Lücke im Lebenslauf durch Krankheit

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babywoodrose15
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Krankheit nach Studiumsabschluss im Lebenslauf darstellen

Beitrag von babywoodrose15 » 26.02.2007, 14:10

hallo,
ich hab eine Frage, wie ich in meinem Lebenslauf vorgehen soll. Ich habe mein Abschlusszeugnis für Geisteswissenschaften Ende Juli letztes Jahr bekommen, war aber bis Ende Oktober immatrikuliert. Ich war dann länger krank und kann jetzt erst mit der Arbeitssuche beginnen. Krankheit möchte ich nicht hineintun, meine Erkrankung käme nicht gut. Ist es besser, das Ende der Immatrikulation als Bewerbungsbeginn zu nehmen bzw ist das legitim? Und für die Bewerbungsphase: besser noch ein paar Reisen hineintun, oder sowas wie Bewerbungsphase hinein? Ich konnte in der Zeit halt auch nicht anderweitig arbeiten. Kommt das nicht blöd? Habe allerdings auch schon gelesen, dass ein halbes Jahr Jobsuche bei Geisteswissenschaftlern nicht unüblich ist. Vielleicht hat ja hier jemand einen guten Tipp für mich. :( ich bin für jede Antwort total dankbar!
Viele Grüsse, babywoodrose15

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Caroline
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Beitrag von Caroline » 27.02.2007, 12:11

Einen wirklich guten Tipp habe ich leider nicht, außer eben den Zeitraum ab Oktober als Jobsuche zu deklarieren.

babywoodrose15
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Beitrag von babywoodrose15 » 27.02.2007, 18:25

Hallo Caroline,
danke für Deine Antwort. Dann mache ich es so. Ist es okay bei einem aufsteigenden Lebenslauf, wo ich an oberster Stelle meinen Abschluss stehen hatte, dann "arbeitssuchend" als am weitesten oben stehend zu schreiben? Also So:

seit Oktober 2006 arbeitssuchend

bis Oktober 2006 Studium / Abschluss

Schulbildung etc.

Wäre das so ok? Oder gibt es da eine bessere Variante?

Vielen Dank schon mal wieder für Antwort!
Liebe Grüsse babywoodrose15

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Caroline
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Beitrag von Caroline » 01.03.2007, 01:19

Man könnte es auch so schreiben, dass die Arbeitssuche etwas verdeckt wird:

10/2006 Studienabschluss, seitdem Arbeitssuche
.............. Studienfächer, Note, Diplomarbeit

ublindert
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Beitrag von ublindert » 01.03.2007, 10:58

Hallo liebe Babywoodrose15,

sei dir sicher, dass echte Profis die Zeiten und Lücken finden werden. Also mach dir schon generell bewusst, wie du damit umgehen willst. Z.B. wenn das Gespräch im Vorstellungsgespräch darauf gelenkt wird. Du musst natürlich nichts zu deiner Erkrankung sagen, aber eine Begründung für die Lücke musst du dir trotzdem überlegen.
Ich will dich ja nicht zum "lügen" ermuntern, aber eine Möglichkeit wäre vielleicht, wenn du angibst, darüber nachgedacht zu haben, eine Promotion zu schreiben. Das ist bei Geisteswissenschaftlern ja nicht unüblich und du kannst dich jetzt noch nebenher in ein Thema hineinlesen und hättest eine gute Begründung...Mit dem Hineinlesen deshalb, weil du auch hier damit rechnen musst, dass sich vielleicht ein Personaler gerade für dein Thema interessiert.
Nun in der schriftlichen Bewerbung könntest du ähnlich vorgehen. Entweder du lässt es stehen wie Caroline gesagt hat. Oder schiebst die kleine Zwischenphase ein. Dann lässt sich sehr gut begründen, dass du erst jetzt mit dem Bewerbungsprozess anfängst.

