Jobbörsen fragwürdig

Welches sind die besten Online-Jobbörsen? Was muss beachtet werden? Lohnen sich kostenpflichtige Einträge? Fragen zur staatlichen (Bundesagentur für Arbeit) und privaten Jobvermittlung.
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quantum
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Jobbörsen fragwürdig

Beitrag von quantum » 05.12.2015, 22:49

Liebe Foristen,
beschleicht Euch beim Besuch einer Jobbörse auch das Gefühl, dass die aufgelisteten Stellen nicht wirklich zu einem passen? Mich schon.

Frage:

Wieso werden Jobbörsen stumpf nach Berufen/Branchen kategorisiert?

Wäre es nicht sinnvoller, dass man zunächst ein Verfahren zum Auskundschaften von Fähigkeiten durchschreitet und am Ende eine darauf angepasste Stellenliste erscheint?

Beispiel:
Jmd. hat Sozialwissenschaften studiert. Die Person hat folgende Eigenschaften: Kommunikativ, Authentisch, Analytisch, Zielstrebig, Ehrgeizig etc.. Sie beherrscht Deutsch perfekt in Wort und Schrift. Ist ein Organisationstalent. Ehrlich, Unbestechlich usw.

Dazu könnte man zusätzlich weitere Kriterien zur weiteren Eingrenzung der Stellenanzeigen machen, etwa: Branche XY, Umkreis 100 km.

Aber bislang bin ich leider nicht auf eine solche Jobbörse gestoßen. Was tun?
Gibt es solche Jobbörsen, von denen ich bisher keine Kenntnis hatte?

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 05.12.2015, 23:11

Die Dinge, die du da aufgezählt hast, sind nur leider zurm größten Teil nicht objektiv messbar. Ein Norddeutscher wird sich womöglich selbst für das größte Plappermaul halten während ein Rheinländer denken mag, was dass denn wohl für ein sturer Fischkopp ist. Ein Rheinländer mag sich für einen ruhigen Vertreter seiner Art halten und der Emsländer oder Friese denkt sich: Wann is denn endlich mal Ruhe auf'm Deich?! Aber es gibt durchaus Jobbörsen, die anders arbeiten als die größeren. Ob sie deswegen erfolgreicher sind als die gängigen? Ich weiß es nicht.

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FRAGEN
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Re: Jobbörsen fragwürdig

Beitrag von FRAGEN » 06.12.2015, 09:28

quantum hat geschrieben:Wieso werden Jobbörsen stumpf nach Berufen/Branchen kategorisiert?
Weil die Arbeitgeber genauso "stumpf" denken: Die suchen halt für ihre Branche jemanden mit der möglichst exakt dazu passenden Ausbildung.

Das wäre bei Hochschulinstituten o. ä., die einen Sozialwissenschaftler suchen, auch nicht anders. Selbst denen geht es zunächst um den "harten" Teil der Qualifikation. Es sucht einfach niemand nach einem "authentischen, ehrlichen, ehrgeizigen etc. Menschen"... sondern immer nach jemandem, der etwas Bestimmtes gelernt hat.

Und 90% der Arbeitnehmer denken genauso "stumpf": Die haben halt ihre Berufsausbildung und -erfahrung... und suchen dafür die passende Zielstelle.

Für diese überwältigende Mehrheit an Beteiligten ist das vorherrschende Prinzip perfekt... und überdies extrem einfach für den Betreiber der Börse. Alles andere wäre sehr viel aufwendiger... und würde auch die aktive Mitarbeit der Inserenten voraussetzen. Die müssten ihre Inserate ja so gestalten, dass einem Dritten ohne Branchenkenntnis (Börsenbetreiber) das von Dir gewünschte "Auskundschaften" überhaupt möglich ist. Und wenn das so funktionieren soll, wie der hier beispielhaft genannte Sozialwissenschaftler sich das wünscht, müssten diese Inserate ihren Schwerpunkt grundsätzlich vom Hard- zum Softskillbereich verlagern. Ich glaube nicht, dass daran jemand Interesse hat, der in erster Linie die passende "harte" Qualifikation sucht...

