Industriekauffrau Arbeitszeugnis Vorlage - bitte beurteilen

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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charlize
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Industriekauffrau Arbeitszeugnis Vorlage - bitte beurteilen

Beitrag von charlize » 20.08.2009, 16:40

Hallo,

kann mal jemand gucken ob meine Zeugnisvorlage gut ist, mittlerweile glaube ich es ist schlecht und ich bekomme daher nur Absagen:

Frau x geboren am .. , war seit Beginn ihrer Lehrzeit vom ... bis .... bei uns als Industriekauffrau beschäftigt.

In ihrer Ausbildung wurde sie mit allen Arbeiten vertraut gemacht, die in unserem Betrieb in der kaufmännischen Verwaltung anfallen, insbesondere Auftragsbearbeitung, Einkauf, Buchführung und Lohnbuchhaltung.

Nach der dreijährigen Ausbildung haben wir sie aufgrund ihrer Leistung als kaufmännische Angestellte in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.
Ihre Aufgaben waren in dieser Zeit
Auftragseingang mit Artikel- und Kundenpflege
Terminverfolgung
Rechnungsstellung
Erstellen von Versandpapieren
Erstellen von Statistiken von Controllingzwecken
Korrespondenz in jeder Form mündlich oder schriftlich - auch in englischer Sprache
Sekretariatsaufgaben
Anlernen von Auszubildenden und Aushilfen
Betreuung unseres Messestandes


Diese Aufgaben erledigte sie selbstständig mit Hilfe von PC und Internet, überwiegend mit Excel und Word. Die Einführung eines neuen Anwenderprogrammes in der EDV hat sie Anfang 2005 wesentlich unterstützt. Vertretungsweise war Frau x für den Bereich Einkauf zuständig, sowie für die Datenaufbereitung Lohnbuchhaltung und Buchhaltung.
Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben in jeder Hinsicht in bester Weise ausgeführt und den Erwartungen entsprochen.
Arbeiten über ihr Aufgabengebiet hinaus übernahm sie gerne. Ihr gutes Auffassungsvermögen und ihre Kontaktfähigkeit kamen ihr dabei zugute. Ihr freundliches Wesen und der gute Briefstil sind dabei von Vorteil. Wir waren in jeder Hinsicht zufrieden.
Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war immer einwandfrei.

Januar 2009
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Vielen Dank für Eure Hilfe.

Viele Grüsse
charlize

Ette
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Beitrag von Ette » 21.08.2009, 01:26

Hallo!

Ich habe zwar nicht direkt Ahnung und habe selber ein Zeugnis zur Durchsicht eingestellt, aber was ich jetzt schon alles im Internet durchforstet habe, lässt mich bei der "Kontaktfähigkeit" aufhorchen. Das hört sich für mich nicht so gut an, aber wie gesagt, ich könnte mich auch irren!

Ansonsten fällt mir einfach auf, dass nirgend etwas in der Art wie "zu unserer vollen Zufriedenheit" oder "stets" geschrieben ist... Das sind Aufwertungen für ein Zeugnis, fehlen diese, ist das Zeugnis nicht wirklich gut:

Zeugnisnoten im Arbeitszeugnis

* Sehr gut: stets/immer/in jeder Hinsicht zu unserer
vollsten/außerordentlichen Zufriedenheit
* Gut: stets zu unserer vollen Zufriedenheit
* Befriedigend: zu unserer vollen Zufriedenheit
* Ausreichend: zu unserer Zufriedenheit
* Mangelhaft: im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit
* Ungenügend: hat sich bemüht, die übertragenen Aufgaben zu erledigen


( http://www.bewerbung-forum.de/arbeitszeugnis.html )

charlize
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Beitrag von charlize » 21.08.2009, 10:29

Hallo,

ja so habe ich auch gedacht. Aber bitte nochmal jemanden drüber zu sehen der Ahnung hat!

Das Zeugnis wurde von meinem Anwalt abgesegnet und der sagte es seie eine zwei. Leider war die Sache vor Gericht und meine Chefin hat hiermit eine Rache-Bewertung dargelegt. Mehr war leider nicht raus zu holen da ich bis dahin nie ein Zeugnis bekommen habe.
Möchte noch hinzu fügen das ich von 1990 bis 1993 meine Lehre dort gemacht habe, und dann bis August 2008 dort beschäftigt war (die letzten 3 Jahre Erziehungszeit). Unglaublich, aber wenn ich eine schlechte Mitarbeiterin gewesen wäre, hätte sie mich schon lange vorher entlassen.