Hast du während des Studiums gearbeitet, irgendetwas mit Qualität? Dann könntest du eventuell, aber nur eventuell auch die Blöcke "Berufliche Tätigkeiten" und "schule/Ausbildung" tauschen, dann fällt die Lücke erst einmal nicht so auf. Aber letzten Endes hat auch Caroline recht. ein halbes bis ein ganzes Jahr Suche ist bei GWs nciht ungewöhnlich.

Du musst dazu eine innere Haltung entwickeln, damit deine Geschichte und damit Du positiv und überzeugend rüberkommst.

babywoodrose15
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Beitrag von babywoodrose15 » 01.03.2007, 20:29

Liebe Caroline, liebe(r?) ublindert,

zunächst einmal herzlichen Dank für Eure Antworten. Die Ausrede mit der Promotion werde ich mir überlegen, das wäre keine schlechte Kaschierungsmöglichkeit.
Andererseits: wenn bei Geisteswissenschaftlern bis zu einem Jahr Jobsuche normal ist, wie "vernichtend" ist es dann, einfach arbeitssuchend zu schreiben? Ist man dann bei einem Personaler gleich weg vom Fenster? Ich kann ja für die Zeit auch private Fortbildung angeben. Oder sieht das mit einer Promotion doch besser aus? Ich würde am liebsten natürlich bei der Wahrheit bleiben, mir andererseits aber auch keine Chancen verbauen. *grübel* Was meint ihr?

Viele liebe Grüsse an Euch,
babywoodrose15

chloe
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Lücke im Lebenslauf durch Krankheit

Beitrag von chloe » 07.05.2008, 18:57

Hallo an alle!

Bin zufällig auf dieses Forum gestoßen und möchte direkt etwas fragen:

Bin 26 Jahre alt und im 2. Ausbildungsjahr. Habe aufgrund einer psychischen Erkrankung eine Lücke von 1998 bis 2004, danach habe ich eine 2-jährige Reha gemacht und dann 2006 mit meiner Ausbildung begonnen.
Wie gehe ich mit dieser Lücke am besten um, wenn ich mich nächstes Jahr um einen Arbeitsplatz bewerbe? Habe tierische Panik, durch diese Lücke und auch durch mein Alter (bin ja nicht gerade die jüngste ) arbeitslos zu werden...

Bei der Bewerbung um den Ausbildungsplatz hab ich die Lücke einfach offen gelassen, und auch wahnsinniges Glück gehabt, dass ich um Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Das werde ich wahrscheinlich nicht nochmal so machen können (also die Lücke einfach nicht im Lebenslauf begründen).

Wirkt das positiv auf einen Arbeitgeber, wenn man nach einer langen Krise eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat? Mein Arzt meinte mal zu mir, dass es ein gewaltiger Unterschied ist, ob man während der Arbeit eine Krise hat, oder eine Krise überstanden und dann eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat.

Ich habe zwar noch ein Jahr bis zum Abschluss, aber es macht mich jetzt schon tierisch nervös...

Freue mich über Antworten :wink:

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Meister-Can
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Beitrag von Meister-Can » 07.05.2008, 22:58

Hallo auch :wink:
Deine Angst kann ich gut verstehen, denn es ist schließlich eine Lücke von 4 Jahren, das übersieht so schnell kein Arbeitgeber!
Du kannst da von Glück reden, dass du überhaupt eine Ausbildungsstelle bekommen hast.
Also, an deiner Stelle würde ich die Krise weglassen und die 4 Jahre mit anderen z.B. Tätigkeiten vervollständigen.
Solltest du es trotzdem angeben wollen, dann empfehle ich dir die 4 Jahre auf 1-2 zu reduzieren.