Von daher würde es mich wundern, wenn es solche Börsen gäbe. Irgendwie wollen deren Betreiber ja auch Geld verdienen... und wenn der Aufwand steigt und der Ertrag sinkt, stellt sich natürlich die Frage, wer solch ein Nischenangebot für eine kleine Minderheit auf Nachfrageseite initiieren wollte.

Ich denke, das eigentliche Problem des besagten Sozialwissenschaftlers besteht ganz einfach in einem ungünstigen Verhältnis von Angebot zu Nachfrage. Es gibt einfach nicht viele Unternehmen, die einen solchen suchen. Da kann die Jobbörse gar nichts machen... ganz egal, in welchem Verfahren. Wenn letztendlich nur eine Handvoll Arbeitgeber die entsprechende Qualifikation sucht, spielt es keine Rolle, wie man danach fragt und wie man den Weg zur "Auswahl" gestaltet...

Romanum
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Beitrag von Romanum » 07.12.2015, 20:19

quantum hat geschrieben:Die Person hat folgende Eigenschaften: Kommunikativ, Authentisch, Analytisch, Zielstrebig, Ehrgeizig etc.. Sie beherrscht Deutsch perfekt in Wort und Schrift. Ist ein Organisationstalent. Ehrlich, Unbestechlich usw.

Ich sehe jetzt an diesem Beispiel nicht, was für den Bewerber damit gewonnen wäre. Erst mal hapert es bei vielen Bewerbern doch an der Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, also mit den berufsrelevanten Eigenschaften. Deshalb würde sich die Mehrheit der Bewerber auch die oben genannten Eigenschaften zuschreiben. Zudem sind obige Eigenschaften doch in nahezu jedem Beruf erwünscht, ergo jeder Arbeitgeber würde sie in der Jobbörse verwenden. Die Passgenauigkeit würde sich nicht erhöhen, im Gegenteil: die Anzahl der "passenauen" aufgelisteten Stellen würde sogar zunehmen.

Im Prinzip weiß man natürlich, was du dir denkst, aber so richtig zu Ende gedacht ist dein Ansatz noch längst nicht.

Die Eigenschaftszuordnung der Bewerber müsste schon "unabhängig" erfolgen. Bei einigen Partnerbörsen gibt es ja "psychologische" Tests, um die Passgenauigkeit herauszufinden. Übertragbar auf Jobbörsen?

Bernie
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Ich hab's bereits wo anders geschildert, die Jobbörse der BA

Beitrag von Bernie » 16.05.2016, 19:17

...ist unter aller S...!!!

Ich hab da nach "Helferstellen" gesucht, so wie mir vom hiesigen Arbeitsagentur-Leiter gezeigt wurde - in einem Termin, und fand nur unseriöse und veraltete Stellen.

Da frägt man sich ob die überhaupt kontrollieren was die reinstellen - in die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit.

Ach übrigens das geschriebene gilt auch für normale Arbeitsstellen - bei der Jobbörse der BA gibt es entweder unseriöse, veraltete oder unpassende Stellen.

Da frägt man sich wirklich warum wird die eigentlich so beworben - medial? Weil die beim Staat ist?

Jede andere Jobbörse ist da um einiges attraktiver, und wenn man ganz sicher gehen will dann geht man zusätzlich zu anderen Jobbörsen - von denen ich mittlerweile auch ein paar im Netz gefunden habe die hier auf unsere Region passen.

Noch was, ich hatte - bis auf meinen Verzicht - Anspruch auf ergänzendes ALG 2 was dazu führte, dass ich bei der Jobbörse der BA als ALG 2 - Empfänger geführt wurde - Warum ich dies schreibe?

Mit Datenschutz scheint es die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit nicht zu haben denn ich recherchierte - unter Kennwort und Benutzernamen angemeldet - Stellen, und druckte mir eine aus weil ich die Absicht hatte mich darauf zu bewerben.

