Maschinenbauingenieur Bewerbung nach Maschinenbaustudium

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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gs06
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Maschinenbauingenieur Bewerbung nach Maschinenbaustudium

Beitrag von gs06 » 27.03.2018, 13:41

Guten Tag allerseits. Ich habe Probleme mit dem Verfassen eines Anschreibens. Könnt ihr mit weiterhelfen. Anhand der Beispiele hier im Forum, Youtube und anderer Bewerbungsportale habe ich versucht ein Anschreiben zu schreiben. Jedoch habe ich das Gefühl, dass dieses nicht so gut geworden ist. Daher wollte ich Verbesserungsvorschläge von euch.
Kurz mein Profil:
- 27 Jahre alt
- letzten Monat Maschinenbaustudium abgeschlossen( Bachelor) (2012-2018)
- leider keine Berufserfahrung: neun Monate Zivildienst als Übersetzer und Betreuer im psych. Krankenhaus und drei Monate Praktikum im Maschinenbau Bereich( 2011)

Das Anschreiben

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie wollen Ihr Team mit einem engagierten und motivierten Maschinenbauingenieur verstärken, dann ist meine Bewerbung sicher von Interesse für Sie, da diese Eigenschaften genau meinem Profil entsprechen.

Durch mein Studium bin ich mit praxisorientierten Fragestellungen vertraut und verfüge über ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein sowie strategisches Planungsvermögen, um Ihr Unternehmen bei der Entwicklung und Erprobung neuer Verfahren bzw. Maschinen zu unterstützen.

Zu meiner größten Stärke zählt die qualitative und organisierte Arbeitsweise, sodass ich Ihnen bei der Optimierung der Produktion im Verantwortungsbereich behilflich sein kann.
Im Rahmen meiner Abschlussarbeit habe ich mich mit dem Entwicklungs- und Konstruktionsprozess nach der VDI 2221 auseinandergesetzt und beherrsche dadurch die erforderlichen Kenntnisse zur Durchführung und Dokumentation von Produktionsversuchen an den Fertigungsanlagen.

Weiterhin ist es mir auch bei Zeitdruck und in arbeitsintensiven Zeiträumen möglich einen kühlen Kopf zu bewahren und meine Prioritäten festzulegen. Somit bin ich jederzeit sehr belastbar und bin erst dann zufrieden, wenn ich meine Aufgabe mit Erfolg abgeschlossen habe.

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich besonders auf unser persönliches Kennenlernen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Stellenauschreiben

Das sind Ihre Aufgaben
-Mitwirkung in interdisziplinären Produktentwicklungsprojekte
-Mitwirkung bei der Entwicklung, Projektierung und Erprobung neuer Verfahren, Maschinen und Maschinenteile
-teuerung / Leitung des Optimierungsprozesses von neuen und bestehenden Produkten sowie Unterstützung bei technischen Projekten im Verantwortungsbereich
-Planung, Durchführung und Dokumentation von Produktionsversuchen an den Fertigungsanlagen
-Planung, Durchführung und Dokumentation von Maßnahmen zur Optimierung der Produktion im Verantwortungsbereich, beispielsweise zur Erhöhung der Maschineneffizienzen sowie der Reduzierung von Verlusten und Herstellkosten

Das ist ihr Profil

-Abgeschlossenes Studium der Verfahrenstechnik, Chemieingenieurswesen, Maschinenbau oder vergleichbare
-Idealerweise erste Berufserfahrung im Bereich der Anlagenprojektierung
-Durchsetzungsvermögen und Antrieb zu eigenverantwortlichem Handeln
-Ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein

Meine Fragen
1: Ich habe versucht so gut es geht Floskeln zu vermeiden, habe ich irgendwelche übersehen?
2:Ich habe Schwierigkeiten bei der Einbringung der Stärken. Man soll diese ja nicht nur aufzählen, sonder belegen und die Vorteile für das Unternehmen darstellen. Wie mache ich das? Ist das mir gelungen oder sollte ich irgendetwas verändern?
3:Irgendwo habe ich gelesen, dass man die Anforderungen, die im Ausschreiben genannt werden, im Anschreiben einsetzten soll. Jedoch klingen dadurch einige Sätze komisch, soll das so bleiben?
4. Ist mein Einstiegssatz eine Floskel?
5.Sollte ich meine Berufserfahrung auch irgendwo einbringen, obwohl diese nur kurz und schon aus dem Jahr 2011 ist?


