Jobwechsel nach kurzer Zeit in Bewerbung formulieren

Besondere Informationen, Tipps und Tricks für Bewerber, aber auch für Stelleninhaber.
jensjohnson
Beiträge: 3
Registriert: 05.01.2010, 15:24

Jobwechsel nach kurzer Zeit in Bewerbung formulieren

Beitrag von jensjohnson » 05.01.2010, 15:35

Hallo,

nach einigen Bewerbungen und genauso vielen Absagen, denke ich, dass ich meine Bewerbungsstrategie überdenken muss. Ich habe inzwischen in vielen Bewerbungspages umhergestöbert und finde viele hilfreiche Tipps, die sich aber z.T. auch widersprechen.
Hier meine Situation: Zum 15.10. wurde ich gekündigt. Ich arbeite seit 2 Jahren als IT-Servicetechniker und habe Fachinformatiker Systemintegration gelernt. Nun möchte ich wieder zurück zu meinem Ausbildungsberuf oder in ähnliche Berufe.
Wie gehe ich da am besten vor? Gehe ich vornehmlich auf meine Ausbildung ein? Sollte ich meine Berufserfahrung groß anpreisen oder nur nebenbei erwähnen? Welche anderen Möglichkeiten habe ich um mich hervorzuheben? Sollte ich erwähnen, dass ich privat ähnliche Arbeiten durchführe?
Ich hoffe ich bin hier richtig und widersetze mich den Forenregeln.
Vielen Dank für eure Hilfe

MfG

Jens

P.S. Wenn ich einen koreanischen oder chinesischen Ansprechpartner habe, soll ich dann den ersten oder den zweiten Namen als Nachnamen nutzen?

ublindert
Bewerbungshelfer
Beiträge: 316
Registriert: 26.09.2006, 09:09

Überdenken der Strategie

Beitrag von ublindert » 05.01.2010, 16:11

Lieber JensJohnson,

hmm, so ist das ja ziemlich schwierig, dir etwas zu raten, denn wir wissen ja nicht, weshalb du gekündigt wurdest bzw. wie dein Arbeitszeugnis ausgefallen ist. Außerdem wissen wir auch nichts über deine Unterlagen und deinen bisherigen Ansatz...
Denn eigentlich dürften deine Chancen doch gar nicht so schlecht stehen, oder? Die Qualifikationen hören sich an sich doch ganz ordentlich an.

Am besten ist es vielleicht, wenn du deinen Lebenslauf relativ ausführlich mit deiner Berufserfahrung und deiner Ausbildung aufbaust. Schau vor allem aber auch, ob es vielleicht in den letzten zwei Jahren technische Entwicklungen gegeben hat, die du noch nachverfolgen musst, was aber wahrscheinlich machbar sein sollte.

Mehr geht jetzt nicht, wenn wir mehr wissen, könnten wir dir besser helfen, aber sei vorsichtig mit persönlichen Daten;-))

jensjohnson
Beiträge: 3
Registriert: 05.01.2010, 15:24

Beitrag von jensjohnson » 05.01.2010, 16:25

Hallo,

danke für die schnelle Antwort. Gekündigt wurde die gesamte Abteilung in Deutschland, also betriebsbedingt. Das Arbeitszeugnis sollte eine 1 sein.
Braucht ihr noch andere Daten?

Vielleicht sind meine Anschreiben auch zu langweilig oder zu schlecht, kann das leider nicht beurteilen. Wie sieht es eigentlich da aus? Viele machen ja ein paar grafische Spielerein hinein, ich allerdings halte alles schlicht. Ist das schlimm?

Danke nochmal für die Hilfe, sauge gerne alles auf.

MfG

Jens

ublindert
Bewerbungshelfer
Beiträge: 316
Registriert: 26.09.2006, 09:09

Beitrag von ublindert » 05.01.2010, 17:36

Hallo Jens,

na, das hört sich doch schon konkreter an. Okay, dann kann es ja nicht an dir oder dem Zeugnis liegen. Wenn aber ganze Abteilungen aufgelöst werden, gibt es sicher einige mehr Leute, die sich auf ähnliche Stellen wie du bewerben, oder? Die Qualifikationen könnten ähnlich sein.

