Persönlichkeitstest

Fragen zum Einstellungstest: Welche Art von Tests können gestellt werden? Welche Rückschlüsse bieten solche Einstellungstests?
Antworten
kowalski
Beiträge: 146
Registriert: 19.05.2008, 23:06

Persönlichkeitstest

Beitrag von kowalski » 07.07.2008, 18:43

Heute wurde mir (unangekündigt!) ein Persönlichkeitstest mit 210 Fragen vorgesetzt - d.h., ich durfte allein in einem Büro sitzen & vor mir stand ein Labtop.

Hier eine kurze Beschreibung exakt dieses Tests: http://www.i-m-b.ch/persoenlichkeitstest/bip.html

Ich habe mich immerhin nach den Datenschutzbestimmungen für diesen Test erkundigt ("Wer hat Zugriff auf diese Daten?"), aber ich mich halt nicht getraut zu fragen, ob ich diesen Test grundsätzlich ablehnen darf.

Hat sonst noch jemand Erfahrung mit solchen Dingern? Ideen, wie man sich in solchen Situationen sonst noch verhalten kann?
Zuletzt geändert von kowalski am 09.07.2008, 16:17, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Knightley
Bewerbungshelfer
Beiträge: 13523
Registriert: 16.03.2004, 18:52

Beitrag von Knightley » 09.07.2008, 12:57

Ich hätte diesen Test nicht bzw. nicht wahrheitsgemäß ausgefüllt.

Ich würde dort auch nicht arbeiten wollen, da nach deinen Angaben ein völlig unreflektierter Umgang mit diesem Test stattfindet. Man hätte vorher sehr genau über den Test aufklären müssen:
Aus diesem Grund sind in der arbeitsrechtlichen Literatur entsprechende Grundsätze über die Zulässigkeit solcher Tests entwickelt worden.

Voraussetzung für die Zulässigkeit ist:

- das der Bewerber einwilligt,
- das der Bewerber vor dem Test über dessen Funktionsweise und die zu ermittelnden Persönlichkeitsdaten aufgeklärt wurde,
- das es sich um die Ermittlung arbeitsplatzbezogener Merkmale handelt,
- das die zu ermittelnden Daten nicht auf andere Weise, z.B. durch Zeugnisse, erlangt werden können,
- das die Untersuchung von einem Psychologen mit Hochschulabschluss durchgeführt wird.
http://www.internetratgeber-recht.de/Ar ... g/bwa4.htm

Außerdem besteht ein Recht auf Einsicht und Löschung der Daten.

Aber generell ist dieser BIP-Test schon anerkannt. Hier gibt es noch Infos von den Test-Designer direkt: Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung

Älterer Artikel zum Thema: http://www.umsetzungsberatung.de/person ... stests.php

kowalski
Beiträge: 146
Registriert: 19.05.2008, 23:06

Beitrag von kowalski » 09.07.2008, 16:34

Vielen Dank Knightley!

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für solche Tests sind mir völlig unbekannt; ein guter Tipp, mich auf die Frage nach der Zulässigkeit für solche Tests zu stossen.

Im ersten Moment nach dem VG war ich ja ganz glücklich und zufrieden, weil ich den Eindruck hatte, den einen, möglicherweise auch wichtigsten Gesprächspartner aus der Fachabteilung überzeugt zu haben (2 waren da + 1 Personalerin). Erst 2 bis 3 Stunden nach dem Gespräch, als ich es das erste Mal vor meinem Augen habe Revue passieren lassen, habe ich angefangen, mich über verschiedene Details zu ärgern:

- Viele Standardfragen von der anwesenden Personalerin (Stärken, Schwächen, Weiterbildung,...)
- nicht angekündiger Persönlichkeitstest
- was mich am meisten geärgert hat: Gesprächsführer war jemand aus der Fachabteilung, der mindestens 10 Jahre jünger ist als, bestimmt auch weniger Berufserfahrung hat als und ziemlich plump Fakten abgefragt hat, die eh' schon im Lebenslauf stehen. Der sich nicht zu blöde war, mich zu frtagen, was die eine oder andere Formulierung in meinen Arbeitszeugnissen zu bedeuten hat.