So wie ich jetzt bemerkt habe ist der Text ziemlich lang geworden. Vielen Dank im Voraus. Ich bin wirklich dankbar für jegliche Verbesserungsvorschläge.
:)
Zuletzt geändert von gs06 am 08.04.2018, 14:27, insgesamt 1-mal geändert.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 27.03.2018, 14:49

gs06 hat geschrieben:Sie wollen Ihr Team mit einem engagierten und motivierten Maschinenbauingenieur verstärken, dann ist meine Bewerbung sicher von Interesse für Sie, da diese Eigenschaften genau meinem Profil entsprechen.
Du fragst, ob du Floskeln übersehen hast. Dies hier ist nichts anderes!
Wenn du auf eine Ausschreibung reagierst und ernsthaft eine Chance haben möchtest, dann solltest du die Muss-Kriterien zu 100 und die Sollkriterien zu 90 % erfüllen, sprich: wenn deine Eigenschaften nicht genau dem Profil entsprechen, dann bewirbst du dich erst gar nicht.

2:Ich habe Schwierigkeiten bei der Einbringung der Stärken. Man soll diese ja nicht nur aufzählen, sonder belegen und die Vorteile für das Unternehmen darstellen. Wie mache ich das? Ist das mir gelungen oder sollte ich irgendetwas verändern?
Wann/wo/wie hast du denn deine Stärken belegt? Ich hatte bei deiner ganzen Bewerbung das Problem, dass zwar formal an den Sätzen wenig auszusetzen war, aber dass ich auch kein Bild von dir und deiner Arbeit vor Augen hatte.
3:Irgendwo habe ich gelesen, dass man die Anforderungen, die im Ausschreiben genannt werden, im Anschreiben einsetzten soll. Jedoch klingen dadurch einige Sätze komisch, soll das so bleiben?
Ja, das ist richtig. Du musst dir das so vorstellen: Der Personaler legt deine Bewerbung neben einen Vordruck mit dem Anforderungen und hakt diese ab, wenn er meint, dass du sie erfüllst. Lässt du Anforderungen weg, können diese nicht abgehakt werden. Das heißt aber nicht, dass du sie wortwörtlich wiedergeben musst.
4. Ist mein Einstiegssatz eine Floskel?
Ja.
5.Sollte ich meine Berufserfahrung auch irgendwo einbringen, obwohl diese nur kurz und schon aus dem Jahr 2011 ist?
Nur dann, wenn sie zur Stelle passt. Ansonsten steht sie ja im Lebenslauf.

gs06
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Beitrag von gs06 » 08.04.2018, 14:31

Vielen Dank TheGuide. Habe mal versucht eine neue Bewerbung zu schreiben(für eine andere Stelle). Wie könnte ich dieses verbessern.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die X GmbH ist ein Unternehmen mit mehr als hundertjähriger Tradition, das die kontinuierliche Weiterentwicklung im eigenen Haus wertschätzt. Daher will ich als junger Maschinenbauingenieur mit viel Begeisterung für Technik meine Kenntnisse bei Ihnen einsetzen und den bereits vorhandenen Erfolg weiter ausbauen.

Durch mein Studium bin ich mit praxisorientierten Fragestellungen vertraut und verfüge über ein strategisches Planungsvermögen. Verantwortung zu übernehmen scheue ich nie. Falls ein Problem bevorsteht, bemühe ich mich stets darum den besten Weg zu finden, dieses zu lösen und melde mich dann auch freiwillig, um meine Lösung anzubieten. Daher werde ich auch bei Ihnen nach der Einarbeitung bei eintretenden Prozessabweichungen die notwendigen Maßnahmen ergreifen und gegebenenfalls die Prozesse ändern, sodass die Produktion fehlerfrei erfolgen kann.

Zu meiner größten Stärke zählt die qualitative und organisierte Arbeitsweise, welches mir besonders in der konstruktiven Zusammenarbeit im Team gelingt. Meine Priorität ist es bei Kontroversen nicht rücksichtslos mit schwachen Teammitgliedern umzugehen, sondern mit Feingefühl und Respekt. Dabei ist es auch meine Eigenschaft Kritik anzunehmen und pragmatische Kompromisse zu vereinbaren, damit die Produktivität des Unternehmens nicht betroffen wird. Deswegen werde ich bei Ihnen die Analyse der prozessbedingten Ursachen von Reklamationen übernehmen und die darauffolgende Belehrung der Mitarbeiter durchführen.

