Kuendigungsgrund im Arbeitszeugnis

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
Antworten
quantum
Beiträge: 7
Registriert: 23.11.2013, 19:47

Kuendigungsgrund im Arbeitszeugnis

Beitrag von quantum » 25.04.2017, 16:06

Liebe Foristen,

ich benötige euren Rat über ein zu erstellendes qualifiziertes Arbeitszeugnis.

Hintergrund
Der Arbeitgeber möchte sich die Arbeit leicht machen und bat mich um einen Entwurf eines Arbeitszeugnisses, an dem er/sie sich orientieren will. Hintergrund: Ich wurde als Angestellte kurz vor Ende der Probezeit aus dem Betrieb entlassen. Eigentlich kam ich dort mit der Belegschaft ganz gut zurecht und lieferte gute Ergebnisse. Naja, wie ihr wisst, kann man in der Probezeit ohne Angabe von Gründen entlassen werden.

Nun zur Sache. BEGINN Arbeitszeugnis :

Arbeitszeugnis

Frau X, geb. am 01.05.19XX in X-Stadt, war in der Zeit vom .....2016 bis zum .....2016 in unserer Niederlassung in X-Stadt als Arbeitsvermittlerin tätig.

[An dieser Stelle erfolgt eine kurze Vorstellung des Unternehmens X]

Frau X war als Arbeitsvermittlerin zuständig für ... [ Hier wird die Berufsbezeichnung und meine Funktion im Betrieb näher beschrieben]

Ihr Aufgabengebiet als Arbeitsvermittlerin umfasste:

- Aufgabe 1
- Aufgabe 2
- Aufgabe 3
- Aufgabe 4 (....)
- (...)

Frau X verfügt über sehr umfassende und gute Fachkenntnisse im Bereich Bewerbung, welches sie stets sicher und zielgerichtet in der individuellen und kollektiven Betreuung der Teilnehmer einsetzte. Besonders hervorzuheben sind ihre ausgeprägten juristischen Sachkenntnisse im Sozial-, Vertrags- und Arbeitsrecht, die sie erfolgreich einzubringen wusste.

Im Bewerbungstraining mit den Teilnehmern vermittelte sie ausgeprägte Kenntnisse über die aktuellen Anforderungen an Bewerbungsunterlagen (Anschreiben und Lebenslauf). Bei der Vermittlung geeigneter Arbeitsstellen erwies sich ihr kommunikatives Geschick als hilfreich.

Mit Hilfe ihrer systematischen Vorgehensweise stellte Frau X sicher, dass sie die Inhalte der Maßnahme flächendeckend den Teilnehmern vermittelte. Als sehr hilfreich erwies sich die analytische Herangehensweise bei der Besprechung des Bewerberverhaltens.

Sie war sehr motiviert und zeigte ein hohes Maß an Initiative und Leistungsbereitschaft. Sie arbeitete sehr effizient, zielstrebig und sorgfältig und bewies ein gutes Organisationsgeschick.

Ihre Arbeitsergebnisse waren, auch bei wechselnden Anforderungen und unter schwierigen Bedingungen, stets guter Qualität. So gelang es ihr, zweistellige Teilnehmerzahlen erfolgreich für den Arbeitsmarkt zu gewinnen.
Auch bei sehr hohem Arbeitsanfall erwies sich Frau X als belastbare Mitarbeiterin und ging überlegt und zielorientiert vor.

Frau X hat die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt.

Gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Teilnehmern verhielt sie sich stets einwandfrei. Sie trug zu einer guten und effizienten Teamarbeit bei.

Frau X verlässt unsere Niederlassung im besten gegenseitigen Einvernehmen.

Wir danken Frau X für ihre wertvolle Mitarbeit und bedauern es, sie als Mitarbeiterin zu verlieren. Für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg wünschen wir ihr alles Gute und auch weiterhin viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

ArbeitgeberIn ENDE Arbeitszeugnis

Nun meine Fragen:

Ist das Arbeitszeugnis

1.vollständig?
2.in der Ausdrucksweise klar ?

3. Bietet das Arbeitszeugnis Angriffsfläche?
Ich denke da an den Grund der Entlassung. Würde sich ein potenzieller Arbeitgeber in der Umschreibung " im besten gegenseitigen Einvernehmen" denken, ich sei doch gekündigt worden. Möchte unbedingt vermeiden, dass ich in Vorstellungsgesprächen darauf angesprochen werde und der AG einen schlechten Eindruck von mir bekommt. Ich meine, er kann sich doch denken, dass ich noch in der Probezeit entlassen wurde und man auch ohne Angaben von Gründen gekündigt werden kann.

Ich bedanke mich im Voraus für eure wertvollen Beiträge!

cre
Bewerbungshelfer
Beiträge: 262
Registriert: 22.06.2016, 20:11

Beitrag von cre » 26.04.2017, 20:33

Wenn dein AG explizit Wert darauf legt, dass heraus kommt das er dich gekündigt hat dann kannst du das so lassen mit dem "besten gegenseitigen Einvernehmen."
Das ist hier die angenehmste Variante.

Wenn es ihm aber Pumpe ist, versuche es doch mit "auf eigenen Wunsch."
Das Problem ist nämlich folgendes: Wenn du ein so glänzendes Arbeitszeugniss aufweist wird die Frage aufkommen wieso dein Arbeitgeber dich überhaupt entlassen hat.

quantum
Beiträge: 7
Registriert: 23.11.2013, 19:47

Beitrag von quantum » 27.04.2017, 15:41

Danke cre für Deinen Beitrag!
cre hat geschrieben: Wenn es ihm aber Pumpe ist, versuche es doch mit "auf eigenen Wunsch."
Das Problem ist nämlich folgendes: Wenn du ein so glänzendes Arbeitszeugniss aufweist wird die Frage aufkommen wieso dein Arbeitgeber dich überhaupt entlassen hat.
Ich glaube nicht, dass es dem Ag egal sein wird, weshalb das Arbeitsverhältnis endete. Ich könnte es mit dem "Wunsch"-gemäßen Ausscheiden versuchen, aber das wird er/sie nicht mitmachen. Versuchen kann ich es.
cre hat geschrieben:Wenn dein AG explizit Wert darauf legt, dass heraus kommt das er dich gekündigt hat dann kannst du das so lassen mit dem "besten gegenseitigen Einvernehmen."
Das ist hier die angenehmste Variante.


Das Problem bei Formulierungen über den Kündigungsgrund ist:
1."bestets gegenseitiges Einvernehmen": es wurde ein Aufhebungsvertrag geschlossen und beide Seiten trennten sich "im Guten" (was nicht ganz stimmte)

2.Keine Ausführungen über Beendigungsgrund: der neue AG kann sich denken, dass das Verhältnis nicht gut war. Man nennt das auch "beredtes Schweigen".

3.Befristung: Am besten wäre es doch, den AG davon zu überzeugen, dass das Arbeitsverhältnis angeblich nur auf ein halbes Jahr befristet gewesen ist. Auch hier: Ober er/sie das mitmachen wird, ist eine andere Frage.

Antworten