Ein paar Tage später kam ein "Vermittlungsvorschlag" des hiesigen Jobcenters - mit genau derselben Stelle auf die ich mich mittlerweile beworben hatte.

Zufall?

Ich mag nicht so recht dran glauben.

Eher glaube ich, dass meine Anmeldedaten an das hiesige Jobcenter automatisch weitergeleitet wurden und ich von denen prompt eine Aufforderung erhielt, mit Sanktionsandrohung, mich auf diese Stelle (wie bereits erwähnt habe ich mich ja beworben) zu bewerben.

Orwell läßt grüßen, und seither recherchiere ich nur noch unangemeldet bei der Jobbörse der Arbeitsagentur bzw. melde mich an, wenn ich mit "meinem" Arbeitsvermittler konkret in Kontakt treten will.

Ich will ja nicht noch einmal eine so unschöne Überraschung erleben.

Gruß
Bernie

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 16.05.2016, 19:36

Die Stellen bei der Jobbörse werden von den Betrieben freigemeldet. Wenn die dann nicht weitergeben, dass die Stelle besetzt wurde - oder nicht mehr besetzt werden wird - dann läuft die Ausschreibung in der Jobbörse halt weiter.
Branchenbezogene Seiten für Stellenanzeigen sind für die Betriebe einfach wichtiger, da sie mehr Renommee versprechen. Daher werden die Ausschreibungen dort gründlicher gepflegt - vor allem seitens der Unternehmen. Die dort auch stärker auf Aktualität achten.

Auf Seriosität werden diese Unternehmen von der ARGE wohl kaum kontrolliert - dafür gibt es andere Institutionen.

Und wenn Du einen Vermittlungsvorschlag bekommst, der so genau auf Dein Profil passt, dass Du Dich sowieso schon dort bewerben wolltest, dann freu Dich doch: das bedeutet, dass Dein Sachbearbeiter sich gründlich mit Dir befasst hat.
Ich würde darüber keine Paranoia schieben. Das ist für mich verschwendete Zeit und Kraft. Arbeitssuche ist auch ohne dies anstrengend genug... Aber wer soviel Kapazität frei hat, sich auch noch Verschwörungstheorien auszudenken, der ist wohl nicht ausgelastet ;)

Bernie
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@katerfreitag

Beitrag von Bernie » 16.05.2016, 22:17

Die Stellen bei der Jobbörse werden von den Betrieben freigemeldet. Wenn die dann nicht weitergeben, dass die Stelle besetzt wurde - oder nicht mehr besetzt werden wird - dann läuft die Ausschreibung in der Jobbörse halt weiter.
Yep, ist aber schlecht, da man ja gerne aktuelle Stellenausschreibungen hätte - Ich ruf übrigens sowieso vorher an, da wird dann schnell klar ob die Stelle noch frei ist - oder schon vergeben.
Branchenbezogene Seiten für Stellenanzeigen sind für die Betriebe einfach wichtiger, da sie mehr Renommee versprechen. Daher werden die Ausschreibungen dort gründlicher gepflegt - vor allem seitens der Unternehmen. Die dort auch stärker auf Aktualität achten.
Hab ich auch schon einige gefunden, und gebe dir recht. Ich verlass mich übrigens auch auf Online-Jobbörsen außerhalb der Arbeitsagentur - von denen gibt es auch einige, wie ich bereits herausfand, bei Eigenrecherche - Oder geh gleich auf die Unternehmenshomepage.
Auf Seriosität werden diese Unternehmen von der ARGE wohl kaum kontrolliert - dafür gibt es andere Institutionen.
Diese "anderen Institutionen" würde ich gerne mal kennen lernen?

