sich wohl auf cameleon, d.h. auf deinen empfundenen wechselhaften Berufsweg usw. So viel Mühe mit um die Ecke denken usw. macht nicht jeder. Jetzt spinn ich mal weiter, vielleicht hängst du dich auch so leidenschaftlich in deine Tätigkeiten am Arbeitsplatz rein und bist entsprechend frustiert, wenn du monatelang nur Aktenschreddern etc. darfst. Ginge aber jedem so, mit entsprechender Voreinstellung. Ist also völlig normal.
Das momentane Ergebnisse nach diesen ca. 8 Jahren dieser Berufserfahrung ist natürlich das du extrem frustriert bist. Ist auch völlig normal.
Ich sag jetzt auch das ich aus meiner Erfahrung auch daneben finde, wenn dann Leute Gründe anführen, die mehr oder weniger einen empfinden lassen, dass man halt nur mehr tun müsste und sowieso alles falsch macht. Mir macht man nämlich momentan mit meiner extralangen Studiendauer und auch schon 7 Monaten jobsuchenbedingtem HartzIV-Empfang genau diese Hölle heiß, die man dir als "von Anfang an unter Wert verkaufen" vorwirft. Mir wird gesagt jeder Job ist besser als HartzIV damit man zeigt, dass man willens ist sein Leben selbst zu finanzieren und man dankbar alles annehmen sollte. Meine Meinung: Das sollte jeder selbst für sich abwägen und entscheiden dürfen.