Ich drück dir dann mal jetzt schon die Daumen
:wink:

chloe
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Beitrag von chloe » 08.05.2008, 21:13

Hi Meister-Can,

Vielen Dank für Deine Antwort. Leider ist es keine Lücke von 4 Jahren, sondern 6 Jahre (1998-2004).Naja, wenn man die Reha auch als Lücke ansieht, dann sind es 8 Jahre:-(
Meinst Du denn, ich kann das einfach mit irgendwelchen Nebentätigkeiten ausschmücken? Will der Arbeitgeber darüber keine Nachweise sehen? Hm, weiß auch gar nicht, ob ich das so hinbekommen würde in einem Vorstellungsgespräch...also etwas zu erzählen was nicht so war....echt ne blöde Situation...
Ja, das mit dem Ausbildungsplatz hab ich echt gut hingekriegt, ich war die älteste Bewerberin und bin natürlich direkt nach der Lücke gefragt worden. Habe dann erzählt, dass ich eine Essstörung hatte.
Das muss meine Ausbilder wohl sehr beeindruckt haben,dass ich so gekämpft hab.
Aber nochmal zum Lebenslauf: wenn ich die Lücke im Lebenslauf erwähne, soll ich dann 1998 -2004 Krankenhausaufenthalt schreiben? An welche Stelle des Lebenslaufs bringe ich es am besten an?
Wenn ich irgendwas mit psychisch krank reinschreibe, krieg ich direkt ne Absage, würde mir das eher für das Vorstellungsgespräch aufheben ...

Lieben Gruß :wink:

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Meister-Can
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Beitrag von Meister-Can » 08.05.2008, 23:46

Huuch stimmt sind 6 Jahre, dann wirds wohl etwas schwieriger aber nix ist unmöglich!
Naja Essstörung ist ein Argument denk ich und wenn ich mich nicht irre kann diese Krankheit auch länger anhalten.
Statt Krankenhaus kommt Klinikaufenthalt besser rüber.
Wenn du unbedingt beim Vorstellungsgespräch alles beichten willst, solltest du es auch gut verkaufen können.
Schreib deinen Lebenslauf und poste es hier rein und wir schauen uns das an.
Ich denk mal, dass unsere lieben Bewerbungshelfer auch ihre Meinungen hierzu äußern werden. :wink:

chloe
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Beitrag von chloe » 09.05.2008, 21:13

Vielen Dank,Meister-Can :wink:
Naja, jedenfalls konnte ich es im Vorstellungsgespräch für meine Ausbildung gut verkaufen.
Vllt macht es auch einen guten Eindruck, dass ich meine Ausbildung in einem Ministerium mache *g*

Also, dann stell ich einfach mal nen Lebenslauf-Entwurf hier rein:

Persönliche Daten

Name :
Geburtsdatum:
Geburtsort:
Adresse:
Telefon:
E-Mail:
Familienstand:
Staatsangehörigkeit:

Schulausbildung

1988 - 1992 Grundschule
1992 - 1998 Gymnasium
Schulabschluss: Fachoberschulreife

Praktika
05/2005- 07/2005 Praktikum in/bei .....
06/2006 - 08/2006 ......................

10/2005 - 03/2006 Ausbildungssuchend

Berufsausbildung

08/2006 - 07/2009 Ausbildung zur ........ bei..................

Besondere Kenntnisse

EDV: MS-Word, MS-Excel, MS-PowerPoint, Adobe Elements
Fremdsprachen: KMK-Fremdsprachenzertifikat in Englisch
Französisch

Sonstiges

1998 - 2004 Klinikaufenthalte
2004 - 2006 Medizinische Rehabilitationsmaßnahme

Ort, Datum

Unterschrift


Wäre der Lebenslauf so in Ordnung? Ich würde gerne noch Kenntnisse in unterschiedlicher Branchensoftware aufführen, weiß aber nicht, wie ich das am besten bei Kenntnissen einfügen soll ...

Wäre echt lieb, wenn vllt mal jemand drüberschauen könnte...?

Vielen Dank!

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 10.05.2008, 13:34

Hallo chloe!