Im Grunde läuft's auf die Frage hinaus: Wieso erlauben die sich, ihre Firma in einem VG so dilletantisch zu repräsentieren? Wieso versuchen die nicht, Werbung für ihre Firma und die ausgeschriebene Position zu machen? Da ich nicht unter "Erfolgsdruck" stehe (Jobwechsler!), bin ich tatsächlich schon soweit zu sagen, da will ich nicht hin. Es könnte noch schlimmer kommen...

kowalski
Beiträge: 146
Registriert: 19.05.2008, 23:06

Beitrag von kowalski » 16.07.2008, 20:18

Habe mich bei einer Fachanwältin für Arbeitsrecht nach den rechtlichen Rahmenbedingungen für Persönlichkeitstests erkundigt. Hier die Antwort:

"Eignungstests sind grds. zulässig, soweit sie geeignet sind, die konkrete Eignung des Bewerbers für die vorgesehene Tätigkeit festzustellen. Erforderlich ist aber immer die Einwilligung, die Sie dann geben, wenn Sie den Test mitmachen. Dem Bewerber muss mitgeteilt werden, was mit dem Test erkundet werden soll und wie das Verfahren abläuft. Schließlich muss der Test wissenschaftlich anerkannt sein und fachkundig durchgeführt werden.

Grds. ist es Ihre Entscheidung, ob Sie an einem solchen Test teilnehmen. Da es sich jedoch um die Voraussetzung für die weitere Bewerbung handelt, bedeutet ein Nein die Rücknahme der Bewerbung. Dabei müssen Sie unterscheiden, wie wichtig Ihnen die Bewerbung ist."

sebcoe
~
Beiträge: 423
Registriert: 10.03.2009, 16:05

Persönlichkeitstest

Beitrag von sebcoe » 10.03.2009, 16:26

hallo allerseits,

bewerbe mich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus für eine Führungsfunktion bei einem namhaften konzern. Ausbildung und Studium liegen bereits geraume Zeit zurück. Ein erstes Vorstellungsgespräch verlief positiv und man eröffnete mir bei der Einladung zu einem zweiten Gespräch, dass ich ausreichend Zeit mitbringen möge, da ein Test auf mich zukäme, bei dem es um meine Persönlichkeit geht. Mit Einstellungstest, Assesmentcentern etc.pp habe ich hinreichend Erfahrungen gesammelt, was Persönlichkeitstest betrifft bin ich hingegen vollkommen unbedarft, wobei ich nicht verhehlen möchte, dass ich diesen sehr zurückhaltend gegenüberstehe.
Hat jemand bereitss ähnliche Erfahrungen gemacht, bzw. kann mir einen nützlichen Hinweis geben?
Im voraus vielen Dank für Eure freundliche Unterstützung.
Zuletzt geändert von sebcoe am 23.09.2009, 21:40, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
dannchen
Beiträge: 53
Registriert: 12.02.2009, 20:54

Beitrag von dannchen » 10.03.2009, 18:46

Puuuh persönlichkleitstests sind immer so ne sache. es ist absolut kein problem wenn du immer ehrlich bist und fragen auch mal mit nicht so positiven antworten beantwortet, das ist vollkommen ok. nicht nachdenken: "oh wenn ich jetzt ankreuze das ich zickig bin mögen die mich nicht" oder o etwas, am besten ist es wenn man ehrlich ist-

denn das problem ist, wenn der test zu psitiv oder zu negativ ausfllt hast du denn test nicht bestanden. ich hab mir das mal angeschaut in so einem testbuch zur vorbereitung. da waren es 20 fragen.
am ende stand dann: wenn es mehr als so und soviel smilies (also positive antworten, wie ich bin zuverlässig, ....) dann gilt der test als erlogen und nicht bestanden.

ich finde das echt fies, ganz ehrlich. stell dir vor, du beantwortest alles wahrheitsgemä udn dubist wirklich ein übermensch, und dann bestehst du den test nicht weil sie denken du lügst rum.

aber meistens merken sie das ganz gut wer lügt und wer nicht, einfach weil sie dich ja schon ein wenig kenengelernt haben.

