Motivationsschreiben für Firmenstipendium - Hinweise bitte!

Einzelne Bewerbungen können sehr umfangreich werden. In dieser Rubrik wird über fakultative Elemente der Bewerbungsunterlagen diskutiert.
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nimingde
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Motivationsschreiben für Firmenstipendium - Hinweise bitte!

Beitrag von nimingde » 10.01.2013, 15:34

Hallo Liebe Forengemeinde,

ich befinde mich derzeit am Anfang meines Masterstudiums und werde im kommenden Wintersemester ein Auslandssemester in Europa absolvieren. In diesem Zusammenhang bewerbe ich mich um ein Stipendium bei einer Beratungsfirma für interkulturelle Kommunikation. Ich bitte Euch um Korrektur, Hinweise und Kritik für das folgende Anschreiben und Motivationsschreiben. Das Anschreiben fällt sehr knapp und förmlich aus, da es nicht explizit in den Bewerbungsanforderungen genannt wird.

Hier das Anschreiben (formlos, ohne Adressen, Datum etc.):


Sehr geehrter XXX,

mit den im Anhang befindlichen Unterlagen bewerbe ich mich um das XXX Auslandsstipendium. Ich bedanke mich im Voraus für die von Ihnen gebotene Möglichkeit und den damit verbunden Aufwand.

Mit freundlichen Grüßen

nimingde

Erste Frage: Ist das genügend, oder gilt es als Selbstverständlichkeit hier mehr zu bieten?

Hier mein Motivationsschreiben:

Motivationsschreiben

Mein Name ist nimingde und ich bin Student des Studiengangs „irgendwas mit Wirtschaftswissenschaften“ im ersten Fachsemester an der Universität XXX. Mit dieser Ausbildung lerne ich das im Grundstudium erlangte ökologische, soziologische und technische Wissen in einem ökonomischen und wirtschaftspolitischen Kontext anzuwenden, sodass ich einen Beitrag zu einer nachhaltig orientierten Gesellschaft leisten kann. Meines Erachtens können zukünftige Herausforderungen mit flexiblen Denkansätzen und multidisziplinaren Problemlösungsstrategien am besten bewältigt werden. Diese eigne ich mir während meines internationalen und interdisziplinären Studiums an welches nun durch ein Auslandssemester bereichert werden soll. Aus eigener Erfahrung sind mir die Vorteile eines Auslandsaufenthalts bekannt und ich freue mich auf das Studieren an der Universität XXX während des Wintersemesters 2013/14. Da ich nach meinem Studium eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst anstrebe, wird mir die Erfahrung welche ich in XXX sammle helfen, einen konstruktiven Beitrag zu einer integrierten Europäischen Gemeinschaft zu leisten. Um die Zeit im Ausland effizient nutzen zu können und optimal auf das Semester vorbereitet zu sein, bin ich auf der Suche nach einem Unterstützer und Förderer.
Durch den Austausch mit Kommilitonen weiß ich, dass ein Stipendium nicht nur mit finanzieller Unterstützung verbunden ist, sondern ebenfalls der Horizonterweiterung dient. Stipendiaten erhalten neben dem Einblick in ein meist unbekanntes Berufsfeld unter anderem eine Möglichkeit Ideen auszutauschen und gewinnen langfristig einen Partner welcher ihnen während ihres weiteren akademischen Werdegangs beratend zur Seite stehen kann und eventuell Mitarbeit an firmeneigenen Projekten ermöglicht. Des Weiteren gibt mir ein Stipendium die finanzielle Möglichkeit zur aktiven Partizipation am kulturellen Leben sowie in Vereinen und Organisationen im Gastland. Gerne möchte ich von diesen Vorteilen profitieren.
Durch eine entsprechende Kursauswahl während meines Grundstudiums wurden mir diverse Kommunikationsmodelle nahegebracht. Darum weiß ich nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch durch akademisch angewandte Theorien um die häufig existierenden kulturellen Barrieren zwischen unterschiedlichen Gesellschaften. Aus diesem Grund kann ich mir gut vorstellen, dass ein interkulturelles Training für XXX erstaunliche Eigenheiten aufzeigen wird, welche die meisten Deutschen in ihrem Nachbarland mit einer ansonsten eher kompatiblen Gesellschaft nicht vermuten. Ich freue mich über die Möglichkeit, die Vorbereitungen auf mein Auslandssemester professionell begleitet zu wissen. Außerdem begrüße ich den aufrichtigen Wunsch und dessen pragmatische Durchführung von [dem Förderer], Studenten, unabhängig von ihrer politischen Gesinnung, Konfession oder favorisiertem Aufenthaltsland, die Erfahrung eines Auslandsaufenthaltes zu ermöglichen. Die Nichtexistenz jeglicher Diskriminierung ist ein weiterer Grund für meine Bewerbung bei [dem Förderer], da sie meiner persönlichen Meinung nach grundlegend für den selbstlosen Gedanken hinter einem Stipendium steht.
Gerne bin ich dazu bereit an einer interkulturellen Studie von [dem Förderer] mitzuwirken. Ich hoffe mich so für die Kooperation erkenntlich zeigen zu können und bin gespannt auf den Rahmen und die Themenfelder der Umfrage. Bestenfalls ergibt sich ein weiterer Einblick in die Arbeitsweise einer Beratungsfirma für interkulturelle Kommunikation. Des Weiteren sind mir durch meine Tätigkeit als Junior Consultant der studentischen Unternehmensberatung XXX die potentiellen Vorteile einer Kooperation zwischen Firmen und Studenten bekannt. Letztere bilden nicht nur einen Pool potentieller zukünftiger Mitarbeiter sondern sind in der Lage mit häufig innovativen Vorschlägen das Selbstverständnis des Unternehmens zu hinterfragen und nachhaltig zu beeinflussen. Generell ist ein enger Kontakt zwischen Praxis und Forschung durch intensiven Austausch für beide Seiten profitabel.
Das Auslandsstipendium wird einen erheblichen Beitrag zu meiner akademischen Laufbahn sowie meiner persönlichen Entwicklung beitragen können, und ich hoffe mit den oben aufgeführten Gründen meine Motivation für die Bewerbung dargelegt zu haben.

