Krankheit und Kündigung im Lebenslauf angeben + formulieren

Fragen zum Lebenslauf: Wie sieht ein tabellarischer Lebenslauf und wie ein handschriftlicher Lebenslauf aus? Welche Daten müssen unbedingt in den Lebenslauf und welche nicht?
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Alessandro
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Krankheit und Kündigung im Lebenslauf angeben + formulieren

Beitrag von Alessandro » 08.05.2014, 22:09

Hallo Forumsgemeinde und Helfer,

ich bin seit September 2013 erkrankt und habe zum 30.04.14 die Kündigung bekommen. Ich möchte mich, trotz Antrag auf berufliche Reha, bewerben.

Die Frage ist, gebe ich den Zeitraum (8 Monate) überhaupt im Lebenslauf an und wie formuliere ich das am besten ?

Wie ist das eigentlich mit dem Arbeitszeugnis, die Arbeitszeit im Unternehmen dort sollte ja mit den angegebenen Zeiten im Lebenslauf identisch sein oder ?

MfG

dicker Zeh
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Beitrag von dicker Zeh » 09.05.2014, 15:08

Hallo Alessandro,

macht es denn Sinn dich trotz antrag reha zu bewerben ?
wenn du eine stelle findest und dann in reha gehst hast du dir einen potenziellen ag verprellt.

soviele davon wird es nicht geben weil dein nächstes problem (8Monate krank) schon ein erhebliches ist.

den zeitraum musst du im ll angeben evtl. fällt dir eine umschreibung der krankheit ein. (familienzeit oder sowas). wenn du magst teile mal mit was das genau für eine krankheit ist. kann sie wieder ausbrechen ?? ist sie ausgeheilt ?? psyschich oder physich ???

die bestätigte arbeitszeiten im zeugnis MÜSSEN mit denen im LL übereinstimmen. :D

Alessandro
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Beitrag von Alessandro » 21.05.2014, 18:54

Hallo dicker Zeh,

was ich aus Deiner Antwort heraus lese ist, dass ich unbedingt auf den Arbeitszeitraum im Arbeitszeugnis achten muss. Die restliche Zeit kann ich ja im Lebenslauf umschreiben, z.B. als Pflegezeit eines Elternteils etc.
Gibt es da was zu beachten ? Was ist eigentlich Familienzeit ?
So weit so gut.

Nun zur Situation:

Ich hatte in 09/2013 erstmals in meinem Leben einen Epi Anfall mit entsprechenden Konsequenzen. (ein Jahr Fahrverbot, Krankenhausaufenthalte mit verschiedenen Untersuchungen, verschiedene Ärzte mit Untersuchungen etc., Medikamente)
Meine Hausärztin empfahl mir einen Antrag zur beruflichen Reha beim Rententräger zu stellen. Der Antrag ist inzwischen auch bewilligt dort heißt es: „Eingliederungszuschuss an den Arbeitgeber“
Unter Reha stelle ich mir eine Weiterbildung im Bereich Logistik vor, um z.B. über ein Praktikum während der Weiterbildung in einen neuen Job zu kommen. Nun hat ja der Reha Berater noch ein Wörtchen mitzureden und ich hoffe er stimmt meinem Plan auch zu !
Da es mir gesundheitlich sehr gut geht, mir langsam die Decke auf den Kopf fällt und um ein eventuelles Scheitern der Reha zu entgehen, wollte ich mich auf angemessene Stellen bewerben. Da es sich „nur“ um eine Weiterbildung handeln würde, könnte ich die bei erfolgreicher Bewerbung auch absagen.
Was meinst Du ?

dicker Zeh
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Beitrag von dicker Zeh » 22.05.2014, 19:33

hallo allessandro,

danke für deine infos,

pflege eines elternteils kannst du in deinen LL reinnehmen (sollte aber auch stimmen - wirst ggf. im VG darüber befragt)
zu beachten gibt es da nichts.

Familienzeit ist wie das wort schon sagt "du hast dich um deine familie gekümmert - also um deine kinder - kann eine umschreibung für "Elternzeit" sein aber auch wenn du dich um ältere kinder kümmerst weil zB deine frau auch einen job hat.

zu deiner krankengeschichte:
hier wird es schwierig. grundsätzlich hast du zwei möglichkeiten

1. du verschweigst die krankheit komplett und läßt es auf einen erneuten ausbruch ankommen (ggf. sind deine medikamente so eingestellt das du damit eignetlich nicht mehr rechnen mußt)
um einen job zu bekommen ist das natürlich viel einfacher. also statt krankheit schreibst du in deinen LL zB familienzeit
ABER VORSICHT
da mußt du vorher klären je nach job weil du ggf. bestimmte dinge nicht tun darfst (stapler fahren, in hochregale klettern, auf gerüste ect.)
hier hat der AG eine "Fürsorgepflicht" und somit ein recht von deiner krankheit zu erfahren.
ggf. springt dann bei einem unfall die BG nicht ein und du hast ein riesiges problem