So kann man immer noch nicht sagen, was genau nicht klappt. aber meistens liegt es nicht daran, dass irgendwo eine Grafik fehlt. Das braucht hinterher ja kein Mensch, sondern einfach eine Person/einen Mitarbeiter, der zum Job passt.
Also würde ich den Ansatz noch einmal anders gehen, dass du echt suchst, wo es Jobs für dich gibt. benutz auch mal Meta-Suchmaschinen wie kimeta und recherchier auch nach Unternehmen, die jemand wie dich suchen könnten, aber gerade nichts ausgeschrieben haben. Frag dort mal nach. Bereite ein paar Sätze zur Vorstellung vor und frag nach, ob du deine Unterlagen schicken darfst.

Deine Unterlagen sollten online vorliegen, Lebenslauf durchaus ausführlich, Anschreiben knackig, alles ordentlich ohne Rechtschreibfehler und passgenau auf Unternehmen und Stelle. Dann sollte es zumindest schon einmal zur Vorstellungsgesprächen kommen.

jensjohnson
Beiträge: 3
Registriert: 05.01.2010, 15:24

Beitrag von jensjohnson » 12.01.2010, 15:19

na mal sehen, wies ausgeht. danke nochmal für deine hilfe.

ich habe noch eine kleinere frage. wenn im gespräch nach meinen schwächen gefragt wird, was ist dabei ein nogo als antwort und was ist eher zumutbar?!

ublindert
Bewerbungshelfer
Beiträge: 316
Registriert: 26.09.2006, 09:09

Beitrag von ublindert » 12.01.2010, 15:56

Hallo JensJohnson,

am besten ist es immer, sich ein Beispiel zu überlegen einer Schwäche, an der du gearbeitet hast oder noch arbeitest. Das sollte natürlich eine Sache sein, die sich noch gut tolerieren lässt.
Zum Beispiel kannst du sagen, dass du bei deiner Arbeit immer alles sehr perfekt machen wolltest und dabei manchmal die Zeit aus den Augen verloren hast... Mittlerweile kannst du besser einschätzen, wann eine Aufgabe auch "gut genug" erledigt ist.
Ich würde immer schauen, dass keine wirkliche Schwäche auf den Tisch kommt, sondern dass du dir über deine kleineren oder auch etwas größeren Schwächen Gedanken gemacht hast und daran arbeitest bzw. diese deine Arbeit eh nicht tangieren.

Viel Erfolg!

Mocko
Beiträge: 1
Registriert: 04.02.2010, 09:42

Nach 3 Tagen Arbeitgeberwechsel?

Beitrag von Mocko » 04.02.2010, 09:54

Hallo Forum,

ich bräuchte dringend Hife.
Ich hab zum 01. Februar meine alte Firma im guten aus privaten Gründen verlassen(Umzug in andere Stadt/Freundin).
Die Arbeit bei meinem alten Arbeitgeber hat mir super viel Spaß gemacht und ich war einfach glücklich und zufrieden.
Bei meinem neuen Arbeitgeber sieht das leider jetzt ganz anders aus.
Ich fühle mich einfach nicht wohl und das Betriebs- bzw. Arbeitsklima ist einfach grauenhaft.
Hinzu kommt, dass der Aufgabenbereich überhaupt nicht dem entspricht, was mir versprochen wurde.
Nun sitze ich schon nach 3 Tagen da und weiß nicht was ich machen soll. Ist es nun sinnvoll sich wieder neu zu bewerben? Macht bestimmt keinen guten Eindruck bei anderen Firmen wenn man sich schon nach 3 Tagen wieder neu bewirbt oder?
Wie würdet ihr das Anschreiben gestalten? Würdet ihr genau reinschreiben warum ihr euch neu bewerbt?

Ich würde mich freuen wenn ihr mir helfen könntet und bin froh über jede Antwort.

Gruß Mocko

itazubi
Beiträge: 29
Registriert: 31.01.2010, 20:08

Beitrag von itazubi » 04.02.2010, 17:53

schwierige Lage zugegeben. Interessant wäre natürlich welchen Beruf du ausübst. Weil bei "Maschinenbauingeneur" wirste sicherlich gleich wieder einen neuen Arbeitgeber finden. Nur ist das eben nicht bei allen Berufsfeldern der Fall.