Eigentlich ist es doch so, dass der arbeitslose, oder nicht arbeitslose, Bewerber selbst rausfinden muss, ob die Stelle seriös ist auf die er sich bewirbt, und dies ist keine "Verschwörungstheorie" sondern seit Jahrzehnten Usus in .de
Und wenn Du einen Vermittlungsvorschlag bekommst, der so genau auf Dein Profil passt, dass Du Dich sowieso schon dort bewerben wolltest, dann freu Dich doch: das bedeutet, dass Dein Sachbearbeiter sich gründlich mit Dir befasst hat
.

Yep, eine Sachbearbeiterin die mich nicht einmal persönlich kennenlernen wollte!

Ich hatte nicht ein persönliches Gespräch mit ihr sondern nur mit der Stellvertreterin von ihr, und die riet mir, wegen meiner Weiterbildungsabsicht, davon ab mich auf Arbeitsstellen zu bewerben - Ich soll mich auf meine Weiterbildung, die ja nun dank Zuständigkeitsproblemen zwischen Jobcenter und Arbeitsagentur (sorry wenn ich mich wiederhole!) gescheitert ist, konzentrieren.

Ein Rat an den ich mich nicht halte, da ich der Auskunft der anderen Behörde(= hier Arbeitsagentur genannt) nicht traue, dass man mir eine Umschulung in einem Jahr finanzieren könnte (="Kann-Vorschrift" für Menschen die juristisch versiert sind ist keine "Muss-Vorschrift", daher meine Skepsis)
Ich würde darüber keine Paranoia schieben. Das ist für mich verschwendete Zeit und Kraft. Arbeitssuche ist auch ohne dies anstrengend genug... Aber wer soviel Kapazität frei hat, sich auch noch Verschwörungstheorien auszudenken, der ist wohl nicht ausgelastet ;-)
Wo schieb ich den "Paranoia"?

Ich schreib nur, dass mir die Sache reichlich suspekt vorkommt - Ist das schon eine Verschwörungstheorie?

Achtung Sarkasmus (der daraus resultiert das ich zum Thema eine ganz eigene Meinung habe):

War der 11. September 2001 auch nur eine "Verschwörungstheorie"? Ist der "Krieg gegen den Terror nur ein böser Alptraum? Ist meine Mutter nicht schwer pflegebedürftig und mein Vater tot - Hab ich das alles nur geträumt - als böser Traum.

Was die Arbeitsuche angeht, da gebe ich dir völlig recht, die ist anstrengend genug, zumal man da mit haltlosen Vorurteilen konfrontiert wird ("der ist wohl nicht ausgelastet genug") die absichtlich von der Politik und der Wirtschaft geschürt wurden in manch dt., dafür empfängliche, Hirne, und mit viel Propaganda (sorry heute nennt man das ja Public Relations)

Oder ist das auch eine "Verschwörungstheorie"?

War Helmut Kohl vor Angela Merkel Kanzler, und ich bilde mir die Amigos um Ex-Kanzler Gerhard Schröder/Joschka Fischer nur ein?

Es gibt keine gefälschten Stellenanzeigen bei den Jobbörsen, alles nur "Verschwörungstheorie"? Ja?

Na denn lies mal diesen Zufallsfund aus dem Internet:

"[...]Gefälschte Stellenanzeigen: Das üble Geschäft[...]"

Quelle und kompletter Text:

stellenpakete.de/gefaelschte-stellenanzeigen-das-ueble-geschaeft/

Gruß
Bernie

franzler
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kann dir nicht folgen

Beitrag von franzler » 08.07.2016, 11:18

"beschleicht Euch beim Besuch einer Jobbörse auch das Gefühl, dass die aufgelisteten Stellen nicht wirklich zu einem passen?"

Wie wäre die andere Sicht: kann es sein, dass ich nicht zu den aufgelisteten Stellen passe???
Die Frage finde ich deutlich realistischer.