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich besonders auf unser persönliches Kennenlernen.

Mit freundlichen Grüßen

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Beitrag von TheGuide » 08.04.2018, 19:22

gs06 hat geschrieben:die X GmbH ist ein Unternehmen mit mehr als hundertjähriger Tradition, das die kontinuierliche Weiterentwicklung im eigenen Haus wertschätzt.
Du musst dem Personaler eines Unternehmens oder gar dem Chef nicht sein Unternehmen erklären, das kennt er besser als du? Zudem wäre es überhaupt gar kein Problem die gleiche Bewerbung an ein Startup zu schicken, du müsstest bloß den Eingangssatz über Unternehmen A durch einen Eingangssatz über Unternehmen B ersetzen. Das macht das so beliebig.
Dass du dich mit dem Unternehmen beschäftigt hast, beglaubigst du nicht, indem du weißt, dass es ein traditionsreiches Unternehmen oder ein Startup ist. Dass du dich mit ihm bechäftigt hast, bekräftigst du dadurch, dass du weißt, wo ihm der Schuh drückt.

Es geht zunächst einmal darum, dass du eine plausible Motivation anführst, um derentwegen du dich bewirbst. Tradition als Motivation nehme ich einem Historiker ab, aber keinem Maschinenbauer. Was hast du als Maschinenbauer im Studium vertieft, wo lagen deine Interessen und wie ist darüber der Zusammenhang zum Studium herzustellen? Das würde überzeugen.
Daher will ich als junger Maschinenbauingenieur mit viel Begeisterung für Technik meine Kenntnisse bei Ihnen einsetzen und den bereits vorhandenen Erfolg weiter ausbauen.
Welches Interesse hast du am Unternehmenserfolg, wo du noch überhaupt keine Bindung zum Unternehmen hast aufbauen können?

Inwiefern unterscheiden sich dein Alter und deine Begeisterung für Technik von den 250 Kommilitonen, die sich gleichzeitig mit dir auf die Stelle bewerben? Sind die nicht auch alle jung und - als Maschinenbauer - technikbegeistert? Bewerbungen zu schreiben benötigt ein bisschen mehr Gehirnschmalz als nur das offensichtliche zu schreiben. Es geht darum, zu präzisieren, zu unterscheiden, der Erfüllung der Anforderungen durch die eigene individuelle Ausbildung näher zu kommen als die Konkurrenz.

Stell dir das Bewerbungsschreiben als Reparaturarbeit vor. Du liegst unter einem Auto und rufst deinem Kollegen zu:

"Gib mir mal das Ding."

???

"Gib mir mal ein Werkzeug."

???

"Gib mir mal nen Schraubenschlüssel."

???

"Gib mir mal die Knarre mit dem Achteraufsatz."

!!!

Im Moment bist du noch bei "Gib mir mal das Ding", wir wollen aber zu "Gib mir mal die Knarre mit dem Achteraufsatz."
Durch mein Studium bin ich mit praxisorientierten Fragestellungen vertraut und verfüge über ein strategisches Planungsvermögen.
Ersteres ist nachvollziehbar, zweiteres ist kein Automatismus. Durch ein Studium kann man Fachwissen und Methodenkenntnisse anhäufen. Planungsvermögen allenfalls in homöpathischen Dosen.
Verantwortung zu übernehmen scheue ich nie.
Bitte ausschließlich positiv argumentieren! Womöglich bleibst du sonst dem Personaler im Gedächtnis als derjeige haften, der sich vor irgendetwas scheute, aber der Personaler weiß nicht mehr, vor was...
Falls ein Problem bevorsteht, bemühe ich mich stets darum den besten Weg zu finden, dieses zu lösen und melde mich dann auch freiwillig, um meine Lösung anzubieten.

...er war stets bemüht...??? Das ist Zeugnissprache für Versager!