M. E. hast Du den schwersten Teil schon hinter Dir: Erstens hatte Dein jetziger Arbeitgeber (im Gegensatz zum zukünftigen) keinen positiven Beweis Deiner Leistungsfähigkeit und zweitens sind Auszubildende arbeitsrechtlich besonders geschützt. Will sagen: Er wäre Dich viel schwerer los geworden, als das bei dem späteren der Fall sein wird. Der kann Dich auch erstmal befristet einstellen und somit sein Risiko noch weiter verringern... ;-)

Ich würde jetzt einfach alles tun, um einen guten Abschluss der Ausbildung zu erreichen - und damit quasi amtlich zu beweisen, dass die Krise überstanden ist. 8 Jahre zu "verstecken" wird Dir ohnehin nicht gelingen. Andererseits hast ja selbst schon gemerkt: Das Publikum (egal ob im Kino oder auf dem Chefsessel) liebt "Kämpfertypen" - je aussichtsloser, umso mehr... ;-)

Ich drücke Dir die Daumen!

chloe
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Beitrag von chloe » 26.05.2008, 20:11

Hi,

vielen Dank für Deine Antwort, die gibt mir echt Mut :wink:
War leider länger nicht mehr online, deswegen kommt erst jetzt meine Antwort.
Eine weitere Frage habe ich noch: ich habe ja bereits erwähnt, dass ich eine Essstörung hatte, diese Essstörung ist Bestandteil einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Ich habe jetzt mehrfach gelesen, dass man mit der Diagnose einen Schwerbehindertengrad von 50 % bekommen kann. Ich habe auch überlegt, ob ich einen Schwerbehindertenausweis beantragen soll, weil vllt meine Chancen auf eine Stelle besser sein könnten (zumindest im Öffentl. Dienst), gleichzeitig aber auch die Befürchtung, dass es noch schwieriger dadurch wird, einen Arbeitgeber (in der freien Wirtschaft) zu finden. Hat da vielleicht irgendjemand Erfahrungen oder könnte mir einen Rat geben? Bin ziemlich unsicher, ob ich das machen soll...

Lieben Gruß

sörben
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Genesungstermin nach Erkrankungen richtig setzen

Beitrag von sörben » 23.08.2010, 17:25

Hallo zusammen,

meine gesundheitlichen Probleme sind recht kompliziert gelagert, weiß aber nicht so recht wie das in den Lebenslauf passt und suche hiermit Rat von dritten.

Damit die Art und der Grund meiner Fragesstellung klarer wird erstmal ein kurzer Überblick über meine Krankengeschichte. Mich plagen zwei Probleme eine Knochenmissbildung an der Schulter und Schlafapnoe (Schlafstörung mit Atmungsproblemen).

Für beide konnte ich keinen 100%-Therapieerfolg erreichen. Zudem ergänzen sich beide Probleme gegenseitig, denn die Schulterspannung stört Schlafatmung und Schlafatmungsstörungen verstärken durch die Schlafhaltung meine Schulterprobleme. Bei den Ärzten wird ein zusammenhang geleugnet und die medizinischen Möglichkeiten sind sowieso am Ende.

Im März war der Schlaftest zur Therapiekontrolle positiv mit nur wenigen Atmungsstörungen, die ingesamt im gesunden Bereich liegen. Leider kann ich nicht sagen, das mir solche Testergebnisse viel weiterhelfen, denn fit war ich trotzdem nicht. Dazu muss man wissen, das schon der Weg bis zur Diagnose schwierig war und die Tests für Schlafapnoe nicht immer sehr zuverlässig sind (Wertung einer Atmungsstörung) und viermals die selbe Untersuchung nötig war bis ein halbwegs schlüssiges Ergebnis heraus kam.

Durch viel Training habe ich es geschafft das sich meine Schulter trotz Schmerzen stabilisiert und ich jetzt (August) gut schlafe und fit bin.



Die Fragen:

Jetzt war ich zwei Jahre platt und stehe vor dem Problem, welches Datum ich für meine "Genesung" im Lebenslauf angebe. Kann ich das frei Wählen? (Die Lücke bis zum März, wo ich "belegen" kann, wäre doch etwas groß)

Zu welchen Angaben ich gegenüber einem Betriebsarzt verpflichtet bin, etwa Befunde (und ob das Datum darin weitergegeben wird)?

Wie die ärztliche Begutachtung abläuft, denn die Schulter (fette Narbe) möchte ich nicht angeben, weil Schmerzen allein mein(/kein) Problem sind. Dem fällt nur irgendwas ein und macht mich untauglich wo's das gar nicht braucht.