Ich würde mich durchbeißen und das erste Monat, damit auch Gehalt abwarten. Du wirst sicherlich sowieso eine 3 monatige Kündigungsfrist haben. Auf jeden Fall solltest du in einem entsprechenendem Berufsfeld sein. Da wäre es natürlich schlecht gleich nach 3 Tagen zu kündigen. Außerdem sollen die ersten Tage immer die schlimmsten sein. Soll das nichts helfen kann man ja sich positive Gedanken machen. :D (Probiers aus du wirst erstaunt sein bzw. Entspannungsübungen). Also ich würds damit probieren ;-)

Stephanie76
Beiträge: 6
Registriert: 07.02.2010, 20:15

Beitrag von Stephanie76 » 07.02.2010, 20:40

Hallo Mocko, oh jeh, das ist bestimmt eine ganz schön frustrierende Situation. Da finde ich es gut nachvollziehbar, daß Du schon nach drei Tagen Fluchtphantasien hast und lieber heute als morgen dort aufhören willst!

Inwieweit hast Du denn Einflußmöglichkeiten auf die Situation? Kannst Du z.B. durch ein Gespräch klären, daß Du den Aufgabenbereich für unangemessen hältst? Oder kann es sein, daß sich Deine Aufgaben, wenn Du erstmal ein bißchen eingearbeitet bist, sowieso von ganz alleine erweitern und verändern?

Die Frage ist vermutlich auch, ob Du Dir die Zeit lassen willst, dort erstmal anzukommen (auch innerlich) und zu schauen, wie sich die Dinge entwickeln... oder ob Du schon jetzt ganz klar spürst, daß es das nicht ist.

Prinzipiell halte ich nichts davon, sich zu irgendetwas zu zwingen, nur weil es sonst vielleicht für andere komisch aussieht. Es ist Dein Leben. Und wenn das da für Dich einfach schrecklich ist, und Du auch keine Chance siehst, daß es besser wird, dann halt die Augen weiter offen. Oder setz Dir eine Frist, wie lange Du Dir das da anschauen willst - das entspannt zumindest und richtet Deine Aufmerksamkeit mehr auf das Danach. ;-)

Was das Anschreiben angeht, würde ich mich nicht groß rechtfertigen, sondern einfach ehrlich in einem (oder einem halben) Satz schreiben, daß Du mit Deiner momentanen beruflichen Situation unzufrieden bist. Da Du ja erst ganz frisch aus Deiner alten Firma raus bist, könntest Du auch so tun als ob Du Dich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbst. (Naja, vielleicht auch keine so gute Idee...) ;-)

**k**
Beiträge: 1
Registriert: 16.10.2010, 18:02

Jobwechsel nach kurzer Zeit in Bewerbung formulieren

Beitrag von **k** » 16.10.2010, 18:16

Ich arbeite seit ca. 7 Monaten in meiner neuen Firma (meine zweite Anstellung nach dem Volontariat, davor Studium) und bin dort so unglücklich, dass ich gerne schon wieder wechseln würde.

Ich habe kein Problem damit, diese Entscheidung in einem persönlichen Gespräch zu begründen (s.u.). Die Frage ist nur, was darf / sollte man schon im Anschreiben erwähnen?

Meine Gründe:
1. Die Stelle wurde durch meine Einstellung in dieser Form neu geschaffen und hat sich nicht so entwickelt, wie zu erwarten bzw. abgesprochen war. (Würde ich im Gespräch als Haupt- bzw. einzigen Grund sagen)

2. Mein Arbeitgeber möchte gerade mir gerade quasi durch die Hintertür einen zweiten Arbeitgeber anhängen (einen unserer Kunden) für den ich meinen Aufgabenbereich mit übernehmen soll. Ich betrachte das aber nicht als Teil meines bestehenden Arbeitsvertrags. (Darf man das schreiben oder sagen?)

3. Die Stimmung in unserem Team ist katastrophal. (Würde ich auf keinen Fall sagen)

4. Mein Verhältnis zu bzw. meine Meinung von meinem Chef sind aus verschiedenen Gründen nicht eben gut. (Würde ich auch auf keinen Fall sagen)

Kann ich Grund 1 in einem Anschreiben so nennen? Oder lieber gar nicht auf die kurze Verweildauer in meiner aktuellen Firma zu sprechen kommen und diese erst im Vorstellungsgespräch erklären?

Vielen Dank!

