Initiativbewerbung als Sozialarbeiterin

Eine initiative Bewerbung lohnt immer dann, wenn keine konkrete Stellenausschreibung vorliegt. Worauf ihr achten musst, ist Thema in diesem Forum.
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Karome
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Initiativbewerbung als Sozialarbeiterin

Beitrag von Karome » 29.01.2019, 22:24

Hallo zusammen!

Ich bin gerade im 5. Semester "Soziale Arbeit", und stehe zum ersten Mal vor der Herausforderung einer Initiativbewerbung und eines Motivationsschreiben für eine zukünftige Stelle als Sozialarbeiterin in der Kinder- und Jugendhilfe. Mit der Bewerbung bin ich soweit fertig, würde aber gerne eine professionelle Meinung dazu einholen.
Ich bin neu im Forum und weiß deshalb nicht, ob ich sie einfach hier online stellen kann?

Mit lieben Grüßen und in freudiger Erwartung auf Hilfe
Karome

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 30.01.2019, 00:46

Nur zu. Aber redest du wirklich über eine Initiativbewerbung?

Karome
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Beitrag von Karome » 30.01.2019, 14:14

Ich habe dort mein Fachpraktikum absolviert und da wurde mir angeraten, eine Initiativbewerbung zu schreiben....


Initiativbewerbung als Sozialarbeiterin

Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Herbst 2018 habe ich, im Zuge meines Studiums „Soziale Arbeit“ an der Fachhochschule in xxx, mein Langzeitpraktikum in der Kinder- und Jugendhilfe des Magistrats xxx absolviert.

Während dieser Zeit konnte ich meine fachlichen Qualifikationen nicht nur ausbauen, vielmehr konnte ich diese und meine persönlichen Eigenschaften sehr gut im Umgang mit Klient*innen, Vorgesetzten und Kolleg*innen, aber auch im selbständigen Arbeiten unter Beweis stellen. So kam es, dass mich das gesamte Team offen aufnahm und mir schnell das Gefühl gab, ein Teil davon zu sein. In der Tätigkeit der Sozialarbeiter*innen liegt der Fokus stets auf der Sicherung und dem Schutz des Kindeswohls, und dieser Aufgabe kommt die Kinder- und Jugendhilfe des Magistrat xxx mit unermüdlichem Engagement und innovativen Ideen nach. Somit war mir schnell klar, dass auch ich nach dem Studium unbedingt Teil dieses Teams sein möchte, um ebenso Kindern, Jugendlichen und Eltern zur Seite zu stehen, wenn sie Beratung und Unterstützung brauchen.

Ich habe mich 2015 dazu entschlossen, einen beruflichen Neubeginn zu starten und im selben Jahr noch mit den Kursen für die Studienberechtigungsprüfung begonnen. Somit stand meinem Studium „Soziale Arbeit“ an der Fachhochschule in xxx nichts mehr im Wege. Empathie, Hilfsbereitschaft, Wertschätzung und ein liebevoller Umgang mit Menschen sind meine Charaktereigenschaften, die ich sowohl beruflich, als auch in meinem privaten Umfeld gerne einbringe. Als Hotel- und Gastgewerbeassistentin schätzten Gäste aus allen Ländern und Kulturen vor allem meine positive Ausstrahlung und meine Lebensfreude.

Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern weiß ich, wie wichtig ein strukturierter Tagesablauf ist, dabei bin ich zielorientiert und achte auf meine Grenzen. Aufgrund meines beruflichen und privaten Werdegangs bin ich überzeugt, als Sozialarbeiterin meine fachlichen Qualifikationen und meine Persönlichkeitsmerkmale sehr gut miteinander verbinden zu können.

Meinen Abschluss als Bachelor of Arts in Social Sciences werde ich im Juni 2019 erlangen und freue mich darüber, wenn Sie mich im Falle einer freien Stelle kontaktieren.


Mit freundlichen Grüßen





je öfter ich drüber lese, desto unzufriedener bin ich...

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 30.01.2019, 19:10

Karome hat geschrieben: Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Herbst 2018 habe ich, im Zuge meines Studiums „Soziale Arbeit“ an der Fachhochschule in xxx, mein Langzeitpraktikum in der Kinder- und Jugendhilfe des Magistrats xxx absolviert.[
Anreden mit Komma beenden, danach klein weiter.
Während dieser Zeit konnte ich meine fachlichen Qualifikationen nicht nur ausbauen, vielmehr konnte ich diese und meine persönlichen Eigenschaften sehr gut im Umgang mit Klient*innen, Vorgesetzten und Kolleg*innen, aber auch im selbständigen Arbeiten unter Beweis stellen.

Ist der gendergerechte Asterisk in dem Laden Usus? Ansonsten würde ich das generische Maskulin nutzen. Sorry, aber dass die Rechtspopulisten sich so leicht tun in großen Teilen der Bevölkerung die Mär vom Genderwahn zu pflanzen, liegt auch an der tatsächlich aufoktoyierten angeblich gendergerechten Sprache (gleichwohl ich verstehe, dass etwas schief ist, wenn ich eine Gruppe die aus 99 Frauen und einem Mann besteht, als Ärzte, Lehrer oder Architekten bezeichne).