Danke fürs Lesen und kommende Kommentare.

Gruß
nimingde
Zuletzt geändert von nimingde am 15.01.2013, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 11.01.2013, 14:38

Hallo nimingde,

zunächst einmal gehört doch auch das Anschreiben zu der Bewerbung, ist das erste, was man von Dir lesen wird -quasi der erste Eindruck. Und der ist ja auch schon mitentscheidend, über Erfolg und Misserfolg.

Statt diesem unsäglichen nichtssagenden ("... bewerbe ich mich ...." (ergibt sich doch schon aus der Bewerbung als solcher, solltest Du lieber persönlicher werden, mitteilen, dass Du Deine Unterlagen gerne überreichst und Dich auf ein positives Feedback freust. Damit signailisierst du auch dort schon Deine Motivation, dein "Ich will!".

Was nun dein Motivationsschreiben betrifft, so finde ich es unstrukturiert. Für mich ist ein roter Faden nicht erkennbar; vielmehr springst du zwischen unterschiedlichen Punkten hin und her.

Da es um Dich geht, solltest du auch immer von Dir schreiben. Also nicht
"Stipendiaten erhalten neben dem Einblick in ein meist unbekanntes Berufsfeld unter anderem eine Möglichkeit Ideen auszutauschen und gewinnen langfristig einen Partner welcher ihnen während ihres weiteren akademischen Werdegangs beratend zur Seite stehen kann und eventuell Mitarbeit an firmeneigenen Projekten ermöglicht."
"ich möchte neben dem Einblick in ein ... die Möglichkeit nutzen, Ideen auszutauschen ......"

Auch solltest Du auf eine gekünstelte Schreibweise verzichten. Akedemiker glauben zwar, über ausgewählte Formulierungen punkten zu können. Doch ist in der regel das gegenteil der Fall. Denn sätze wie "Durch eine entsprechende Kursauswahl während meines Grundstudiums wurden mir diverse Kommunikationsmodelle nahegebracht" bereiten einem leser kein wirkliches Vergnügen. Und ein Personalverantwortlicher, der beim Lesen keinen Spaß hat, wird dem Bewerber selten wohlgesonnen sein.