BlackDiamond
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Re: Jobbörsen fragwürdig

Beitrag von BlackDiamond » 08.07.2016, 17:33

Das ist tatsächlich die Frage. Wenn ich nur wenige arbeitsmarktkonforme Fähigkeiten und Erfahrungen habe, dann finde ich am Arbeitsmarkt eben wenig. Das liegt nicht am Arbeitsmarkt, sondern an den (nicht vorhandenen) Fähigkeiten. Ich möchte doch Geld von jemandem für meine Arbeitskraft. Solange es aber welche gibt, die besser qualifiziert sind als ich, die ebenfalls verfügbar sind, darf ich mich nicht wundern, dass man mich nicht als bezahlte Arbeitskraft haben möchte. Mag hart klingen, wenn man dazu gehört, aber es liegt an jedem selbst, das zu ändern.
quantum hat geschrieben:Liebe Foristen,
beschleicht Euch beim Besuch einer Jobbörse auch das Gefühl, dass die aufgelisteten Stellen nicht wirklich zu einem passen? Mich schon.

Frage:

Wieso werden Jobbörsen stumpf nach Berufen/Branchen kategorisiert?

Wäre es nicht sinnvoller, dass man zunächst ein Verfahren zum Auskundschaften von Fähigkeiten durchschreitet und am Ende eine darauf angepasste Stellenliste erscheint?

Beispiel:
Jmd. hat Sozialwissenschaften studiert. Die Person hat folgende Eigenschaften: Kommunikativ, Authentisch, Analytisch, Zielstrebig, Ehrgeizig etc.. Sie beherrscht Deutsch perfekt in Wort und Schrift. Ist ein Organisationstalent. Ehrlich, Unbestechlich usw.

Dazu könnte man zusätzlich weitere Kriterien zur weiteren Eingrenzung der Stellenanzeigen machen, etwa: Branche XY, Umkreis 100 km.

Aber bislang bin ich leider nicht auf eine solche Jobbörse gestoßen. Was tun?
Gibt es solche Jobbörsen, von denen ich bisher keine Kenntnis hatte?

Bedanke mich bereits jetzt für konstruktive Antworten!
Aber welche Fachkenntnisse bringt die Person mit? Die besten Social Skills (und wer hat schon schlechte?) bringen nichts, wenn derjenige, der als Elektriker / Apotheker / Zahnarzthelferin arbeiten soll, das Fach nicht beherrscht.

cre
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Beitrag von cre » 08.07.2016, 19:07

Das Problem bei der ganzen Sache steht schon in dem recht alten Eingangspost.
Jmd. hat Sozialwissenschaften studiert. Die Person hat folgende Eigenschaften: Kommunikativ, Authentisch, Analytisch, Zielstrebig, Ehrgeizig etc.. Sie beherrscht Deutsch perfekt in Wort und Schrift. Ist ein Organisationstalent. Ehrlich, Unbestechlich usw.
Tatsache ist das wir uns bei den Softskills alle ganz vorzüglich einschätzen würden. Oder schreibt jemand in seine Bewerbung das er nicht ehrgeizig ist, dazu noch unehrlich usw.? Und wir glauben ja selber, dass wir das sind. Selbst der größte Eigenbrötler wird sich auch als teamfähig einschätzen
Auch "Deutsch perfekt in Wort und Schrift", wenn mir das jemand unter die Nase reibt muss ich immer schmunzeln, genau wie bei dem verhandlungssicheren Englisch. Sicher gibt es Leute die von Grammatik mehr Ahnung haben als andere, aber eine Sprache perfekt zu beherrschen ist quasi unmöglich, zumal eine Sprache sich ständig weiter entwickelt.

Deshalb müssen AG eben nach den Hardskills gucken und deshalb sind die Jobbörsen so aufgestellt. Was nützt es einen wenn man die Stelle gefunden hat die vermeintlich zu einem passt und am Ende kriegt man doch eine Absage weil man eben die nötige Qualifikation nicht hat?