2. du spielst mit offenen karten . dann solltest du dir aber eine "hilfsperson" mitnehmen der ggf. kontakte zu AG hat und dir in den job hilft. ggf. auch mit fördermitteln der agentur.
bei einem knallhart kalkulierenden Chef wird das aber nicht viel helfen der denkt: " den stell ich ein - dann wird er wieder krank - ich muß 6 wochen lohn zahlen - dann einen neuen mitarbeiter suchen ihn einarbeiten und schlimmstenfalls noch mit dem betriebsrat oder arbeitsgericht streiten - danke nein

die frage nach der absage der reha weiterbildung ist auch wieder schwierig. kommt auf den job an den du dann gerade hast. ist das zB aushilfskraft im lager und du schmeißt die weiterbildung und verlierst den job in 5 monaten ärgerst du dich dusselig.
ist es ein guter job (gute arbeit, bezahlung, klima und relativ sicher) dann würde ich die weiterbildung absagen.

sorry das ich dir jetzt keine klaren tips geben kann. hol dir weitere meinungen ein. sprich mit reha leuten, berater der arbeitsagentur und guten freunden (die dich natürlich viel besser kennen)
dann wäge ab
ich hoffe trotzdem dir ein paar pro und contra argumente gegeben zu haben :?

Alessandro
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Beitrag von Alessandro » 16.06.2014, 19:37

Wäre es ratsam in einer Bewerbung anzugeben, dass für den AG die Möglichkeit besteht, einen Eingliederungszuschuss zu bekommen ?

dicker Zeh
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Beitrag von dicker Zeh » 17.06.2014, 13:30

hi,

da gilt das was ich dir schon geschrieben habe.

wenn du die krankheit angibst macht die erwähnung des eingliederungszuschusses sogar sehr großen Sinn.

wenn du sie verschweigst darfst du natürlich auch nicht den zuschuss erwähnen.

grundsätzlich gilt aber immer noch das die erwähnung von krankheiten sich eher negativ auf eine bewerbung auswirkt.

Birk35
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Lebenslauf nach Krankheit und Arbeitslosigkeit

Beitrag von Birk35 » 01.01.2019, 15:21

Hallo,
ich möchte mich 6 Monate Krankheit und Arbeitslosigkeit neu bewerben, bin mir aber nicht sicher wie ich das im Lebenslauf angeben soll. Den letzten Job habe ich im gegenseitigen Einvernehmen nach 15 Jahren gegen Zahlung einer üppigen Abfindung aufgegeben. Momentan lebe ich von einer privaten Berufsunfähigkeitsversichrung. Inwieweit soll ich die Wahrheit im Lebenslauf angeben?

Z.B. so?
Zeit von bis „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, inzwischen vollständige Genesung und Einsatzbereitschaft, währenddessen diverse E-learnings und VHS Sprachkurse.

Oder ist das zu direkt?
Bin momentan seit einigen Monaten selbständig und arbeite in einem 450€ Job.
Die e-learnings und VHS Kurse habe ich nicht in meinem Weiterbildungsblock aufgeführt, da dieser eh schon zu lang ist.

Irgendwelche Tipps?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 02.01.2019, 12:45

Hallo,

also ich halte nichts davon, nach 15 Jahren Beschäftigung bei einem Unternehmen nun einen vergleichsweisen kurzen Zeitraum extra anzugeben, was eher mehr Fragen als Antworten aufwirft.

Die Auszeit aus gesundheitlichen Gründen kann ja nicht wirklich so lange gewesen sein, wenn du schon seit Monaten wieder arbeitest. Die prominente Angabe von ein paar Wochen Krankheit entwerten dann die 15 Jahre Berufserfahrung.

Birk35
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Beitrag von Birk35 » 02.01.2019, 16:01

Danke für deine Antwort.
Also ich war eigentlich schon während der 6monatigen Kündigungsfrist krank und dann 6 Monate danach. Ich will nicht, dass es so rüberkommt, dass ich über ein Jahr daheim faul auf er Haut lag. Deshalb auch diverse VHS Sprachkurse in dieser Zeit. Zumindest hatte ich dadurch einen einigermassen geregelten Tagesablauf.

BlackDiamond
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Re: Lebenslauf nach Krankheit und Arbeitslosigkeit

Beitrag von BlackDiamond » 05.01.2019, 11:34

Birk35 hat geschrieben:
Z.B. so?
Zeit von bis „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, inzwischen vollständige Genesung und Einsatzbereitschaft, währenddessen diverse E-learnings und VHS Sprachkurse.

Oder ist das zu direkt?
Das ist schon okay. Personaler sind auch nicht doof, ich würde nichts hinschreiben, was sich durch ein paar gezielte Fragen als falsch herausstellt.

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