Viele Grüße aus Duisburg

nimingde
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Beitrag von nimingde » 15.01.2013, 14:38

Vielen Dank für Deine Hinweise Andreas!

Ich habe das Anschreiben verändert, liest es sich so besser? Des Weiteren habe ich versucht, das Motivationsschreiben durch entsprechende Änderungen persönlicher zu gestalten. Zu deinem letzten Hinweis: Ich bin mir meiner Schreibweise durchaus bewusst. Ich würde empfinde diesen Stil aber eher als gewählt denn gekünstelt bezeichnen. Ich habe auch bereits postivie Erfahrungen damit gemacht. So wurde mir auf Anfrage wärend eines Bewerbungsgesprächs beispielsweise mitgeteilt, dass der Schreibstil meines damaligen Anschreibens durchaus als angenehm empfunden wurde. Aus diesem Grund habe ich bis jetzt daran nicht viel verändert. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel und ich hoffe, dass noch andere Foren-Mitglieder eine Aussage dazu schreiben werden.

Nun aber genug, und hier die überarbeitete Version von Anschreiben und Motivationsschreiben:

Sehr geehrter Herr XXX, sehr geehrte Mitarbeiter von [einem Unternehmen],

gerne sende ich Ihnen meine Bewerbung für das [das Unternehmen] Auslandsstipendium zu. Alle benötigten Bewerbungsunterlagen befinden sich in den Anlagen. Ich freu mich von Ihnen zu hören und bedanke mich im Voraus für die von Ihnen gebotene Möglichkeit und dem damit verbunden Aufwand.