Daher werde ich auch bei Ihnen nach der Einarbeitung bei eintretenden Prozessabweichungen die notwendigen Maßnahmen ergreifen und gegebenenfalls die Prozesse ändern, sodass die Produktion fehlerfrei erfolgen kann.
Zu meiner größten Stärke zählt die qualitative und organisierte Arbeitsweise, welches mir besonders in der konstruktiven Zusammenarbeit im Team gelingt. Meine Priorität ist es bei Kontroversen nicht rücksichtslos mit schwachen Teammitgliedern umzugehen, sondern mit Feingefühl und Respekt. _Dabei ist es auch meine Eigenschaft Kritik anzunehmen und pragmatische Kompromisse zu vereinbaren, damit die Produktivität des Unternehmens nicht betroffen wird. Deswegen werde ich bei Ihnen die Analyse der prozessbedingten Ursachen von Reklamationen übernehmen und die darauffolgende Belehrung der Mitarbeiter durchführen.
Das sind alles Negativismen bzw. negativ konnotierte Begriffe. Greifst du hier etwas aus der Aufschreibung auf? Denn im Prinzip ist das viel zu viel Geschwafel.
Habe ich Ihr Interesse geweckt?
Stelle keine Fragen, die man mit "Nein" beantworten kann! (Schreib jetzt bloß nicht "Wenn ich Ihr Interesse geweckt habe..."!)

gs06
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Beitrag von gs06 » 14.04.2018, 22:16

Vielen Dank TheGuide. Leider stand die andere Stelle nicht mehr zu verfügung. Daher habe ich unter Berücksichtigung deiner Vorschläge eine neue Bewerbung für eine andere Stelle geschrieben. Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du einen Blick darauf werfen könntest.
Zuletzt geändert von gs06 am 16.04.2018, 15:38, insgesamt 1-mal geändert.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 16.04.2018, 10:47

gs06 hat geschrieben:kreatives Arbeiten ist sicherlich eine starke Herausforderung.
sicherlich markiert Spekulation Der Satz macht keine Aussage über dich.
Jedoch bin ich aufgrund meines ehrgeizigen Charakters stets motiviert genug, um jede neue Hürde erfolgreich zu überwinden.
Du beginnst hier mit einer Stärke (Ehrgeiz). Die Stärken sind wichtig, aber im Vergleich zu Motivation und Kompetenzen der unwichtigste Teil der Bewerbung. Je wichtiger desto vorne! Jedoch ist negativ konnotiert, weil es meist etwas Positives in etwas Negatives verkehrt und ersetze doch das Negativum Hürde durch das neutralere Aufgabe. Inhaltlich hättest du damit nichts geändert aber die Wirkung wäre eine andere.
Genau im Umgang mit CAD kann ich meine Fähigkeiten beim Programmieren, die ich während meines Studiums vertieft habe, unter Beweis stellen.
Bei den Vertiefungen habe ich besonders auf die Erweiterung meiner Kenntnisse im Bereich der rechnerunterstützten Konstruktion Wert gelegt. Daher habe ich die Kurse CAD-Application und Siemens-NX besucht und mir die notwendigen Fertigkeiten für die Programme Solidworks und NX angeeignet. Darüber hinaus habe ich mich im Rahmen meiner Abschlussarbeit intensiv mit der CAD-Konstruktion beschäftigt. Daher bin ich mit beiden CAD-Systemen äußerst vertraut.
4x CAD? Ist es wirklich notwendig, da so drauf herumzureiten?
Zu meiner größten Stärke zählt die qualitative und organisierte Arbeitsweise, welches mir besonders in der konstruktiven Zusammenarbeit im Team gelingt.
Hier versteckst du eine Negativaussage über dich. Aber vielleicht bin ich auch überkritisch. Der Umkehrschluss aus dieser Aussage ist m.E. nämlich, dass du alleine eher Mist ablieferst. Ich verstehe, dass du mit diesem Satz verschiedene Dinge, die sicher auch in der Ausschreibung vorkommmen, verbinden wolltest. Ist Ermessenssache, wie gesagt, vielleicht bin ich in diesem Punkt überkritisch.
Sie können mich jederzeit unter der genannten Rufnummer erreichen, um einen Termin für ein Vorstellungsgespräch zu vereinbaren.
Normalerweise sage ich zu devoten Bewerbern gerne, sie sollten sich ruhig auf Augenhöhe mit den Adressaten bewegen. Hier allerdings finde ich dich ein Stückchen zu forsch. Du sollst nicht als Bittsteller auftreten, aber hier trittst du fast zu fordernd auf.

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