Viele Grüsse
charlize

Globetrotter
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Beitrag von Globetrotter » 23.08.2009, 00:25

Das Zeugnis wurde von meinem Anwalt abgesegnet und der sagte es seie eine zwei.
Bei so Angelegenheiten ist es natürlich wichtig das es sich um einen Fachanwalt (=Arbeitsrecht, mit Schwerpunkt, bzw. Zusatzqualifikation Zeugnisrecht) handelt, ansonsten kann der Schuss schon mal leicht nach hinten losgehen.

Werde bei Gelegenheit mal einen Blick auf das Zeugnis werfen, nur heute Abend habe ich dazu keine Lust mehr.

charlize
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Beitrag von charlize » 24.08.2009, 10:38

Hallo,

ich hatte einen Fachanwalt für Arbeitsrecht - der allerdings häufiger Arbeitgeber vertritt als Arbeitnehmer.

Das wäre sehr nett wenn Du nochmal einen Blick darauf geben könntest, vielen Dank Globetrotter!

Globetrotter
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Beitrag von Globetrotter » 26.08.2009, 23:05

Vor Freitag werde ich es leider nicht mehr schaffen, sorry.

Ferdinand
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Beitrag von Ferdinand » 27.08.2009, 12:34

Ich finde das ZEugnis eigentlich ganz ok, jedenfalls seh ich darin keinen besonderen Grund dich nicht zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen.

Es ist ein "gut", und das heißt überdurchnittlich. Ich find das fair und absolut in Ordnung. Befriedigend müssten die Mehrheit aller Mitarbeiter bekommen, das ist aber in der Praxis leider nicht so, und alle Mitarbeiter sollen "sehr gut" sein. Die Unternehmen schießen sich da selbst ins Knie mit ihren Arbeitszeugnissen.

Das aber nur nebenbei. Ich find es insgesamt bisschen knapp formuliert und stilistisch etwas mißglückt, da könnte man noch etwas verschlimmbesern.
Aber es ist meiner MEinung nach vollständig und enthält keine versteckten Fallen. Klingt ein bisschen so als würde der/die Schreiber/Schreiberine sowas nicht häufig machen, aber das ist ja nicht schlimm.

"Nach der dreijährigen Ausbildung haben wir sie aufgrund ihrer Leistung als kaufmännische Angestellte in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen."
-> da könnte prima ne Bewertung stehen: hervoragenden LEistungen, gute LEsitungen etc... mit stößt auf das da nix steht

"Diese Aufgaben erledigte sie selbstständig mit Hilfe von PC und Internet, überwiegend mit Excel und Word."
-> einige deiner Aufgaben sind doch garnicht dafür da um mit PC und Internet gemacht zu werden. Zumal Internet ohne PC schlecht geht, Excel und Word dagegen mit Internet wenig zu tun haben. Da würd ich zwei Sätze draus bauen, vielleicht kann man die verwendeten Programm sogar einfach nur auflisten.

"Die Einführung eines neuen Anwenderprogrammes in der EDV hat sie Anfang 2005 wesentlich unterstützt. ."
-> ist das was ganz speziell internes oder warum wird das PRogramm nicht einfach benannt?

"Vertretungsweise war Frau x für den Bereich Einkauf zuständig, sowie für die Datenaufbereitung Lohnbuchhaltung und Buchhaltung"
-> lohnbuchhaltung und buchhaltung? das liest sich nicht so schön, "doppelte" buchhaltung, gibts da noch nen anderen begriff: lohnabrechnung oder so? was bedeutet datenaufbereitung? Tabellen ausfüllen?

"Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben in jeder Hinsicht in bester Weise ausgeführt und den Erwartungen entsprochen. "
-> hier finde ich, den ersten teil super und dann fällt die bewertung mit hat den erwartungen entsprochen" deutlich ab. da fehlt wirklich ein füllwort um das ganze zu heben: "voll und ganz" / "stets"

Ihr gutes Auffassungsvermögen und ihre Kontaktfähigkeit kamen ihr dabei zugute. -> ok, aber das was gutes zugute kommt: naja, stilistisch fragwürdig :-)

Ihr freundliches Wesen und der gute Briefstil sind dabei von Vorteil.
-> ich find das sind zwei grundverschiedene dinge und die gehören nicht in einen satz: freundliches wesen: sagt was über charakter/verhalten aus
guter briefstil: ist eher ne beurteilung der arbeitsergebnisse.

Wir waren in jeder Hinsicht zufrieden. -> der satz sagt nicht wirklich was aus.

Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war immer einwandfrei. -> meist wird "stets" statt "immer" verwende3t, das ist aber absolut einwandfrei.

charlize
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Beitrag von charlize » 27.08.2009, 20:54

Hallo Ferdinand,

vielen Dank für Deine Mühe!