camaleonica hat geschrieben:Ich schaue permanent im Internet nach neuen Stellen, aber keine Stelle spricht mich irgendwie an. Ständig denke ich mir „Ok, da musst du wieder dies, das, jenes machen & das liegt dir doch gar nicht!“ und bin gleich wieder frustriert.
Worauf ich hinaus will ist hier "„Ok, da musst du wieder dies, das, jenes machen"
Da bist du schon sehr weit im Bewerbungsprozess und wesentlich weiter als ich meistens. Wenn ich eine interessante Stelle finde dann denke ich "wie soll ich das jetzt schon wieder erklären, viel zu kompliziert, und nach mehreren Tagen verzweifelter Formulierungsversuche dann Ergebniss: Vergiss es, weil ich es einfach nicht hinkriege präzise zu formulieren was mich für den Arbeitgeber unverzichtbar macht und warum ich die Stelle spitze finde." Mit dem
camaleonica hat geschrieben:Ok, da musst du wieder dies, das, jenes machen
weisst du ja schon was du machen musst (dies,das,jenes).
Tipp hier also: Liste machen, damit du weißt wie du damit umgehst.
camaleonica hat geschrieben:Erst am Wochenende habe ich mit meiner Schwiegermama diskutiert.... Ich fand es irgendwie unfair, dass sie meine Ausbildung mit ihrer verglichen hat.
hier wieder was psychologisches. Du reagierst hier meiner Meinung nach sehr, sehr emotional. OK. es entspricht dir als Person, aber für Andere, auch deine Schwiegermutter, ist das dann doch etwas zu viel.
camaleonica hat geschrieben:Ich argumentiere immer mit „Ich habe keine 5 Sprachen gelernt damit meine tägliche Herausforderung die Taxibestellung ist“, woraufhin ich mir anhören muss, dass keinen interessiert, dass ich 5 Sprachen kann.
Was soll ich sagen, kenn ich genauso zu genüge. Leider wird einem das von der Umwelt aber eher als Schwäche ausgelegt. Hier mein Tipp: Jeder würde gerne 5 Sprachen sprechen. Dafür muss man sich niemals verteidigen, sondern man darf sehr, sehr stolz darauf sein!!!!
camaleonica hat geschrieben:Zugegeben: dieser Gedanke „Ich mache nicht xy wenn ich 5 Sprachen kann“ ist schon sehr, sehr arrogant und sitzt zu fest in mir. Manchmal merke ich selbst, dass ich zu verbissen an diesem Gedanken hänge.
Psychologisch gesehen, perfekt. Volltreffer, Spiel, Satz und Sieg. Im Nachhinein kommen dir selbst die Zweifel, aber wenn dich jemand beim nächsten Mal drauf anhaut, dann ziehst du wieder deine Boxhandschuhe an und schließt dein Visier und was kommt dann: "Ich habe nicht 5 Sprachen gelernt,..."
camaleonica hat geschrieben:
Hazel-Rah hat geschrieben: Danach nur abwärts. Wofür hast du die Ausbildung gemacht?
Kauffrau für Bürokommunikation hätte es getan und selbst da gibt es Positionen, die nicht langweilig sind. Und man kann sich mit einem Fachwirt spezialisieren.
Hast du in der Ausbildung kein Bewerbungstraining erhalten?
Dein Marktwert war sicher mal höher als er es jetzt ist - als Fremdsprachensekretärin. Aber es ist nicht ausgeschlossen.... .
Ein Beispiel eines Kommentars wo es mir eiskalt den Rücken runter läuft und ich einfach wütend werde. Siehst du das ist wahrscheinlich meine Kerbe wo jeder reinschlagen kann, mein Mitgefühl und meine Emotionalität. Eigentlich auch nix wo man sich für schämen sollte, aber ich verteidige mich trotzdem aus Angst vor Hazel-Rah.
camaleonica hat geschrieben:...Aber eben nicht so, dass ich stur Dokumente übersetze. Ich brauche eben das Menschliche, helfe gerne weiter, verhandle vielleicht auch.
Ist auch ein toller Abschnitt, darin sind Dinge, die zeigen was du willst!!!
camaleonica hat geschrieben:Und wie ich ja jetzt zum x-ten Mal lernen durfte, werden einem im Vorstellungsgespräch immer Dinge versprochen, die sowieso nicht eingehalten werden! Aktuell habe ich große Probleme mit meinem Arbeitgeber, weil ich im Vorstellungsgespräch ganz klar gesagt habe, dass ich keine Akquise machen möchte, sie aber jetzt trotzdem machen MUSS. Ich fühle mich auf ganzer Linie einfach nur belogen und ver*rscht!! Mir wurde auch bereits mit „Konsequenzen“ gedroht, falls ich dies nicht tun sollte…
Das mit dem "das ich keine Akquise machen möchte" beim Vorstellungsgespräch ganz klar zu sagen, finde ich fast zu mutig im Vorstellungsgespräch. Aber die Anstellung an sich hat ja erstmal geklappt.
Problematisch und wieder "psychologisch" finde ich hier dass du gegenüber dem Arbeitgeber, so lese ich es zumindest, offen in Konfrontation gehst, weil du in erster Linie Arbeit machen sollst, die du "nicht machen willst". In diesem Fall wirst du 1. als Erwachsene und nicht als Kind gesehen und bist 2.in diesem Fall der Untergebene, da Lohnempfänger und deshalb empfiehlt sich immer einen Gang zurück zu schalten um nicht die angedrohten "Konsequenzen" zu spüren zu bekommen, sprich die Kündigung. Auch wenn man sich einfach nur belogen und ver*rscht fühlt!! Das sind sie wieder die Emotionen, die dir hier rational nicht helfen, wenn man die "Konsequenzen"-Drohung betrachtet sogar schaden.
camaleonica hat geschrieben:Ach Hazel-Rah, ich gebe zu: ich bin so demotiviert, dass ich mir schon gar keine richtige Mühe mehr gebe!Ich bewerbe mich einfach IRGENDWO… & ich größere Herausforderungen bekomme, als die Küche sauber zu halten oder Bleistifte zu bestellen!
Hört sich für mich an wie aus einem Roman, bzw. romantischen Brief aus dem viktorianischen Zeitalter. Also auch wieder sehr, sehr ins emotionale gehend, hier ins emotionale abschweifend.

camaleonica hat geschrieben:Ich weiß genau, wie mein Wunschphantasiearbeitsplatz aussieht
Reicht. Super und im folgenden hast du es auch noch schriftlich fixiert, was will man mehr!!!
camaleonica hat geschrieben:Heute ist meine Laune wieder so tief im Keller: mein Kollege hat Urlaub und ich langweile mich mehr als sonst...ich sitze alleine am Empfang und mache –nichts- von 7.30Uhr bis 17.00 Uhr ohne Pause (es gibt ja keine Urlaubsvertretung). Willkommen in meiner Welt….
Sei kreativ, mein Kollege hat mal bei MC Donald's im DriveIn gearbeitet, wenn ihm da langweilig war hat er sein Kabuff mit Luftballons und Fähnchen geschmückt. Nur so als Anregung. Oder lad dir Dr. Kawajima oder wie das heißt auf dein Smartphone runter und spiel damit.