Romanum
Bewerbungshelfer
Beiträge: 8945
Registriert: 12.09.2008, 19:20

Beitrag von Romanum » 18.10.2010, 16:58

Grund 1 kannst du gut nennen, und dann auch mit den Erwartungen an einen optimalen AG verknüpfen. So wissen sie gleich, woran sie sind. Es nutzt ja nichts, wenn du vom Regen in die Traufe kommst.

bettyb
Bewerbungshelfer
Beiträge: 271
Registriert: 19.10.2010, 10:28

Beitrag von bettyb » 19.10.2010, 14:37

Ich würde nur Grund 1 nennen. Alles andere würde dir negativ ausgelegt werden. Mit 2. lästerst du gegen deinen AG, was er für ein mieser Hund ist, das kommt bestimmt nicht gut an.

Ich würde es als Leser der Bewerbung völlig akzeptieren und verstehen, wenn du schreibst, dass die Stelle für dich neu angelegt wurde, aber sich nicht in die Richtung entwickelt hat, wie zuerst vorgesehen war. Versuche dabei, niemandem die Schuld dafür zu geben also sehr neutral zu formulieren.

Schatten26
Beiträge: 16
Registriert: 13.07.2011, 21:18

Jobwechsel nach einem Jahr begründen - Tipps Formulierung?

Beitrag von Schatten26 » 11.06.2012, 21:21

Hallo,
ich habe habe die Tage von meiner Firma erfahren dass mein Vertrag ab Ende 2012 leider nicht verlängert wird - nicht wegen meiner Leistungen, sondern weil es der Firma gerade nicht so gut geht.
Einerseits passt mir es gut in den Kram, andererseits bin ich erst seit einem halben Jahr im Beruf und habe gerade etwas Sorge wie ein AG auf den schnellen Wechsel reagiert.

Vor allem habe ich gerade mal zwei Fragen, bei denen ich mir unsicher bin:
a) Wie begründe ich gegenüber einem AG den "frühen" Wechsel geschickt?
b) Macht es Sinn sich jetzt schon zu bewerben? Ich habe ja noch 6 Monate
c) Ich habe bereits ein abgeschlossenes Studium, habe aber jetzt noch ein Fernstudium angefangen, einfach weil es fachlich passt. Kann / sollte ich das im Lebenslauf erwähnen?

Gruß und danke für Tipps,
Christian

Benutzeravatar
marylou68
Bewerbungshelfer
Beiträge: 486
Registriert: 05.03.2011, 19:57

Beitrag von marylou68 » 12.06.2012, 09:53

Hallo Schatten26,

zu a)
Ganz einfach! ehrlich! - du kannst ja nichts dafür das es dem Unternehmen derzeit nicht gut geht. Und damit kommen wir auch schon direkt ...

zu b)
Auf jeden Fall würde ich mich an deiner Stelle jetzt schon bewerben. Aus dem Job heraus bewerben ist einfacher als abzuwarten bis das Jahr zu Ende geht.
Schwuppdiwupp ist das Jahr um und du bist arbeitslos.
Noch hast du als aktuelle Position im Lebenslauf folgendes stehen:

01.2012 - 12.2012 [Stellenbezeichnung], bei [Firma] in [Ort] (Beispiel!)

Wenn du zu lange wartest steht da:

seit 01.2013 Arbeit suchend

Welches davon liest sich bei einem Berufsanfänger positiver?
Außerdem schreibst du ja selbst, dass es dir gut in den Kram passt. Warum also warten?

zu c)
Auf jeden Fall solltest du dein Fernstudium im Lebenslauf erwähnen. Ganz besonders wenn es fachlich passt.
Du zeigst hiermit lernbereitschaft und den Willen dich weiterzubilden. Absolut positiv!

Gruß
marylou68

Rhodus
Bewerbungshelfer
Beiträge: 4205
Registriert: 01.07.2011, 16:10

Beitrag von Rhodus » 12.06.2012, 10:09

Hallo Christian,

zunächst einmal würde ich an Deiner Stelle jetzt erst einmal damit anfangen, den Stellenmarkt sorgfältig zu durchforsten und auf solche Anzeigen zu achten, die Dich ansprechen, bei denen Du das Gefühl hast, diese Position möchte ich unbedingt haben. Wenn Dir eine solche stelle angeboten wird, solltest du auch zugreifen und Dich bewerben; denn du weisst ja nicht, ob eine solche Stelle auch in drei, vier Monaten auf dem Markt sein wird,

Was die Begründung betrifft, so musst du im Anschreiben nicht näher darauf eingehen. Es reicht dort ein pauschaler Hinweis, dass man eine neue Herausforderung suche. Denn in der schriftlichen Bewerbung interessiert sich ein Personalverantwortlicher vorrangig nur für das Können und die Kompetenzen des Bewerbers. die Hintergründe sind dann eher Thema eines Vorstellungsgespräches, in dem er leichter herausfinden kann, ob die Antworten auch stimmig sind.
Und der Hinweis dort auf die finanzielle Situation kann bereits genügen. denn in der Regel weiss man, wie es bei der Konkurrenz aussieht.
Insofern solltest Du Dir über das Thema "Begründung" keine allzugroßen Gedanken machen.