Hierbei baute ich meine fachlichen Qualifikationen aus und stellte im Umgang mit.... unter Beweis.
So kam es, dass mich das gesamte Team offen aufnahm und mir schnell das Gefühl gab, ein Teil davon zu sein.
Hier trttst du nicht aktiv auf. So gelang es mir,...
In der Tätigkeit der Sozialarbeiter*innen liegt der Fokus stets auf der Sicherung und dem Schutz des Kindeswohls, und dieser Aufgabe kommt die Kinder- und Jugendhilfe des Magistrat xxx mit unermüdlichem Engagement und innovativen Ideen nach.
Darüber benötigen die sicher keine Aufklärung. Warum bist du für die Stelle geeignet, darum geht es
Ich habe mich 2015 dazu entschlossen, einen beruflichen Neubeginn zu starten und im selben Jahr noch mit den Kursen für die Studienberechtigungsprüfung begonnen. Somit stand meinem Studium „Soziale Arbeit“ an der Fachhochschule in xxx nichts mehr im Wege.
Du musst dich nicht für deinen Lebensweg rechtfertigen. Das sind alles Entscheidungsprozesse, die hier nicht mehr von Belang sind.
Aufgrund meines beruflichen und privaten Werdegangs bin ich überzeugt, als Sozialarbeiterin meine fachlichen Qualifikationen und meine Persönlichkeitsmerkmale sehr gut miteinander verbinden zu können.
Aufgrund meines ... Werdegangs werde ich ... miteinander verbinden.

Meinen Abschluss als Bachelor of Arts in Social Sciences werde ich im Juni 2019 erlangen
Voraussichtlich!

Karome
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Beitrag von Karome » 31.01.2019, 12:33

Danke für die rasche Antwort und dass du dir die Zeit genommen hast.

Und ja, zu gendern ist in diesem Laden absolut Usus, wenn nicht sogar ein "Muss". :) Es handelt sich um eine Behörde und sollte meiner Meinung nach heute schon selbstverständlich sein.

LG Karome

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 31.01.2019, 14:27

Ich beobachte eher, dass die Ablehnung des generischen Maskulins die Erfolge in der Geschlechtergerechtigkeit zurückwirft und in der Bevölkerung breite Akzeptanz für reaktionäres Gefasel von "Genderwahnsinn" schafft. Einfach weil die Leute - und das sage ich als Sprachwissenschaftler: zu Recht - den Eindruck haben, dass ihre natürliche Sprache mit Aufoktroyiertem manipuliert wird. Das Resulltat ist also nicht die weitere Angleichung von Männern und Frauen sondern vermehrte Reaktanz.

Karome
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Beitrag von Karome » 31.01.2019, 14:39

Schade eigentlich, dass es die große Mehrheit "nur" als bloße Angleichung von Männern und Frauen sieht. Bitte nicht falsch verstehen, das ist auch sehr wichtig und richtig, doch es geht um soviel mehr, nämlich um geschlechtliche Vielfalt! Und in diesem Sinne werde ich nicht müde zu gendern, auch wenn es manchmal die Lesbarkeit erschwert.

Karome
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Beitrag von Karome » 31.01.2019, 14:44

Darf ich dich noch zum Motivationsschreiben etwas fragen? Darf ich hier die Sätze ausschmücken? Und solche Sätze, die ich zuvor aus der Initiativbewerbung raus nehmen sollte, reinschreiben?

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 31.01.2019, 18:14

Karome hat geschrieben:Darf ich dich noch zum Motivationsschreiben etwas fragen? Darf ich hier die Sätze ausschmücken? Und solche Sätze, die ich zuvor aus der Initiativbewerbung raus nehmen sollte, reinschreiben?
Egal ob Initiativ- oder Reaktivbewerbung:
- nicht schwafeln
- konkretisieren

- positiv argumentieren (Verneinungen vermeiden)
- im Aktiv schreiben
- du bewirbst dich, also schreib über dich und deine Leistungen, dementsprechend setze auch Attribute ein
- das Anschreiben ist keine Lebenslaufnacherzählung
- vermeide Modalverben
- vermeide den Gebrauch von haben und sein als Vollverben
- beantworte die drei Fragen:
1.) Warum will ich die Stelle?
2.) Was bringe ich dafür an Fertigkeiten/Kompetenzen/Kenntnissen mit?
Wann/wo/wie erworben?
3.) Was bringe an positiven Charaktereigenschaften ("Stärken") mit, die ich bei der Arbeit einsetze?
Wann/wo/wie belegt?



Bei Reaktivbewerbungen:
- Muss- und Sollkriterien aus der Ausschreibung mit den drei Fragen abstimmen.

Bei Initiativbewerbungen:
- Was würde in einer Ausschreibung stehen? (Du kannst dir hier ein Stück weit deine Stelle selber designen, natürlich im Rahmen der realistischen Möglichkeiten.)

Nimm mich sofort
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Beitrag von Nimm mich sofort » 11.02.2019, 19:26

ich finde die ausgangsbewerbung sehr gut, und angemessen korrigiert.

abseits davon bedanke ich mich für diesen satz:
" Empathie, Hilfsbereitschaft, Wertschätzung und ein liebevoller Umgang mit Menschen sind meine Charaktereigenschaften, die ich sowohl beruflich, als auch in meinem privaten Umfeld gerne einbringe."

:)

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