Bewerbungsziel wären die Sklaventreiber (Zeitarbeit).


Sörben

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 24.08.2010, 01:33

Hallo Sörben!

Du hast nicht so richtig geschrieben, wie der Verlauf mit Deiner Schulter war. Kommt die "fette Narbe" von einer Operation? Wenn ja: Wann war die? Und was war die letzte Äusserung des Arztes zu diesem Thema? Bist Du jetzt von ärztlicher Seite als voll arbeitsfähig klassifiziert? Ist das Gegenteil der Fall? Oder bist Du irgendwann einfach nicht mehr hingegangen?

M. E. geht das Problem über eine elegante Formulierung im Lebenslauf hinaus... und es wäre auch ein grosser Glücksfall, wenn irgend jemand hier im Forum wasserdichten Rat in dieser Angelegenheit hätte. Ich würde an Deiner Stelle auf jeden Fall a) noch einmal einen Arzt und b) einen Arbeitsrechtler konsultieren, um die Gesamtsituation wirklich zu überschauen.

Ich glaube z. B. nicht, dass "Schmerzen" einfach "Dein Problem" sind. Mit diesen Schmerzen geht doch sicherlich auch eine unterdurchschnittliche Belastungsfähigkeit einher?!? Wenn Du wissentlich mit einer kaputten Schulter arbeitest (diesen Umstand bei einer Untersuchung/Befragung evtl. sogar versteckst oder explizit abstreitest) und dann bei der Arbeit etwas etwas passiert, können die Haftungsfragen m. E. extrem komplex werden... vor allem dann, wenn nicht "nur" Du, sondern ggf. auch Sachwerte (schlimmstenfalls andere Menschen) zu Schaden kommen. Ich weiss auch nicht, was passiert, wenn solch ein Vorfall zur kompletten Arbeitsunfähigkeit führt.

Was für eine Art von Arbeit würdest Du denn ausüben wollen?

sörben
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Beitrag von sörben » 24.08.2010, 13:09

Mein angestrebter Beruf wäre Industrieelektroniker (Baugruppenverkabeln, Inbetriebnehmne, Anlagen warten)

Mit Schmerzen hatte ich nie so Probleme das sie mich eingeschränkt hätten. Nur sollte ich halt nicht den ganzen Tag schwere Arbeit verrichten. Die Schulter habe ich mitte Mai behandeln lassen, vorallem in der Hoffnung das ich besser Schlafen kann und das mein Rücken nicht in 10 Jahren kaputt ist. (Auch wenn der Arzt jeden Zusammenhang leugnet)

Ärzte und Arbeitsrecht werden mir garnichts helfen, denn meine speziellen Probleme stehen so nicht im Medizinbuch und aus vielfacher Erfahrung kann ich dir sagen, das die sich häufig schon im Standardfall schwer tun.

Eine messbare gesundheitliche Beeinträchtigung jenseits des Normalbereichs ist auf dem Papier nicht vorhanden.

Wie läuft das jetzt mit dem Betriebsarzt? Was kriegt der alles mit? Hat hier jemand mit gesundheitlichen Problemen schon mal zum Betriebsarzt müssen?

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 24.08.2010, 14:03

sörben hat geschrieben:Die Schulter habe ich mitte Mai behandeln lassen
Wenn das so ist, wäre der korrekte Genesungstermin wohl Mitte Mai... und wenn jetzt objektiv nichts mehr zu messen ist, wird das wohl auch für einen Betriebsarzt gelten. Was der wiederum ansonsten "mitkriegt", hängt von seinem Engagement und Fachwissen ab... aber dass er eine grosse Narbe übersieht, kann man sich schwer vorstellen... und dass er danach nicht fragen würde, ebenfalls...

BTW hast Du gerade gesagt, dass Du bzgl. des Arbeitsumfangs doch so Deine Einschränkungen hast. Mit dem Baugruppenverkabeln kenne ich mich zwar nicht aus... könnte mir aber vorstellen, dass das u. U. doch ganz schön auf die Schultern gehen kann... wenn Du irgendwelche Baugruppen über Kopf verkabeln musst oder was auch immer...