Was mich wundert: warum überlegst Du, das Fernstudium nicht anzugeben? ls aussenstehender kann ich daran nichts nachteiliges, aber viel Posizives sehen.
Denk' daran, Bewerbung ist in einem großen Umfang auch Werbung; es geht also darum gute "verkaufsargumente" zu nennen.

Viele Grüße aus Duisburg

Schatten26
Beiträge: 16
Registriert: 13.07.2011, 21:18

Beitrag von Schatten26 » 13.06.2012, 20:33

Guten Abend,
danke für eure Tipps und entschuldigt bitte die späte Antwort - war die letzten beiden Tage zu viel unterwegs.

Zu dem Fernstudium: Es kostet nunmal viel Zeit - ich dachte der AG könnte das kritisch sehen, weil Überstunden unter Umständen nicht ganz so "drin" sind.

Zu der Begründung: Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man möglichst solche negativen Sachen über Firmen nicht erzählen sollte, da man dann als "Plappermaul" gillt - schließlich will keine Firma, dass sowas nach draußen getragen wird.

So, dann tippere ich gerade mal an der ersten bewerbung.

Rhodus
Bewerbungshelfer
Beiträge: 4205
Registriert: 01.07.2011, 16:10

Beitrag von Rhodus » 14.06.2012, 13:01

Hallo Schatten26,

das mit dem Fernstudium kann man doch so und so sehen. Positiv spricht doch dafür, dass es Deine Belastbarkeit zeigt, Deine Motivation, dass Du dir Ziele setzt. Alles, was doch für einen Mitarbeiter spricht. Und wer etwas negativ interpretieren möchte, wird es so oder so tun.
Insofern bietet das Fernstudium Dir sogar die Möglichkeit, leichter das Unternehmen zu finden, das Dich so akzeptiert, wie Du bist. Zumal ich kaum glaube, dass ein Personalverantwortlicher die Bewerbung nur wegen dem Fernstudium weglegen wird.
Anders kann es natürlich aussehen, wenn du im Vorstellungsgespräch darauf angesprochen wirst und der Eindruck entsteht, die Arbeit könnte darunter leiden. Vermittelst Du aber den Eindruck, dass die Arbeit immer im Vordergrund steht, sollte es Deine Chancen eher noch erhöhen.

In einem Punkt gebe ich Dir aber recht. Man sollte nie negativ über einen Ex-Arbeitgeber reden. Das kommt nie gut an. "Ich gehe da weg, weil der Chef inkompetent ist" wäre so ziemlich das schlechteste, was man in einem Vorstellungsgespräch von sich geben könnte.
Wenn es sich aber andererseits so verhält, dass vor ort die finanziellen Probleme eines Unternehmens bekannt sind, etwa weil bereits die Lokalpresse berichtet, dass in dem Unternehmen A mölicherweise ein Stellenabbau droht, ist ein Hinweis in einem Vorstellungsgespräch auf die finanzielle Situation des Unternehmens nicht zwingend ein "Schlechtreden". Auch hier käme es dann auf die Art und Weise an:
"Sie haben ja sicherlich auch in der zeitung gelesen, wie es momentan um das Unternehmen bestellt ist, . . ." oder
"Wissen sie, dass das Unternehmen so gut wie pleite ist, ist ja wirklich nicht erstaunlich, so unfähig, wie der Chef ist. Deshalb will ich das so schnell wie möglich weg."
Zwei Begründungen zu demgleichen Thema mit unterschiedlichsten Wirkungen.

