Maßnahme durch Agentur für Arbeit - Context, ein No-Go

Weiterbildung ist mittlerweile für jeden Arbeitnehmer unerläßlich. Hier werden Weiterbildungen vorgestellt und eure Fragen zu Seminaren, Kursen oder Lehrgängen beantwortet.
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Bluestblue
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Maßnahme durch Agentur für Arbeit - Context, ein No-Go

Beitrag von Bluestblue » 28.06.2020, 13:02

Hallo liebes Forum,

bin neu hier und möchte erstmal sagen: schön, dass ich hier bin und meine Fragen stellen darf.

Es geht um folgendes:

Mein ALG1-Bezug wäre am 14.05.20 ausgelaufen, durch Corona wurde mir eine Verlängerung um 3 Monate zugesagt. Danach kam die Aufforderung zu einer Maßnahme bei der Context GmbH zur beruflichen Wiedereingliederung. Okay, kein Problem, kann ja nur helfen, dachte ich und habe mich sogar darauf gefreut.
Der erste Tag war ein Einweisungsvormittag. Langer Monolog, Ausfüllen des Fragebogens, etc. Aufgefallen ist mir dort, dass der Seminarleiter mindestens 5x erklärte, wer zu welchem nächsten Termin zu erscheinen hat, obwohl dies auf der Zuweisung erwähnt war. Das man sich in einer Gruppe unterschiedlichster Menschen nach dem "Schwächsten" orientiert war mir klar.

Zum nächsten Termin saßen die Teilnehmer im Computerraum, pünktlich um 8 Uhr. Keiner erschien um uns zu begrüßen, keiner klärte uns darüber auf, wie denn nun die weitere Vorgehensweise sei. Ich habe die Zeit genutzt, mich nach Stellen im Internet umzuschauen, viele Teilnehmer, die sich mit dem Internet oder gar Word überhaupt nicht auskennen haben nur dagesessen und vor sich hin gemeckert.

Gegen 10 Uhr begannen dann die persönlichen Gespräche. Ich freute mich, endlich dran zu kommen. Nun begann das Dilemma. Ich erwartete ein persönlich auf mich ausgerichtetes Gespräch. Fragen an mich, woran es wohl liegen könnte noch keinen Bewerbungserfolg erreicht zu haben zum Beispiel. Statt dessen wieder ein endloser Monolog über Bewerbungsstrategien, die allerdings nichts Neues für mich waren. Ich saß und hörte und hörte.

Dann kam das Thema auf Lebenslauf und Anschreiben nach DIN 5008, die mir bekannt sind. Mir wurde mitgeteilt, dass ich eine Standard-Vorlage für beides bekomme. Ich verwies auf meinen mitgebrachten Lebenslauf. Dies wurde ignoriert.
Hier sei erwähnt, dass ich nach meinem Abitur Grafik-Design studiert habe, lange in diesem Bereich gearbeitet habe. Dann absolvierte ich eine ausserberufliche Ausbildung zur Industriekauffrau. Während dieser Ausbildung hatten wir ausführlichstes Bewerbertraining. Dort entstand ein sowohl grafisch als auch inhaltlich korrekter Lebenslauf meinerseits.

Also hinterfragte ich die Vorlage, natürlich nett, die ich von Context erhalten sollte. Und jetzt wird es lustig:
Zunächst wurde ich gefragt, ob ich „Wer fragt, der führt“ kenne. Ich verneinte. Daraufhin wurde mir erklärt, wie unhöflich es wäre, das Gespräch an sich zu reisen, indem man Fragen stellt.
Als nächstes wurde mir vermittelt, dass der erste Eindruck zählt und dieser nicht wieder gut zu machen wäre. Er würde den Teilnehmern einen gewissen Kredit vergeben, den man aber ganz schnell verspielen könne.
Abschließen wurde mir gesagt, dass er die Agentur für Arbeit kontaktieren werde, wenn ich die Vorgabe nicht akzeptiere um mir meine Mitwirkungsplicht abzusprechen.

Ich war dann so perplex, dass ich erst einmal nichts mehr gesagt habe.
Nachdem ich mir die Vorlagen in Word ansah, war mir klar, dass ich diese Vorlage nicht verwenden kann.
Ich bin Grafik-Designerin und habe einen anderen Anspruch an das Aussehen meiner Unterlagen, ich finde es peinlich, wenn ich eine Vorlage benutzen muss, die X hoch 10 Teilnehmer regelmäßig an Arbeitgeber verschicken.

Später hat er mich dann noch vor der gesamten Gruppe runter gemacht, weil ich aus blassblauen Streifen grüne gemacht habe und hat meinen Lebenslauf öffentlich kommentiert.

Sorry für so lang ... :oops:

Nun zu meinen Fragen:

Muss ich mir dies gefallen lassen?
Darf ich meine eigene Gestaltung (unter Bedingung DIN 5008) benutzen?
Kann ich aus der Maßnahme raus? Habe nie eine Einwilligungserklärung bei der Agentur für Arbeit unterschrieben.
Mein ALG 1 Bezug endet zum 14.08.20, habe danach keinen Anspruch auf ALG 2, Maßnahme geht bis Dezember 20. Muss ich trotzdem weiter daran teilnehmen?