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 10.07.2016, 11:37

cre hat geschrieben:Das Problem bei der ganzen Sache steht schon in dem recht alten Eingangspost.
Jmd. hat Sozialwissenschaften studiert. Die Person hat folgende Eigenschaften: Kommunikativ, Authentisch, Analytisch, Zielstrebig, Ehrgeizig etc.. Sie beherrscht Deutsch perfekt in Wort und Schrift. Ist ein Organisationstalent. Ehrlich, Unbestechlich usw.
Tatsache ist das wir uns bei den Softskills alle ganz vorzüglich einschätzen würden. Oder schreibt jemand in seine Bewerbung das er nicht ehrgeizig ist, dazu noch unehrlich usw.? Und wir glauben ja selber, dass wir das sind. Selbst der größte Eigenbrötler wird sich auch als teamfähig einschätzen
Auch "Deutsch perfekt in Wort und Schrift", wenn mir das jemand unter die Nase reibt muss ich immer schmunzeln, genau wie bei dem verhandlungssicheren Englisch. Sicher gibt es Leute die von Grammatik mehr Ahnung haben als andere, aber eine Sprache perfekt zu beherrschen ist quasi unmöglich, zumal eine Sprache sich ständig weiter entwickelt.

Deshalb müssen AG eben nach den Hardskills gucken und deshalb sind die Jobbörsen so aufgestellt. Was nützt es einen wenn man die Stelle gefunden hat die vermeintlich zu einem passt und am Ende kriegt man doch eine Absage weil man eben die nötige Qualifikation nicht hat?
Was stört dich am verhandlungssicheren Englisch?

cre
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Beitrag von cre » 10.07.2016, 22:33

BlackDiamond hat geschrieben:
cre hat geschrieben:Das Problem bei der ganzen Sache steht schon in dem recht alten Eingangspost.
Jmd. hat Sozialwissenschaften studiert. Die Person hat folgende Eigenschaften: Kommunikativ, Authentisch, Analytisch, Zielstrebig, Ehrgeizig etc.. Sie beherrscht Deutsch perfekt in Wort und Schrift. Ist ein Organisationstalent. Ehrlich, Unbestechlich usw.
Tatsache ist das wir uns bei den Softskills alle ganz vorzüglich einschätzen würden. Oder schreibt jemand in seine Bewerbung das er nicht ehrgeizig ist, dazu noch unehrlich usw.? Und wir glauben ja selber, dass wir das sind. Selbst der größte Eigenbrötler wird sich auch als teamfähig einschätzen
Auch "Deutsch perfekt in Wort und Schrift", wenn mir das jemand unter die Nase reibt muss ich immer schmunzeln, genau wie bei dem verhandlungssicheren Englisch. Sicher gibt es Leute die von Grammatik mehr Ahnung haben als andere, aber eine Sprache perfekt zu beherrschen ist quasi unmöglich, zumal eine Sprache sich ständig weiter entwickelt.

Deshalb müssen AG eben nach den Hardskills gucken und deshalb sind die Jobbörsen so aufgestellt. Was nützt es einen wenn man die Stelle gefunden hat die vermeintlich zu einem passt und am Ende kriegt man doch eine Absage weil man eben die nötige Qualifikation nicht hat?
Was stört dich am verhandlungssicheren Englisch?
Weil es nur ganz wenige Leute gibt die das können. Die meisten Leute sprechen fließend Straßenenglisch und vielleicht ein bisschen Buisness-Englisch. Ich zum Beispiel kann auch nen Film auf englisch verstehen, denn was ich nicht verstehe reime ich mir automatisch zusammen ohne das ich es merke. Außerdem muss ich ja nicht reagieren. Und ich kann mich auch fließend auf englisch unterhalten und verstehe das meiste (und auch hier kann ich mir den Rest wieder zusammen reimen)

Verhandlungssicher heißt für mich, dass man auf jede Gesprächssituation reagieren kann. Das ist aber oft nicht der Fall weil man als Nicht-Muttersprachler schlechterdings sämtliche Worte, Begriffe und den Slang kennt.