Viele Grüße aus Duisburg

xxjassixx
Beiträge: 1
Registriert: 13.03.2013, 12:19

2 Jobwechsel in kurzer Zeit - in Bewerbung wie begründen?

Beitrag von xxjassixx » 13.03.2013, 13:00

Hallo zusammen,

wie der Titel schon ahnen lässt, stecke ich so ziemlich in der Tinte....
Letztes Jahr habe ich meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, konnte leider nicht übernommen werden, da eine Kollegin aus dem Mutterschutz genau zu diesem Zeitpunkt zurück gekommen ist. In absoluter Angst vor der Arbeitslosigkeit wurde ich immer nervöser, konnte aber die Kurve noch rechtzeitig kratzen und habe eine befristete Anstellung für ein Jahr gefunden. Auch hier war ich lediglich eine Schwangerschaftsvertretung, wo mir direkt nahe gelegt worden ist, mich rechtzeitig arbeitssuchend zu melden, bevor das eine Jahr abgelaufen ist.

Aus den von meiner Ausbildung heraus geschriebenen Bewerbungen bekam ich plötzlich einen unerwarteten Anruf, wo mir die Möglichkeit gegeben war, einen unbefristeten Vertrag zu erhalten. Hinzu kam dann auch noch, dass mir bei der neuen Firma das blaue vom Himmel versprochen worden ist. Jedenfalls war ich glücklich und habe dann in Absprache mit meiner befristeten Arbeitsstätte die Kündigung eingereicht.
Somit habe ich nach sage und schreibe vier Monaten den Job gewechselt, was ich nun natürlich zu tiefst bereue. :roll:

In meiner neuen Firma, wo alles eigentlich so schön sein sollte, bin ich seit Anfang Dezember und mich hat der Schlag getroffen. Meine Chefin brüllt, schreit Angestellte vor den Augen anderer zusammen und ist sowieso von Ihrer Art ein sehr launischer Mensch. Meine Kollegin fängt an zu zittern an, wenn Sie von der Chefin angerufen wird.
Ich kann vieles aushalten und lasse mir auch so einiges gefallen, aber letzte Woche ist der Druck und die Angst einfach zu groß geworden. Bei einem Besuch bei meinen Eltern bin ich letztendlich in Tränen ausgebrochen. Ich habe mich vorher nicht getraut etwas zu sagen, da ich nicht den Anschein machen möchte, dass ich in i.einer Art und Weise nicht belastbar bin und auch im Hinblick auf meinen Lebenslauf drehte sich mein Magen, wenn ich dann schon wieder meinen Job wechseln würde.
Letztlich bin ich zu meinem Hausarzt gegangen und auch er riet mir, mich schnellstmöglich von dort zu verdünnisieren.
Diese Woche bin ich nun krank geschrieben und habe dieses auch telefonisch mitgeteilt, wo ich nur angefeuert worden bin, mich auf eigener Verantwortung wieder gesund schreiben zu lassen. Als ich dieses verneint habe, im Bezug darauf, dass ich nicht umsonst krank geschrieben bin, wurde ich eiskalt abserviert....ganz nach dem Motto dann warte mal ab bis du wieder da bist.

Meine Frage: Wie kann ich mich da noch aus der Misere retten? Ich habe ein sehr gutes Ausbildungszeugnis und ebenfalls auch ein sehr gutes Arbeitszeugnis von der Beschäftigung, wo ich lediglich vier Monate gewesen bin.

Habt ihr Ideen, wie ich in der Bewerbung meine derzeitige Situation am besten schildern kann, ohne dass meine Bewerbung direkt "zur Seite" gelegt wird??

Ich habe mir derzeit für die Bewerbungen folgenden Textteil einfallen lassen:

....
Im direkten Anschluss an meiner Ausbildung bin ich vertretungsweise für eine in Mutterschutz gegangene Mitarbeiterin, als Team-Assistentin bei ..... eingesetzt worden.
Aufgrund meiner aus der Ausbildung heraus geschriebenen Bewerbungen habe ich nach einem unerwarteten Telefonanruf mit meiner derzeitigen Arbeitsstätte die Möglichkeit bekommen, mich vorzustellen und letztlich auch einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, welcher mir die Möglichkeit gegeben hat, dem Unternehmen langfristig anzugehören.
....


Ich habe dabei allerdings nicht verlauten lassen, warum ich nun wieder wechseln möchte.

Könnt ihr mir dabei helfen?

Romanum
Bewerbungshelfer
Beiträge: 8945
Registriert: 12.09.2008, 19:20

Beitrag von Romanum » 13.03.2013, 20:13

Ich habe mir derzeit für die Bewerbungen folgenden Textteil einfallen lassen:

So macht man es definitiv nicht, denn das interessiert den Leser nur am Rande und ist für diesen gar nicht nachvollziehbar. Wie willst du damit hinsichtlich deine Qualifikationen punkten? Du hast eben etwas Berufserfahrung gesammelt und willst nun ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis mit dem gewünschten Arbeitsbereich.