Liebe Grüße von Bluestblue

PS.: bin ein Mädel mit jungen 50 Jahren ... :lol:

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Re: Maßnahme durch Agentur für Arbeit - Context, ein No-Go

Beitrag von TheGuide » 28.06.2020, 17:57

Ich an deiner Stelle würde ein Verlaufsprotokoll erstellen und dies meiner/m Sachbearbeiter/in zur Verfügung stellen. Du musst dir nicht alles gefallen lassen und das war ein klarer Einschüchterungs- wenn nicht Erpressungsversuch. Aber du musst eben soweit aufpassen, dass du nicht am Ende den Schwarzen Peter hast („nicht mitwirkungswillig“, daher das Verlaufsprotokoll). Diese Leute erhalten ja auch Geld aus der Arbeitslosenversicherung, für ihre Dienste. Wenn sie diese Dienste nicht oder schlecht erbringen, dann muss die ARGE darüber informiert werden.

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Re: Maßnahme durch Agentur für Arbeit - Context, ein No-Go

Beitrag von Bluestblue » 29.06.2020, 13:06

Danke für die Antwort. Werde ich machen.
Aber die Frage ist doch die, ich bin dort, ich schreibe Lebenslauf etc., ich möchte nur nicht als diplomierte Designerin einen unschön gestalteten Lebenslauf benutzen wollen. DIN 5008 ist eingehalten. Verletze ich denn da meine Mitwirkungspflicht???

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Re: Maßnahme durch Agentur für Arbeit - Context, ein No-Go

Beitrag von Bluestblue » 30.06.2020, 17:57

Schade, dass ich so wenig Feedback auf meine noch offenen Fragen bekomme. Ist wohl ein eher lahmes Forum *tschuldigung*
Mir wurde heute nahe gelegt, aus einer gesundheitlichen Ausfallzeit etwas anderes zu konstruieren. Sinnvoll? Bin eher der ehrliche Typ.

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Re: Maßnahme durch Agentur für Arbeit - Context, ein No-Go

Beitrag von TheGuide » 30.06.2020, 21:54

Bluestblue hat geschrieben:
29.06.2020, 13:06
Danke für die Antwort. Werde ich machen.
Aber die Frage ist doch die, ich bin dort, ich schreibe Lebenslauf etc., ich möchte nur nicht als diplomierte Designerin einen unschön gestalteten Lebenslauf benutzen wollen. DIN 5008 ist eingehalten. Verletze ich denn da meine Mitwirkungspflicht???
Ich bin kein Arbeitsrechtler und juristische Beratung in Internetforen ist zudem verboten, daher nur als Privatmeinung: kann eigentlich nicht sein, dass du deine Mitwirkungspflicht verletzt, wenn du dich weigerst schlechtere Materialien zu nutzen, als deine eigenen.
Vielleicht solltest du dich mal beim Träger der Maßnahme als Mitarbeiterin bewerben, welche die Betreuer in Layoutgestaltung fortbildet....

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Re: Maßnahme durch Agentur für Arbeit - Context, ein No-Go

Beitrag von Bluestblue » 01.07.2020, 07:55

Könnte ich denn noch Widerspruch gegen die Maßnahme einlegen, obwohl ich diese schon angetreten habe? Muss ich während dieser geprüft wird dort teilnehmen?

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Re: Maßnahme durch Agentur für Arbeit - Context, ein No-Go

Beitrag von TheGuide » 01.07.2020, 08:12

Wie gesagt, juristische Beratung ist in Internetforen verboten und mir mangelt es da zudem an der notwendigen juristischen Kompetenz. Ich würde mich mit meinem/r Berater/in von der ARGE verständigen. Ggf. musst du auch ein paar Tage leiden. Aber wie sich das für mich anhörte, werdet ihr ja eh vor den Rechner gesetzt und macht dort ziemlich unbetreut euer eigenes Ding? Dann sollte es doch eigentlich kein Problem sein, dass du deine Bewerbungen dort verfasst, die Texte mailst du nach Hause, lässt sie vorher ggf. korrekturlesen - wenigstens das machen die doch noch, oder? - und zuhause pflegst du die korrekturgelesenen Texte in dein Layout ein.

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Re: Maßnahme durch Agentur für Arbeit - Context, ein No-Go

Beitrag von Bluestblue » 01.07.2020, 08:39

Augen zu und durch ist wohl wirklich das Klügste.
Muss ich dem Maßnahmeträger meinen Lebenslauf überlassen? Er bedrängt mich und droht mit Sanktionen, falls ich dies nicht mache.

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Re: Maßnahme durch Agentur für Arbeit - Context, ein No-Go

Beitrag von Romanum » 01.07.2020, 13:53

Denke doch nicht so kompliziert-negativ, sondern pragmatisch: der Lebenslauf, den du dem Träger aushändigst, und die Lebensläufe, die du verschickst, müssen doch nicht identisch sein. Konzentriere dich auf DEIN Bewerbungsvorhaben und lasse dich nicht in irgendwelche Kämpfe hineinreißen, die nur Kraft kosten.

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Re: Maßnahme durch Agentur für Arbeit - Context, ein No-Go

Beitrag von Bluestblue » 01.07.2020, 14:20

Du hast ja recht. Ich möchte diesem Menschen aber nun mal nicht meinen persönlichen Lebenslauf aushändigen.
Wofür braucht er den? Datenschutz?

Noch eine Frage: er schrubt jetzt schon seit Tagen an meinem LL herum, ändert alles, nimmt wichtige Praktika heraus. Ich arbeite jetzt schon den vierten Tag an meinem LL, der ursprünglich absolut in Ordnung war.
Auf der anderen Seite soll ich bei untergeordneten Aushilfsjobs Details angeben. Nun hat er mich dazu aufgefordert, eine gesundheitliche Ausfallzeit zu schönen, alles unter der Schiene "Mitwirkungspflicht"
Ich bin echt ratlos, wie ich mich da verhalten soll .... :(

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