Grundsätzlich ist das nicht das große Problem, sofern man jemanden gegenüber sitzen hat der ebenfalls kein Muttersprachler ist. Wenn man aber mit echten Briten, bzw. Amerikanern, Australiern usw. spricht kommt man schnell an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Natürlich nehmen die oft auch Rücksicht, eben weil sie wissen das ihnen gegenüber nur jemand sitzt der die Sprache fließend und nicht verhandlungssicher.
Solange mir also kein Sprachzertifikat beigelegt wird, gehe ich davon aus das hier einfach eine falsche Termini verwendet wurde. Das ist ja nicht schlimm, es bringt mich halt einfach nur zum schmunzeln wenn ich daran denke unsere englischen Kollegen mal auf die Jungs loszulassen mit dem Hinweis das ihr Englisch ja "verhandlungssicher" ist.

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 10.07.2016, 22:49

Ich stelle mir unter verhandlungssicherem Englisch was anderes vor. Nämlich dass jemand sehr gutes bis exzellentes Business Englisch spricht. Ich muss zugeben, mein Englisch für normale Situationen oder Filme ist bestimmt nicht ganz so gut wie das, was man für Verhandlungen braucht. Ich spreche Business English häufiger als "privates" Englisch.

Also unter "fließend" verstehe ich eher privates Englisch, unter "verhandlungssicher" verstehe ich das Englisch, dass man für Verhandlungen braucht, um beispielsweise Verträge zu verhandeln oder Geschäfte abzuschließen.

cre
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Beitrag von cre » 10.07.2016, 22:56

Ich stelle mir unter verhandlungssicherem Englisch was anderes vor. Nämlich dass jemand sehr gutes bis exzellentes Business Englisch spricht. Ich muss zugeben, mein Englisch für normale Situationen oder Filme ist bestimmt nicht ganz so gut wie das, was man für Verhandlungen braucht. Ich spreche Business English häufiger als "privates" Englisch.
Nun, da stimme ich dir zu. Aber wie gesagt aus meiner Erfahrung (und das ist jetzt explizit nicht auf dich gemünzt) sind die meisten die das behaupten nicht in der Lage dieses zu sprechen. Sie denken einfach nur wenn sie es fließend sprechen, können sie auch super verhandeln.

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 10.07.2016, 23:56

Ja, das glaube ich gerne. Als ob jeder Deutsche sofort ohne Übung das Vokabular abrufen könnte, dass man zum verhandeln braucht, das ist ja ähnlich.

Mopedfreund
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Beitrag von Mopedfreund » 23.09.2016, 20:31

Was ich eher komisch finde ist das "verhandlungssicher" oft als höchstes Englisch-Level angesehen wird. Vor allem wenn es wie z.B. in einer Online-Bewerbung vorgefertigte Antwortmöglichkeiten gibt.

Verhandlungssicherheit hat doch aber nicht nur etwas mit Sprache zu tun sondern mit noch ganz anderen, sehr vielfältigen Fähigkeiten. Meine Muttersprache ist Deutsch, trotzdem kann ich mich doch nicht einfach pauschal als verhandlungssicher bezeichnen.

Verstehe den Sinn der Sache hinter der Nutzung dieses Begriffs "verhandlungssicher" deshalb bei Bewerbungen generell nicht. Mal angenommen jemand spricht perfekt Englisch weil er etwa 20 Jahre in England gelebt hat aber in seinem Leben selten Verhandlungen geführt hat. Was soll diese Person dann angeben?

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 24.09.2016, 09:57

Dieses Thema ist in den vorigen Beiträgen angesprochen worden. Für perfektes oder fast perfektes Konversations-Englisch gibt es den Begriff "fließend". Für fließendes Business English ist "verhandlungssicher" der richtige Begriff. Das sollte man aber auch nur reinschreiben, wenn aus dem LL ersichtlich ist, dass man einige Jahre Verhandlungen in der jeweiligen Sprache geführt hat, sonst wirkt es leicht unglaubwürdig.

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