Doktorin
Beiträge: 1
Registriert: 02.05.2013, 18:28

Frühen Jobwechsel begründen (6 Monate, Quereinsteiger)

Beitrag von Doktorin » 02.05.2013, 19:12

Hallo allerseits,

ich habe folgendes Problem: Ich habe in einem naturwissenschaftlichen Fach erfolgreich promoviert und war nach der Promotion zunächst einige Monate arbeitslos. Nach einer Weiterbildung arbeite ich nun als Quereinsteigerin in einem anderen Berufszweig.

Die Firma, in der ich nun seit ca. 6 Monaten arbeite, ist schrecklich:
  • Das Betriebsklima ist extrem gestört (häufig schreien sich die Mitarbeiter und Chef an - ich nicht)
  • Mein Vorgesetzter hat keine Ahnung von seinem Fach, gefährdet durch Dummheit aber effektiv Kundengesundheit/-leben
  • Ich wurde nach wie vor nicht 100% eingearbeitet, also mir werden von meinem Vorgesetzten Informationen absichtlich vorenthalten, damit ich ihn nicht ersetzen kann. Sein Chef hält ihn aber für eine große Leuchte und deckt ihn in allen Belangen. Ich glaube, er hat etwas gegen Frauen.
  • Ich langweile mich auf der Arbeit, obwohl ich immer wieder nach Aufgaben frage
  • Ich werde absolut unterirdisch bezahlt, eine andere Firma nannte schon eine um fast 10k€ höhere Summe als Mindestgehalt für einen gleichwertigen Job.
  • usw.
Ich bewerbe mich aktuell weiter und immer wieder werde ich mit der Frage konfrontiert, warum ich den Job jetzt schon wechseln möchte (gleiches Einsatzgebiet). Da man nichts schlechtes über einen alten Arbeitgeber sagen darf habe ich bislang immer angegeben, dass der Arbeitsvertrag befristet sei. Das funktioniert jetzt nicht mehr, weil die Kündigungsfrist nun (leider) auf einige Monate ansteigt.
Zudem kann ich auch schlecht sagen, dass ich unterfordert bin - mit der Promotion im Hintergrund ist das eine Aussage, die sich gegen mich wenden wird, weil der neue Arbeitgeber sicher Angst haben wird, dass es mir dort genau so gehen wird.

Was kann ich den Firmen beim Bewerbungsgespräch nun als Grund nennen? Ich habe ein echtes Problem, weil ich schon bei vielen sehr positiven Vorstellungsgesprächen war und mich dennoch keine Firma einstellen wollte.

Ich freue mich über jegliche Hinweise.

Viele Grüße
Eine Doktorin

Benutzeravatar
FRAGEN
Bewerbungshelfer
Beiträge: 12159
Registriert: 22.07.2006, 18:18

Beitrag von FRAGEN » 04.05.2013, 10:23

Der eleganteste Weg bestünde wohl in einer Bewerbung auf eine Stelle, die zu Deinem Promotionsthema passt. Dann wäre der Wechsel (auch der schnelle) von einer fachfremden "Überbrückungstätigkeit" aus vollkommen selbsterklärend... um nicht zu sagen, beinahe zwingend... ;-)

jmeike
Beiträge: 5
Registriert: 09.06.2012, 17:35

Arbeitgeber wechseln nach kurzer Zeit in Bewerbung angeben?

Beitrag von jmeike » 13.11.2013, 21:29

Hi,

ich habe 10 Jahre in einem Unternehmen gearbeitet.

Vor 7 Monaten habe ich einen großen Fehler gemacht. Bei meiner jetzigen Firma anzufangen... Habe gewechselt, wollte mal was neues machen.. und auch meine Weiterbildung nutzen
Hier komme ich nicht wirklich klar..
Gründe: sehr schlechtes Betriebsklima, sehr lange Entscheidungswege und viele unerledigte Sachen vom Vorgänger...Aufgabengebiete von denen nie die Rede war, will sonst keiner machen.. und habe ich vorher auch nicht gemacht.

Wie schreibe ich dies in meiner Initiativbewerbung...