alo mach dir da mal keine gedanken!

sebcoe
~
Beiträge: 423
Registriert: 10.03.2009, 16:05

Beitrag von sebcoe » 10.03.2009, 21:30

habe mal vor langer Zeit mehrtägige Einstellungstests und ein Assessmentcenter durchlaufen. Schlußendlich wurde ich angestellt. Im Nachgang gab es die Möglichkeit die erzielten Testergebnisse mit dem unternehmenseigenen Psychologenteam zu besprechen. Die eröffneten mir dann, dass meine logisch- mathematischen Fähigkeiten sehr viel ausgeprägter seien, als mein sprachliches Ausdrucksvermögen.
In der Realität waren meine Noten in Mthe immer dürftig gewesen und in Sprachen weit überdurchschnittlich. Ist auch immer so geblieben, von daher...
Wie Du sagst, man ist praktisch gezwungen taktisch zu antworten...
Bis dato hatte ich von den handelnden Personen einen sehr positiven Eindruck, mal sehen wie dieser Test vonstatten geht, halte die Vorgehensweise halt für zweifelhaft, persönlich würde ich nur dann so vorgehen, wenn ich hinsichtlich des Bewerbers ganz arge Bedenken hätte.
Diese Tests scheinen ja nun auch nicht gerade weit verbreitet zu sein.

dasto
Bewerbungshelfer
Beiträge: 1113
Registriert: 20.02.2007, 16:05

Beitrag von dasto » 11.03.2009, 19:21

Ich hatte mal einen Test mit Ankreuzen, bei dem viel quer gefragt wurde, also der gleiche Sachverhalt ein paar Fragen später wieder kam - das ist dazu da, "erwünschte" Antworten auszuschalten. Such mal unter Bochumer Matritzentest (BOMAT) im Netz - das ist einer um z.B.Führungspersönlichkeiten zu testen

fluxus
Beiträge: 1
Registriert: 05.05.2009, 11:16

Persönlichkeitstest

Beitrag von fluxus » 05.05.2009, 11:57

Hallo Sebcoe,

da ich in diesem Jahr auch darauf hinarbeite an dem einen oder anderen AC teilzunehmen, habe ich ziemlich breit zu dem Thema recherchiert. Tenor der verschiedenen Foren ist, dass gute und gezielte Vorbereitug und natürlich die nötige Konzentration am Tag selbst bereits die halbe Miete ist. Letztendlich kann und sollte man sich auf einen Persönlichkeitstest genauso vorbereiten wie auf einen Logik- oder Intelligenztest, damit man nicht unangenehm überrascht wird und seine Chraktereigenschaften in dem Moment, in dem es darauf ankommt, gut verpacken und verkaufen kann. Darüber hinaus bringt die Beschäftigung mit Persönlichkeitstests auch einen selbst voran, da man immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen wird. Ich habe mir einige Bücher zum Thema angesehen und fand insbesondere das Insider-Dossier: Einstellungstests bei Top-Unternehmen von squeaker.net hilfreich, findest du hier: http://www.squeaker.net/myshop/product_ ... ehmen.html Darin gibt es auch ein Kapitel speziell zum Thema Persönlichkeitstests. Schau mal rein, vielleicht kannst du noch einige nützliche Hinweise mitnehmen.

Viel Erfolg!

dritte_auflage
Beiträge: 128
Registriert: 03.04.2008, 17:58

Beitrag von dritte_auflage » 05.05.2009, 12:06

was hat der Persönlichkeitstest ergeben?
Wie ist es verlaufen und hast Du Dich vorbereitet?

gruß

sebcoe
~
Beiträge: 423
Registriert: 10.03.2009, 16:05

Beitrag von sebcoe » 05.05.2009, 20:04

@ daso

vielen Dank für den sehr hilfreichen Link

@ fluxus
vielen dank für denen gehaltvollen Beitrag ,Deine Aussagen unterstreiche ich gerne.