Ich glaube auch nicht, dass ein Fachanwalt die medizinischen Einzelheiten Deiner Krankengeschichte bis ins Letzte verstehen muss, um eine Einschätzung zu möglichen rechtlichen Konsequenzen aus unterschlagener Information und/oder gezielter Falschaussage in solch einem Fall abzugeben...

sörben
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Beitrag von sörben » 24.08.2010, 14:59

Ich habe zwei spezielle Erkrankungsformen. Damit habe ich die Wahl zwischen Asozial werden oder Fakten frisieren. Letzteres stört solange nicht, solange es nicht auffliegt und nichts außergewöhnliches Geschieht. Deswegen muss ich wissen was auf mich zu kommt.

Haftungsrecht interessiert mich im Moment überhaupt nicht.

Schmerzen werden so angegeben, wie es mir in den Kram passt. (Weil es ja laut Arzt garnicht sein kann das ich welche hab)

Jobhopper
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Krankheit, Arbeitslosigkeit im Lebenslauf angeben

Beitrag von Jobhopper » 11.04.2013, 21:32

Hi,

ich bin gerade meinen Lebenslauf am umbauen! Mein Problem ist, das sich von März 12 letzten Jahres bis Ende Oktober 12 erkrankt war wegen einer schweren psyhischen Erkrankung. Danach bin ich arbeitslos geworden und bin bis heute noch. Zwischenzeitlich habe ich eine Weiterbildung zum Fachkaufmann gemacht und auch bestanden.

Jetzt Frage ich mich wie ich das am besten kaschieren kann? Hat da jemand einen Tipp für mich? Am liebsten würde ich alles zusammen packen z. B.

Seit 03/12 Klinikaufenthalt bis 11/12, anschließend berufliche Neuorientierung mit Weiterbildung zum Fachkaufmann mit Abschluss

oder so ähnlich

Danke und Gruß

Jobhopper

Romanum
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Beitrag von Romanum » 12.04.2013, 20:03

das sich von März 12 letzten Jahres bis Ende Oktober 12 erkrankt war wegen einer schweren psyhischen Erkrankung. Danach bin ich arbeitslos geworden

Während der Krankheit warst du nicht arbeitslos?

http://www.bewerbung-forum.de/lebenslau ... slauf.html


Jobhopper
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Beitrag von Jobhopper » 12.04.2013, 20:41

Nein, mein Arbeitsvertrag ging bis zum 31.03.12 ich bin aber vorher erkrankt und dann ab 01.04.12 im Krankengeldbezug gewesen. Da ich krank geschrieben war, war das Arbeitsamt nicht für mich zuständig.

Bin erst ab 01.11 bis jetzt arbeit suchend

Ich weiß nicht wie ich das in meinen Lebenslauf einbauen soll!

Gruß Jobhopper

Lacuna
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Krankheit wie im Lebenslauf einbauen

Beitrag von Lacuna » 27.08.2015, 13:09

Hallo,

ich bin neu hier und falle direkt mal mit der Tür ins Haus in der Hoffnung den ein oder anderen guten Tipp zu bekommen.

Zur Erklärung muss ich etwas ausholen.

Ich habe 2008 meine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten erfolgreich, mit der Gesamtnote "gut", beendet. Bis 2010 habe ich in meiner Ausbildungskanzlei in Teilzeit gearbeitet.
2010 hat leider ein, für mich sehr traumatischer Vorfall, meine Tätigkeit gestört. Ich wurde bis auf weiteres krankgeschrieben, da ich psychisch nicht in der Lage war zu arbeiten. Ich habe verschiedene Therapien gemacht (stationäre Traumatherapie, teilstationäre und ambulante Therapie).
Ich bin dann auch ziemlich direkt nach dem Vorfall, nennen wir es mal "geflüchtet", und 400km weit weg gezogen. Das Arbeitsverhältnis wurde in beidseitigen Einverständnis aufgehoben und ich habe ein sehr gutes Arbeitszeugnis erhalten.
Ich war zwei Jahre krankgeschrieben, dann kam meine Tochter zur Welt, welche ich bis Anfang diesen Monats Zuhause betreut habe (sie ist jetzt 3 Jahre alt und geht nun in den Kindergarten).