Benutzeravatar
FRAGEN
Bewerbungshelfer
Beiträge: 12159
Registriert: 22.07.2006, 18:18

Beitrag von FRAGEN » 14.11.2013, 21:26

Hmmmm... was hast Du denn ursprünlich gelernt und was war Deine Weiterbildung? Wie nennt sich Deine aktuelle Position "offiziell" und wie würde sich das nennen, was Du dort tatsächlich machst?

jmeike
Beiträge: 5
Registriert: 09.06.2012, 17:35

Beitrag von jmeike » 15.11.2013, 21:08

Ich habe eine Ausbildung als Steuerfachangestellte und nebenberuflich eine Weiterbildung als Bilanzbuchhalterin gemacht.
Habe vorher im Steuerbüro gearbeitet hier habe ich Buchführung und Jahresabschlüsse gemacht.

Überlege ob ich mich vielleicht beim Finanzamt bewerben soll.

Benutzeravatar
FRAGEN
Bewerbungshelfer
Beiträge: 12159
Registriert: 22.07.2006, 18:18

Beitrag von FRAGEN » 16.11.2013, 08:06

jmeike hat geschrieben:Ich habe eine Ausbildung als Steuerfachangestellte und nebenberuflich eine Weiterbildung als Bilanzbuchhalterin gemacht.
Habe vorher im Steuerbüro gearbeitet hier habe ich Buchführung und Jahresabschlüsse gemacht.
Das klingt ja erst einmal "richtig" im Sinne von Werdegang und Weiterbildung... und Deine derzeitige Unzufriedenheit könnte m. E. in Teilen durchaus mit völlig normalen "Wachstumsschmerzen" in der neuen Umgebung zusammen hängen. 10 Jahre sind schon eine lange Zeit... in der man alle möglichen Umstände und Randbedingungen als gegeben verinnerlichen kann... die letztlich nur individuelle Eigenarten dieses Betriebs waren. Vermutlich war das Steuerbüro auch sehr viel kleiner als der "Bilanzbetrieb" jetzt... was die Entscheidungswege ja fast zwangsläufig verlängert. Die liegengebliebenen Reste des Vorgängers werden eine vorübergehende Erscheinung sein... und zur Bearbeitung der Jahresabschlüsse wird es wohl nicht viele geeignete Personen geben. Die Tatsache, dass sie niemanden sonst dafür haben, wird letzlich ja gerade der Grund für Deine Einstellung gewesen sein. Dass Du die praktische Umsetzung der Dinge, die Du bislang nur aus der Fortbildung kennst, noch nie gemanaged hast, liegt wohl ebenfalls in der Natur der Sache. Und 7 Monate sind natürlich nichts im Vergleich zu 10 Jahren. Das sichere Gefühl, jeden Teil der Aufgabenstellung zu beherrschen, wird wohl noch Jahre auf sich warten lassen. Das ist ja genau das, was man in seinen Bewerbungsanschreiben immer so fröhlich "Herausforderung" nennt. Es ist halt wirklich eine andere Schuhgrösse... bzw. in diesem Fall schon fast der Wechsel von Ballerinas zu Anglerstiefeln... ;-)

Ich glaube, dass ich an Deiner Stelle zumindest versuchen würde, das Jahr voll zu machen. Möglicherweise sieht es in 5 Monaten - nachdem der erste Schock vorüber ist - ja auch schon anders aus. Dann ist der erste Jahresabschluss über die Bühne (jetztgerade bist Du natürlich in der Super-Stressphase), der Vorgängerkram vom Tisch... und Du hast vermutlich einen etwas klareren Blick auf den eigentlichen Job...

Den spontanen Wechsel jetzt hinter den vermeintlich warmen Behördenofen wird wohl niemand auf der Welt anders denn als kopflose Flucht interpretieren können. Und was Du dabei ebenfalls bedenken musst: Auch auf dem Amt wird es grundsätzlich anders zugehen als Du das aus Deinem (vermutlich relativ "persönlich" geführten?!?) ReNo-Büro gewohnt bist: Die Entscheidungswege werden aller Wahrscheinlichkeit nach NOCH länger sein, die Hinterlassenschaften der Vorgänger und die angebliche "Nichtzuständigkeit" von Kollegen eher NOCH grösser... und dass das Betriebsklima in einer Behörde besonders lustig sein soll, hat mir auch noch niemand erzählt...

10 Jahre sind halt 10 Jahre... und aller Anfang ist schwer...

Antworten