@ dritte_auflage

habe mich mit Boma bschäftgt und zur Vorbereitung ein grünes Buch, glaube von Hesse/Schrader gelesen, Prsönlichkeitstestsmeine ich, wa sehr hilfreich um ein Gefühl für die Methodik zu bekmmen und ein Gefühl dafür, as mitwelcher Art von Fragen hinterfragt bzw. herausgefunden werden soll; sinnvoll so gut wie fast immer die beste Antwrt anzukreuzen und sich quasi selber zu überhöhen und selbst zu beweihräuchern.

Dr Test selber dauerte beinae 4 H, nach 2 h hab ich angefangen mic zu langweilen und mich darüber geärgert, dass mir dgl. abverlangt wird.
War eine Mischung aus BOMa, nem klassischen Intelligenztest(Mathe, Sprachvermögen und Persönlcikeitsmerkmalserfassungsfragen)
Am Ende drückten die auf nen Kopf und gaben mir das Ergebns mit, Profiling blababla, war eine einzige Lobhudelei, hätte ich es ernst genommen, hätte ich nicht mehr durch die Tür gepaßt, Ptest ist s strukturiert dass man nicht umhinkommt vele Fragen taktisch zu beantworten, je nachdem, ob man eine anstellung im technischen der kfm. Bereih sucht.
Von demUnternehmen habe ich im Nachgang trotz bereits erfolgter Zusage nichts mehr gehört, macht aber rein gar nchts, denn ich habe in einer anz anderen Branche enau den Job gefunden, den ich mir immer erträumt habe, zu dem ich mich beufen fühle und der mit Selbstverwirklicung einherget.

dritte_auflage
Beiträge: 128
Registriert: 03.04.2008, 17:58

Beitrag von dritte_auflage » 06.05.2009, 07:42

hmm,
ist ja wiederum nichts anderes als bei einem Assessmentcenter - es wird im großen Stil ausgesiebt.
Wie ich ja schon in anderen Threads geschrieben habe, halte ich von solchen Sachen, wie auch vom Lebenprofil überhaupt nichts!
Damit werden Unternehmen niemals die beste Lösung für die Stelle finden.
Ein gut ausgebildeter Personaler und interessierter Vorgesetzer werden ihren Kanditaten anderweitig finden....

Mich hat Dein Ausgang interessiert und man muss es wohl mal mitgemacht haben ;-) (bei mir war dies vor 15 Jahren bei einer Runde zum Ausbildungsplatz der Fall) Heute würde ich solche Tests kategorisch ablehnen - meinen Job (SAP Berater) bekommt man eher über Netzwerke als auf herkömmlichem Weg.

gruß

zhu2
Beiträge: 1
Registriert: 08.09.2010, 14:07

Ungünstiges Profil bei Persönlichkeitstest

Beitrag von zhu2 » 08.09.2010, 14:19

Hallo, ich habe als Vorbereitung auf einen Einstellungstest hier den Online DISg Test gemacht. Als Ergebnis kam heraus dass ich extrem neurotisch bin und dabei eher dem Typ D angehöre. Heißt das, dass ich jetzt überhaupt keine Chancen mehr habe bei einem Einstellungstest? Wer stellt schon jemanden mit diesem Profil ein?

Benutzeravatar
Bennie
Bewerbungshelfer
Beiträge: 765
Registriert: 23.10.2009, 13:55

Beitrag von Bennie » 08.09.2010, 15:37

Hi zhu2,

das ist jetzt dein Ernst und kein Scherz? :roll: Hmm, ich habe interessehalber auch schnell den Test gemacht und war mit meinem Ergebnis sehr zufrieden. Ich würde mich sofort einstellen. :lol: Warum erkläre ich gleich:

Man weiß doch in etwa welches Verhalten erwünscht ist?! Natürlich gibt man das dann ein! Bestimmte Fragen überprüfen dabei deine Glaubwürdigkeit, pass da also auf. Und dann kommt auch bei solchen Tests heraus, dass man eine ruhige, besonnene, dabei extrovertierte und allseits beliebte Person ist.

Kauf dir also mal einen anständigen Testratgeber (ich kann die von Hesse und Schrader empfehlen) oder leih ihn dir aus der Bücherei aus. Dann klappt das auch mit den Einstellungstests.

Gruß Bennie :wink:

Antworten