Mit freundlichen Grüßen

nimingde



Anlagen 

Motivationsschreiben

Mein Name ist nimingde und ich bin Student des Studiengangs „irgendwas mit Wirtschaftswissenschaften“ im ersten Fachsemester an einer Universität in einer Stadt. Mit dieser Ausbildung lerne ich das im Grundstudium erlangte ökologische, soziologische und technische Wissen in einem ökonomischen und wirtschaftspolitischen Kontext anzuwenden, sodass ich einen Beitrag zu einer nachhaltig orientierten Gesellschaft leisten kann. Meines Erachtens können zukünftige Herausforderungen mit flexiblen Denkansätzen und multidisziplinaren Problemlösungsstrategien am besten bewältigt werden. Diese eigne ich mir während meines internationalen und interdisziplinären Studiums an welches nun durch ein Auslandssemester bereichert werden soll. Aus eigener Erfahrung sind mir die Vorteile eines Auslandsaufenthalts bekannt und ich freue mich auf das Studieren an der [ausländischen Universität] während des Wintersemesters 2013/14. Da ich nach meinem Studium eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst anstrebe, wird mir die Erfahrung welche ich in [dem Gastland] sammle helfen, einen konstruktiven Beitrag zu einer integrierten Europäischen Gemeinschaft zu leisten. Um die Zeit im Ausland effizient nutzen zu können und optimal auf das Semester vorbereitet zu sein, bin ich auf der Suche nach einem Unterstützer und Förderer.
Durch den Austausch mit Kommilitonen weiß ich, dass ein Stipendium nicht nur mit finanzieller Unterstützung verbunden ist, sondern ebenfalls der Horizonterweiterung dient. So hoffe ich durch den Einblick in ein relativ unbekanntes Berufsfeld unter anderem die Möglichkeit zu bekommen Ideen auszutauschen und einen langfristigen Partner zu gewinnen, welcher mir während meines weiteren akademischen Werdegangs beratend zur Seite stehen kann und eventuell die Mitarbeit an firmeneigenen Projekten ermöglicht. Gerne möchte ich von diesen Vorteilen profitieren. Nichtsdestotrotz werde ich finanzielle Unterstützung benötigen, um am öffentlichen Leben in [der Gaststadt] teilnehmen zu können. Ungern möchte ich meine freie Zeit während des Aufenthalts zum Verdienst der Lebenshaltungskosten verbrauchen. Da ich weder BAföG-berechtigt bin noch vollständig von meinen Eltern finanziert werden kann, war ich bis jetzt auf einen entsprechenden Nebenverdienst angewiesen. Diesen hoffe ich nun durch das [das Unternehmen] Auslandsstipendium temporär ersetzen zu können.
Verschiedene Gründe führten zu der Bewerbung um das [das Unternehmen] Auslandsstipendium: Durch eine entsprechende Kursauswahl während meines Grundstudiums wurden mir diverse Kommunikationsmodelle nahegebracht. Darum weiß ich nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch durch akademisch angewandte Theorien um die häufig existierenden kulturellen Barrieren zwischen unterschiedlichen Gesellschaften. Aus diesem Grund kann ich mir gut vorstellen, dass ein interkulturelles Training für [das Gastland] erstaunliche Eigenheiten aufzeigen wird, welche die meisten Deutschen in ihrem Nachbarland mit einer ansonsten eher kompatiblen Gesellschaft nicht vermuten. Ich freue mich über die Möglichkeit, die Vorbereitungen auf mein Auslandssemester professionell begleitet zu wissen. Außerdem begrüße ich den aufrichtigen Wunsch und dessen pragmatische Durchführung von [das Unternehmen], Studenten, unabhängig von ihrer politischen Gesinnung, Konfession oder favorisiertem Aufenthaltsland, die Erfahrung eines Auslandsaufenthaltes zu ermöglichen. Die Nichtexistenz jeglicher Diskriminierung ist ein weiterer Grund für meine Bewerbung bei [das Unternehmen], da sie meiner persönlichen Meinung nach grundlegend für den selbstlosen Gedanken hinter einem Stipendium steht.
Ich freue mich auf die Mitarbeit an einer interkulturellen Studie von [das Unternehmen]. Ich hoffe mich so für die Kooperation erkenntlich zeigen zu können und bin gespannt auf den Rahmen und die Themenfelder der Umfrage. Bestenfalls ergibt sich ein weiterer Einblick in die Arbeitsweise einer Beratungsfirma für interkulturelle Kommunikation. Des Weiteren sind mir durch meine Tätigkeit als Junior Consultant der studentischen Unternehmensberatung XXX die potentiellen Vorteile einer Kooperation zwischen Firmen und Studenten bekannt. Letztere bilden nicht nur einen Pool potentieller zukünftiger Mitarbeiter sondern sind in der Lage mit häufig innovativen Vorschlägen das Selbstverständnis des Unternehmens zu hinterfragen und nachhaltig zu beeinflussen. Generell denke ich, dass ein enger Kontakt zwischen Praxis und Forschung durch intensiven Austausch für beide Seiten profitabel ist.
Das [das Unternehmen] Auslandsstipendium wird einen erheblichen Beitrag zu meiner akademischen Laufbahn sowie meiner persönlichen Entwicklung beitragen können, und ich hoffe mit den oben aufgeführten Gründen meine Motivation für die Bewerbung ausreichend dargelegt zu haben.


Ich danke Euch für konstruktive Hinweise und Kritik!
Beste Grüße
nimingde

Rhodus
Bewerbungshelfer
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Beitrag von Rhodus » 15.01.2013, 15:04

Hallo nimingde,

gar keine Frage, die Bewerbung wird immer stets subjektiv bewertet; was dem einen zusagt, berührt einen anderen wiederum nicht.

Sofern man sich so präsentiert, wie man ist, also auch den Schreibstil wählt, der zu dem eigenen Sprachstil passt, findet man stets den Arbeitgeber, der auch menschlich zu einem passt.

Wie sieht es eigentlich bei dem Motivationsschreiben mit einer Begerenzung aus? Teilweise wird ja verlangt, nur eine bestimmte Anzahl von Zeichen zu verwenden, um ein ausufern zu verhindern und gleichzeitig den Bewerber zu zwingen, sich auf das Wesentliche zu beschränken.

Viele Grüße aus Duisburg

nimingde
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Beitrag von nimingde » 17.01.2013, 12:43

Dein Argument ist durchaus gerechtfertigt. Hatte die Beschränkung auf eine Seite zunächst übersehen. Jetzt ist es gekürzt und dadurch wohl auch noch etwas präziser geworden.

Ich danke für die Hilfe. Da niemand weiter Kritik geäußert hat schicke ich es wohl so ab.

Gruß
nimingde

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