Nun möchte ich natürlich so schnell wie möglich zurück in meinen Beruf auf Minijob- oder Teilzeitbasis und denke auch dass ich das mittlerweile auch wieder bewältigen kann.

Bisher hatte ich nie Probleme Bewerbungen zu schreiben, nur bei einer Sache bin ich mir nun sehr unsicher. Und zwar habe ich in meinem Lebenslauf eingebaut, dass ich krank war. Allerdings sagte man mir, dass das vielleicht nicht so schlau ist, da es abschreckend wirkt. Was aber soll ich sonst schreiben? Ich möchte nicht den Anschein erwecken, dass ich faul war und keine Lust hatte zu arbeiten!
Ich kopiere einmal betreffende Zeilen meines Lebenslaufes ein:


05/2012 - heute Familien- und Erziehungsarbeit

07/2010 - 05/2012 Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, inzwischen aber vollständige Genesung und
Einsatzbereitschaft



Kann ich das so schreiben oder wirkt das sehr abschreckend?
Wenn ja, was kann ich stattdessen schreiben?

Und was wäre im Falle eines Vorstellungsgespräches, das schlaueste zu sagen? An sich möchte ich ungern "lügen" was meine Lücke betrifft (natürlich würde ich da nicht ins Detail gehen), aber ich möchte keinesfalls abschrecken und deshalb eine Absage bekommen... :/

Ich würde mich riesig freuen, wenn jemand eine Idee hat.

Vielen Dank fürs Lesen! :)

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Re: Krankheit wie im Lebenslauf einbauen

Beitrag von TheGuide » 27.08.2015, 13:40

Lacuna hat geschrieben:07/2010 - 05/2012 Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, inzwischen aber vollständige Genesung und
Einsatzbereitschaft

Ich würde den rot markierten Teil einfach streichen. Du warst zwei Jahre lang krank, das ist vorbei. Ende. Mit dem Nachsatz weckst du eigentlich erst die schlafenden Hunde...
Und was wäre im Falle eines Vorstellungsgespräches, das schlaueste zu sagen? An sich möchte ich ungern "lügen" was meine Lücke betrifft (natürlich würde ich da nicht ins Detail gehen), aber ich möchte keinesfalls abschrecken und deshalb eine Absage bekommen... :/
Nach deinen Schilderungen ist anzunehmen, dass es sich bei deinem traumatischen Erlebnis um ein berufsbezogenes Erlebnis handelt. Das macht das natürlich schwer. Wie groß bemisst du denn die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung des Erlebnisses?

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Beitrag von Lacuna » 27.08.2015, 14:04

Okay, vielen Dank! Dann werde ich das streichen. :)

Nein, das war kein berufsbezogenes Erlebnis. Das hatte nichts damit zu tun und war in meinem "privaten Leben". Ich denke nicht, dass sich sowas nochmal wiederholt. Das wäre schon extrem heftiges Pech. Also ich gehe nicht davon aus.

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Beitrag von TheGuide » 27.08.2015, 14:11

Lacuna hat geschrieben:Nein, das war kein berufsbezogenes Erlebnis. Das hatte nichts damit zu tun und war in meinem "privaten Leben". Ich denke nicht, dass sich sowas nochmal wiederholt. Das wäre schon extrem heftiges Pech. Also ich gehe nicht davon aus.
Das klingt doch den Umständen entsprechend gut. Ich finde, die Antwort, die du mir hier gegeben hast, ließe sich auch in einem VG - wenn denn überhaupt die Rede auf deine traumatische Erfahrung kommt! - gut verwenden. Vielleicht holst du dir diesbezgl. aber auch noch mal Rat bei deinem ehemaligen Chef, sofern es den noch gibt, ihr scheint euch ja im Guten getrennt zu haben und er zumindest ansatzweise zu wissen, was dich damals bedrückt hat.

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