Leider ist ein ändern nicht mehr möglich. Alles ist bereits gerichtlich gelaufen und war im Janaur abgeschlossen. Aber ich hatte echt schlimmes
erwartet. Mit meinen wenigen Kenntnissen das zu entschlüsseln, habe ich eine 3 - 4 entschlüsselt. Und das kein Abschlußsatz steht, dachte ich ist alleine auch schon eine erhebliche Abwertung (meine damit den: Danke für die ARbeit, wünschen Ihr alles Gute für die Zukunft).

Ganz sicher kommt es mir nicht zugute das das Arbeitsverhältnis bis August 2008 ging, aber erst Januar 2009 ein Zeugnis ausgestellt wurde. Denkt man doch sofort daran das es Zoff gab, oder? Jedenfalls hagelt es nur Absagen.

Dann brauche ich jetzt wenigstens keine Panik mehr davor haben das Zeugnis zu zeigen, ist ja schliesslich nur 1 von 2 die ich habe.

Viele Grüsse
charlize

MinkaRoth
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Industriekauffrau Arbeitszeugnis bitte um Hilfe

Beitrag von MinkaRoth » 09.08.2019, 13:58

Hallo zusammen,
meine Ausbilderin hat mir einen ersten Zeugnisentwurf erstellt. Ich würde mich über Feedback und Optimierungsvorschläge freuen.

Ausbildungszeugnis
xxx die 3-jährige Ausbildung zur Industriekauffrau in unserem Unternehmen.
(Info über Firma entfernt)
Sie wurde in folgenden Bereichen ausgebildet:
- Materialwirtschaft/Einkauf (Anfragen, Bestellungen, Lieferterminverfolgung, Stammdatenpflege
- Kommunikationszentrale/Büroorganisation
- Angebotswesen
- Vertrieb Versand
- Buchhaltung (Rechnungsprüfung, Kreditoren-, Debitoren- und Anlagenbuchhaltung, Reisekostenabrechnung, Kasse, Meldewesen)
Frau XX hat die in unserem Haus vermittelten Inhalte und Kenntnisse im vollsten Umfang erworben und stets mit sehr großem Erfolg in der Praxis angewendet. Durch ihre Fähigkeit, Aufgabeninhalte schnell zu erfassen und logisch umzusetzen, war es für die an der Ausbildung beteiligten MitarbeiterInnen stets eine große Freude, sie in die jeweiligen Arbeitsgebiete einzuführen. Die Abschlussprüfung der IHK hat sie erfolgreich abgelegt.
Sie zeigte bei der Ausbildung stets große Einsatzbereitschaft, Fleiß und außergewöhnliches Engagement und so konnten wir sie seit dem zweiten Ausbildungsjahr bereits als Urlaubsvertretung abteilungsübergreifend einsetzen sowie mit Sonderaufgaben wie folgt beauftragen:
- xxx
- xxx
- xxx
- xxx
- xxx
Diese Tätigkeiten wurden auch bei hohem Arbeitsanfall stets äußerst effizient, sorgfältig und selbständig ausgeführt.
Durch ihr offenes Wesen, ihre Hilfsbereitschaft und Kollegialität hat sich Frau xxx in kurzer Zeit in unserem Unternehmen integriert und war bei Vorgesetzten, MitarbeiterInnen gleichermaßen anerkannt und geschätzt. Das Verhalten von Frau xxx war jederzeit vorbildlich. Auch gegenüber Kunden und Lieferanten war sie stets zuvorkommend und korrekt.
Wir freuen uns, dass bereits heute die Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis vereinbart werden konnte und Frau xxx künftig in der Abteilung Vertrieb die erworbenen Fachkenntnisse in unserem Unternehmen anwenden wird.

Vielen Dank

tanda
Bewerbungshelfer
Beiträge: 266
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Re: Arbeitszeugnis bitte um Hilfe

Beitrag von tanda » 11.08.2019, 18:05

Das ist ein sehr gutes Zeugnis. Glückwunsch!

Jameson
Beiträge: 113
Registriert: 10.04.2017, 12:22

Re: Arbeitszeugnis bitte um Hilfe

Beitrag von Jameson » 12.08.2019, 11:44

Hallo Minka,

dieser Zeugnistext liest sich wie von einem äußerst bemühten Laien, in der Absicht eine sehr gute Wertung zu vermitteln, geschrieben. Da es sich bei diesem " äußerst bemühten Laien" i.a.R. um den Zeugnisempfänger selbst handelt fällt es schwer, solch ein Etwas wirklich ernst zu nehmen.

Der Aufbau ist sperrig; einige Aussagen sind widersprüchlich, andere schwierig und fast sinnfrei formuliert; wichtige Würdigungen und/oder Aussagen fehlen.

Gut und wichtig ist die Feststellung dass du in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen wirst, weswegen die möglichen Probleme die eine Bewerbung mit solch einem Ausbildungszeugnis mit sich bringt erst später zum tragen kommen werden... dies dann vielleicht ja sogar nur in abgeschwächter Form.

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