So bevor ich zum Ende komme nun zum dem was ich mit psychologisch angemerkt habe, bzw. damit meine. Ich würde dir empfehlen einen Psychotherapeuten der Verhaltenstherapie Vertiefung RET aufzusuchen und das sag ich nicht weil ich psychisch Erkrankt bin. Nur aus der Erfahrung raus, dass dieser Frust einen über kurz oder lang psychisch so erkranken lässt, dass man arbeitsunfähig wird und dann auf den zweiten Arbeitsmarkt geschoben wird. Das möchte keiner und du so wie ich dich einschätze schon gar nicht? Gut! Wenn's schlecht läuft kannst du diesem immerhin dein Herz ausschütten und deinen Frust erzählen. Nach mehreren Wochen reagiert man dann einfach gelassener am Arbeitsort und meist fällt einem das selbst erst als Letzer auf. Und wenn du dann immer schön fleißig hier im Forum berichtest, dann kommst du mit dem Potential was ich oben alles angemerkt habe über kurz oder lang zu deinem "Traumjob".
camaleonica hat geschrieben:Kann ich nicht einfach so sein wie die Mehrheit meiner Familie? Einfach irgendeinen ungelernten Job machen, dafür sehr gutes Geld verdienen & die Fresse halten!? Ich wäre auch gerne so!!! Dann hätte ich mir auch jede Menge Ärger wegen meiner schulischen Ausbildung erspart!
Wenn du die Chance dazu hast, mach es, dann hast du wenigstens Geld.
Aber falls dich persönliche Gründe daran hindern "Ich wäre auch gerne so!!!". Dann lass es lieber und geh deinen eigenen Weg, mit allen Narben die dazu gehören.

So das war's Gute Nacht

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zicke24
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Beitrag von zicke24 » 14.10.2015, 10:58

Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber irgendwie scheint dein Problem nicht nur bei der Arbeit zu liegen sondern generell in deiner Unzufriedenheit.
Kann es sein das du generell mit deinem Leben unzufrieden bist und das auf alles und jeden überträgst?
Vielleicht solltest du ganz wo anders Hilfe suchen.

camaleonica
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Beitrag von camaleonica » 14.10.2015, 10:59

Danke FRAGEN & marek_strich5 für eure ausführlichen Antworten & Bewertungen.

FRAGEN, ich verstehe absolut was du meinst und ich arbeite daran. Es ist doch einfach so, dass jeder so seinen eigenen Schreibstil hat. Der eine so, der andere eben so. Und da "raus zu finden", ist irgendwie schwierig. Aber ich nehme mir jeder Kritik zu Herzen & ich mag es kritisiert zu werden, denn das steigert meinen Willen. Ab und an benötige ich eben diesen besagten "Tritt in den Hintern" :-)

Danke auch marek_strich5 für deine offenen Worte und die "Analyse". Ich glaube auch, dass ich ein sehr emotionaler Mensch bin und deswegen zB oft an die Decke gehe. Manchmal glaube ich, dass das einfach davon kommt, dass ich bisher immer viel kämpfen musste und nie Hilfe hatte. Alles musste ich selbst und alleine machen, einen Plan B gab es nur selten. Ich habe im Laufe der Jahre wohl einfach gelernt, dass einem permantes Freundlich sein nicht immer weit bringt und man letztenendes doch nur ausgenutzt wird. (Da fällt mir spontan mein eines Praktikum als Personaldienstleistungskauffrau ein: man versprach mir, dass ich bezahlt werde und das man mir auch Spritgeld gibt, da ich Bewerber mit meinem privaten PKW zu Vorstellungsgesprächen gefahren und wieder abgeholt habe. Bis heute warte ich auf das Geld....)

FRAGEN ich sage DIR jetzt einmal ganz ehrlich, wieso ich diesen Job will - "Butter bei de Fische"

Der Job ist in einem Sportverein (Fussball) und ich habe mich schon immer für Fussball interessiert. Sei es WM/EM oder mein Verein. Ich fahre in Stadien in Europa, kenne mich mit dem Sport aus, habe ein Fable für Trikots und... ich liebe das Stadion-Feeling einfach. Auf meiner Bucket-List ist/war Platz 1 Spieler X mal live zu erleben & das habe ich nun schon diverse Male. (man könnte meinen ich bin 12!) Ich fahre regelmäßig 220km in das Stadion meiner Mannschaft. Ich bin einfach begeistert, weil das mein Sport ist.

DAS ist der Grund. Das kaufmännische was ich bisher kann, gepaart mit meinem kleinen Hobby..ja, ich würde es schon fast Hobby nennen, das weckt in mir Neugierde, (Arbeits)Lust, Wille... einfach alles.

Aber SO kann ich das ja schlecht in der Bewerbung formulieren :-)
Zuletzt geändert von camaleonica am 14.10.2015, 11:15, insgesamt 2-mal geändert.

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